Der steirische Apple-Zulieferer

13.01.2013 | 18:45 |  ALEXANDER WEBER (Die Presse)

Goldman Sachs hat die Aktie von Austriamicrosystems (AMS) heraufgestuft. Doch nicht jeder Analyst ist so optimistisch für das Papier wie die Amerikaner.

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Wien. Austriamicrosystems-Aktionäre hatte in der Vorwoche einen Grund zur Freude, denn die Wertpapieranalysten von Goldman Sachs haben die Aktie des steirischen Halbleiterherstellers massiv heraufgestuft. Sie befindet sich nun auf der „Conviction Buy“-Liste, und das Kursziel wurde von 105 auf 170 Schweizer Franken hochgeschraubt. Schweizer Franken deswegen, weil das Papier nicht in Wien, sondern in Zürich notiert.

Dabei hat AMS schon eine extrem starke Entwicklung gezeigt. Einen regelrechten Turbo brachte die Veröffentlichung von Apples Liste an Zulieferern im Jänner 2012. Dort fand sich nämlich auch der Name Austriamicrosystems, woraufhin die Aktie bis heute um über 200 Prozent in die Höhe schoss. Ein Grund dafür ist auch die Übernahme von Taos, die AMS im Sommer 2011 gelang. „Das war der richtige Move zur richtigen Zeit“, urteilt Daniel Lion, Analyst bei der Erste Bank.

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Hier erhalten Sie die aktuelle Kursentwicklung.

Mit dabei beim Galaxy S2

Taos verkauft Technologie zur Beleuchtung von Displays. Und die ist bei den großen Herstellern von Smartphones und Tablets äußerst beliebt. Bekannt ist, dass die Produkte von AMS in Samsungs Kassenschlager Galaxy S2 verbaut sind. Lion geht davon aus, dass sie auch beim Nachfolgemodell S3 mit dabei sind. „Wenn die Teile einmal drin sind, bleiben sie da auch“, so der Analyst. Schwierig werde es immer bei neuen Produkten: Dann gelte es, Apple, Samsung und Co. von Neuem von seinen Produkten zu überzeugen.

Goldman Sachs gibt als Begründung für die massive Erhöhung des Kursziels an, man erwarte weiter starke Umsätze durch konsumentennahe Produkte wie jene von Apple, Samsung, aber auch Nvidia, einem Hersteller von Grafikkarten. Goldman schätzt den Gewinn je Aktie für 2012 auf 6,15 Euro. 2013 soll er auf 7,40 Euro steigen.

Erste-Analyst Lion blickt mit Spannung auf den 29. Jänner. Nicht, weil dann die Zahlen für 2012 vorgelegt werden, sondern weil AMS dann auch einen neuen Ausblick für 2013 geben wird. Im Schnitt rechnen die Analysten mit einem Umsatzwachstum von 15Prozent, deutlich über der Schätzung des Unternehmens. „Wenn AMS einen neuen Ausblick veröffentlicht, müsste dieser über den 15 Prozent liegen, um den Aktienkurs positiv zu beeinflussen“, gibt Lion zu bedenken. Sein Kursziel ist deswegen verhaltener, nämlich bei 118 Franken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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