"Der Schweizer Franken wird eher härter"

29.01.2013 | 18:18 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Der „faire Wert“ der Schweizer Währung nähert sich der Interventionsgrenze der Notenbank von 1,20 Franken je Euro. Experten erwarten, dass mittelfristig der Aufwertungsdruck auf den Franken noch steigen wird.

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Wien. Schlechte Nachricht für Franken-Kreditnehmer: Wer mit seiner Fremdwährungsfinanzierung schwer unter Wasser steht (etwa viele „Häuselbauer“ oder die Gemeinde Wien) und darauf hofft, dass sich der Kurs der Schweizer Währung wieder auf alte Werte abschwächen werde, dürfte ziemlich sicher enttäuscht werden. Experten gehen jetzt davon aus, dass der „faire Wert“ des Franken immer näher an den von der Schweizer Nationalbank mit Zähnen und Klauen verteidigten Referenzkurs (ein Euro = 1,20 Franken) heranrückt. Kurzfristig sei eine leichte Abschwächung in Richtung 1,25 bis 1,30 Franken denkbar, langfristig habe die Schweizer Währung vom derzeitigen Niveau aus aber eher Auf- als Abwertungspotenzial.

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Marco Curti, Investment-Vorstand der viertgrößten Schweizer Bank, der Zürcher Kantonalbank, setzt den „fairen Wert“ (also den objektiven Wert ohne Markteinflüsse) der eidgenössischen Währung zum Euro aktuell mit 1,25 Franken an. Im Gespräch mit der „Presse“ konzediert Curti zwar, dass solche Wertbestimmungen „keine exakte Wissenschaft“ seien und die Modelle anderer Banken auf Werte von bis zu 1,30 kommen, der Trend zeige aber eindeutig in Richtung Frankenstärke. „Der faire Wert gleicht sich den 1,20 immer mehr an“, so Curti.

Zudem habe die Schweizer Notenbank schon mehrfach betont, dass sie den Kurs von 1,20 „mit allen Mitteln“ verteidigen werde. Ein Aufgabe dieses Ziels würde die Glaubwürdigkeit der Notenbank stark erschüttern, weshalb sie auch nicht zur Diskussion stehe, meint der Schweizer Experte. Zumal die Wirtschaft der Schweiz im Schnitt mit den 1,20 Franken pro Euro „einigermaßen leben“ könne.

 

Inflationsgefahr durch Eurokäufe

Ein Risiko sieht Curti allerdings: Die Schweiz verteidigt den Kurs durch massive Euro-Anleihenkäufe (die Schweiz ist dadurch bereits zu einem der größten Euro-Gläubiger geworden) und hat sich damit ein „massives Währungsrisiko“ in die „schon ziemlich aufgeblähte“ Nationalbankbilanz geholt. „Wir haben schon 400 Milliarden an Währungsreserven“, so Curti. „Das ergibt erhebliches Inflationspotenzial.“ Akut sei dieses aber nicht, weil das Geld „noch nicht in den Kreislauf“ gekommen ist. Curti schätzt, dass 1,5 bis zwei Prozent Inflation in der Schweiz kein Problem wären. „Wenn es höher geht, muss sich die Nationalbank aber Gedanken machen.“

Ein ähnliches Szenario entwirft die RZB in einer gestern, Dienstag veröffentlichten Währungsanalyse. Die Raiffeisen-Banker sehen aktuell zwar eine „leichte Abwertung“ des Schweizer Frankens seit Jahresbeginn. Der Trend werde sich aber nicht fortsetzen. Denkbar sei höchstens, dass sich der Franken eine Zeit lang „in einem Handelsband von 1,22 bis 1,28“ bewegt. Den fundamental gerechtfertigten „fairen Wert“ sehen die Raiffeisen-Banker bei 1,32, trotzdem glauben sie, dass ein „Überschießen“ über die von Curti genannten 1,25 Franken pro Euro sehr unwahrscheinlich sei.

Die genannte Bandbreite werde, so die RZB-Analyse, bis 2015 anhalten, danach sei der Franken ganz klar erneut eine „Aufwertungswährung“. Ein einziges Szenario könnte diesen Trend zu einem stärkeren Franken umkehren: eine wirklich substanzielle Zinsanhebung in der Eurozone, die Anlagen in Franken trotz des Sicherheitsarguments unlukrativ machen würde. Eine solche substanzielle Zinsanhebung sei aber weit und breit nicht in Sicht.

 

Fatale Währungsspekulation

Franken-Kredite waren im vorigen Jahrzehnt (bevor die Vergabe 2008 gestoppt wurde) wegen der sehr niedrigen Franken-Zinsen vor allem bei Immobilienkäufern und bei der öffentlichen Hand äußerst populär. Die meisten Kredite wurden endfällig zu Kursen zwischen 1,40 bis 1,60 Franken je Euro aufgenommen.

Eine Währungsspekulation mit fatalen Folgen: Wer im Jahr 2000 einen endfälligen Frankenkredit über 100.000 Euro aufgenommen hat, sitzt jetzt wegen des Kursverlusts auf einer Schuld von 130.000 Euro.

In Summe hat das heimischen Kreditnehmern Verluste von mehr als zehn Mrd. Euro beschert. Die Stadt Wien hat auf diese Weise beispielsweise einen „Buchverlust“ von 300 Mio. Euro aufgebaut. Sieht man sich die jüngsten Prognosen an, wird sie einen Großteil davon wohl realisieren müssen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2013)

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98 Kommentare
 
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Die Finanzwirtschaft

ist ein Mafiageschäft und wird immer mehr dazu.Die Corleones setzten nicht mehr auf Mord sondern auf die vorzügliche Ausbildung Ihrer Sprösslinge im Finanzwesen.Ständig,wie jetzt bei der Deutschen Bank,schweifen Polizeiermittler aus um diese Betrüger dranzukriegen.Zum Teil,Verschmutzungszertifikathandel=Steuerbetrug.Nur staatliche Übernahme kann hier noch Einhalt gebieten.Aber nur solange dass der Staat nicht auch schon diesen mafiösen Gefüge angehört.Eile ist geboten.Finanzexperten?!-Vergessen!.

Im globalen Wettbewerb "wer hat die dümmste Wirtschaftspolitik"

hat kurzfristig Japan die Führung übernommen. Die EU wird aber schon bald wieder überholen oder die USA?
CHF UND GOLD KANN NUR STEIGEN!

Milchmädchen-Rechnung

Wenn man bei dem Beispiel mit 100.000,- den Zinsgewinn (auf die letzten 15 Jahre im Durchschnitt mehr als 2 %) abzieht, kommt sogar ein kleines Plus heraus.
Aber dazu sollte man sich halt bei Finanzgeschäften ein bisschen auskennen!!!

Re: Milchmädchen-Rechnung

das wollte ich auch grade posten. es ist ermüdend, dauern solche unausgegorenen "experten"-analysen zu lesen.

aber vermutlich fetzt der artikel so mehr.

Plattform für unabhängige Finanzberater

Ist es nicht im Bereich des möglichen, daß gerade jene Artikel und darauf folgende postings von einigen usern (Finanz/Wirstschaftsberater etc) genutzt werden um nun jenes "Geschäft" der Absicherung zu verbreiten? In 99% der Fälle sind es auch wohl jene die vorbehaltlos einen Frankenkredit vor 10 Jahren verkauft haben.... vielleicht noch einen Zins-Cap als nettes Zuckerl in die Kreditsumme aufgenommen haben, aber ein potentielles Wärhungsrisiko wenn überhaupt "gestreift" haben. Verkaufsargument Nummer 1 war der Zinsunterschied zw. € und SFR. Jetzt ist es halt die Währung..... und da lässt sich wieder was verdienen. Angst zieht immer!

Re: Plattform für unabhängige Finanzberater

Natürlich nutzen auch sogenannte unabhängige Finanzberater jede Möglichkeit mit der Angst der Frankenkreditnehmer Geld zu verdienen.
Diese Ängste werden auch noch bewußt geschürt.
Momentan wird z. B. das sogenannte "Frankenkonzept" ganz stark als "Absicherung" beworben.
Ich kann nur sagen "Finger Weg"!
Da wird ein komplexes und hoch riskantes Devisengeschäft (Totalverlust möglich) als "Absicherung" eine sFrankenkredites verkauft.
Diese Leute kennen wirklich keine Grenzen...

Steueroase Schweiz!

In den letzten 10 Jahren ist Genf neben London und Chicago zu einem der größten Umschlagplätze für Rohstoffe aufgestiegen. Die in der Öffentlichkeit kaum bekannten Firmen, wie Bunge, Louis Dreyfus, Gunvor, Mercuria und Vitol, die mit Öl, Erzen und landwirtschaftlichen Produkten handeln, haben sich allesamt zwischen Lausanne und Genf angesiedelt. Andere US-amerik. Unternehmungen wie Agrarkonzern Cargill sind hier schon lange etabliert. Allein in Genf sitzen 400 Unternehmen mit fast 9000 Angestellten, die mit Großteil der Märkte für Getreide, Kaffee, und Zucker kontrollieren. Ihr Gesamtumsatz beläuft auf 800 Milliarden Schweizer Franken. Nur der Handel mit Kupfer, Zink, und anderen Metallen konzentriert sich im deutschsprachen Zug, wo etwa Glencore seinen Sitz hat. Gemessen am Umsatz ist Nestle längst nicht mehr das größte Schweizer Unternehmen. Der Traditionskonzern rutschte 2011! / - auf den vierten Platz- hinter Vitol, Gencore und Trafigura die jeweils einen Jahresumsatz von 232,- 145,- und 95 Milliarden Schweizer Franken machen. Die russischen, französichen und amerikanischen Handelspartner der Schweizer Rohstoffriesen schätzen die Diskretion der Eidgenossenschaft, die Nähe von UN-Organisationen und den erstklassigen Bankenplatz. Ein weiteres Argumentl für den Standort Genf:“ die „vorteilhafte Besteuerung“ in Verbindung mit Möglichkeiten zur „Steueroptimierung“…


Also ich habe einmal gelernt,

Dass in erster Linie die Wirtschaftskraft den Wert einer Währung bestimmt.

Natürlich gibt es auch noch andere Einflüsse wie man gesehen hat. Der Franken wurde stärker nachdem man jeden Euro totgeredet hat und Leute in den Franken flüchteten..

Die Schweizer Wirtschaft leidet darunter weil die Exporte nachlassen und gerade die Schweiz viel in den Euroraum.

Warum sollte der Franken noch stärker steigen wenn sich der Euro erholt. Wobei ich trotzdem der Ansicht bin dass in der Eurozone viele Länder sind die das nicht verdienen. Wirtschaftskraftmäsig gesehen

Hallo Brauner -

FREU ..

Geld verloren

Der gute Curti und seine Bank haben sich wohl in den letzten Wochen ein wenig verspekuliert und gegen einen schwächeren CHF gesetzt....

Und jetzt will er mit seinen Äußerungen den Markt beeinflussen. Warum sonst gerade jetzt, wo der Franken schwächer wird, diese Aussage...

Also doch nicht der Eruro

ist die härteste Währung aller Zeiten.

Dies wurde uns so zumindest kommuniziert.

Re: die härteste Währung aller Zeiten

Dazu zählte viele Jahre die DEM, und an diese gekoppelt der ATS. Der EUR wird bzw. hat sich zwangsweise an die durchschnittliche Wirtschaftsleistung des EURO-Raumes angepaßt. Und ist damit weicher geworden.

Zu den "härtesten" Währungen der Welt wäre heute wohl eher der chinesische Yuan zu zählen, welcher nur durch das chinesische Politbüro künstlich weich gemacht wird (USD-Bindung). Aber darüber sollten wir uns freuen, denn das verschaft uns geringere Preise (Kosten) für Importartikel aus China. Und das sind gar nicht so wenige.

Der kleine "fade Beigeschmack" ist halt jener, dass unsere Kaufkraft nunmehr weniger von eigenen Leistungen abhängt, sondern mehr von Entscheidungen im fernen Asien.

Wien hat einen Buchverlust von 300 Mio.?

Geh bitte, einmal kurz nachrechnen (so 6-8-Wochen) und schon wird ein Gewinn von 100 Mio. daraus.

Das glaub ich eher nicht !

Denn der Franken wird zunehmend unattraktiver für diverse Schwarzgeldanleger- speziell für US- Bürger. Es gibt einschneidende Erfolge der US- Steuerbehörden,die jüngst einige Schweizer Banken in gehörige Troubles gebracht haben- wieso also soll bitte der Franken noch härter werden,wenn derzeit eher Geld abgezogen wird? Das ist reine Fantasie- im Gegenteil- auch die schweizer Wirtschaft kocht nur mit Wasser und hat demnach genauso ihre Krisen und Ausfälle- in einem sich stabilisierenden Euro- Umfeld sehe ich eher Abwertungstendenzen !

Re: in einem sich stabilisierenden Euro- Umfeld sehe ich eher Abwertungstendenzen

EURO gegenüber USD im "Allzeithoch" bedeutet derzeit leider nur, dass der USD schneller fällt als der EUR. Und wenn Sie tatsächlich das Märchen glauben, die Wirtschaft der Schweiz lebe allein von Schwarzgeldkonten, glauben Sie es weiter. Gemeinsam mit dem EURO-USD-"Allzeithoch" kann man damit das schöne Märchen erfinden, dass die EURO-Zone nunmehr aus dem Schneider ist.

PS: Da es viele sogar glauben werden, wird das sogar ein wenig positiv stimulierende Wirkung auf die Wirtschaft haben.

Wusste nicht, dass die Presse

einen Channeling-Partner hat. Aber ist der auch an letzten Stand der Dinge?
Oder ist er ehere irdischer Natur und zahlt gut?

Wünsche

Man muss fast annehmen, dass viel Poster wünsche haben, in die eine oder andere Richtung, und sich dann die Gründe "dazubasteln".

Lustige Vorgehensweise!

die schweiz gehört längst vor ein internationales gericht

wenn die das ganze gestohlene geld zurückgeben müssen sind sie pleite

Re: die schweiz gehört längst vor ein internationales gericht

und die SPÖ geschlossen mit ihren Schweizer "Stiftungen" im Landesgericht in der Vollzugsanstalt

Die reale Aufwertung ds Frankens wird eher abnehmen

Derzeit geht der Kurs des Schweizer Frankens eher gegen 1.25 Fr/EUR. Gründe dafür sind vermutlich die Negativzinsen auf Guthaben in Franken, die das ausländische Kapital "vertreiben". Auch das Anziehen der Steuerschraube durch verschiedene Abkommen mit anderen Staaten dürfte in diese Richtung wirken.

Ich denke , dass die Schweizer Nationalbank die günstige Gelegenheit benutzen wird, vorsichtig Euro abzustossen. Sie hat diese zum grossen Teil für 1.20 Fr/Euro eingekauft und macht nun bei der Veräusserung sogar Gewinn.

Der faire Wechselkurs wird mit 1.32 Fr. geschätzt. Dank der Teuerungsdifferenz von mindestens 3% zum Euroraum und zur USA, sinkt der faire Wechselkurs entsprechend um ebenfalls etwa 3% pro Jahr. Ende 2013 dürfte dieser bei etwa 1.28 Fr/Euro liegen. Hinzu kommt, dass ich starke Zweifel an der Teuerungsberechnung im Euroraum habe. Vermutlich ist die Teuerung wesentlich höher als amtlich ausgewiesen. Und das würde den fairen Wechselkurs de facto unter 1.28 Fr./Euro drücken.

Alles in allem habe ich im Moment keine Angst, dass der Schweizer Franken real weiter aufwertet. Ich erwarte eher das Gegenteil.

Re: Die reale Aufwertung ds Frankens wird eher abnehmen

Sorry, aber das ist ein Topfen. Die SNB nimmt extrem viel Geld in die Hand um den Kurs bei 1,20 zu stoppen, da werden sie nicht einen Cent gegen die Abwertung investieren. Was soll denn bitte eine Notenbank mit einem "Gewinn"? Die SNB ist eine Notenbank die selbst die Geldschöpfung steuern kann, die hat nichts von einem "Gewinn". Und es gibt keine Negativzinsen in der Schweiz, noch nicht. Der Libor ist leicht über Null. Weiters treffen Steuern und Steuerabkommen nicht den Besitzer von Devisen, weil Geldvermögen in der Schweiz doch nicht besteuert wird.
Und mit der Inflation des Euro wertet der Franken weiter auf, ebenso mit dem Aufwerten des Euro gegen Dollar und Yen. Das ist auch der Grund warum jetzt kurz mal die 1,20 verlassen wurden. Sonst hat sich substantiell an der Situation nichts geändert und alle Zeichen stehen auf Aufwertung. Das kann auch so weit führen, dass die SNB die 1,20 nur mit Frankenverkäufen nicht mehr halten kann, weil sie dann starke Inflationstendenzen riskiert, wenn die Geldmenge zu stark steigt. Dann würden Kapitalverkehrskontrollen das letzte Mittel darstellen und dann sollte man tunlichst keinen Frankenkredit haben.

Re: Re: Die reale Aufwertung ds Frankens wird eher abnehmen

Da will einer nur Dumme für seine Frankenkreditabsicherungsgeschäfte finden !!!

Re: Re: Die reale Aufwertung ds Frankens wird eher abnehmen

die notenbank der schweiz schüttet gewinne anteilig an den bund und die kantone aus. gewinne enstehen aus währungs und veranlagungsgeschäften.

Das Eidg. Finanzdepartement und die Nationalbank vereinbaren für einen bestimmten Zeitraum die Höhe der jährlichen Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone mit dem Ziel, diese mittelfristig zu verstetigen. Die zurzeit geltende Vereinbarung über die Gewinnausschüttung der SNB von 2011 sieht für die Geschäftsjahre 2011 bis 2015 eine jährliche Ausschüttung von 1 Mrd. Franken an Bund und Kantone vor, wenn die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung nicht negativ wird.

Re: Re: Die reale Aufwertung ds Frankens wird eher abnehmen

Der Eurokurs steht derzeit bei etwa 1.25 Franken. Wenn die SNB Euro für 1.20 Franken gekauft hat und diesen nun für1.25 Franken abgibt, so bekommt sich also 0.05 Franken pro Euro mehr zurück als sie aufgewendet hat. Das hat notabene mit Libor und dergleichen nichts zu tun.

Geld ist in diesem Sinne wie eine Ware. Steigt die Nachfrage über das Angebot, so steigt der Preis und umgekehrt. Wenn man den Frankenkurs also drücken will, so kann man dies entweder durch Vermehrung der Frankenmenge (Angebot) tun (das hat die SNB ja gemacht) oder man dämpft die Nachfrage oder beides. Dämpfung der Nachfrage wäre beispielsweise die Zwangskonvertierung in Euro und andere Währungen. Oder eben Massnahmen, die den Anleger aus dem Franken treiben, beispielsweise Negativzinsen und Zwangskonvertierungen. Erstere gab es bereits in den 80er-Jahren, als der Franken einen ähnlichen Höhenflug erlebte.

Wenn man den Kurs des Schweizer Frankens über eine längere Zeitdistanz betrachtet, so fällt seine stetige Aufwertung auf. Gemessen an der Teuerungsdifferenz zu den Haupthandelspartnern wäre der Franken real (!) um mindestens den Faktor 2 überbewertet. Wäre dies tatsächlich der Fall, wäre der Export längst vollständig zum Erliegen gekommen. Dass das nicht passiert ist, ist offensichtlich. Nur: warum ist das entgegen aller volkswirtschaftlichen Theorie möglich?

Zumal die Wirtschaft der Schweiz im Schnitt mit den 1,20 Franken pro Euro „einigermaßen leben“ könne.

"einigermaßen" gilt für die gesamte schweiz.
für einzelne sektoren allerdings geht dieser wechselkurs an die grenze des machbaren.
zb. hat der tourismus im letzten jahr einen einbruch von 10% erleben müssen. da speziell dieser sektor in höchstmaß fremdfinanziert ist, bedeutet das für manchen wirt, hotelier, souvenir-verkäufer usw das aus.

„Der Schweizer Franken wird eher härter“?

8'014'000 Eidgenossen treiben 502,5 Mio. Konformisten hinter sich her!

 
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