Autoversicherung: Haftpflicht oder Vollkasko?

23.08.2012 | 18:23 |  EVA STEINDORFER (Die Presse)

Es ist nicht immer leicht, bei Versicherungen den Sparstift anzusetzen. Einige einfache Regeln helfen dabei, Risiko und Kosten in die richtige Relation zu setzen.

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Wien. Autofahren wird immer teurer. Daran sind nicht nur die hohen Benzinpreise schuld. Auch die Kosten für Kfz-Versicherungen steigen tendenziell. Seit November 2011 gelten höhere Mindestversicherungssummen für Haftpflichtversicherte, nämlich sieben statt sechs Mio. Euro. Dementsprechend sind nach Angaben der Arbeiterkammer die Gebühren für jene, die sich für die Mindestsumme versichern lassen, um etwa zwei Prozent gestiegen.

Eine weitere Neuerung: Ab dem 21. Dezember 2012 darf es keine geschlechtsspezifischen Tarife mehr geben. Es ist dann nicht mehr zulässig, höhere Beiträge für Männer zu verlangen, weil wegen des riskanteren Fahrverhaltens die Unfallgefahr statistisch höher ist. Diese Regelung gilt aber erst für ab dem Inkrafttreten abgeschlossene Verträge. Unverändert relevant für Männer wie Frauen bleibt die Frage, wie man die beste Autoversicherung für sich auswählt.

 

Launische Prämien

Was eine dauerhaft gute Wahl schwierig macht: Versicherungen ändern laufend ihre Tarife. Nur wer regelmäßig den Markt vergleicht und öfter zu einem Wechsel bereit ist, holt für sich das Optimum heraus. Am besten begibt man sich auf eines der darauf spezialisierten Onlineportale (z. B. www.durchblicker.at), die aufgrund verschiedener Parameter das günstigste Angebot berechnen.

Wer einen Versicherungswechsel überlegt, sollte erst einmal wissen, was er will und braucht. Entscheidend sind dabei das Alter bzw. der Kilometerstand und der Wert des Autos. Außerdem bestimmen das Fahrverhalten und die Frage, wie dringend und wie oft man sein Auto braucht (etwa ob man täglich pendelt), die Wahl der Versicherung. Verpflichtend ist sowieso eine Haftpflichtversicherung. Wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung in Betracht zieht, sollte Folgendes beachten: Bei einem neuen oder geleasten Wagen schließt man am besten eine Vollkaskoversicherung ab. Diese deckt im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung im Falle eines Unfalles nicht nur den Schaden des anderen, sondern auch den des eigenen Fahrzeuges.

Wenn das Auto schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es ratsam, auf eine günstigere Teilkaskoversicherung umzusteigen. Was man beim Autokauf auf jeden Fall mitbedenken sollte: Je wertvoller das Auto, desto mehr kostet auch die Kaskoversicherung. Genau ansehen sollte man sich die Höhe des Selbstbehaltes. Je höher der Selbstbehalt im Schadensfall, desto günstiger ist die Kaskoversicherung. Kein Problem für einen vorsichtigen Fahrer. Wer aber gerne Dellen und Schrammen sammelt, für den ist der Vorteil der niedrigeren Prämie schnell aufgehoben, denn der Selbstbehalt fällt bei jeder Reparatur an. Wer sich von einer ganz besonders niedrigen Prämie locken lässt, sollte sich das Kleingedruckte des Vertrages genau ansehen. Oft werden Dumpingprämien durch verminderte Leistungen und ungewöhnliche Ausschlussklauseln kompensiert. Kosten sparen kann man auch, indem man seine Zahlungsweise optimiert. Ratsam ist die Zahlung der Prämie einmal jährlich. Denn dann fällt auch die Versicherungssteuer nur einmal im Jahr an. Wer aber mehrmals im Jahr bezahlt, dem werden Zuschläge verrechnet. Bei halb- und vierteljährlichen Zahlungen sind das sechs bis acht Prozent, bei monatlicher Zahlung sogar zehn Prozent.

 

Wohnort bestimmt die Prämie

Bei der Höhe der Prämie spielt es auch eine Rolle, in welchem Bundesland und welcher Region man gemeldet ist. Städtische und grenznahe Regionen, in denen mehr Parkschäden und Diebstähle gemeldet werden, werden von Versicherungen als riskanter eingestuft. Das hebt den Preis.

Sparen kann man auch, indem man doppelte Absicherungen vermeidet: Bei der Kfz-Insassenversicherung gibt es etwa oft Überschneidungen mit anderen Versicherungen (Haftpflicht, Unfallversicherung). Zum Tragen kommt diese nur bei Unfällen, bei denen kein Schuldiger festgestellt werden kann, sowie bei einem selbst verschuldeten Unfall für den Lenker, weil der ja für sich selbst keinen Anspruch an seine eigene Haftpflichtversicherung stellen kann. Einige Serviceleistungen, die Kaskoversicherungen anbieten, erübrigen sich, wenn man Mitglied in einem Autofahrerklub ist, z. B. Abschleppdienst oder auch bei einem Leihwagen. Wer an einen Versicherungswechsel denkt, sollte den richtigen Zeitpunkt abpassen. Kfz-Haftpflichtversicherungen kann man jährlich mit einem Monat Kündigungsfrist beenden. Stichtag ist der Zeitpunkt, zu dem die Versicherung abgeschlossen wurde. Auch Kaskoversicherungen kann man jährlich kündigen, allerdings beträgt die Kündigungsfrist drei Jahre.

Was Sie beachten sollten bei... der Autoversicherung

Tipp 1

Regelmäßig vergleichen. Versicherungen ändern häufig ihre Tarife. Wer das Optimum herausholen will, macht sich am besten auf einem Onlineportal schlau. Dort wird mittels verschiedener Faktoren der beste Tarif ausgerechnet: www.dieonlineversicherung.at, www.durchblicker.at, www.haftpflicht24.at, www.versichern24.at.

Tipp 2

Bedarf klären. Welche Versicherung man wählt und wie hoch der Selbstbehalt sein sollte, hängt einerseits vom Alter und Wert des Autos, andererseits vom persönlichen Risiko als Fahrer ab. Wer ein neues Auto hat und ein unsicherer Fahrer ist, sollte besser eine Vollkasko nehmen. Bei einer alten Rostschüssel reicht die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Tipp 3

Zahlungsweise optimieren. Eine einfache Möglichkeit, Geld zu sparen, ist die jährliche Zahlung der Prämie. Wer mehrmals im Jahr zahlt, muss bis zu zehn Prozent Zuschläge berappen. Misstrauisch sollte man bei Dumpingprämien sein. Die machen Versicherungen oft durch besondere Ausschlussklauseln wett. Es empfiehlt sich, das Kleingedruckte zu lesen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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7 Kommentare
Gast: Szabo, MBA
16.10.2012 15:39
0

Antwort auf "Stimmt so nicht"

... mit der gewonnenen Zeit kann man sich auch mit den Regelungen im Vermittler-Gewerberecht und den Bestimmungen des Maklergesetz besser vertraut machen.

Die Online-Kunden wollen übrigens ihre Angelegenheiten in ihren eigenen Händen halten, und so erledigen solche Kunden auch die Anmeldung selber.

Ich stelle eine andere Frage: welcher Makler kann innerhalb von wenig Minuten nach Eintreffen eines KFZ-Versicherungsantrags eine Versicherungsbestätigung ausstellen um den Kunden eine sofortige Anmeldung zu ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen,
Ilona Anna Szabo, MBA
Vertriebs- und Marketing Direktor
www.haftpflicht24.at

Gast: Szabó, MBA
16.10.2012 15:15
0

Antwort auf "Stimmt so nicht"

"Stimmt so nicht" stimmt so nicht.
Denn: Risiko-Analyse und Dokumentation (Beratungsprotokoll) sind bei einer Internet-Plattform (wenn eine Fa. als Versicherungsmakler dahintersteht) objektiv und gut dokumentiert; für alle Beteiligten somit exact nachvollziehbar. Nebenabreden und Interpretationen - wie es bei persönlichen Beratungen leider vorkommen kann - sind damit ausgeschlossen. Beweislage und Haftungslag sind damit für alle Beteiligten (Makler-VN-VU) besser klargestellt.


Konsumentenschützer befürworten bereits daher die Vergleichs- und Abschluß-Plattformen. Auch deswegen weil ein großer Marktüberblick aufbereitet ist. Dass nicht immer alle Versicherer gelistet sind, ist aufgrund der großen Anzahl begreifbar. Wichtig ist: die kostengünstigen und die Versicherer mit großen Marktanteilen darzustellen. Jedenfalls sind es mehr Gesellschaften die auf einer Plattform verglichen werden als jene, die in der Praxis von einem Makler mit Papiemappen angeboten werden.

Dass Makler permanent die Online-Plattformen befragen ist ja dafür der beste Beweis. Wir laden jedenfalls Makler ein, die Plattform https://haftpflicht24.at/"" target="_blank">https://haftpflicht24.at/" target="_blank">https://haftpflicht24.at/" target="_blank">https://haftpflicht24.at/ ihren Kunden für Vergleich und Abschluß zu empfehlen; dadurch gewinnen sie Zeit um sich eventuell weiterzubilden und für Kundenberatung und Schadenhilfe in anderen Sparten qualifiziert bereit zu sein; und sich auch mit den Regelungen im Vermittler-Gewerberecht und den Bestimmungen des Ma

Gast: Günther Führnstahl
06.09.2012 19:05
0

Stimmt so nicht

Online Portale werden von uns als Versicherungsmakler oft aufgesucht und wir führen regelmäßig Berechnungen durch. Diese stimmen zum großen Teil nicht, manche Versicherer werden gar nicht gelistet. Versicherungsmakler haben mit den Versicherern Vereinbarungen für Rabatte und Sonderbedingungen, oft besteht für den Kunden nicht die Möglichkeit diese Parameter in den Online Masken einzugeben. Fragwürdig ist natürlich auch, dass ein Online Versicherer einem Kunden der in Niederösterreich, 90km von Wien entferntwohnt , allen Ernstes zusagt, innerhalb einer Stunde nach Online Abschluß das Kfz anzumelden. Nur persönliche und individuelle Beratung kann dem Kunden den bestmöglichen Versicherungsschutz und günstige Prämien bringen. Das die Kündigungsfrist für eine Kaskoversicherung bei jährlichem Kündigungsrecht drei Jahre beträgt, ist uns allerdings neu. Bitte lassen Sie geprüfte Fachleute mit entsprechender Ausbildung und Haftung an diesen Themenbereich. Wenn man über so sensible Themen schreibt, sollte man besser recherchieren. Keiner kennt den Versicherungsmarkt besser als die Versicherungsmakler, die täglich beim Kunden Kunden sind. Die Online Versicherungen können für den Kunden ohne entsprechende Beratung nur Haftungsfallen sein.
Ein verpflichtendes Beratungsprotokoll und ein vorhergegangenes "best Advice" fehlen jedenfalls.

Nichts Neues

Möglichst die kleinen und mittleren Risiken selbst tragen und nur die großen Risiken, wie z.B. Diebstahl (alles ist weg!) versichern.

Wie oft hat man wirklich einen selbst verschuldeten großen eigenen Schaden? Vielleicht ein Mal im Leben, oder vielleicht auch nie.

Die Parkschadensversicherungen haben dazu geführt, dass heute viele Fahrerflucht begehen, in der Annahme, dass ohnehin jeder versichert sei. Und die Versicherung zu schädigen, was kümmert das die Leute?
Aber sie schädigen damit auch mich, weil ich dieses Risiko immer selbst trage!

Oder, wenn man auf öffentlichem Grund parkt, einen größeren Selbstbehalt wählen und vielleicht doch Parkschaden dazu nehmen ?


Gast: Besucher
24.08.2012 05:21
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An die Presse Redaktion

"Auch Kaskoversicherungen kann man jährlich kündigen, allerdings beträgt die Kündigungsfrist drei Jahre."

3 Jahre Kündigungsfrist -> wo gibt es bitte solche Knebelverträge???

hab nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen

Bitte, liebe GendergleichmacherInnen:
ich, als Mann, bin absolut bereit höhere Versicherungsbeiträge als gleichaltrige Frauen zu zahlen!
Fakt ist: Mann = höheres Risiko als Frau.

Im Gegenzug erwarte ich dass zB die Aufnahmetests an der Med-Uni für beide Geschlechter gleich gelten.

Kann man sich hier einigen?

Bitte um Replik!

Meine Methode

Grundsätzlich versichere ich mich nur gegen Risiken, die ich nicht ohne weiteres selbst aus der eigenen Tasche abdecken kann, so habe ich gute Haftpflichtversicherungen. Gerne würde ich das Prinzip auch bei der Krankenversicherung anwenden, aber leider kann ich das als österreichischer Steuersklave nicht selbst entscheiden und zahle so jedes Monat hunderte Euro in ein marodes System ein.

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