Österreicher bei Fonds konservativ

Hierzulande hatte die Branche im ersten Quartal mit Abflüssen zu kämpfen.

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US-Notenbank – (c) EPA (Matthew Cavanaugh)

Wien. Das schwächere chinesische Wirtschaftswachstum, der Ölpreisverfall und Unsicherheiten über die Geldpolitik der US-Notenbank haben Spuren in der heimischen Fondsbranche hinterlassen. Diese blickt auf einen nicht gerade berauschenden Jahresstart zurück.

In den ersten drei Monaten 2016 zogen Kunden Gelder im Ausmaß von 1,54 Mrd. Euro ab. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 885 Mio. Euro, entfiel auf Abflüsse durch Private. Das geht aus gestern veröffentlichten Zahlen der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) hervor. Am heutigen Dienstag begeht die Branche den Weltfondstag.

Trotz des schwachen Jahresauftakts ist VÖIG-Präsident Heinz Bednar zuversichtlich, dass sich die Lage in den kommenden Monaten verbessern werde. Der Druck auf Investoren, Veranlagungsziele zu erreichen, nehme infolge der Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu. Davon könnten die Fondsanbieter profitieren.

 

Gemischte Fonds beliebt

Das abgelaufene Jahr war für die weltweite Fondsbranche durchaus erfreulich. Das globale Fondsvolumen (inklusive Dachfonds) verbesserte sich von 33 auf 36,9 Billionen Euro – ein neuer Rekord. In Europa stieg das Volumen von 11,3 auf 12,6 Billionen Euro an. Auch Österreich schloss sich dem globalen Wachstumstrend, wenn auch nicht in diesem Ausmaß an. Das Plus lag hierzulande bei 3,1 Prozent auf 162,7 Mrd. Euro.

Unter dem Strich flossen den Gesellschaften 2015 hierzulande rund fünf Mrd. Euro an Kundengeldern zu. Während Aktienfonds mit einem Anteil von 40,1 Prozent weltweit am beliebtesten sind, gingen die Österreicher lieber auf Nummer sicher. Der Anteil der Aktienfonds lag zuletzt bei rund 14 Prozent. Im Jahr der Finanzkrise (2008) hatte man mit rund 9,2 Prozent allerdings schon schlechtere Werte gesehen.

Mit knapp 44 Prozent sind Anleihenfonds hierzulande am beliebtesten. Auch gemischte Fonds (aus Anleihen und Aktien) erfreuen sich mit einem Anteil von rund 42 Prozent einer hohen Nachfrage. Letztere konnten im vergangenen Jahr denn auch die höchsten Zuflüsse verbuchen. (nst)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2016)

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