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USA: Demokraten gut für Aktienmarkt

04.09.2012 | 18:10 |   (Die Presse)

Während Barack Obamas Amtszeit hat der Dow Jones 60 Prozent zugelegt. Statistisch gesehen tun demokratische US-Präsidenten dem Aktienmarkt gut.

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Wien/Weber. Wie fast immer geht es bei den Präsidentenwahlen in den USA hauptsächlich um die Wirtschaft. Der republikanische Herausforderer von Barack Obama, Mitt Romney, wurde bei der Versammlung seiner Partei in Tampa, Florida, nicht müde, auf die vielen Missstände hinzuweisen. Die Arbeitslosigkeit verharrt seit vielen Monaten über acht Prozent, und die Staatsschulden steigen unaufhörlich.

Dabei könnte Barack Obama diese Woche, wenn er in Charlotte als Präsidentschaftskandidat bestätigt wird, auf einen Erfolg verweisen: Der Dow Jones Index hat seit seinem Amtsantritt um mehr als 60 Prozent zugelegt. Das ist die beste Performance für einen US-Präsidenten seit den 1950er-Jahren. „Man möchte meinen, dass die Demokraten diese Tatsache als Wahlkampfslogan nutzen werden, doch davon ist nicht auszugehen“, schreibt Monika Rosen, Analystin bei der Bank Austria, in einer Mitteilung. „Einerseits hat Obama den Finanzsektor zu einer Art Lieblingsgegner stilisiert. Außerdem kam die großartige Entwicklung der Aktienkurse in den letzten vier Jahren nur einer sehr kleinen Schicht zugute.“ Die breite Masse habe in den letzten Jahren hingegen massiv Aktien abgebaut, etwa bei der Altersvorsorge.

Doppelt so hohe Erträge

Analysten von CMC Markets haben sich der Frage, welche Partei dem Aktienmarkt besser tut, unlängst wissenschaftlich genähert. Untersucht wurden sämtliche US-Präsidenten seit 1900. Das Ergebnis: Obwohl die als wirtschaftsfreundlich geltenden Republikaner in den vergangenen 112 Jahren länger im Amt wahren, entwickelten sich die Aktienkurse unter Demokraten deutlich besser.

Unter demokratischen Präsidenten warfen Aktien im Schnitt 0,73 Prozent pro Monat ab, unter Republikanern nur 0,38 Prozent. Nun könnte man meinen, dass die bessere Performance auch mit einem größeren Risiko einherging. Doch selbst wenn das Risiko (gemessen in der Volatilität) aus den Erträgen herausgerechnet wird, schneiden die Demokraten besser ab. Obama liegt unter diesem Gesichtspunkt mit 0,22 Prozent monatlicher Rendite über dem Schnitt von 0,13Prozent. Am besten schnitt der Republikaner Calvin Coolidge ab: In den 1920er-Jahren warf der Aktienmarkt monatlich 0,44 Prozent ab (bevor er am Ende der Dekade zusammenbrach).

Freilich bildet die Studie nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit ab. So werden andere wichtige ökonomische Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Inflation und Staatsverschuldung ausgeblendet. Auch ließe sich argumentieren, die Aktienrallye unter Präsident Bill Clinton, die in der Dotcom-Blase mündete, sei kein gesunder Kursanstieg gewesen. Die gute Nachricht für Obama: Statistisch gesehen wurden Präsidenten mit einer guten Aktienmarktentwicklung gern wiedergewählt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2012)

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