Banken planen Preisschub bei Kontogebühren

30.04.2013 | 12:12 |   (DiePresse.com)

Bei Bank Austria verteuern sich ab 1. Juli Kontopakete und Wertpapierdepots. Auch Raiffeisen könnte nachziehen. Die Erste Bank hob bereits mit April an.

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Die Kontogebühren werden von vielen Banken erhöht und die Geschäftsbedingungen geändert, berichten Medien. Bei der Bank Austria kosten demnach per 1. Juli Kontopakete und Wertpapierdepots um acht Prozent mehr, es handle sich um die erste Preiserhöhung seit vier Jahren. Die Erste Bank habe die Preise mit 1. April im Ausmaß der Inflationsrate um 2,4 Prozent angehoben.

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Aus der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien heißt es in der Tageszeitung "Österreich": "Wir werden in den kommenden Monaten Leistungen verstärken und Preise dann entsprechend anpassen." Bawag P.S.K. und Volksbanken planten vorerst keine Erhöhung.

Auch Änderungen bei Geschäftsbedingungen

Ein Bank-Austria-Sprecher erklärte in der "Wiener Zeitung": "Es ist die erste Preisanpassung seit vier Jahren. Wir haben uns am Verbraucherpreisindex orientiert, der in den Jahren 2009 bis 2012 um 8,4 Prozent gestiegen ist." Das gängigste Kontopaket, das "ErfolgsKonto", koste künftig im Quartal um 1,17 Euro mehr.

Geändert werden nun auch die Geschäftsbedingungen. In der Vergangenheit sind die Kontopreise einmal im Jahr an die Inflationsrate angepasst worden, ohne den Kunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) das Recht auf Widerspruch einzuräumen. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte im Oktober des Vorjahres nach einer Klage des Verein für Konsumenteninformation (VKI) zahlreiche Klauseln in den AGB für rechtswidrig erklärt.

Kundenmitteilung zwei Monate im Voraus

Der Entscheid stelle nun etwa klar, dass Kontoführungsgebühren zwar an den Verbraucherpreisindex angepasst werden dürfen, allerdings nur dann, wenn das den Kunden mindesten zwei Monate im Voraus mitgeteilt werde, schreibt die "Presse". Eingeschränkt werde auch die Möglichkeit von Zusatzgebühren.

Von der Klage betroffen gewesen sei damals zwar nur die Bank Austria, die ihre Geschäftsbedingungen bereits im März angepasst habe. In der Regel zögen auch andere Banken nach. Bei der Erste Bank treten die neuen Bestimmungen am 1. Juli in Kraft. Die Bawag arbeite noch an der Adaptierung, ab Herbst sollten die neuen AGB auch dort gültig sein.

(APA)

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44 Kommentare
 
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Raiffeisen...

...erhöht bereits die Kontoführungsgebühren.
Zumindest im Burgenland um mehr als 100%!

Hätte ich eine Kreditkarte gewollt, so hätte mich diese fast 110 Euro im Jahr gekostet.

Normalerweise bin ich ein ruhiger und gelassener Zeitgenosse, doch wenn man in jedem noch so kleinen Kaff einen Glaspalast hinstellt und die Angestellten dort Däumchen drehen, so stößt es bei mir auf Unverständnis.

Zudem, wo bleibt das Angebot an die Nutzer des 21. Jahrhunderts, die 99% ihrer finanziellen Aktivitäten ins digitale verlegen und nicht mehr auf Schalter und Papierauszüge angewiesen sind?

Nun, ich bin gegangen... so nebenbei auch 5 meiner Verwandten, die ähnlich denken.

Chuzpe

Es gehört schon eine ordentliche Portion Niedertracht dazu, als UniCredit JETZT die Gebühren zu erhöhen ! Zuerst eine EDV-Umstellung hinlegen, die unter aller Kritik und bis heute nicht o.k. ist und dann mehr Geld kassieren. So kann nur ein Quasimonopolist agieren. (Oberbank und Schöller gehören ja auch zur UniCredit) Aber wenn man die Politiker entsprechend pflegt,......

Viel Lärm um nichts!

Die Banken passen Jahr für Jahr die Gebühren an, so wie die Inflation jedes Unternehmen zwingt die Preise/Gebühren anzupassen. Die Bank Austria hat im Gegensatz zu den anderen Banken diese Preisanpassung die letzten Jahren ausgesetzt wegen der schwachen Konjunktur und um den Verbrauchern wenigstens in den schlimmen Wirtschaftskrise ein wenig die Geldbörseln zu schonen. Jetzt wo es wieder ein wenig bergauf geht, passen die den Preis - genau wie alle anderen - auch an. Ganz ehrlich, wo leben denn manche? Sowas nennt man Kapitalismus und es steht jedem frei diesen zu verlassen..

2 1

Re: Viel Lärm um nichts!

genau so ist es. man darf doch das nicht isoliert sehen.
Auf zum Gratiskonto und dann möcht ich einen Kredit oder ein Wertpapierdepot - das schau ich mit an ....

Re: Re: Viel Lärm um nichts!

Ich seh das auch als logische entwicklung wenn unternehmen ihre preise anpassen und das würde ich nicht als verteuerung bezeichnen sondern anpassung an die inflationsrate

auch wenns nicht lustig ist...

1,17 im Quartal ist ja echt verträglich. und man muss trotzdem sagen, alles wird angepasst, schließlich auch die gehälter (wobei ja meistens nicht so großzügig wie gewollt) Die Banken sind genauso Dienstleister und haben demnach genauso das Recht ihre Preise anzupassen.

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Die Antwort kann nur sein:

Geld vom Konto abheben, Konto schließen.
Aber es gibt ja einen Zwang zum Giro- Konto. Dieser Zwang gehört wieder abgeschafft.

Nur so kann man diesen Banken zeigen, dass man nicht einverstanden ist.

Das Mindeste, das man tun sollte ist aber, dass man kein Geld mehr auf Sparkonten bunkert. Das rikanteste Geld ist heute das Giralgeld (elektronisches Geld) auf dem Konto!


0 2

Re: Die Antwort kann nur sein:

richtig, es gibt diesen Zwang. Aber nicht durch die Banken, sondern durch die Unternehmen die sich dadurch Unsummen an Kosten für Personal und Verwaltung sparen. Warum ist man darauf nicht böse, sondern auf die Banken ?

5 0

Frechheit

Aber wen wundert das heute noch.

Die Banken zahlen für Geld auf dem Konto null Zinsen, verdienen aber am billigen Zentralbankgeld Mrd.!

Jetzt schröpfen sie weiter die Kontokunden. Das ist schon frech!


0 1

Re: Frechheit

das ist nicht frech, sondern - so wie beschrieben - schlichtweg ein Blödsinn ....

6 1

Skandalös

Im Prinzip gehören Girokontogebühren PREISGEREGELT, nachdem de facto eine Pflicht besteht, ein Girokonto zu haben (Kein Recht mehr auf bare Gehaltsauszahlung). Insbesondere die BankAustria (UniCredit) sollte man boykottieren. Schließlich holt man sich auf diese Weise die Gutschein"geschenke", die nach dem Onlinebanking-Desaster verteilt wurden, rasch wieder zurück. So eine Chuzpe. Unglaublich.

0 1

Re: Skandalös

diese "preisregelung" gibt es ja schon lange .....

Wenn die Überschrift stimmt

(was bei Zeitungen eigentlich selten ist), dann handelt es sich dabei um ein

KARTELL

mit fehlendem Wettbewerb.

Ich ruf mal meine Branchenkollegen an, und initiiere eine generelle "Preisanpassung". Aber holla, da werden sie mich gleich haben, weil ich gegen das Kartellrecht verstoße.

Aber bei den geliebten Banken, da schaut diese Behörde weg. Wiederholungstäter, wie die Benzinfritzen.

Und dann möchte noch der Chef der O**rbank...

das die Sparer mit ihrem Geld für Bankpleiten aufkommen sollen, ähnlich wie in Zypern.
Ich habe schon vor 10 Jahren auf ein Gratis Konto umgestellt.
Der Betriebsrat meinte wenn wir zur Bawag wechseln bekommen wir bessere Konditionen, letztendlich hatten wir die gleichen wie jeder andere Kunde auch, also kündigte ich aus Protest für diese Lügenmärchen und wechselte die Bank.
Wenn ich so überlege was es an Gebühren bei anderen Banken gibt, die man tw übers Konto umgehen kann, aber nicht alle, wie Gebühren für den Münzzählautmat, Zeilengebühr, Kontoauszugsgebühr, Erlagscheingebühr, Kontoführungsprovision, die mickrigen Zinsen, Valutagebühr, Schließungsgebühr ec...
Viele Banken führen keine Valuta mehr, nur einzelne Filialen und da nur auf Bestellung, das Banknetz wird rapide ausgedünnt, meist hat nur ein (Geld)Schalter offen, vieles macht der Kunde bereits selbst (Überweisungen) und in der Ba**ag/P*K Filiale bei mir hat der Ba**gschalter geschlossen wenn die einzige Angestellte krank ist oder im Urlaub ist. Das passiert oft. Einfach zu und Basta.
Ich finde Gebührenerhöhungen nicht korrekt.
Pensionisten bekommen nicht einmal die Inflation abgegolten aber alle wollen um diese erhöhen!

3 0

Re: Und dann möchte noch der Chef der O**rbank...

Wer Bargeld auf dem Konto hält, verliert stetig Kaufkraft (finanzielle Repression). Zusätzlich riskiert der Kontohalter in der nächsten Bankenkrise (die kommt bestimmt!) eine Teilenteignung.

Jetzt erhöhen sie noch die Gebühren kräftig. Das ist einfach unmoralisch.

Da fragt man sich, warum sollte man eigentlich Geld auf einem Konto belassen?

1 0

Jetzt versteht man auch,.

warum sie den 500 EUR Schein abschaffen wollen.

Die Leute sollen das Geld auf dem Konto belassen, damit es dann leicht enteignet werden kann.

Jeder Zypriot, der sein Geld in bar zu Hause aufbewahrt hätte, hätte jetzt alle Euros noch.
Aber sie haben den Banken blind vertraut. Das war ein großer Fehler!

3 24

warum nicht ?


ich hab ein paar fragen an die runde hier:
1. warum sollen Banken die Preise fur ihre Produkt nicht wie alle anderen auch anpassen/erhöhen dürfen. Nich dazu wo die das "nur" in der Höhe der Inflationsrate machen, während die meisten sonstigen Erhöhungen z.t. deutlich darüber liegen .
2. Warum sollen die Banken die einzigen Dienstleister sein , die dafür nichts verlangen dürfen ?
3. Braucht ja niemand in Anspruch nehmen wenn es ihn das nicht Wert wäre oder stellt wirklich ernsthaft die Vorzeile einer normalen Kontobeziehung in Frage ?

Was für ein Produkt?

Das Gehaltskonto war bis in die 90er Jahre KOSTENLOS!
Da wurde aber alles noch händisch verwaltet! Die Bank erhält Geld geborgt, mit dem sie herumspekulieren darf - zu praktisch null Zins. Sie darf bei einem überzogenen Konto Zinsen verlangen, die unverschämt sind. Wozu also bitte noch eine Gebühr? Ich zahle auch keine Hinsetzgebühr wenn ich in einem Wirtshaus bin und keine Atemmaut, wenn ich im öffentlichen Raum bin.

0 2

Re: Was für ein Produkt?

korrekterweise fast kostenlos. und dann hat man die Konsequenzen daraus gezogen, dass es nicht weiter zumutbar ist, dass den Zahlungsverkehr, der natürlich auch damals schon Kosten verursacht hat, irgendwer zahlen muss. das haben halt die Kunden der anderen Finanzsparten mitgetragen ......
oder Glauben sie wirklich das rechnet sich allein aus "Spekulationen" mit den auf den Gehaltskonten liegenden Geldern ? lächerlich ....

Umstieg auf ein Gratiskonto

will jetzt echt keine Werbung machen - es gibt diverse Listen (zB von der AK) über die Gratis Gehaltskonten. Die Umstellung ist zwar ein bisschen Arbeit (dann sieht man auch wo überall Zahlungen hinfliessen) - aber spart schon ordentlich Geld. Zinsen gibt's ja eh keine.

6 5

Ab zur Bank und...

mit dem Abzug des Kapitals drohen!

5 1

Ab zur Bank und...

mit dem Abzug des Kapitals drohen!

1 0

Ab zur Bank und...


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Super Geschäftsmodell

Ich muss dafür zahlen einer Bank Geld leihen zu dürfen. Hammer!

Re: Super Geschäftsmodell

naja aber bissal a Leistung wirst wohl auch bekommen!

Re: Re: Super Geschäftsmodell

Welche? Für Bankomatkarte gibt es Extrakosten. Und Beratung und dgl. brauche ich keine.

 
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