Blattlinie: Stronachs Hausfrauen

Eine Klarstellung zu Stronachs Hausfrauen- Theorem und ein paar Empfehlungen.

Noch nicht einmal offiziell im Amt (erst mit September) und schon muss ich mich entschuldigen. Oder zumindest ein Missverständnis aufklären. In der vergangenen Sonntagsausgabe verwendete ich den Begriff „Hausfrauen-Liberalismus“ im Zusammenhang mit Frank Stronach im Kommentar auf Seite eins. Zwei erboste E-Mails und wütende Postings im Netz waren die Folge. Mit dieser Formulierung hätte ich Frauen, die sich für die Arbeit zu Hause entschieden hätten, herabgewürdigt. Das war aber nicht meine Intention, sondern eine Anspielung auf einen sehr schlichten Vergleich, den Stronach gern verwendet und der so lautet: Jede Hausfrau wisse, dass sie nicht mehr Geld ausgeben könne, als sie Haushaltsgeld zur Verfügung habe. Bei Staaten sei das genauso. Franks nobelpreisverdächtiges Hausfrauen-Theorem eben.

Daher eine kleine Klarstellung: Als Vater zweier Kinder weiß ich, wie erholsam der Bürojob im Vergleich zum Familien- und Kindermanagement sein kann. Aber das klingt jetzt vermutlich auch irgendwie gönnerhaft und/oder vorgestrig. Sie sehen, aus dieser komischen Ecke komme ich nicht mehr raus, daher noch schnell ein paar aktuelle Empfehlungen: Freitagnacht ging Apple als Sieger aus dem Patentstreit mit Samsung hervor, Gerhard Hofer fasst den spannenden Wirtschaftskrieg zusammen. Filmkritiker Christoph Huber hat Regiemeister Michael Haneke zum Gespräch über seinen preisgekrönten neuen Film „Amour“ getroffen, der demnächst ins Kino kommt. Und Erich Kocina zieht eine Bilanz des digitalen Fotosommers 2012, der von einer ganz eigenen Instagram-Ästhetik geprägt war.

Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Ab 8.September erscheint jeden Samstag „Die Presse Kinderzeitung“, die Leser zwischen sechs und zwölf über das Weltgeschehen informieren wird. Details unter: diepresse.com/kinderzeitung.

rainer.nowak@diepresse.com
diepresse.com/blattlinie

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2012)

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