Bodybuilder: "Ich esse jede Woche Fleisch um 150 Euro"

20.06.2013 | 17:53 |  von Matthias Auer (Die Presse)

Wolfgang Schober ist Österreichs erfolgreichster Bodybuilding-Veteran ohne Hollywoodkarriere. Ein Gespräch über die brotlose Leidenschaft der österreichischen Muskelmänner.

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Die Presse: Sie sind einer der erfolgreichsten Bodybuilder Österreichs. Wie viel ist Ihr Bizeps wert?

Wolfgang Schober: 41 Jahre Training. In Geld umgerechnet wahrscheinlich null, weil mit Bodybuilding in Österreich kein Geld zu verdienen ist.

Andersrum gefragt: Wie viel mussten Sie in Ihren Körper investieren? Etwa für den Muskelaufbau?

Sagen wir so: Es war mir sehr viel wert. In der Woche gebe ich 150 Euro für Hühnerfleisch, Fisch und Putenfleisch aus.

Nur für Sie?

Nur für mich. Ich würde ein Drittel davon ausgeben, wenn ich keinen Wettkampf hätte. Aber essen müsste ich in jedem Fall.

Verdienen Sie mit Ihrem Körper Geld?

In Österreich sind die Möglichkeiten, mit Bodybuilding Geld zu verdienen, gering. Es war aber auch nie mein Anliegen, weil ich einen guten Job habe. Wenn es sich ergibt, werde ich nicht nein sagen.

 

Wie sehr hat Sie die Karriere von Arnold Schwarzenegger beeinflusst? War er ein Vorbild für Sie?

Als ich zwölf war, habe ich im Fernsehen einen jungen Österreicher gesehen, der die US-Bodybuilding-Szene aufmischt. Mir war klar: Das will ich machen. Seine Karriere konnte damals niemand ahnen. Mich hat sein Körper angesprochen. Also habe ich begonnen, Liegestütze und Klappmesser zu machen und zu laufen. Für die Leute war das eine Sensation. Sie haben mir nachgerufen: „Schober, du Trottel!“ Man war damals nur auf dem Fußballplatz oder bei der Feuerwehr.

 

Ist eine Karriere, wie sie Schwarzenegger hingelegt hat, für einen Bodybuilder heute noch möglich?

Arnold Schwarzenegger hat eine einzigartige Karriere gemacht. Zu den Arnold Classics, seinen Wettkämpfen, kommen 175.000 Besucher. Überall, wo er auftaucht, sind tausende Menschen um ihn herum. Der Mann ist ein absoluter Weltstar. Nur die Österreicher begreifen es nicht.

 

Welche Wege stehen einem Bodybuilder heute denn offen, um Geld zu verdienen? Werbeverträge, eine Filmkarriere, ein Fitnesscenter?

Na ja, die goldene Ära der Fitnesscenter war in den Achtzigerjahren. Dieser Hype flaut ein wenig ab. Eine Filmkarriere ist sicher machbar. Dafür muss man natürlich weg aus Österreich. In Deutschland gibt es für Bodybuilder auch Werbeprofi-Verträge. Die Nahrungsmittelergänzungs-Industrie ist dort wirklich groß. In den USA sogar überdimensional. Nur in Österreich gibt es das nicht.

Warum ist das so?

Österreich ist, was manche Sportarten angeht, sehr rückständig.

Ist das der Grund dafür, dass in diesem Bereich kein Österreicher einen Werbevertrag hat?

Ich hatte früher schon einen Werbevertrag. Auch aufgrund meiner Erfolge. Ich war Weltmeister 2011 in der Klasse über 50 Jahre, eben erst habe ich die Arnold Classics in Nordamerika gewonnen. Ich bin der erste Österreicher seit Arnold Schwarzenegger, der einen großen Wettkampf in den USA gewinnt.

Und Preisgeld gibt es dafür nicht?

In unserem Verband (IFBB) sind wir reine Amateure. Wir sind auch der einzige Verband, bei dem Dopingtests durchgeführt werden. Wenn man gewinnt, gibt es einen Pokal und einen warmen Händedruck. Das wars.

Geld verdienen kann man also nur über Werbung. Wie sehen diese Verträge aus?

Ich konnte damals Nahrungsergänzungsmittel bestellen und das war es. Für mich ist das besser, als zusätzlich Geld zu verdienen, sonst müsste ich das erst wieder steuertechnisch lösen. Als Brigadier beim österreichischen Bundesheer bin ich schon in der höchsten Steuerklasse.

 

Wie viel Ihrer Dienstzeit verbringen Sie in der Kraftkammer?

Ich muss laut meinem Dienstvertrag eine Stunde am Tag Sport machen. Die nutze ich in der Kraftkammer. Und am Abend kommt eine Einheit dazu.

Das klingt gar nicht so intensiv.

Sie können sich nicht vorstellen, wie hart eine Stunde sein kann.

Was hat sich aus Ihrer Sicht seit der Blüte der Bodybuilding-Szene in den Achtzigern bis heute verändert?

Die Leute wollen heute zu schnell alles erreichen.

Dafür greifen viele auch zu illegalen Präparaten. Sportler investieren angeblich tausende Euro, nur um schmerzfrei trainieren zu können.

Da machen sie aber wirklich etwas falsch.

 

Kaufen sie die Präparate zu teuer ein?

Erstens ist es eine Illusion, zu glauben, dass es einen Zaubertrank gibt. Auch wenn ich etwas einwerfe, kann ich nicht in wenigen Monaten aufholen, was ich über Jahre hinweg verpasst habe. Und zum Preis müssen Sie wohl einen Dealer fragen. Ich kenne nur illusorische Zahlen, die in die zigtausenden Euro gehen. Das große Geschäft wird nicht mit Profis, sondern mit den Hobbysportlern gemacht. Das hat sich stark geändert seit früher.

 

Haben Sie je gedopt?

Ich wurde zehnmal kontrolliert und war immer negativ. Können Sie beweisen, dass Sie immer „clean“ waren?

Die Frage ist, ob ich das muss. So wie Sie antworten, muss ich aber davon ausgehen, dass Sie gedopt haben.

Dann sage ich klipp und klar: Nein. Aber Sie unterschätzen Dopingkontrollen. Wenn Sie wirklich viel Kaffee trinken und getestet werden, sind Sie schon gedopt.

Finden Sie Bodybuilder-Frauen eigentlich attraktiv?

Wir unterscheiden bei uns verschiedene Klassen: Bei Bikini-Fitness sind wir sicher die Sportart mit den schönsten Frauen. Echte Bodybuilding-Frauen sind komplett austrainiert. Da schätze ich die sportliche Leistung. Damit hat es sich aber auch schon.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2013)

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150 Kommentare
 
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150€ gut investiert


auf jeden fall ist es besser 150€ in fleisch zu investieren als in dopingmittel

oder man isst ausgewogen und gibt den Restbetrag zB der Caritas?


Re: oder man isst ausgewogen und gibt den Restbetrag zB der Caritas?

die von ihnen propagierte "ausgewogene ernährung" ist ein marketing-gag der agrarindustrie, werbeindustrie und lebensmittelindustrie.

es ist eine lüge und macht sie krank (z.b. diabetes, bluthochdruck durch konsum von zuckerarten/stärke/getreide/kartoffel uvm...). das zeug führt mit den jahren zu den gesellschaftskrankheiten.

aber dass wollen sie sicher nicht lesen - wenn doch dann lesen sie bitte meine weiteren kommentare.

Re: oder man isst ausgewogen und gibt den Restbetrag zB der Caritas?

Nein nicht der Caritas, gibt bessere, nehmens Rotes Kreuz, SMD, ...

trotzdem war mein erster Gedanke: ...der frist um €150 die Woche für seine Optik und in Afrika...


Re: trotzdem war mein erster Gedanke: ...der frist um €150 die Woche für seine Optik und in Afrika...

....und wenn er nicht frisst was ist dann in afrika?

genau nix!

aso?

Und wie wärs mit ner Spende für die Caritas->Afrika, statt Fleisch in obszönen Mengen in sich rein fressen, der Optik(!) wegen, damit sein Body abnormal aufgeblasen ausschaut?

http://www.bmlv.gv.at/sport/galerie/vollbild/schober_wolfgang.jpg


Re: aso?

pöbeln sie auch alle bladen an, damit sie der caritas was spenden`?

Re: aso?

melden sie ihren privaten pc ab und spenden sie.

was hält sie davon ab?

hahahha, wie geistreich Sie doch sind!


Der Hai

der den Bodybuilder beim Schwimmen erwischte aß 2 Augen, 1 Nase, ein paar Knochen und 90 kg verseuchtes Fleisch.

Re: Der Hai

Oh, der Herr ist schon tot? Badeunfall mit einem Hai? Was Sie alles wissen!

so wie er aussieht

ist es unmöglich ohne "hilfsmittel" auszusehen! eine gewisse stufe an muskelaufbau geht mit hartem training und guter veranlagung. der rest ist "test, wochser, ghb" etc.

"Ich esse jede Woche Fleisch um 150€"

Gratulation... Sie leben sehr ökologisch.

Re: "Ich esse jede Woche Fleisch um 150€"

wahrscheinlich fliegt er auch jede Woche wohin und fährt einen Dogde RAM, einen völlig sinnlosen Spritsauger. Solche Menschen retten die Welt...

Re: Re: "Ich esse jede Woche Fleisch um 150€"

Klassischer Fall eines Neid-Bösis....

"Des brauchst ned, und des a ned, weil i des a ned hob"

Re: Re: "Ich esse jede Woche Fleisch um 150€"

Als Bodybuilder braucht man eben Proteine!!!

falsche rubrik

gibts unter mein geld nichts bedeutsameres zu berichten als diese geschichte. ein pragmatisierter bhler ist bodybuilder - schön - ist viel fleisch - von mir aus - und verdient nicht viel mit seinem hobby. beruflich ist er wohl nicht sehr ausgelastet. soll man das als ideal für die lebensgestaltung erkennen. eine gut bezahlte unkündbare hacke mit schöner pension suchen aber hauptsächlich fürs hobby leben. hat eine gewisse weisheit

Re: falsche rubrik

schlecht is sicher nicht :D

bikini Fitness

echt Hammer , die Hasen dort

Re: bikini Fitness

Was ist "bikini", ich kenne dieses Adjektiv nicht. Heißt das eher gute Fitness oder eher schlechte Fitness?

Angesichts seines "Vorbildes" ...

doch ein armer, viel fleischfressender Charakter!

gratuliere


do you even lift ?

der fitnesshype der unter den jungen leuten grassiert ist leider das schlimmste was in letzter zeit aufgekommen ist. Viele junge Männer und Frauen die glauben in wenigen Wochen und Monaten kann man durch "eat clean - train hard" den perfekten Body erreichen. In 75% schauts leider so aus das sie sich aushungern, falsch trainieren (squats, deadlift etc. muss gelernt sein) und pumpen sich mit proteinpulvern und hilfsmittelchen auf und nach 2 Monaten bekommen sie dann den Throwdown weil der Körper das harte Training bei gleichzeitiger Diät nicht vertragt, nochdazu von absolut untrainiert zu 6x die woche Training ...

leider fehlt den meisten der gesunde weitblick in hinblick auf ernährung und trainingsmethoden und der blick auf die tatsache das man für den perfekten strandbody länger als 2 monate trainieren muss.

Re: do you even lift ?

märchenstund?

75 % wissen nicht wie es läuft?

wo trainieren sie? in der einschicht?

Re: Re: do you even lift ?

ja gehens mal in ein fitinn wo die kundschaft 16-20 Jahre alt ist. Discopumper die nur Brust und Bizeps auftrainieren und dann einen Buckel wie Quasimodo haben bis zu jungen Frauen die beim Training zusammenbrechen weil sie am Tag 1000 kcal zu sich nehmen und trainieren gehen. Die meisten haben keinen Trainingsplan und trainieren unkoordiniert irgendwas, am besten gleich volles Gewicht ohne aufwärmen aber mit 68kg auf 185cm 5 proteinshakes am Tag, Kreatin, Workoutbooster und Testopräperate einwerfen weil sie denken da wachsen die Muskeln von alleine ... so sieht oft die Wahrheit aus, den größten Umsatz macht die Anabolikabranche mit Hobbysportlern und nicht mit Profibodybuildern das ist leider Fakt.

 
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