Ansparen kann man auch mit Fonds

Wer regelmäßig in einen Aktienfonds investiert, kann auf lange Sicht schöne Renditen erzielen. Anleger sollten aber auf die langfristige Performance der Produkte achten – und auch auf deren Kosten.

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(c) APA/AFP/DANIEL ROLAND

Wien. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das Sprichwort mag stimmen, doch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken macht es den Bürgern nicht gerade leicht, Geld auf die hohe Kante zu legen. Glücklicherweise gibt es abseits des Sparbuchs auch noch andere Möglichkeiten, sein Geld monatlich zu veranlagen. Neben klassischen Versicherungsprodukten kommen dafür beispielsweise Fondssparpläne infrage.

Was das ist? Bei einem Fondssparplan zahlt man regelmäßig einen bestimmten Betrag in einen Investmentfonds (eine Mischung aus zahlreichen Anlageklassen) seiner Wahl ein. Ein Vorteil dieser Produkte, die man über Online-Broker oder seine Hausbank beziehen kann, ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Kauft ein Fonds beispielsweise stets am 15. eines jeden Monats zu, so geschieht dies einmal zu einem höheren Kurs und einmal zu einem tieferen – je nach Marktlage. Am Ende des Tages bekommt man einen (hoffentlich) guten Durchschnittskurs zusammen. Bei Einzelinvestments gilt es nämlich als relativ unwahrscheinlich, stets den besten Kauf- und Verkaufszeitpunkt zu erwischen.

Freilich gibt es unterschiedliche Fonds. Etwa solche, die nur aus Anleihen bestehen, nur aus Aktien oder solche, die gemischt veranlagen (siehe Seite 9). Wer einen passenden Fonds gefunden hat, muss nur noch herausfinden, ob das Produkt auch sparplanfähig ist.

 

Hohe historische Renditen

Während man bei Anleihenfonds derzeit kaum mit Renditen rechnen kann, sehe die Sache bei Aktienfonds etwas anders aus, sagt Christian Fegg von der Schoellerbank. Wer beispielsweise 100 Dollar im Jahr 1926 investierte und das Geld für sich arbeiten ließ, hätte daraus bis Ende 2015 ein Vermögen von rund 460.000 machen können, so Fegg.

Auch im Frankfurter Leitindex DAX konnten Anleger gutes Geld verdienen. Von 1988 bis heute lag die jährliche Rendite bei 9,1 Prozent. Hinzu kommt, dass „die Menschen den Zinseszinseffekt unterschätzen“, so Fegg. Dass es derart hohe Gewinne auch in Zukunft geben wird, bezweifelt der Fondsmanager allerdings. „Die Renditen werden sich in dieser Größenordnung wahrscheinlich nicht wiederholen lassen.“ Für die westlichen Aktienmärkte geht er künftig von einer jährlichen Rendite zwischen vier und sechs Prozent aus. Mischt man überwiegend Aktien aus Asien bei, sollten sich jedoch um die sechs bis neun Prozent erzielen lassen.

 

Kosten schmälern Rendite

An dieser Entwicklung in Form von Fonds zu partizipieren, hat für Fegg also durchaus Sinn. Je früher man mit dem Ansparen beginnt, desto höher sind die Chancen, bis zur Pension einen ordentlichen Betrag veranlagt zu haben. Wer 45 Jahre lang monatlich 200 Euro investiert, kann bei einer unterstellten Nettorendite von sieben Prozent und zwei Prozent Inflation kaufkraftbereinigt 400.000 verdienen. Spesen und Gebühren, die Anleger ebenfalls zu berappen haben, sind hier allerdings nicht inkludiert.

Zwar gibt es laufend Aktionen von Banken, bei denen sich Kunden beispielsweise den Ausgabeaufschlag (eine Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen anfällt) ersparen können, doch im Prinzip knabbern Spesen wie diese an der Rendite. „Nicht die gute Performance der Vergangenheit, sondern nur niedrige laufende Kosten lassen mit einiger Gewissheit eine gute Wertentwicklung in der Zukunft erwarten“, schreibt Michael Ritzau in seinem Buch „Die große Fondslüge“. Bei aktiv gemanagten Fonds fallen diese Gebühren weit höher aus als etwa bei börsenotierten Indexprodukten, wie ETFs.

Zwar nagen die Kosten an den Fondserträgen, dafür haben Fonds im Gegensatz zu Aktien einen steuerlichen Vorteil. Während bei Aktien der Verlustausgleich innerhalb eines Jahres erfolgen muss, dürfen Fonds Verluste für eine spätere Gegenverrechnung mitnehmen – wovon die Fondsinhaber profitieren. Da die Zahl der Produkte aber unübersichtlich ist, bleibt Anlegern die Durchsicht der Produkte nicht erspart. Fegg rät Investoren jedenfalls dazu, sich nicht nur die kurzfristigen Renditen, die ein Fonds erzielt, anzusehen. Entscheidend sei vielmehr die langfristige Performance der Produkte. Einen Fonds sollte man nämlich nicht alle drei oder vier Jahre verkaufen, sondern zumindest zehn bis 20 Jahre lang halten. Das senkt die Kosten für den Anleger und erhöht seine Rendite.

Tipps

Was Sie beachten sollten bei . . . Fondssparplänen


Fondssparpläne können eine gute Alternative zu klassischen Sparprodukten darstellen. Langfristig können Anleger damit ordentliche Renditen erzielen.

 

Tipp 1

Durchschnittskurs. Fondssparpläne haben den Vorteil, dass regelmäßig ein bestimmter Betrag etwa in den Aktienmarkt investiert wird. Die Zukäufe erfolgen je nach Marktage zu hohen oder tiefen Kursen. Langfristig erhält man so im Idealfall einen guten Durchschnittskurs. Bei Einzelinvestments ist es schwierig, den besten Kauf-und Verkaufszeitpunkt zu treffen.

 

Tipp 2

Kosten. Die Kosten von Fonds sind nicht zu unterschätzen. Bei jedem Kauf von Fondsanteilen wird ein Ausgabeaufschlag verrechnet. Häufig rabattieren Banken im Rahmen von Aktionen diese Gebühren. Doch davon sollte man sich nicht blenden lassen, sofern die geringeren Spesen nicht für die gesamte Laufzeit des Sparplans gelten.

 

Tipp 3

Laufzeit. In Fonds zu investieren, hat in der Regel nur dann Sinn, wenn man ein langfristiges Investment plant. Die Produkte in kurzen Abständen zu kaufen und zu verkaufen bringt dem Anleger nichts, der Finanzbranche hingegen schon. Anleger sollten vor ihrem Kauf auch die langfristige Performance der Produkte unter die Lupe nehmen.

 

Tipp 4

Aktive Fonds. Die Meinungen über aktive Fondsmanager sind gemischt – je nachdem, wen man fragt. Oft wird den Experten vorgeworfen, ihren Vergleichsindex nicht zu schlagen. Somit sind ihre Ergebnisse nicht besser als die des Markts. Für Anleger ist das deswegen bitter, weil sie die Fondsmanager für ihre Expertise und ihr Können bezahlen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2016)

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