Nur scheinbar gleich

Emerging Markets werden gern in einen Topf geworfen. Analysten raten zu differenzieren.

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Köln. BRIC war lange der Renner unter den Akronymen, mit denen diverse Schwellenländer zusammengefasst wurden. Später kam die Abkürzung Next-11 oder Civets-Staaten auf. Alles Konstrukte, die eine komplexere Realität ausblenden, wie der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch betont: Hier würde eine Gemeinsamkeit unterstellt, die sich in der Realität der Volkswirtschaften so nicht wiederfinde. „Investoren sollten das berücksichtigen“, schreiben die Analysten: Langfristig sei es „wenig sinnvoll, eine Anlagestrategie an derlei Begriffen, Produkten und Indizes auszurichten“.

So würden etwa Länder wie Indien oder die Türkei als Nettoimporteure von fallenden Ölpreisen profitieren, während Russland und Nigeria als Exporteure eher darunter leiden. Südkorea und Taiwan wiederum, die ihre Wirtschaft stark auf Export ausgerichtet haben, seien im Gegensatz zu relativ geschlossenen Volkswirtschaften wie Indien oder den Philippinen stärker gegenüber der Weltwirtschaft exponiert.

Bei Indien betont Fondsmanager Michael Altintzoglou die guten demografischen Verhältnisse und den starken Binnenmarkt sowie die Dynamik bei den Strukturreformen.

 

Konsumwerte

Altintzoglou findet auch Mexiko interessant, da die Währung (Peso) „über Gebühr“ abgewertet scheine, was der Wettbewerbsfähigkeit helfe.

Der Vermögensverwalter baut weiterhin auf steigenden Konsum in Schwellenländern und sieht Unternehmen aus diesem Sektor als aussichtsreich. Generell sei darauf zu achten, dass sich Aktien von teilstaatlichen Unternehmen oft schlechter entwickeln als die von privaten. (Bloomberg/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2017)

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