Wenn das Girokonto leer ist, wird es teuer: Wie Erhebungen der Arbeiterkammer Steiermark und des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ergaben, fallen bis zu 13,75 Prozent Überziehungszinsen an, außerhalb des Rahmens sogar bis zu 18,75 Prozent. Empfohlen wird zur Überbrückung eines persönlichen Finanzengpasses die Aufnahme eines günstigeren Konsumkredits oder aber ein Bankenwechsel.
Von den 28 kontaktierten in der Steiermark tätigen Instituten übermittelten 16 Banken ihre Bedingungen, so die AK. Das Ergebnis: Sollte der vereinbarte Überziehungsrahmen beim Girokonto überschritten werden, fallen bis zu 18,75 Prozent an Überziehungszinsen an, innerhalb des Rahmens verlangen die Geldinstitute acht bis 13,75 Prozent. Zum Vergleich: Der Ein-Monats-Libor (Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld ausborgen können, Anm.) betrage derzeit rund 0,058 Prozent.
Große Unterschiede auch bei Gebühren
Bemerkenswert seien laut Studienautor Josef Kaufmann auch die großen Unterschieden bei den Gebühren: Zwölf Banken verlangen eine Bearbeitungsgebühr (1,20 bis 10 Euro) für nicht getätigte Überweisungen aufgrund mangelnder Kontodeckung. Für das erste bis dritte Mahnschreiben werden zwischen 4,65 bis 60 Euro in Rechnung gestellt. Eine Kontosperre im Todesfall kostet zwischen 15 und 84 Euro, drei Banken kassieren je nach Höhe des Guthabens eine Gebühr von 70 bis 200 Euro.
Überaus bescheiden nehmen sich nach wie vor die Habenzinsen aus: Zehn Banken erstatten 0,125 Prozent für Guthaben, eine Bank gewährt gar nur 0,05 Prozent, das höchste der Gefühle liegt bei 0,5 Prozent.
Eine Erhebung des VKI ergab bei den Überziehungszinsen eine Spannbreite von rund 4,6 bis 13,75 Prozent. Bei 1000 Euro Überziehung liegt der Unterschied zwischen teurem und günstigem Konto bei rund 90 Euro im Jahr, lautet eine Beispielsrechnung.
(APA)
Komfort in verschiedenen Varianten nützen.DDr. Werner Kretschmer, CEO Pioneer Investments Austria