Nur drei Prozent der Österreicher haben Aktien

18.12.2012 | 14:43 |   (DiePresse.com)

In Österreich herrsche Unlust, sich mit finanzwirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen.

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Gerade drei Prozent der Österreicher ab 16 Jahren halten Aktien. Zählt man die Investoren in einen Aktien-, Anleihe-, Investmentfonds oder ähnliche Wertpapiere dazu, so sind es auch nur zwölf Prozent. Zu diesem Schluss kommt eine vom Aktienforum beim Meinungsforschungsinstitut IMAS georderte Studie zum Thema österreichische Privatanleger, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

"Dieses Ergebnis ist leider für den österreichischen Kapitalmarkt kennzeichnend", so Aktienforum-Präsident Robert Ottel zum Befragungsergebnis. "Die geringe Anzahl an Aktienbesitzern und denen die daran interessiert sind, ist erschreckend und zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Unsere gut aufgestellten österreichischen Unternehmen sind auf den Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle angewiesen."

"In Österreich herrscht generell Unlust, sich mit finanzwirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen", schloss IMAS-Geschäftsführer Ansgar Löhner aus den Befragungsergebnissen. Nur vier Prozent zeigen starkes Interessen an Aktien & Co. Für knapp 75 Prozent hat das Thema überhaupt keinen Reiz.

Tendenziell interessierter sind demnach Männer, urbanere Menschen, Personen in leitender beruflicher Stellung bzw. Selbstständige und höher gebildete Österreicher. Dabei ist kein Altersgefälle messbar, so Löhner.

Ottel forderte einen stärkeren Fokus auf Bildung und Aufklärung zum Kapitalmarkt und "eine rasche Neubesetzung des österreichischen Kapitalmarktbeauftragten".

(APA)

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5 Kommentare

Kostet auch einen Haufen Zeit,

die von anderen Aktivitäten, z.B. Sport, Kultur oder aktiv Musizieren, abgeht.
Und wenn man alles den Bank"beratern" überläßt, bleibt nach Abzug der Spesen nicht viel übrig.

Wer sich nicht auskennt, der kauft auch keine Aktien

So einfach ist das.

Und wenn selbst Spezialisten und Banken, Versicherungen, Bundesländer, Bund und Gemeinden dabei immer wieder kräftig auf Nase fallen, ist das natürlich kein Anreiz, Aktien zu kaufen und sein Geld an andere zu verlieren.

Re: Wer sich nicht auskennt, der kauft auch keine Aktien

Wenn selbst Profizocker am Aktienmarkt abstinken, wird sich ein Amateur kaum behaupten koennen. Letzten Endes gewinnt jener, der rechtzeitig verkauft. Da hat der Profi eindeutig den Vorsprung - auch durch bessere und schnellere Informationsquellen.

Ein Blick in die Anlagefonds ist auch recht erleuchtend. Eine Menge Fonds tuempeln dahin. Und die Leute dort spekulieren sicher gekonnter als die meisten Privaten.

Vielleicht sind die Österreicher intelligenter

Bei solchen Werbeeinschaltungen von "Aktienprofis" fällt mir immer mein Prof. für Kapitalmarkforschung ein:

"Das was sie hier lernen, bringt ihnen was, wenn sie 150 Millionen (damals waren es Schilling) frei zur Verfügung haben".

Er meinte: dass Aktien und Anleihen das Risiko für Kleinanleger nicht wert sind und es eigentlich eine Cash-Cow der Banken ist.
Besser wären Fonds, das würde funktionieren, aber nur über sehr langfristige Perioden, weil dann die Geühren immer unwichtiger werden. Kurzes Halten bringt einem um.
Zu Gold sagte er: Nur in Fonds kaufen. Die können auch risikolos in Minen investieren.

Ich habe mich nicht daran gehalten, habe zwar gutes Geld damit gemacht aber nur weil ich bei komische Entwicklungen nicht mitgemacht habe (".com-Blase") und früh genug aus dem Markt gegangen bin (Mai 2008).
Nach Berechnung des Risikos, das ich eingegangen bin, war die Rendite nicht besser als ein schlecht verhandeltes Sparbuch.

Jetzt weiß ich auch, dass Anteile an einer Nahwärmegenossenschaft viel bessere Rendite bringen als irgendeine gehypte Aktien, bei viel weniger Risiko.

Und das wissen auch die Österreicher:
Die investieren ihr Geld in Grund, oder in das Einzelunternehmen des Bruders, sind bei Genossenschaften ... ohne direkte Zinsen und ohne direkte Rendite.

Natürlich kommt das in keinem Index vor, ist aber nachhaltiger und hat mehr Wert. Und es fällt keine Gebühr an, die die Rendite unter die Inflation drückt.

Wohl das intelligentere Geschäft.

Re: Vielleicht sind die Österreicher intelligenter

das war ein Professor der alten Schule. Er hat recht.
Eine Aktienspekulation ist dann keine Spekulation wenn man sicher sein kann, es ist keine Spekulation sondern eine sicher Anlage.
Diese Börsenanlysten mit ihren Kommentaren haben eine Fantasie die schon an Wahrsagerei grenzt.
Früher gab es AG`s da konnte man tatsächlich Aktien kaufen die gingen zwar auf und ab, aber letztlich hat man gewonnen. Die gibt es heute nicht mehr.
Die Welt ist sehr schnelllebig geworden , genauso schnell kann man sein Geld verlieren.
Das bessere ist immer noch ein Geschäft mit einer Ware, da habe ich meistens eine höhere Rendite als mir jede Aktie bieten kann.
Wie heißt es; das beste Geschäft ist oft kein Geschäft.
Devisenspekulationen sollte man grundsätzlich vermeiden. Egal wie man sie sieht, das Risiko ist immer zu groß.

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