Telefonanbieter wegen "Cold Callings" verurteilt

Die Firma "Primacall" tätigte Werbeanrufe ohne vorherige Zustimmung der Gesprächspartner. Diese will sie über ein Internet-Gewinnspiel eingeholt haben.

Frau in einem Call-Center telefoniert mit Head Set
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Frau in einem Call-Center telefoniert mit Head Set
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Das Wiener Handelsgericht hat die Firma "primacall" wegen unerwünschter Werbeanrufe, dem sogenannten Cold Calling, verurteilt. Wie am Freitag bekannt wurde, gab das Gericht am 7. Jänner einer Klage der Arbeiterkammer (AK) Recht. Der Telefonanbieter wurde nach dem Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) verurteilt, da er die vorgeschrieben Einverständnis der Gesprächspartner vor derartigen Anrufen nicht eingeholt hatte. "Primacall" muss Cold Calling künftig unterlassen, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Angaben der AK hat "primacall" im ersten Halbjahr 2011 unzählige Österreicher angerufen, um sie zu einem Telefonvertragsabschluss zu überreden. Zwar gab das Unternehmen an, die gesetzlich notwendige Zustimmung für die Anrufen mittels eines Internet-Gewinnspiels eingeholt zu haben, die Betroffenen gaben vor Gericht jedoch an, sich nicht daran zu erinnern.

Hälfte kommt aus Gewinnspielbranche

Unerwünschte Werbeanrufe sind in Österreich trotz anderslautender Gesetzeslage weiterhin stark verbreitet. In einer am Donnerstag vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) veröffentlichte Studie gaben 83 Prozent der Befragten an, Werbeanrufe erhalten zu haben, obwohl sie nie ihre Zustimmung dazu gegeben hatten. Rund 53 Prozent des "Cold Callings" wird demnach von der Gewinnspiel- und Lotteriebranche betrieben, gefolgt von Telefondienstleistern mit 14 Prozent. Für die Studie wurden allerdings nur Personen befragt, die sich auf einen Aufruf von VKI und Sozialministerium eigenständig als Opfer unerwünschter Anrufe gemeldet hatten.

(APA)

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