Schutz: Besser sicher verwahrt, als gespart

Wer nicht die Möglichkeit hat, seine Wertsachen in den eigenen vier Wänden sicher aufzubewahren, kann auf entsprechende Möglichkeiten in einer Bank zurückgreifen.

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(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka)

Wien. Opfer eines Einbruchs zu werden, kann theoretisch jedem einmal passieren. Wenngleich die Zahl der eingegangenen Anzeigen im Vorjahr österreichweit leicht auf rund 15.600 zurückgegangen ist. Den Umfang des Schadens kann man jedoch selbst minimieren.

Wer seine Wertsachen nicht in den eigenen vier Wänden verwahren will, hat die Möglichkeit, diese der Bank seiner Wahl anzuvertrauen. Bargeld, Schmuck, aber auch Gold oder Sparbücher, sowie Versicherungsverträge können in Safes aufbewahrt werden.

Darüber hinaus gibt es aber auch Sparbuch-Schließfächer. In diesen ist allerdings nur die Unterbringung von Sparbüchern der eigenen Bank vorgesehen. Weil der Zugang zum Sparbuch ohnehin durch ein Losungswort bzw. eine Unterschrift gesichert sei, sind die Schließfächer auch nicht versichert, heißt es seitens der Erste Bank. Kunden können in ihrem Sparbuch-Schließfach zwar horten, was sie wollen – auch weil die Bank das nicht kontrollieren kann – wird aber eingebrochen, hat der Kunde den Schaden.

Abseits von Sparbuch-Schließfächern gibt es noch den klassischen Banksafe: Je nach Kreditinstitut variieren nicht nur die Größen der Safes, sondern auch deren Versicherungssummen. Bei der Erste Bank kostet der kleinste Safe rund 58,5, der größte 671,9 Euro pro Jahr. Bei der Bank Austria ist das kleinste Fach für rund 64 Euro, das größte für 476,5 Euro zu haben. Bei Raiffeisen NÖ-Wien liegt die Bandbreite zwischen 60 und 767 Euro. In der Regel kommt noch eine Gebühr hinzu, die an das Finanzamt zu zahlen ist.

Bankkunden können sich während der Schalteröffnungszeiten Zutritt zu ihren Schließfächern verschaffen, freilich gibt es auch Safefächer, die rund um die Uhr geöffnet werden können. Diese sind dann meist auch teurer. Banksafes sind generell mit einer Grundversicherung ausgestattet. Das heißt, dass die Bank bis zu diesem Betrag für den Inhalt des Safes haftet. Bei der Erste Bank beträgt die Haftungssumme 4000 Euro, die Bank Austria haftet für Beträge bis zu 3633 Euro, Raiffeisen bis zu 3000 Euro.

 

Zusatzversicherung abschließen

Bankkunden können für ihre Safes in der Regel eine Zusatzversicherung abschließen, sofern sie mehr oder teurere Inhalte in ihrem Safe aufbewahren wollen. Bei der Erste Bank sind beispielsweise je 1000 Euro 0,28 Euro an Gebühren zu entrichten, bei der Bawag fallen pro 3700 Euro 2,50 (Basisdeckung) oder weitere sieben Euro (also 9,50 Euro pro Kalenderjahr) bei erweitertem Schutz (Beraubung, Abhandenkommen von Safeschlüsseln) an. Bei der Bawag sind Safeinhalte maximal bis zu einem Betrag von 222.000 Euro versichert, bei der Raiffeisen NÖ-Wien bis zu einer Mio. Euro.

Safes dürfen grundsätzlich nicht missbräuchlich verwendet werden. Das heißt, dass feuer- oder anderweitig gefährliche, wie geruchsverbreitende Dinge nicht in einem Safe untergebracht werden dürfen.

Nicht nur der Mieter eines Safes kann Zugang zu diesem haben, sondern auch eine zweite Person. In einem Vertrag wird vorher festgelegt, wer eine solche Berechtigung erhält.

Wird ein Schlüssel verloren, wird beispielsweise bei der Bawag der Safe in Anwesenheit des Safemieters geöffnet und das Schloss getauscht. Die Kosten dafür muss der Kunde übernehmen – sofern dies nicht durch eine Zusatzversicherung gedeckt ist. Wie hoch diese sind, hängt unter anderem von der Anlage ab, sagt die Bank.

 

Tipp 1

Aufstocken. Wer im Laufe der Zeit immer mehr und immer teurere Inhalte in seinem Banksafe aufbewahrt, sollte nicht darauf vergessen, eine entsprechende Zusatzversicherung abzuschließen. Im Schadensfall zahlt die Bank nur jenen Betrag, der bis zu diesem Zeitpunkt versichert wurde. Die Bank kennt den Inhalt eines Safes nicht.

Tipp 2

Spezielle Aufbewahrung. Die sogenannte Verwahrung wird beispielsweise bei der Bawag, allerdings nur in wenigen Filialen, angeboten. Hier können Gegenstände untergebracht werden, die zu groß für einen Safe sind. Sie werden verpackt und im Banktresor aufbewahrt. Bei der Bank Austria kann man beispielsweise auch EDV-Datenträger zur Verwahrung geben.

Tipp 3

Nachfragen. Wer an einem Sparbuchschließfach oder einem Safe interessiert ist, wendet sich am besten an seinen Bankberater. Zwar kann man auch die Safes einer Bank benutzen, deren Kunde man bis dato noch nicht war, andererseits werden eigene Kunden vorrangig behandelt. Nicht immer sind alle Safegrößen in einer Filiale vorhanden oder auch verfügbar.



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www.diepresse.com/meingeld

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2012)

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