19.05.2013 07:13 Merkliste 0

Ein Ja zum Burka-Verbot ist ein Ja zur Säkularisierung

GASTKOMMENTAR VON CAHIT KAYA (Die Presse)

Ein Burka-Verbot wäre eine Absage an die Unterdrückung der Frau.

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Ich bin es leid, ständig den Koran bemühen zu müssen, wenn in Debatten über Burkas und andere Ganzkörperschleier diskutiert wird. Im Koran gibt es lediglich zwei Stellen, die eine Verschleierung der Muslima andeuten. Jedoch ohne präzise Vorgaben, wie genau diese auszusehen hat. Alles andere wurde mit der Zeit schichtweise von islamischen Theologen hinzugefügt und diente lediglich dazu, die Frau im Zaum zu halten und kontrollierbarer zu machen.

Die wichtigste Frage sollte hier aber lauten: Was spielt es für eine Rolle, ob dies so im Koran steht oder nicht, und ob dies im islamischen Recht als vorgeschrieben gilt? Religionsfreiheit bedeutet nicht, Unmenschliches und Antidemokratisches im Namen der Religion tolerieren zu müssen, weil dies durch einen Religionsstifter und seine ideologischen Nachfahren vor 1400 Jahren gefordert wurde und unter orthodoxen Muslimen bis heute als vorbildlich gesehen wird (=Sunna). In einem säkularen europäischen Staat sind die universellen Menschenrechte die Grundlage unserer Denkweisen und Gesetze. Auch ist blindes Befolgen islamischer Regeln nicht zeitgemäß. Wenn Vernunft und Freiheit von orthodoxen Muslimen als heidnisch abgelehnt werden, muss die logische Konsequenz lauten: Die aus Vernunft und Freiheit entstandene moderne Demokratie wird ebenfalls abgelehnt.

 

Anti-intellektuelle Orthodoxie

Das Beharren auf die Burka-Tradition ist das Vorpreschen innerhalb eines europäischen Staates in einen reaktionär islamischen. Unnötig zu erwähnen, wie wenig unser Begriff von Menschenrechten einer islamisierten Auffassung des Gleichen ähnelt. Wir sind so weit, dass die Frauen endlich ihren gleichberechtigten Platz neben dem Mann gefunden haben. Ungeachtet ihrer moralischen Erscheinung.

Bereits der Anblick dieser Form der Verhüllung kann in einem aufgeklärten Menschen nur Unverständnis und heftiges Kopfschütteln hervorrufen, da unser modernes Bild von Freiheit diesem stark widerspricht, sogar widersprechen muss. Der moderne Europäer hat seine eigene Geschichte dazu, die ebenfalls von einer finsteren Zeit spricht, in welcher die freiwillige Unterwerfung unter das Christentum so fortgeschritten war, dass beinahe das gesamte antike Wissen von Platon bis Pythagoras diesem zum Opfer fiel. Schwer zu glauben, dass es eine Epoche gab, in der islamische Kalifen den Versuch unternahmen, das hellenistisch-säkulare Wissen mit dem Islam in Einklang zu bringen.

Doch was sich heute, fast ein Jahrtausend später, abspielt, entspricht diesem aufgeklärten Bild des Islam nicht mehr. Die islamischen Länder sind trotz enormer Einnahmen durch den Ölverkauf und ihre Lage auf geostrategisch wichtigen Routen wirtschaftlich am Boden und scheinen unfähig oder nicht gewillt zu sein, diese Milliardeneinnahmen der eigenen Bevölkerung zugutekommen zu lassen. Der Reichtum wird – wie so oft in der islamischen Geschichte dokumentiert – innerhalb der herrschenden Schicht aufgeteilt. Prunkvolle Paläste und Moscheen zieren das Stadtbild. Was der durchschnittliche Moslem von diesem Reichtum erleben darf, ist das Gebet unter den Gewölben von materiellem Reichtum geschmückter Moscheen.

Um diese soziale Ungerechtigkeit zu verschleiern, wird hier ebenfalls ein äußerer Feind herangezogen, der gelegentlich zu Recht, oft aber zu Unrecht als Ursache aller vorhandenen Probleme genannt wird. Dies ist nur mit einer wissensfeindlichen und obrigkeitshörigen Haltung zu erklären, die allein den Islamprediger als einzige Autorität anerkennt und Diskurse als „fremd“ und „liberales Gedankengut“ bekämpft. Somit wird der vom Islam Unterdrückte zum größten Verfechter seiner eigenen Unterdrückung, ohne es zu begreifen. Der fanatische Glaube macht ihn selbst zum Schmied und Bewahrer seines Elends.

Die Expansion des Islam über die ganze Welt war bereits vor 1400 Jahren Mohammeds Ziel, da er den Islam als Nachfolgereligion aller ihm damals bekannten Monotheismen ansah.

Nie war es so leicht wie heute, könnte man meinen, eine solch intolerante Bewegung zu verbreiten. Bereitwillig wird mitten in Europa ein Vorwand erfunden, warum dies zu tolerieren sei. Die Kritik am islamischen Imperialismus gilt allgemein als Rassismus – was im geschichtlichen Kontext völlig absurd erscheint. Diverse in Europa ansässigen Gruppierungen und Ideologien scheinen im orthodoxen Islam einen Verbündeten gefunden zu haben, der ihnen in den letzten Jahrzehnten abhandenkam. Um den US-Imperialismus zu bekämpfen, wird der Islamismus als Partner bevorzugt, der heute ganz offen davon spricht, die Welt zu unterwerfen, sobald die Chancen dafür bestehen. Doch von Demokratie und Meinungs- wie auch Religionsfreiheit wird dann nicht mehr viel übrig bleiben.

Festzustellen ist das besonders hohe Interesse der Politik diverser europäischer Nationalstaaten mit vergleichsweise hohem Anteil muslimischer Zuwanderer, die eine entscheidende Rolle bei demokratischen Wahlen spielen. Als Ansprechpartner gelten hier wiederum orthodoxe Islamverbände, welchen zugestanden wird, die islamischen Kommunen zu repräsentieren. Als Klientel wird ihnen also eine gewisse Immunität in der Form der religiösen Propaganda gewährt. Um die Muslime als Wählerschicht zu gewinnen, werden sie nicht kritisiert, auch wenn es offensichtliche Gründe dafür gäbe (z.B. war in Österreich der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft „IGGIO“ daran beteiligt, ein aus demokratischer Sicht schwer bedenkliches islamisches Lehrbuch über zehn Jahre im Unterricht zugelassen zu haben, bis zufällig davon Kenntnis gewonnen wurde).

 

Der Blasphemie-Paragraf

Warum es also wichtig ist, ein Burka-Verbot auszusprechen, wird nun ganz klar. Als sichtbarstes Element des orthodoxen Islam wäre durch ein Verbot ein wichtiges Zeichen gesetzt worden. Eine klare Absage an die Intoleranz. Eine Absage an die offensichtliche Unterdrückung der islamischen Frau und an die religiöse Unmündigkeit der Muslime. Als weiterer Schritt wird es notwendig sein, der deutlich größeren Gruppe an säkular geprägten Menschen aus islamischen Herkunftsländern die Möglichkeiten und die Hilfe zu bieten, sich zu organisieren und der islamischen Orthodoxie gemeinsam mit den aufgeklärten Europäern entschieden entgegenzutreten. Bisher sind diese Hilfen lediglich den Islamverbänden sicher, da Religion, so bedenklich sie auch sein mag, staatlichen Schutz genießt und durch die sogenannten „Blasphemie-Paragrafen“ einen unantastbaren Status in unseren Demokratien erhält. Zwar ist es in der Regel kein Rassismus, intolerante Religionsvertreter abzulehnen, doch führt der „echte“ Rassismus dazu, auch die säkularen „Muslime“ davon abzuhalten, sich mit säkularen Europäern zusammenzutun und gemeinsam eine breite Front zu bilden. Ausgerechnet die intolerantesten Vertreter des Islam greifen nur zu gerne auf die „Rassismuskeule“ zurück, um jegliche Kritik an ihrer Vorgehensweise zu unterdrücken.

 

Der säkularisierte Muslim

Die Idee hinter dem „säkularisierten Muslim“ ist eine politisch relevante Gruppe, die ganz offen dem orthodoxen Islam entgegentritt – im Bekanntenkreis und darüber hinaus, ohne Angst davor zu haben, sich den irrsinnigsten Unterstellungen wie Rassismus ausgesetzt zu sehen. Hier sind wir alle aufgefordert, daran etwas zu ändern und zu beweisen, dass, wenn schon die Politik aus reinem Kalkül bedenkliche Strömungen fördert, wir selbst mündig und aufgeklärt genug sind, die Säkularisierung unter den Migranten zu erkennen und durch Solidarität ihren Nutzen für ein Überleben eines aufgeklärten Europas anzuerkennen. Denn ansonsten wirkt das Burka-Verbot wie reinste Augenauswischerei der hohen Politik, nur um Islamkritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, aber weiterhin die weniger sichtbaren, aber umso gefährlicheren Einflüsse, des radikal-orthodoxen Islams zu unterstützen. Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, und habe Mut, die säkularen Kräfte innerhalb der Migrantenszene als Bollwerk gegen die Islamisierung zu unterstützen.

www.exmuslime.at

 

Cahit Kaya (*5. Mai 1979 in der Türkei) ist in Vorarlberg aufgewachsen und Obmann des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE).


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2010)

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21 Kommentare

Labsal

Der Kommentar von CAHIT KAYA ist Labsal in Zeiten, wo sich die Vorkämpfer von Political Correctness und Multikulti, insbesondere jedoch Grüne und Rote, zusehends in antiaufklärerischen Attitüden gefallen.

Weiter so!

Gast: beobachterin
02.05.2010 00:35
20 0

vernunft

Es gibt wieder ein bisschen Zuversicht, einen Kommentar von so nachvollziehbarer Vernunft zu lesen. Danke, Presse und danke Herr Cahit!
Gleichzeitig passiert aber ein Gesetzesentwurf das österreichische Parlament, der jegliche Religionskritik verhindern wird, indem er sie als "Verhetzung" oder "Verächtlichmachung" diffamiert.
Wo bleibt der Aufschrei der Demokraten?

Gast: Dybth
01.05.2010 17:34
1 25

Sehr beliebt bei PI-News

Warum ist Herr Kaya so beliebt bei PI-News, die staendig gegen Muslime, Tuerken, Araber und andere Sued-Laender hetzt? Eine Hetzseite uebelster Sorte, wo man Kommentare findet wie "Eine moslemische Geburtsmaschine weniger" nach dem Mord an Marwa Al-Sherbini in Dresden?

Herr Kaya, der sich gerne als Liberaler darstellt, aber auf seiner Facebook Seite und seiner "Rassisten sind scheisse. Ueberall" Gruppe gerne selber diffamiert.

Herrn Kaya scheint Rassismus nur ein Begriff zu sein, wenn es sich gegen ihn selber richtet. Einschraenkung von Freiheiten scheint fuer ihn nur eine Rolle zu spielen, wenn es um seine eigene Freiheit geht.


13 0

Re: Sehr beliebt bei PI-News

so wie die meisten Linken nur tolerant sind gegenüber ihresgleichen. Andersdenkende werden schnell abgestempelt als Un-Menschen.
Die Rassismus -Keule hilft jede Debatte abzuwürgen, das Gegenüber zu diffamieren...das macht man gerne mit Personen wie Necla Kelec. dann braucht man keine Argumente mehr. ende der Demokratie.

Im Kampf gegen das "Böse" wird man dann selber intolerant. wieso soll Herr Kaya nicht das selbe machen dürfen?

Re: Sehr beliebt bei PI-News

Herr Kaya IST ein weltoffener und liberaler Mensch. :-)


Gast: j-sin
29.04.2010 18:19
0 28

warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

ich bin selber moslem und letztendlich sollte jeder für sich selber entscheiden was er trägt / nicht trägt. warum verbietet man dann nicht dass leute nackt in der gegend laufen??? Das die Burka ein Symbol der Islamisierung ist ist meiner Meinung nach ein vollkommerner Blödsinn. Derjenige der diesen Bericht geschrieben hat der Herr Cahit Kaya sollte lieber mal den Koran komplett durchlesen (gibt ja auch deutsche übersetzungen) und vl. sollte die presse auch mal einen islamischen theologen zu diesem thema befragen und nicht nur einen der aus dieser ausgetreten ist.
es ist immer einfach bei jedem thema nur die negativen seiten zu beleuchten da ja die mehrheit nur alles schlechte über islam(ismus) hören will, jedoch gibt es auch viele islamische länder wo den christen nicht verboten wird ihre religion auszuüben und wo es auch kirchen gibt wie hierzulande (in österreich werden ja minaretten gleich abwertend angesehen).... in der türkei gibt es viele kirchen und dort beschwert sich keiner über deren aussehen, wie hier zu lande, aber das österreich generell rechts ist, ist ja nichts neues..........

11 0

Re: warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

und in der (politisch) "linken" Türkei würde man sicher kein Problem haben, wenn zigtausende Christen einwandern würden innerhalb weniger Jahre....

Und wenn diese mehr Gleichberechtigung fordern würden? das haben schon mal Christen versucht...Armenier vor 100 jahren..... Nur das die Armenier dort schon lebten vor den Türken...


Antworten Gast: schlÄchter
30.04.2010 09:42
18 0

Re: warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

sg(e) j-sin!

es geht hier nicht darum den islam als religion, als heils- und erlösungdlehre, den koran als gotteswort oder mohammed als propheten negativ darzustellen oder als gegenüber dem christentum abzuwerten oder islamische traditionen an sich zu verbieten.

es geht hier darum die probleme aufzuzeigen die sich ergeben wenn ein politisches system wie die westl. demokratie, die hart und mühsam und mit dem verlust unzähliger menschenleben teuer hier in europa erkauft wurde, die ihre wurzeln und traditionen ihre werte aus dem chritl.-aufgeklärten weltbild schöpft eben mit werten wurzeln, werten und traditionen von neuhinzukommenden konfrontiert werden, die im islam wuzeln. und hier gibt es inkompatibilitäten.
ganz einfach auf den punkt gebracht: das christentum ermöglicht eine säkulare staatsform, der nach dem koran und hadithen ausgelegte islam nicht.
jesus war nur prophest, der sein reich im jenseits sah, mohammed war prophet, poliztiker, feldherr, gesetzgeber, staatsgründer, familienmensch-der eine wesentlich politischere/diesseitige dimmension bewusst in seine heilslehre miteinband.

hier gibt es gräben die mmnn nicht vereinbar sind-und hier ist ein offenbarumngseid jener notwendig die sich in die hier bestehende ordnung neu einbringen wollen: seid ihr bereit die welt.-staatlichen regeln vor religiösen zu stellen und gleiheit aller religionen- keine unterwerfung unter den islam zu akzeptieren ja oder nein. die burka ist ein deutliches symbol für nein.

mfg
s

Re: warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

Natürlich hat man gegen die paar Kirchen nichts einzuwenden. SO kleinlich will man nun doch nicht sein, nachdem man das ganze Land islamisiert hat.

Re: warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

"jedoch gibt es auch viele islamische länder wo den christen nicht verboten wird ihre religion auszuüben und wo es auch kirchen gibt wie hierzulande"

Bitte um eine Liste dieser vielen Länder.

Türkei und Kirchen sind ein eigenes Thema. Neubauten gibt es kaum (ausser in Einzelfällen für Touristengebiete oder zu Alibi-Zwecken).
Beinahe alle Kirchen stammen aus Zeiten, als in der Türkei noch viele Christen lebten – immerhin begann das Christentum hier (in der heutigen Türkei) sich auszubreiten. Bibel lesen. :-)

Siehe auch hierhier:
http://exmuslime.at/publikationen-fuer-und-vom-zde/75-machtsymbol-und-strohhalm-der-linken

16 0

Re: warum lässt man einen ex-muslim dieses thema schreiben

Es ist tatsächlich verboten, nackt herumzulaufen.

Ach ja, pardon, das, was Sie wahrscheinlich als nackt empfinden, ist schon noch erlaubt.

Noch.

Gast: Philosoph
29.04.2010 17:00
15 0

Grundsätzlich guter Kommentar, aber mit kleinen Schwächen

Denn es war ausschließlich die Kirche, die Platon und andere Philosophen in das sogenannte "Mittelalter" herübergerettet haben.
Ohne Klöster gäbe es heute überhaupt keine abendländische Bildung. Ob man das akzeptiert oder nicht, hängt nicht davon ab, ob man Katholik ist oder nicht.

Auch mit dem Begriff "modern" sollte der Kommentator vorsichtig sein. Denn er bedeutet nichts (jede Zeit ist zu sich selbst "modern").

Abgesehen davon: Guter Kommentar!

Antworten Gast: Philosoph
03.05.2010 15:12
8 0

Re: Grundsätzlich guter Kommentar, aber mit kleinen Schwächen

Korrigiere den sinnstörenden Fehler. Es muß natürlich heißen:
"Denn es war ausschließlich die Kirche, die Platon und andere Philosophen in das sogenannte 'Mittelalter' herübergerettet hat."

Gast: bergmann
29.04.2010 16:37
21 0

danke!

danke für diese klaren worte!

bravo!

auch von mir gratulation zu dem wirklich tollen kommentar.

Gast: schlÄchter
29.04.2010 09:16
18 0

sg herr cahit kaya!

...

bravo!

unterschreibe jedes wort, ich bewundere ihren mut+sie haben meine volle unterstützung!

mf+respektvolleng
s.


17 0

eine rote linie ist längst fällig!

soeben auf puls4: die medienreferentin der firma mohammed zog alle register. verschwindende anzahl der burkaträgerinnen, ersatzventil für verängstigte bevölkerung, gegenstrategie für schwindende zustimmung zu afghanistaneinsatz in .de, selbstbestimmung der frau. letztes argument: es gäbe ja soviel anderes zu tun.

in wirklichkeit wollen sie eines nicht, nämlich eine erste rote line gegenüber ihresgleichen.
genau die ist aber längst fällig!

eine anregung im guten:
1)kleidung ist absolute privatsache, was auch sonst.
2)ohne augen-, nasen-, mund- und ohrenfreiheit kein einklagbares anrecht auf soziale und wirtschaftliche interaktion. nie, nirgends, für niemanden.
3)sanktionen auf biegen und brechen - zuallererst für die "käfighalter".

habe übrigens letzte woche - bei einer buchpräsentation von christa chorherr - den herrn baghajati freudig begrüßungsbussis mit einer frau austauschen sehen, der die schamhaare offenbar noch nicht am kopf gewachsen waren. sehr interessant
frau baghajati, die vor jahren schon den einfachen handschlag als zugeständnis an _unsere_ kultur bezeichnete, saß derweil sehr wahrscheinlich daheim bei den kindern und freute sich über die "vorbildliche situation" in at.

ein besonderes in wien wirkendes früchterl (ein herr shaker assem) hat die burka (nicht etwa den niqab) wörtlich als leichentuch für den französischen säkularismus bezeichnet.

wir sollten den aufgezwungenen kulturkampf nicht aus feigheit/dummheit/bequemheit verschlafen!

15 0

Re: eine rote linie ist längst fällig!

Es geht nicht an, wenn etwas verboten wird WEIL es religiöse Gründe hat (selbst wenn die nur Vorwände sind). Genau das soll die Religionsfreiheit verhindern - und zwar zu recht.

Das macht das Burkaverbot so schwierig. Die Argumentation man müsse die Burka verbieten weil sie ein Symbol der Islamisierung sei gefällt mir nicht, weil sie eben die Burka nicht verbietet weil die Burka selbst schädlich ist, sondern als Stellvertreterlösung für ein anderes Problem, das man nicht fassen kann oder will.
Anders sieht die Sache aus, wenn man die Burka tatsächlich als solche kritisiert, weil sie eben die Frau tatsächlich unterdrückt, weil ohne Gesichter kaum Teilhabe an der Gesellschaft möglich ist.
Dann gibt es zwar immer noch das Problem der (schwer prüfbaren) Freiwilligkeit, aber dann dreht sich die Diskussion wenigstens um die Burka selber. Gleiches beim Zwang zur Burka. Schwer zu beweisen, aber fraglos untragbar.

Man darf eben nicht Praktiken für schlecht erklären, weil der Islam(ismus) so schlecht ist, sondern muss umgekehrt die Schlechtigkeit des Islam(ismus) nachweisen, indem man die Schädlichkeit (mancher/vieler) seiner Praktiken nachweist.

Der Staat darf die Religionsausübung nicht gezielt behindern, aber ich sehe auch keinen Grund, wieso er sie aktiv fördern sollte. Genau das tut er aber, wenn er religiösen Gruppen vor Kritikern schützt, ihnen Sonderrechte einräumt und ihnen Dinge durchgehen lässt, die mit anderer Begründung nicht toleriert werden würden.

17 0

Re: Re: eine rote linie ist längst fällig!

Natürlich ist es bloß ein hilfloses Herumdoktorn an unappetitlichen Symptomen einer unakzeptablen, moralisch vollkommen bankrotten Ideologie.

Sie genießt leider besonderen Schutz als so genannte Religion.

Das wird uns noch viel Freude bereiten.


Antworten Antworten Antworten Gast: Males
04.05.2010 17:01
0 13

Re: Re: Re: eine rote linie ist längst fällig!

"moralisch vollkommen bankrotten Ideologie", sagte er während eure Frauen ihre Körper für Geld verkaufen, eure Eltern ihr Lebensabend vereinsamt in Altersheime verbringen und eure Kinder für Geld verkauft und gekauft werden. finde ich lustig...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: __
03.06.2010 00:41
3 0

Re: Re: Re: Re: eine rote linie ist längst fällig!

Frauen ihre Körper für Geld verkaufen?
Na und, dann sollen sie doch, wenn dies ihnen gefällt. Im Islam ist es genau das selbe, einfach sind sie dann für eine gewisse Zeit mit einem Mann "verheiratet" und werden dafür bezahlt!
Eltern ihr Lebensabend vereinsamt in Altersheimen verbringen? Nicht bei allen.
Kinder für Geld verkauft und gekauft werden?Nicht dass ich wüsste. Aber Kinder Zwangsverheiraten ist nicht viel besser.

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