DiePresse.com

DiePresse.com | Mein Geld | Verbraucher | Artikel DruckenArtikel drucken


Prepaid-Karten: Bezahlen mit Guthaben

20.12.2012 | 13:41 | von Nicole Stern (Die Presse)

Klassische Kreditkarten sind nicht für jeden etwas. Wer auf Einkäufe im Netz dennoch nicht verzichten will, kann auf Prepaid-Karten zurückgreifen.

Bargeld ist des Österreichers beliebtestes Zahlungsmittel. Und das seit Jahren. Doch nicht alles lässt sich mit Papiergeld kaufen, da für viele Transaktionen eine Kreditkarte vonnöten ist. Die Verwendung dieser hält sich hierzulande im Vergleich zu anderen Staaten aber in Grenzen. Nicht zuletzt, weil es gegenüber dem Geld aus Plastik Vorbehalte gibt, etwa, dass man zu wenig Kostenkontrolle habe. Wer auf Einkäufe im Internet dennoch nicht verzichten will, hat mehrere Möglichkeiten, Zahlungsvorgänge, die einer klassischen Kreditkarte bedürfen, zu umgehen. Das ist mit sogenannten Guthaben-, also Prepaid-Karten möglich.

Auch Kreditkartengesellschaften bieten solche Produkte an. Wer auf eine Prepaid-Kreditkarte zurückgreifen will, kann mit dieser, wie bei normalen Kreditkarten auch, weltweit an abertausenden Akzeptanzstellen oder im Internet bezahlen. Der große Unterschied: Zum einen sind Prepaid-Karteninhaber nicht versichert, wie das bei normalen Kreditkarten der Fall ist. Zum anderen ist eine Bankverbindung für Prepaid-Karten nicht zwangsläufig notwendig. Bei der Firma Card Complete kann die Prepaid-Karte Visa Electron entweder mittels Überweisung oder durch die Einzahlung bei einer Bank aufgeladen werden. Da die Visa Electron eine reine Guthabenkarte ist, kann auch nur jener Betrag ausgegeben werden, der zuvor einbezahlt wurde. Die Prepaid-Karte zu überziehen, ist folglich nicht möglich.

Gratis ist die Prepaid-Lösung allerdings nicht. Die Visa Electron von Card Complete kostet beispielsweise 1,50 Euro im Monat. Wer Geld auflädt, muss des Weiteren ein Prozent des jeweiligen Ladebetrags zahlen.

Für Reisen geeignet

Beim Konkurrenten Paylife gibt es unterschiedliche Prepaid-Lösungen im Angebot. Die Mastercard Red ist jenes Produkt, das der Kreditkarte am nächsten kommt. Die Karte kann mit bis zu einem Betrag von 5000 Euro aufgeladen werden, Kontoverbindung ist hier ebenso keine notwendig. Die Karte kostet für eine Laufzeit von drei Jahren 24 Euro, bei der Beladung fallen ebenfalls Spesen an. Geeignet sind Prepaid-Kreditkarten etwa für Jugendliche, denen für Reisen so ein bestimmter Betrag zur Verfügung gestellt werden kann, oder für Erwachsene, die nicht mehr Geld ausgeben wollen, als sie tatsächlich besitzen.

Eine weitere Option, ohne Kreditkarte im Netz einzukaufen, bietet die Firma PayPal an. Das Unternehmen fungiert dabei als Zahlungsabwickler zwischen Käufern und Verkäufern. Das hat den Vorteil, dass das Gegenüber nicht an die Daten des Käufers oder Verkäufers herankommt. Werden Einkäufe mittels PayPal getätigt, können sich Kunden im Vorfeld aussuchen, ob ihre Kreditkarte oder ihr Bankkonto belastet werden soll. In Österreich müssen Kunden ihr PayPal-Konto jedoch vorab mit Guthaben bespielen, um es danach belasten zu können. Wer Geld auf sein PayPal-Konto überweist, muss damit rechnen, dass der Betrag mit einer Verzögerung von ein oder zwei Tagen auf dem Konto eintrifft. Zahlungen mittels PayPal sind daher nicht unmittelbar nach einer Überweisung möglich.

Eine weitere Möglichkeit, ohne Konto und Kreditkarte im Netz Rechnungen zu begleichen, bietet die Firma Paysafecard an. Die Palette an Einkaufsmöglichkeiten beschränkt sich hier allerdings auf spezielle Bereiche wie Online-Spiele, Wetten, Dating-Plattformen oder Internet-Telefonie. Die Paysafecard ist unter anderem in Filialen der Post, bei Libro, im Lebensmitteleinzelhandel, aber auch in vielen Trafiken erhältlich.

Die Karte kann im Wert von zehn, 25, 50 oder hundert Euro erworben werden. Im Gegenzug erhält der Kunde einen Bon, auf dem ein 16-stelliger Pin-Code vermerkt ist. Will ein Kunde nun etwas im Netz bezahlen, wählt er das Zahlungsmittel Paysafecard. Dann wird der Code eingetragen.


© DiePresse.com