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Millionärssteuer träfe nicht nur Reiche

Baukosten
Wer ein Haus hat und dazu noch eine Wohnung erbt, kann betroffen sein. / Bild: www.BilderBox.com 

Wer ein Haus hat und dazu noch eine Wohnung erbt, kann betroffen sein. Millionen auf der Bank wären dagegen nach jetziger Verfassungslage außer Obligo.

 (Die Presse)

Wien. Kommt nach den Wahlen die „Millionärssteuer“? Diese Frage betrifft nicht nur die wirklich Reichen, sondern auch den Mittelstand. Denn nach den SPÖ-Plänen soll die Steuer zwar erst ab einem Nettovermögen von einer Million Euro greifen. Aber: Der Hauptwohnsitz soll darunterfallen. Und auch sonst alles außer „Hausrat“.

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Wer zum Beispiel ein Eigenheim hat, für das der Kredit schon abgestottert ist, und dann noch die Wohnung der Eltern erbt, kann da schon in Verlegenheit kommen. Je nach Bewertung der Immobilien kann das Nettovermögen dann leicht in die Nähe der Million kommen. Auch wenn auf dem Konto Ebbe herrscht.

Wobei es sich in einem solchen Fall – sollte die Vermögensteuer tatsächlich eingeführt werden – auszahlen könnte, die geerbte Wohnung rasch zu Geld zu machen. Selbst wenn die Zinsen dann immer noch im Keller sind und latente Inflationsgefahr herrscht. Denn wenn nicht zugleich mit der Einführung der „Reichensteuer“ auch das Endbesteuerungsgesetz geändert wird, bekommt der Fiskus auf Geldvermögen, die auf der Bank liegen, keinen Zugriff. Bei Bankeinlagen, Sparguthaben und öffentlich begebenen Forderungswertpapieren ist mit dem KESt-Abzug auch die Vermögensteuer abgegolten. Geändert werden kann das nur mit Zweidrittelmehrheit, das Endbesteuerungsgesetz steht im Verfassungsrang ("Die Presse“ berichtete). Ohne eine solche Änderung wären selbst Millionenguthaben auf der Bank nicht von der Vermögensteuer erfasst. Immobilienbesitz aber schon – womit er wohl auch als Anlageobjekt eher uninteressant würde.

Aktieninvestments benachteiligt

Generell wären Vermögen, die auf der Bank liegen, dann gegenüber allem anderen begünstigt. Aktien im Bankdepot allerdings nicht: Bei diesen ist die Endbesteuerungswirkung hinsichtlich der Vermögensteuer nicht verfassungsrechtlich verankert. Sie könnten also auch ohne Verfassungsänderung der Millionärssteuer unterworfen werden und wären damit schlechter gestellt als Anleihen oder Sparguthaben. Auch sonst könnten Ungleichbehandlungen entstehen, die sich kaum begründen lassen. „Goldbarren zum Beispiel würden der Vermögensteuer unterliegen, Goldzertifikate aber nicht“, sagt der Steuerberater Christian Ludwig.

Und wenn sich wider Erwarten doch eine Zweidrittelmehrheit für eine Änderung des Endbesteuerungsgesetzes findet, sodass auch Bankguthaben von der Vermögensteuer erfasst werden können? Wer es mit der Steuerehrlichkeit nicht ganz genau nimmt, ist dann immer noch mit dem Bankkonto oder -depot besser dran als mit der Immobilie. Denn für Kapitalvermögen von Inländern, das bei inländischen Banken liegt, soll das Bankgeheimnis ja erhalten bleiben.

Besonders augenfällig wäre die Diskrepanz bei Vermögenswerten, die Österreicher bei Banken in der Schweiz oder Liechtenstein halten. Aufgrund der Steuerabkommen mit den beiden Ländern „haben sich doch viele Steuerpflichtige zur Offenlegung ihrer ausländischen Depots entschlossen“, sagt Steuerberater Helmut Moritz. Es wäre daher faktisch kein Problem, diese Vermögen einer Vermögensteuer zu unterwerfen. „Der wahrscheinlich größere Anteil der ausländischen Vermögen ist jedoch weiterhin anonym und dem Fiskus daher nicht bekannt.“ Was derzeit völlig legal ist, wenn man für die Vergangenheit eine Einmalzahlung leistet und die Bank künftig Quellensteuer einhebt. Aber: „Wäre es gerecht, Vermögen, die offengelegt sind, steuerlich zu belasten, die anonym gehaltenen jedoch nicht?“ Es sei fraglich, ob das vor dem Gleichheitssatz standhielte, sagt Moritz.

Der Steuerexperte meint, es könnte vielleicht ganz anders kommen: Statt die Vermögensteuer einzuführen, könnte einfach die KESt erhöht werden. Der Häuslbauer wäre dann außer Obligo. Von einer Millionärsabgabe könnte aber erst recht keine Rede mehr sein, betroffen wäre auch jeder kleine Sparer. Das Endbesteuerungsgesetz spielt auch dabei eine Rolle: Es deckelt den Höchstsatz der KESt mit der Hälfte des Spitzensteuersatzes der Einkommensteuer. Man müsste also zuerst diesen erhöhen. Zweidrittelmehrheit bräuchte man dafür keine.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2013)

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174 Kommentare
 
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Es wird fad!

Die ewigen Märchenerzähler der schwarzen fadisieren nur mehr!
Also zum hundersdten Mal!
Bei Immobilien geht die Bewertung über den Einheitswert. Selbst beim 3fachen Einheitswert muss das schon eine ordentliche Villa und eine sehr großzügige Wohnung sein, dass das über eine Million kommt.
Was die schwarzen Kampgschreiberlinge in der Presse auch immer gerne nicht erwähnen ist der Freibetrag von 1Million Euro und der niedriege Anfangsteuersat von 0,2%.

Das heist wenn ihr Vermögen zB 1.100.000 euro bträgt zahlen sie ganze 200Euro an Vermögensteuer! Das wird keinen umbringen!

Was die Herrschaften auch gerne übersehen ist, dass die Kest eine Zinsertragsteuer ist, diese ist also von den Zinserträgen abhängig und hat daher mit dem Vermögen nichts zu tun.

Es ist also durchaus möglich das Vermögen auf diversen Konten zu besteuern.
Mit dem internationalen Abkommen bezüglich Auslandsvermögen erfährt das Finanzministerium auch zuverlässlich wer wieviel wo gelagert hat!

Ziel ist es ja die 5% Reichsten (welche gemeinsam ca. 700 Milliarden Euro besitzen) zu besteuern!


Re: Es wird fad!

Gefährlich sind nur jene Dinge über die praktisch nicht gesprochen wird.

Die Grundsteuer und Grunderwerbssteuer werden derzeit nach dem Einheitswert berechnet, bzw. nach einem Vielfachen des Einheitswertes. Hier wird ja schon überlegt einen Verkehrswert als Basis zu nehmen.

Abgesehen davon, dass die Steuereinahmen dadurch vervielfacht werden wird es dazu eines entsprechenden Gutachtens bedürfen um den Verkehrswert zu ermitteln. Wer wird das wohl zahlen dürfen ?

Abgesehen davon, dass ich es nicht fair finde wenn man beschließt, dass man nochmals besteuert wird wenn man sein bereits versteuertes Geld zusammenhält und nicht einfach für irgendetwas ausgibt, eignet sich dies nicht um an das Vermögen der wirklich Reichen zu kommen.

Da braucht es schon andere Ansätze

um an das Geld der wirklich Reichen zu kommen,

wird man sich anderes einfallen lassen müssen. Denn eine banale Vermögenssteuer auf Immobilien erfasst ja nur einen kleinen Teil der Vermögen der wirklich Reichen.

Aber ich schätze die wirklich Reichen = wirklich Einflussreichen haben schon längst die Macht auf dieser Welt und die Politik hechelt denen nur hinterher, natürlich nicht ohne den persönlichen Vorteil zu vernachlässigen...

Viel wichtiger: Umwidmungssteuer und Erbschaftssteuer! Dabei endlich Steuer auf Arbeit entlasten!

Re: um an das Geld der wirklich Reichen zu kommen,

Die neuen Steuern werden kommen, die Entlastung der Löhne nicht!
das war noch nie der Fall, im Gegenteil, es wurde immer mehr belastet!
Ich weiß, wovon ich spreche!

Vermögensteuer

Es gibt Steuern,bei denen die Eintreibung oft mehr kostet als sie bringt.Die vermögensteuer ist so eine Steuer.

Re: Vermögensteuer

stimmt nicht, Immobilien wären einfach und sogar vollautomatisch zu besteuern. ist aber der falsche Ansatz!

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Re: Re: Vermögensteuer

das Problem ist dann noch die Bewertung, und die ist eine Schande bei ererbten Vermögen und bei sanierungsbedürftigen Vermögen.
Eine üble Abhängigkeit von Personen und Politikern.

Pfui SPÖ !!

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Re: Re: Vermögensteuer

Die Immobiliensteuer gibt es mit der Grundsteuer ja schon.
Wenn man allerdings Immobilien im Rahmen einer allgemeinen Substanzsteuer gleichwertig behandeln will, ergeben sich zahlreiche Bewertungsprobleme.

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Bei Vermögenssteuern werden sich hauptsächlich die Parteifreunde bedienen und dem Volk wird nichts bleiben

ÖVP wird AHS-Lehrern saftige Gehaltserhöhung geben und Strassers und Grassers werden reicher, die SPÖ wird neue Jobs für SPÖFrauen in der Verwaltung schaffen, beide werden noch mehr Banken retten und Investoren werden vertrieben:

https://derstandard.at/plink/1373513542632/32586554

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Bei Vermögenssteuern werden sich hauptsächlich die Parteifreunde bedienen und dem Volk wird nichts bleiben

ÖVP wird AHS-Lehrern saftige Gehaltserhöhung geben und Strassers und Grassers werden reicher, die SPÖ wird neue Jobs für SPÖFrauen in der Verwaltung schaffen, beide werden noch mehr Banken retten und Investoren werden vertrieben:

https://derstandard.at/plink/1373513542632/32586554

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Schwachsinn

Vermögenssteuer: -> Schwachsinn
Wenn dann, bräuchten wir eine Vermögenszuwachssteuer. Vermögen zu besteuern, dass bereits versteuert wurde, kommt meiner Meinung nach schlicht einer Enteignung gleich.
Ich bin grundsätzich nicht gegen Steuern, ganz im Gegenteil. Ich bin auch dafür, dass der Spitzensteuersatz für Einkommen ab 10.000 Euro pro Monat deutlich erhöht gehört.

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Re: Schwachsinn

Vermögenszuwachssteuer gibt es bereits! Nennt sich Kest!

10.000 p/m sind 140.000 im Jahr. Bleiben 82.804,44 übrig.
Personalkosten für den Arbeitgeber 166.671,13.

https://rechner.atikon.at/huebner.at/at/brutto_netto

Wieviel Steuern wollen sie den noch einheben?

Omas Sparbuch ist sicher

Die KEST war ja auch als "Reichensteuer" gedacht und betrifft in Wirklichkeit ja alle. Und während Zinserträge in jeder Höhe mit 25 % pauschal (unabhängig von der Höhe) endbesteuert sind zahlt die arbeitende Bevölkerung ab 1.400 Euro im Monat 35 % Lohnsteuer die sich dann bald bei 50 % einpendelt (zusätzlich zu 40 % Sozialversicherung).

Auch die neue Immobilienbesteuerung trifft nur Otto Normalverbraucher. Die Immobilienhändler freuen sich - haben sie doch Verkaufsgewinne vorher komplett versteuern müssen (bis zu 50%) jetzt nur mehr 25 % und die Privaten trifft es wieder voll.

Übrigens - während sich Pensionisten (ohne Ausgleichszulage) die KEST zurückholen können - geht das fürs Kindersparbuch nicht.

Re: Omas Sparbuch ist sicher

Na - auch schon drauf gekommen wie die SP funktioniert? Es wird die Idee als "Reichen-xxxx" verkauft .... die Wähler applaudieren und machen das Kreuzerl an der richtigen Stelle .. und dann trifft es erst wieder alle! Ist schon seit den Zeiten des B. Kreisky so ... war mit der KEST so .... und wird da wieder so sein ... nicht treffen wird es vermutlich nur jene, die (offiziel) von den staatlichen Zuwendunden leben ...

Genau das bezwecken die Sozn

Möglichst viele sollen zu "Reichen" ernannt werden und ausgesackelt.

Der naive Rote denkt sich dabei noch: "ich darf diese Steuer zahlen, also muß ich superreich sein"

Außerdem: die Wertgrenzen bleiben sicher ewig bestehen. Schon ein wenig mehr Inflation und schon sind alle, runter bis zum Minimaleinkommen betroffen.

Weg mit den Roten von der Macht!

"kopfschüttel"

Es ist mir unbegreiflich, warum es in Österreich noch immer mehrheitsfähig ist, dass der Staat den Bürgern immer tiefer in die Tasche greift.

HALLO, AUFWACHEN!!!
EINNAHMENSEITIGES SPAREN = STEUERERHÖHUNG!!!!

Wenn ich mir eines von der nächsten Regierung wünschen könnte, dann folgendes:
Bitte alle Gehälter in Zukunft BRUTTO ausbezahlen und gleichzeitig die gesamten fälligen Abgaben dem Einzelnen vorschreiben.
DANN würden die Menschen vielleicht erkennen, wie sie ausgesackelt werden, und vielleicht einmal ECHTE Strukturreformen und EINSPARUNGEN einfordern.

Sicher nicht!

Dann braucht man analog zur USA ein IRS mit Polizeigewalt, die die Steuerehrlichkeit durchsetzt. Wenn dann gegen Jahresende die Steuererklärung fällig wird beginnt das große Zittern, ob man eh alles richtig gemacht hat... Dazu begänne das goldene zeitalter der Steuerberater, die dann für uns Steuerzahler neue Zusatzkosten verursachen würden. Eine GANZ schlechte Idee.

Re: Sicher nicht!

Sie haben mich nicht richtig verstanden: Niemand soll sich selber ausrechnen müssen, wie viel er zu zahlen hat. Die Berechnung und Vorschreibung erfolgt so wie bisher, nur halt nicht an den Dienstgeber, sondern den Arbeitnehmer.

Und die aus meiner Sicht notwendigen Reformen würden auch so manchen Steuerberater überflüssig machen...

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Re: "kopfschüttel"

Am besten auch die übrigen Lohnnebenkosten mitausschütten und selbst abführen lassen- dann ist vielleicht nicht mehr nur der Arbeitgeber der böse Ausbeuter).

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Schluss mit Enteignung! der Staat muss sich reduzieren und zurückziehen, und dem

Bürger noch Luft zum leben lassen!

das wäre der erste Schritt

in den Kommunismus!

Re: das wäre der erste Schritt

eher der(das) letzte...

BRAVO

Her mit dem Zaster, her mit der Marie! Neugebauer will seine Pension gesichert wissen. Sind ja alles Bildungsinvestitionen mit toller Rendite. Bestätigt ihnen jederzeit VISA oder so ähnlich.

jaja...

weil wir ja alle die armen Millionäre sind, die gerade kein geld daheim rumliegen haben, und genau dann Erben...

"Niemand hat die Absicht,

Menschen gleichzuschalten und zu enteignen und die Verfassung mit Füßen zu treten ...!"

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Millionärssteuer

merke, die Sozialhilfeempfänger sind die guten, die Finanzierenden sind die Bösen , weil Gierig, Sklaventreiber etc. Nur so weiter, dann haben Alle alles und jeder hat Nichts

 
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