Trick mit Kombi-Flug bleibt verboten

01.02.2013 | 16:44 |  PHILIPP AICHINGER (DiePresse.com)

Der Oberste Gerichtshof erklärte eine Klausel der AUA aber trotzdem für illegal, weil sie keine Ausnahme bei Krankheit oder höherer Gewalt vorsah.

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Ein Rechtsstreit zwischen Konsumentenschützern (VKI) und der AUA wurde nun vom Obersten Gerichtshof entschieden. Die Richter betonen, dass es erlaubt ist, Kunden einen Aufpreis zu verrechnen, wenn sie nur einen Teil der gebuchten Flüge konsumieren. Eine derartige Klausel wurde aber trotzdem gekippt, weil sie keine Ausnahmen vorsah.

Mit dem Urteil wird einem Buchungstrick ein Riegel vorgeschoben. Denn mancher buchte zwei Flüge (etwa Hin- und Rückflug), obwohl man nur einen Flug benötigte. Kurioserweise kann dies billiger sein. Fluglinien erklären das damit, dass man Touristen, die bei der Terminplanung flexibel sind, bei einer bestimmten Mindestaufenthaltsdauer günstigere Preise bieten will. Gleichzeitig gebe es Leute, die für einen (etwa beruflich) benötigten Einzelflug auch tiefer in die Tasche greifen würden. Um eine Umgehung zu verhindern, schreibt eine Klausel in den AUA-Geschäftsbedingungen vor, dass eine Extrazahlung fällig wird, wenn man nicht alle gebuchten Flüge, sondern nur einen Teil konsumiert.

Bewusste Umgehung darf man verhindern

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hält diese Klausel grundsätzlich für legitim, wie er in seinem der „Presse" vorliegenden Urteil schreibt. Eine Fluglinie dürfe ihren Preis je nach Nachfrage unterschiedlich gestalten. Und eine Fluglinie müsse Möglichkeiten haben, die bewusste Umgehung ihrer Tarife zu verhindern. Es sei in Ordnung, wenn man beim Nichtkonsum aller Flüge auf den Preis aufzahlen muss, der zum Buchungszeitpunkt für den Einzelflug fällig gewesen wäre.

Die Klausel der AUA wurde aber für ungültig erklärt: Denn sie sah Nachzahlungen auch dann vor, wenn Kunden Flüge nur deswegen nicht nutzten, weil sie krank waren, weil der Zubringerflug zu spät kam oder weil man die Reisepläne nachträglich änderte. Die AUA will die Klausel nun adaptieren.

 

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27 Kommentare
 
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ich bin übrigens nicht nur

nicht zurück sondern auch nicht hingeflogen, hab nicht mal irgendwas gebucht. zahl ich jetzt doppelt strafe?

bananien, 2013: sie haben einen laptop? na, dann wird orf- gebühr fällig. nicht konsumiert? na, ihr pech!

2015? sie können lesen? die krone wird jedem bürger ihren dreck auf die türmatte liefern und kassieren.

nir noch gaga, was da abgeht.

OGH Urteil im Artikel falsch interpretiert?

Merkwürdiger Weise ist mein gestriger Kommentar nicht freigegeben worden. Ich bin der Meinung, dass der OGH zugunsten der Konsumenten entschieden hat. Auf der Seite des VKI ist der Beschluss (samt PDF) nachzulesen. Hier das Eingangszitat:

"Der Revision der beklagten Partei wird nicht, jener der klagenden Partei hingegen Folge gegeben...."

und:

[...] Die Beklagte habe kein sachlich gerechtfertigtes Interesse daran, dass die von ihr angebotenen und gebuchten Flüge auch tatsächlich konsumiert werden würden. Lasse ein Kunde einen Flug verfallen, entstehe ihr kein Schaden, sondern ein Nutzen (Treibstoffersparnis wegen des geringeren Gewichts, größerer Freiraum für die übrigen Passagiere, Beschleunigung des Check-in-Vorgangs, geringere Inanspruchnahme des Boardservices). [...]

Also doch kein unvernünftiger OGH.

ich kann doch jederzeit stornieren...

abhängig von der buchungsklasse krieg ich dann geld zurück oder eben nicht und hab nur anspruch auf nicht "benutzte" gebühren abzüglich eines bearbeitungsentgelts. muss ich jetzt dann noch was einzahlen, wenn ich einen rückflug storniere, weil ich beispielsweise einen rückflug von frankfurt nicht in anspruch nehme, sondern weiter nach london und von dort nachhause fliege. prüft die aua hier jeden einzelfall??

die sollten nur aufpassen, wenn alle zu den gebuchten flügen erscheinen, dann wirds eng am flieger, weil der ja überbucht ist (genau wegen solcher fälle)

ja die aua...

ich warte schon seit Weihnachten auf eine Erklärung:

unser Heimflug von Innsbruck nach Wien konnte wegen Nebel nicht stattfinden daher wurden wir gebeten im Bus Platz zu nehmen.
Es gab weder Wasser noch eine funktionierende Toilette im Bus ( die war nämlich vom Busfahrer selbstverständlich abgeklebt und verschlossen!)
So kurz vor Linz hab ich es gewagt den Busfahrer zu fragen wann er gedenkt eine Pause zu machen - in St.pölten brauchen wir dann auch nicht mehr stehn zu bleiben...

daraufhin erklärt mir der Mann, dass das seine Entscheidung bleibt und er jetzt erst recht nicht stehen bleibt!!

soviel dazu...

unglaubliche einschränkung der reisenden... und aller konsumenten

weiteres beispiel:

ich kaufe einen hotelgutschein über 2 nächte.
ich bekomme ihn günstiger, weil es ein sonderangebot ist.
aber ich konsumiere diese 2 nächte in diesem hotel nicht, sondern nur 1. einfach so.
muss ich jetzt für diese 1 konsumierte nacht den vollen preis bezahlen, den diese nacht ohne sonderangebot geköstet hätte?

aufpassen leute!

da kommen noch ganz andere forderungen auf uns zu, wenn der oberste gerichtshof diese klauseln als richtig bestätigt....und damit präzedenzfälle schafft.

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tja - diese ausländischen airlines ...


Re: tja - diese ausländischen airlines ...

der war gut - Chapeau

OGH Urteil falsch interpretiert?

Bei meiner Recherche bin ich auf diesen Bericht des VKI gestoßen: http://tinyurl.com/ce9z6uz. Ich verstehe das Urteil insofern, als die Klausel rechtswidrig ist, unter anderem deshalb, weil der Konsument "würde also gerade nicht aus der - aus seiner Sicht - paradoxen Tarifstruktur auf eine diese absichernde Vertragsklausel schließen. Weil die Klausel unter Umständen zur Verpflichtung zur Zahlung eines Aufpreises verpflichte sei sie auch nachteilig iSv § 864a ABGB"

Somit verliert die AUA aus meiner Sicht - im Interesse des Konsumenten - den Prozess.
Ich bitte die rechtskundigeren Leser um ihre Meinung.

Sind wir denn wirklich nur mehr von Schwachsinnigen umgeben?


das schlägt dem fass den boden aus

das kann ja gar nicht sein, dass man bei nichtkonsum noch draufzahlen muss.
sind denn jetzt alle verrückt geworden?

alle, die hier gepostet haben, dass im vorverkauf erworbene fahrten sonst auch noch extra bezahlt werden müssten, wenn sie nicht konsumiert wurden, haben recht! SO gehts nicht!

wo bleibt der konsumentenschutz???
bitte aufwachen und schnellstens einschreiten!

Bitte liebe volksanwaltschaft: schaut doch mal nach dem rechten in diesem fall!!!!

ich möchte bitte vor solchen klauseln geschützt sein.


Re: das schlägt dem fass den boden aus

vor allem, weil die airlines ohnehin jeden flug überbuchen und damit spekulieren, mehr tickets zu verkaufen, als plätze zur verfügung stehen...

.

Die ÖBB bieten um 19/29€ fahrkarten für nachtzüge an, auch da kann es billiger sein so eine fahrkarte zu nehmen und nur einen teil der strecke zu fahren, als für die tatsächliche Strecke eine fahrkarte zu kaufen.
Is da jetzt ein großer unterschied? werden in zukunft die DB-zugbegleiter notieren müssen, wer zu früh ausgestiegen ist und das an die ÖBB melden?

Ich halte diese Klausel ...

... für grob benachteiligend. Wenn ich eine Leistung bezahle und nicht konsumiere, muss ich als Verbraucher dieses Recht haben. Niemand kann mir erklären, dass die Fluglinie dabei schlechter aussteigt, sie erspart sich sogar noch etwas.

Was kommt als nächstes? Muss, wer einen Zehnerblock nicht ausnutzt, dann auf 8 oder 9 Einzelkarten aufzahlen?

Re: Ich halte diese Klausel ...

auch wenn ich gegen diese klausel bin, die fluglinie erspart sich nichts. sie zahlt drauf, da nun ein sitz leer ist.
klingt nicht nachvollziehbar, aber ich habe mir einmal - zumindest versucht - das buchungssystem der airlines erklären zu lassen. ich glaube, quantenphysik ist einfacher zu verstehen. da werden 3 mrd faktoren herangezogen und je nachdem wohin flug x geht kann der sitz y an dem tag z anders kosten als wenn flug x nach destination w geht.
anyway, bottom line: fluglinie zahlt drauf, deshalb gehen sie dagegen vor.

Falsch

Die Fluglinie zahlt nicht drauf, weil der Sitz ja BEZAHLT wurde. Die Erpsparnis liegt im (direkt proportional) geringeren Kerosinverbrauch.

Re: Ich halte diese Klausel ...

stimme ihnen zu

was erwarten wir von den bewährtem AUA Geschäftsmodell

das hat sich doch über viele, viele Jahre als Spitzenidee erwiesen - wie man sieht

ha ha ha

Re: was erwarten wir von den bewährtem AUA Geschäftsmodell

deM bewährteN...

Re: Re: was erwarten wir von den bewährtem AUA Geschäftsmodell

Asche auf meiN Haupt - oder ?

Re: Re: Re: was erwarten wir von den bewährtem AUA Geschäftsmodell

Im gegensatz zum pfefferstreuer bin ich doch eh harmlos... ;)

Re: Re: Re: Re: was erwarten wir von den bewährtem AUA Geschäftsmodell

Nehme ich mal so zur Kenntnis, eineN schöneN Tag dann noch.

Abzocke

AUA hat hier ein Geschäftsmodell, bei dem man davon ausgeht, dass jemand, der es sich leisten kann - der Geschäftsreisende - auch bereit ist das zu tun. Und das ist auch legitim.
Nicht legitim ist aber, jemandem zu verbieten 2 Mal die Hälfte einer Leistung in Anspruch zu nehmen, wenn das günstiger ist als 1 x 100%.
Wenn der OGH das nicht versteht, dann braucht man wahrscheinlich doch die EU dafür.

OGH

kein Ruhmesblatt für Auah! und Ogeha.

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Sonnenklar

Ist ja logisch das man für weniger Leistung mehr bezahlen muss. Ist ja in der Konditorei ebenfalls so Sacher mit Schlag kostet weniger als ohne. Oder?

Re: Sonnenklar

aber hier werden sie gezwungen, den schlag zu essen, obwohl sie ihn nur dazugenommen haben, weils ohne teurer gewesen wär!

Genau, wer sich ...

... im Café das Frühstücksspecial (Kipferl, Kaffee und Orangensaft) bestellt und den Saft nicht austrinkt muss dann eben 80 Cent aufzahlen ...

 
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