Wienerberger leidet weiter an schwacher Baukonjunktur

13.11.2012 | 09:04 |   (DiePresse.com)

In den großen Märkten war ein Rückgang der Ziegelnachfrage vorherrschend. Umsatz und operatives Ergebnis sind wegen des Zukaufs von Pipelife höher.

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Die Wienerberger AG hat im dritten Quartal weiter an der schlechten Immobilienkonjunktur in Europa gelitten, wegen eines großen Zukaufs aber ein deutlich höheres Geschäftsvolumen erzielt. Der Umsatz stieg im dritten Vierteljahr um 43 Prozent auf 755 Millionen Euro, das Ergebnis vor Abschreibungen (operatives EBITDA) stieg um 25 Prozent auf 101 Millionen Euro, teilte das börsenotierte Unternehmen mit.

Die Wienerberger hat im dritten Quartal zwar einen massiv höheren Umsatz und ein deutlich besseres EBITDA erzielt, der Gewinn nach Steuern ist trotz der Komplettübernahme der Pipelife aber zurückgegangen. Er erreichte 22,4 Millionen nach 27,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal, geht aus dem im Internet veröffentlichten Quartalsbericht hervor. Wesentlichen Anteil daran hatte ein deutlich verschlechtertes Finanzergebnis, das von plus 1,8 auf minus 14,8 Millionen Euro in die roten Zahlen drehte.
Die Wienerberger hatte Anfang des Jahres die zweite Hälfte des Rohr-Joint-Ventures Pipelife erworben, das im dritten Vierteljahr zum ersten Mal voll konsolidiert wurde.

"In ihrem traditionellem Kerngeschäft - Ziegel - bläst Wienerberger derzeit von den Märkten starker Gegenwind entgegen", schreibt das Unternehmen. Rund 90 Prozent des Umsatzes würden in Europa erwirtschaftet, wo der für Ziegel wichtige Wohnungsneubau in nahezu allen Ländern rückläufig sei. "In einigen Märkten wird die Anzahl von errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern in diesem Jahr sogar deutlich unter dem Niveau des Krisenjahrs 2009 liegen." Deutliche Rückgänge bei Ziegeln habe es jedenfalls in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Polen und Tschechien gegeben.

Scheuch erwartet etwa Vorjahresergebnis

Durch die Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Pipelife hätten die Rückgänge im Ziegelgeschäft aber mehr als ausgeglichen werden können, erklärte Vorstandschef Heimo Scheuch. Mit einem Umsatz von 800 Millionen mache die Pipelife die Wienerberger Gruppe vom Ziegelproduzenten zum Baustoffkonzern. Die Wienerberger- Nettoverschuldung erhöhte sich insbesondere durch die Übernahme von Pipelife auf 749 Millionen Euro.

Scheuch erwartet auch für das Gesamtjahr, dass Umsatz- und Ergebnisrückgänge bei den Ziegeln in Europa von der Pipelife sowie durch "die positive Entwicklung in Nordamerika kompensiert werden können". Das operative EBITDA solle 2012 ungefähr auf Vorjahresniveau bleiben. In Nordamerika verbuchte die Wienerberger im bisherigen Jahresverlauf eine 40-prozentige Umsatzsteigerung und ein positives EBITDA (sechs Millionen Euro). Aus den derzeit geplanten gerade umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen werden Einsparungen von rund 40 Millionen Euro bis Ende 2013 erwartet, 13 Millionen davon bereits 2012.

Kein Ausblick für 2013

Für das Gesamtjahr 2012 seien zahlungswirksame Einmalkosten von rund 14 Mio. Euro sowie Sonderabschreibungen von rund 15 Mio. Euro veranschlagt. "Abhängig von der weiteren konjunkturellen Entwicklung behält sich Wienerberger die Umsetzung von zusätzlichen Optimierungsschritten vor."

Wegen der "geringen Visibilität" gab Scheuch keinen Ausblick für das nächste Jahr. Die Stärke des Wienerberger-Geschäftsmodells liege "in der Generierung von hohen Cashflows auch in einem schwierigen Marktumfeld". Im Falle eines zukünftigen Aufschwungs werde man von starkem Wachstum im Wohnbau profitieren können. Derzeit ist für ihn aber noch keine Besserung absehbar.

 

(APA)

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