Die vielen Motive, Gold zu kaufen

12.07.2012 | 18:19 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

Wer das glänzende Edelmetall als Krisenwährung betrachtet, sollte Barren oder Münzen kaufen. Wer investieren will, sollte Minenaktien als Alternative in Betracht ziehen.

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Wien. Kaum eine Anlageform muss für so viele Zwecke herhalten wie Gold. Es soll in der Katastrophe Sicherheit bieten, vor Geldentwertung schützen, eine hohe Rendite abwerfen und für die nötige Streuung im Depot sorgen. Das Problem: Eine „eierlegende Wollmilchsau“ sei das glänzende Edelmetall nicht, stellte Erste-Analyst Ronald Stöferle dieser Tage bei der Präsentation seines "Goldreports" fest ("Die Presse" berichtete).

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Anleger müssen sich entscheiden, ob sie das Edelmetall als Alternativwährung zum Papiergeld oder als Investment betrachten wollen. Und ob sie eine hohe Rendite erzielen oder das Depot breit streuen wollen. Im Folgenden ein paar mögliche Anlagemotive und welchen Platz Gold darin hat.

Vom Kurs profitieren. Wer in den vergangenen Jahren in Gold investierte, hatte das bessere Händchen als jemand, der sein Geld in Aktien steckte. Seit fünf Jahren hat der Goldpreis auf Eurobasis um 160 Prozent zugelegt, der Aktienindex MSCI World liegt im Minus. Seit drei Jahren konnte man mit Aktien fast 50 Prozent verdienen, mit Gold konnte man sein Vermögen fast verdoppeln. Dass Gold eine bessere Wertentwicklung als Aktien aufweist, ist aber nicht immer so. In den Achtziger- und Neunzigerjahren waren Aktien ertragreicher. Auch waren die Realzinsen positiv (Sparbuchsparern blieb nach Abzug der Inflation ein Plus), es gab attraktive Alternativen zum Gold. Laut Goldreport zeigt sich, dass der Goldpreis immer dann stark anzieht, wenn das Realzinsniveau (Zinsen abzüglich Inflation) niedriger als 3,5 Prozent ist. Momentan ist es negativ. Das dürfte noch eine Weile so bleiben, da die Staaten, allen voran die USA, niedrige Zinsen brauchen, um ihre Schulden abzubauen. Bis Ende 2014 sollen die US-Zinsen bei null bleiben. Wenn dann die Realzinsen wieder steigen, könnte das den Höhenflug des Goldpreises stoppen.

Streuung. Experten raten oft, fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Gold zu stecken. Denn Gold weist eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf. Gold verhält sich traditionell leicht negativ zu US-Aktien und leicht positiv zu weltweiten Aktien. Es eignet sich daher zur Streuung. Starke Kursverluste bei Aktien wird es aber meist nicht ganz kompensieren.

Von der Nachfrage profitieren.Gold ist eine Währung, die keine Zinsen abwirft. Der Goldpreis steigt allenfalls relativ zu Papiergeldwährungen. Wer lieber investieren will, kann sich mit Minenaktien eindecken, meint Stöferle. Diese haben sich in den vergangenen Monaten schlechter entwickelt als der Goldpreis. Ursache ist die Flucht aus dem Risiko. Für ein Investment sprächen die günstigen Preise, der bereits starke Pessimismus der Analysten, gute Cash-Flow-Zahlen, steigende Dividendenausschüttungen und Übernahmeaktivitäten. Anleger brauchen aber gute Nerven: Die Volatilität bei Goldminenaktien ist groß.

Inflationsschutz. Zwischen Gold und Geldmengenausweitung durch die Notenbanken besteht ein Zusammenhang. Der Goldreport zitiert eine Studie des World Gold Council, wonach eine einprozentige Ausweitung der Geldmenge ein Plus von 0,9 Prozent für den Goldpreis bedeutet. Alltagsvergleiche zeigten, dass Gold die Kaufkraft konserviere: Im alten Babylon erhielt man für eine Unze Gold etwa die gleiche Menge Brot wie heute. Dabei sollte man bedenken, dass es in guten Zeiten Investments gibt, mit denen man die Inflation schlagen kann.

Krisenschutz. Ob Gold auch in der absoluten Katastrophe das Überleben sichert, ist fraglich. Jörg de Vries-Hippen, Fondsmanager bei Allianz Global Investors, rät Leuten, die sich Gold als Katastrophenschutz zulegen: „Dann sollten Sie auch einen Kartoffelacker kaufen, einen Doppelzaun errichten und darum die Hunde laufen lassen.“ Denn in Katastrophenszenarien würde primär etwas zu essen gesucht.

Was Sie beachten sollten bei... Gold

Tipp 1

Streuung. Experten raten, fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Denn der Goldpreis steigt vor allem in Zeiten negativer Realzinsen stark an, wenn andere Investments weniger abwerfen. Als Depotversicherung funktioniert Gold jedoch nur bedingt: Zu US-Aktien besteht eine leicht negative Korrelation, zu weltweiten Aktien eine leicht positive.

Tipp 2

Goldminenaktien. Als Alternative zu Barren oder Münzen kann man sich auch Minenaktien zulegen. Diese entwickelten sich zuletzt schwächer als der Goldpreis und haben Aufwärtspotenzial. Dabei nimmt man jedoch auch das Unternehmensrisiko auf sich (etwa bei Produktionsausfällen). Bei kleinen Firmen ist dieses größer. Anleger müssen auf Schwankungen gefasst sein.

Tipp 3

Zertifikate. Dabei handelt es sich um Schuldverschreibungen von Banken, die den Goldpreis oder die Wertentwicklung von Minenaktien abbilden. Mit einem Hebel kann man Gewinne und Verluste vervielfachen. Nicht alle sind jedoch mit physischem Gold unterlegt. Auch gibt es ein zusätzliches Risiko: Geht die Bank pleite, fällt man häufig um sein Investment um.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2012)

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20 Kommentare

physisches gold & silber sind die einzige moeglichkeit die kaufkraft des ersparten zu retten

gold & silber ist geld, der rest ist kredit

und der euro ist nicht mal eine waehrung im herkoemmlichen sinn, sondern ein supranationales kunstprodukt, fuer das nicht einmal ein staat gerade steht sondern da steht nur die ezb dahinter. bedrucktes papier, zahlen am computer ohne realen wert. die koennen ueber nach die mindestreserve auf 0.5% herabsetzen und die giralgeldmenge per mausklick verdoppeln
noch ist zeit
noch kann man gold & silber kaufen
holt euer geld vom konto, loest alle sparbuecher &sonstige reserven auf und kauf gold und silber

es soll in 2 jahren keiner anfangen zu weinen sein ganzes erspartes sei weg

es ist oft genug gewarnt worden

gold und silber
strong buy

</nachricht ende>


Gast: 878788989989
13.07.2012 13:17
0

GOLD WIRD AUF USD 700 FALLEN

GOLD WIRD AUF USD 700 FALLEN
Wenn die Zinsen wieder steigen und /oder

die Aktienkurse wieder steigen und / oder

der Goldhunger in China nachlässt und / oder

indische Bräute nicht mehr Gold sondern eine Eigentumswohnung bekommen und / oder

eines der drei Haupt-Gold-Hortungsländer einen Teil seiner Vorräte auf den Markt wirft und / oder

der derzeitige Preis von USD 1500 dazu führt, dass neue Minen mit USD 700 (nicht nur 300 bis 500) längst rentabel wären und daher schon erschlossen werden und bald auf den Markt kommen und / oder

die die um USD 1900 gekauft haben die Geduld verlieren und verkaufen und / oder

sonst ein Hype noch moderner wird und daher das Geld der Dummen dorthin und nicht mehr ins Gold fließt

DANN

dann ist der ganze Zauber schnell zu Ende.

Dann ist Gold einfach irgendetwas, was man

um USD 700 erzeugen (fördern) kann und

dessen einzelne technische Eigenschaften um USD 100 bis 300 durch andere Stoffe ersetzt werden können und

das dhaer viele nur noch verkaufen wollen, solange der preis noch über USD 700 liegt und

DANN

WIRD GOLD AUF USD 700 (oder tiefer?) FALLEN !!

Also rasch verkaufen!!

Gast

Re: GOLD WIRD AUF USD 700 FALLEN

das einzige was faellt ist ihre glaubwuerdigkeit

..rät Leuten, die sich Gold als Katastrophenschutz zulegen: „Dann sollten Sie auch einen Kartoffelacker kaufen, einen Doppelzaun errichten und darum die Hunde laufen lassen.“

bitte auf gar keinen fall vergessen: das handbuch "kartoffelanbau für anfänger".

viele leute glauben ja heutzutage, dass kartoffeln im supermarktregal wachsen...

Gewichtung?

Entsprechend der täglichen Nachrichten sollte man nicht zu 10% in Gold sein, sondern 10% in Papiergeld.

Wichtig: keine Zertifikate kaufen, die sind nur weiterer Papiermüll, welcher hilft den Preis zu manipulieren.

Nur greifbares zählt bzw. wer zu viel Geld hat, sollte sich lieber mit Minenaktien beschäftigen.

Re: Gewichtung?

am golde haengt, zum golde draengt doch alles, ach wir armen ...
-goethe

der wusste es schon, mises wusste es, ron paul weiss es, und greenspan wusste es, bevor er teil des systems wurde

Gast: klebersessel
12.07.2012 21:57
1

Also

ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand Gold DESWEGEN kauft, weil er sich eine hohe Rendite verspricht. Das ist Unfug.

Gast: machmuss verschiebnix
12.07.2012 21:34
0

Gold - die große Illusion:

wer jetzt Gold kauft, der kauft zu weit überhöhtem Preis.
Und wenn die Krise dann wirklich voll zuschlägt, mit Massenarbeitslosigkeit
und wirtschaftlichem Chaos, dann sollten Sie auf alle Fälle einen Revolver
mithaben, wenn sie das Gold zum einwechseln bringen !
Damit kommen sie dann bis vor den Schalter, aber dort werden sie
dann so und so ausgenommen wie die berühmte Weihnachtsgans (!)

Vergessen Sie Gold - nur Bares ist Wahres. Sie müssen's nur
rechtzeitig in die richtige Währung einwechseln und auf ausländische
Bank(en) verteilen (außerhalb der EU natrülich) .


Antworten Gast: wiebitte?
13.07.2012 10:57
1

Re: Gold - die große Illusion:

ist das ihr Ernst? Gold gegen irgendwelche Währungen eintauschen und dann auf Banken verteilen?? und das vor dem Crash? sie tun mir jetzt schon leid.

Antworten Antworten Gast: machmuss verschiebnix
13.07.2012 19:17
0

Re: Re: Gold - die große Illusion:

Lateinamerika (Brasil, Chile, Uruguay ) wird nicht crashen,
auch nicht China, Singapur, Neuseeland
In Europa sieht's eher matt aus, da bleibt am Ende nur
Norwegen und vielleicht Finnland auf den Beinen.

Jedenfalls ist Gold dazu angetan, immer und überall Sorge zu
verbreiten. Hat man es zuhause braucht man einen Safe samt
Alarmanlage, hat man es auf der Bank, dann kommt man im
ernstfall nicht ran, hat man es in der Hand und will es verkaufen,
dann läuft man in turbulenten Zeiten extrem Gefahr, gelinkt oder geplündert zu werden (!)

Außerdem bedeutet der derzeitige Goldpreis eine veritable Blase,
es könnte jederzeit passieren, daß einige große Posten abgestoßen werden .


Gast: Geld ist Weg
12.07.2012 20:55
4

Unser Geld ist weg

Hans Werner Sinn (Ifo Präsident) kein Verschwörungstheoretiker Untergangsprophet:
"Das Geld ist weg" ca. ab 25:00
http://www.youtube.com/watch?v=Ui0NOk_lSbU

Nachsatz: ganz real weg also WIRKLICH WEG

Die Schulden über Schulden über Schulden Politik
hat uns soweit gebracht. Was machen sie jetzt:
Schulden mit neuen Schulden bezahlen, na dann Prost...

Re: Unser Geld ist weg

hier wird die grundregel des volkswirtschaftlichen finanzkreislaufs ignoriert:
dessen bilanz ist immer ausgeglichen.

den schulden von staat, unternehmen und privaten stehen die finanzvermögen gegenüber.
der saldo ist immer null.

das geld ist nicht weg.
es ist bloß woanders!

Re: Re: Unser Geld ist weg

die bilanz ist eben nicht ausgeglichen - bitte keinen schwachsinn verzapfen.

wir haben eine mindestreserve im euroraum von 1%. im dollar-raum sind es 10%. dass heisst wenn sie 100 dollar auf die bank tragen, darf die bank ganz legal davon 90 dollar weiterverborgen, die dann wieder von einem kreditnehmer auf ein bankkonto eingezahlt werden koennen, wessen bank dann 81 dollar weiterverborgen kann. dieser vorgang heisst giralgelschoepfung.
und jetzt das witzige: die schulden sind daher im dollar-raum bei ausnutzung des hebels 1:9 9 mal groesser als das vermoegen. im euro-raum bis zu 99 mal groesser als der vermoegen (1:99 kredithebel durch die mindestreserve von nur 1%)

damit haben wir beweitem mehr schulden als vermoegen, und die zinsen die fuer die schulden aufgebracht werden muessen uebersteigen auch bei weitem die zinsen fuer das vorhandene vermoegen.

diesen schulden steht kein finanzvermoegen gegenueber, auch kein realvermoegen oder sonst ein vermoegen.

der saldo ist mitnichten null sondern sehr sehr negativ, wodurch mit der zeit ein enormer schuldueberhang entsteht, schulden und vermoegen durch den zins beide exponentiell wachsen, jedoch schulden um ein vielfaches mehr durch den schuldueberhang im vergleich zum vermoegen.

Re: Re: Re: Unser Geld ist weg

ich denke, dass sie das wort FINANZvermögen falsch interpretieren.
auch das beim giralgeld gibt es jemanden für den es vermögen ist und jemanden, für den es schulden sind...

Re: Re: Re: Re: Unser Geld ist weg

dem durch giralgeld geschoepften kredit steht kein vermoegen gegenueber

die bank hat es zwar auf der habenseite der bilanz (glaub ich zumindest? rechnungswesen ist schon lange her ..., aber es ist auf jedenfall umgekehrt als bei allen nicht-finanzinstitutionen) jedoch steht dem kein vermoegen gegenueber. es ist fuer die bank eine verbindlichkeit des kreditnehmer und fuer den kreditnehmer eine verbindlichkeit gegenueber dem kreditgeber.
es ist ein durch nichts gedeckter kredit, wo das geld in dem augenblick geschaffen wird wo der kredit vergeben wird (deswegen auch giralgeldschoepfung)

Re: Re: Unser Geld ist weg

Das stimmt so nicht. Es kann gar nicht jede Schuld zurückbezahlt werden, weil die Zinsen erst produziert werden muessen, darum brauchen wir ja staendiges Wachstum.

Ein Teufelskreis!

Antworten Antworten Gast: Tja
13.07.2012 11:15
0

Re: Re: Unser Geld ist weg

Das ist ja was ganz Neues. Vielen Dank für die Aufklärung.

Ich habe auch für Sie etwas informatives mitgebracht:

Der blaue Himmel ist blau

Re: Re: Re: Unser Geld ist weg

sind sie ein volkswirtschaftsexperte, der mit seinem wissen geizt?

und stattdessen meteorologische metapher zitieren...

Lieber Gold als Euros

Also das Gold wird noch was Wert sein wenn der Euro schon längst Geschichte ist.

Außerdem wer sein hart erarbeitetes Geld nur zu Bank bringt und auf ein Sparbuch legt für die lächerlichen Zinsen der arbeitet für die Banken.

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