Große Unterschiede bei privater Pflegeversicherung

03.01.2013 | 12:22 |   (DiePresse.com)

Wer eine private Pflegeversicherung abschließen will, sollte die Produkte vorher genau vergleichen. Das machen einem die Anbieter aber nicht gerade einfach.

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Eine große Bandbreite bei privaten Pflegeversicherungs-Produkten ortet die Arbeiterkammer (AK). Bei den aktuell elf Anbietern gebe es große Unterschiede, wie die Versicherer die Pflegebedürftigkeit einstufen, beim Leistungsanspruch und den Prämien. "Die unterschiedlichsten Angebote machen einen Vergleich schwierig", so AK-Konsumentenschützer Christian Prantner heute, Donnerstag, in einer Pressemitteilung.

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Die AK hat den Verein für Konsumentenschutz (VKI) beauftragt, eine Erhebung über die private Pflegeversicherung aus dem Jahr 2007 zu aktualisieren. Waren 2005 noch fünf Anbieter am Markt, sind es derzeit elf.

Bei der Einstufung der Pflegebedürftigkeit gibt es zwei Modelle. Die meisten orientieren sich am Bundespflegegesetz. Zwei der analysierten Pflegeversicherungen richten sich bei der Einstufung danach, ob der Versicherungsnehmer bestimmte Tätigkeiten des täglichen Lebens ohne fremde Hilfe verrichten kann.

Die Prämien für eine private Pflegeversicherung "sind relativ hoch", so die AK. "Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto niedriger die Prämie", sagt Prantner. Für ältere Personen werde es schon sehr schwierig bis nicht mehr leistbar, für einen Pflegefall vorzusorgen. Das Höchstabschlussalter liegt bei den untersuchten Produkten bei 60 bis 75 Jahren.

Wann die Versicherungen zahlen, wird unterschiedlich gehandhabt. So leisten manche Produkte nur bei schwerster Pflegebedürftigkeit, andere wiederum bereits ab Pflegestufe eins. Bei vorübergehender Pflegebedürftigkeit zahlen nur zwei, während eines Spitalsaufenthalts immerhin vier Anbieter. Die Tarife sind aufgrund der unterschiedlichen Leistungen kaum vergleichbar.

Die AK-Konsumentenschützer raten für den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung, mehrere Angebote einzuholen und sich sorgfältig beraten zu lassen. Bedenken solle man auch die lange Vertragsbindung, man müsse sich die Prämie immer leisten können. Geraten wird unter anderem auch, nicht nur den Preis, sondern auch Leistungen und Zusatzleistungen zu prüfen und auch andere Vorsorgeformen wie Sparbuch, Bausparen oder Lebensversicherung zu beachten.

Bezüglich der Umstellung auf Unisex-Tarife, also gleiche Prämien für Männer und Frauen, fordert die AK von den Versicherungen nach einer Analyse von Unternehmens-Homepages mehr Klarheit und keine generelle Verteuerung der Prämien. Seit 21. Dezember dürfen Versicherungen EU-weit nur mehr Unisex-Tarife anbieten. Eine Analyse der elf Versicherungs-Homepages vom 22. bis 27. Dezember habe gezeigt, dass nur drei Versicherer bei Informationen über Pflegeversicherungen Bezug auf die Unisex-Umstellung nähmen.

(APA)

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