"Fair Money": Spartipps vom eigenen Berater

21.11.2012 | 18:03 |  ALEXANDER WEBER (Die Presse)

1700 Euro weniger Kosten im Jahr: Das verspricht die Firma Fair Money einem durchschnittlichen Haushalt. Dazu durchforstet sie alle laufenden Verträge und schließt bessere ab.

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Wien. Handyvertrag, Internet, Stromrechnung, Kfz-Versicherung, Haushaltsversicherung: Die Liste an laufenden Verpflichtungen ist lang. Und sorgt für ein gepflegtes Papierchaos, wenn nicht akribisch darüber gewacht wird. Nicht nur das: Die meisten Menschen zahlen auch deutlich mehr, als nötig wäre. Davon ist zumindest Georg Greutter überzeugt. Er hat mit einem Partner das Unternehmen „Fair Money“ gegründet, das sich darauf spezialisiert, bei Privatpersonen und kleinen Unternehmen Ordnung in die monatlichen Kosten zu bringen – mit dem Ziel, diese spürbar zu reduzieren.

Einem Haushalt, der 1200 Euro im Monat an Fixkosten zahlt, verspricht Greutter eine Ersparnis von 700 Euro im Jahr. Wer 2100 Euro im Monat für Fixkosten ausgibt, soll im Schnitt 1700 Euro jährlich sparen. „Sieben bis 7,5 Prozent Ersparnis sind fast immer drin“, sagt Greutter im Gespräch mit der „Presse“. Etwas weniger sei es zum Beispiel bei alleinerziehenden Müttern, die ohnehin schon kostenbewusst leben. Bei einer mehrköpfigen Familie sei es aber selten, dass nicht mehr als 1000 Euro eingespart werden könnten.

Der Grund: „Viele machen schnell einen Vertrag, und der liegt dann jahrelang in irgendeiner Schublade. Nur selten wird überprüft, ob es nicht auch bessere Angebote gibt.“ Dafür hat er auch Verständnis. „Niemand hat Lust, am Feierabend noch seinen 15-stelligen Stromverbrauch in den Rechner von der E-Control einzutippen. Ein Drittel der Ersparnis sei bei der Energie zu holen, eines bei Telefon und Internet und ein weiteres Drittel bei Versicherungen.

 

Honorar statt Provision

Die Kosten liegen bei einmalig 210 Euro für eine „Inventur“, also eine Durchsicht und Analyse der Kosten. Wer will, kann sich daraufhin für 16,80 Euro im Monat weiter beraten lassen. Dabei werden Kunden zum Beispiel an Kündigungsfristen erinnert, die sonst oft verschlafen werden. Auch Neuabschlüsse werden auf Wunsch durchgeführt, bei denen Fair Money bessere Konditionen verspricht. Im Gegenzug zum Honorar verspricht Greutter, auf Provisionen von Produktanbietern zu verzichten. Diese sind sonst gängige Praxis, etwa bei der Versicherungsvermittlung. Kritiker sind der Ansicht, dadurch entstehe ein Interessenkonflikt zwischen Kunden und Vermittler.

Wer bei Fair Money Kunde wird, muss dort als Erstes seinen kompletten Papierkram abliefern – „egal, in welchem Zustand und in welcher Ordnung“. Darin sieht Walter Hager vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) einen Knackpunkt: Es sei „ein großer Vertrauensvorschuss nötig“, damit sich ein Kunde auf diese Weise offenbare. Auf den ersten Blick erscheine ihm das junge Unternehmen aber seriös.

 

Archiv bei der Online-Post

Der erste Schritt von Fair Money besteht darin, alle Dokumente zu ordnen und in einem neuen Ordner abzuheften. Bei der einmaligen Inventur werden Sparpotenziale aufgezeigt und konkrete Vorschläge für bessere Produkte gemacht. Entscheidet sich der Kunde für die Online-Betreuung, werden sämtliche Dokumente gescannt und online gestellt – und zwar bei der „Online Post“, dem Netzwerk der heimischen Post.

Diese Kooperation haben beide Unternehmen gerade bekannt gegeben. Der Vorteil: Alle Verträge seien an einem Fleck, noch dazu in einem sicheren Netzwerk, so Greutter. „So hat der Kunde seine ganze Vertragsverwaltung auch in einem Archiv gesichert“, sagt Mirjam Teicht, Geschäftsführerin der Online Post.

Richtige Erfahrungswerte für die Produkte fehlen noch, vergleichbare Unternehmen gab es in Österreich bislang nicht. „Wir müssen uns erst noch richtig beweisen“, räumt Greutter ein. Seinen Kunden gibt er deswegen auch eine Art Garantie: „Wenn wir es nicht schaffen, mindestens unsere Kosten hereinzuholen, verrechnen wir nichts.“

Was Sie beachten sollten bei... der Fixkostenberatung

Tipp 1

Fair Money. Fair Money ist das Unternehmen von Georg Greutter und einem Partner. Die beiden versprechen gegen ein Entgelt von einmalig 210 Euro plus einem monatlichen Fixum (ab 16,80) eine spürbare Reduktion der Fixkosten. Lohnen soll sich das ab monatlichen Verpflichtungen von rund 1500 Euro – gemeint ist alles außer Miete. Unternehmen zahlen – je nach Umsatzgröße – mehr.

Tipp 2

Online-Post. Wer Kunde bei Fair Money wird, muss dort all seine Verträge abliefern. Diese werden zunächst geordnet und auf Wunsch online gestellt. Das bringt den Vorteil, dass alles an einem Fleck ist und Veränderungen schnell ersichtlich werden. Die Sicherheit verspricht die Post: Deren Online-Netzwerk soll sicherer sein als E-Mail oder viele andere „Cloud“-Lösungen, bei denen Daten online gespeichert werden.

Tipp 3

Laufender Auftrag. Kunden können bei Fair Money entweder eine einzelne Inventur in Auftrag geben, mit der sie Tipps für Einsparungen bekommen. Oder sie können die Firma darüber hinaus beauftragen, die Kosten auch laufend zu überwachen. Dabei erinnert sie an Kündigungsfristen und schließt auf Wunsch auch neue Verträge ab. Dabei soll das Unternehmen auch bessere Konditionen bekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2012)

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4 Kommentare

lustig

5% erspaniss damit lehnt er sich nicht allzuweit aus dem fenster.....

ah ja, wow

natürlich will ich alle meine dokumente in der cloud der österr post wissen.

good luck mit DEM businessplan...

1 0

Re: ah ja, wow

Versicherungsmakler?

na servas

ein berater der was von 15 stelligem stromverbrauch eines privathaushalt daherschwafelt... soll doch beim awd anfangen. selbe kategorie.

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