12.02.2012 02:18 | Meine Presse Merkliste0

Wenn die Freiheit ganz leise Ade sagt

19.06.2010 | 18:25 |   (Die Presse)

Diskriminierung ist schlecht, Antidiskriminierung ist gut. Aber wenn die Antidiskriminierung zur unwidersprochenen Staatsideologie der EU wird, bleibt der freie Mensch irgendwann auf der Strecke. Dass kaum einer darüber redet, beunruhigt.

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Erstaunlich ist vor allem die Stille: Da wird in der EU seit dem Jahr 2008 eine Richtlinie ins Rennen geschickt, die weiter und tiefer in die Privatautonomie des einzelnen Bürgers eingreift als jemals zuvor in der Geschichte der Europäischen Union – und kaum jemand erfährt davon. Die Minister in den Ratssitzungen (für Österreich zunächst Buchinger und Marek, später Stöger und Hundstorfer) erzählen zu Hause so gut wie nichts. Das Europäische Parlament verschärft den Entwurf noch und beschließt ihn am 2. April 2009. Aber auch das bleibt unkommentiert: Am Tag nach der Abstimmung gibt es in Wien einzig eine von niemandem beachtete Presseaussendung der SPÖ, drei Wochen später schreibt die „Presse“ hundert Zeilen darüber. Und das war's. Sonst keine Debatte, keine Zeitungsartikel, nichts.

Das ist in den meisten Ländern der EU so. Kaum jemand nimmt die sogenannte 5. Gleichstellungsrichtlinie, Ordnungszahl „KOM(2008) 426“, wahr. Mit Ausnahme Deutschlands, denn die dortige Bundesregierung verweigert hartnäckig und einsam die nötige Zustimmung zu dieser „Richtlinie zur Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung ungeachtet der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung“. Vor allem FDP und CSU befürchten eine überbordende Antidiskriminierungsbürokratie und sehen einen schwerwiegenden Eingriff in die Vertragsfreiheit der Wirtschaftstreibenden. Nur deswegen gilt KOM(2008) 426 noch nicht.

Egal, ob man für oder gegen die Richtlinie ist, sie ist jedenfalls ein Meilenstein, der auch als solcher in den öffentlichen Diskurs gehört hätte. Denn sie gebietet erstmals auch Privatpersonen, im geschäftlichen Verkehr niemanden aufgrund von Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Ausrichtung zu diskriminieren. Es gilt zwar die Einschränkung, dass es da nur um Güter und Dienstleistungen geht, die „der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, aber was das genau heißt, darüber besteht keine Einigkeit. Es ist ziemlich klar, dass bei der bloßen Vermietung eines Zimmers in der Privatwohnung auch künftig der Vermieter sagen darf, dass er niemanden will, der älter ist als 20. Aber die christliche Pensionswirtin ist in Zukunft wohl schadenersatzpflichtig, möglicherweise sogar strafbar, wenn sie Richard Dawkins oder zwei verliebten Männern kein Zimmer geben will. Desgleichen der moslemische PR-Berater, der sich weigert, für H.C. Strache eine Kampagne zu entwerfen.


An sich eine gute Sache. Nur im Ausmaß, nicht in der Sache ist das neu. Seit der Jahrtausendwende hat die EU-Kommission schrittweise die Antidiskriminierung ausgebaut, und die Mitgliedsstaaten haben im nationalen Recht nachgezogen: Zuerst ging es nur um die Gleichberechtigung der Frauen und um ethnische Diskriminierung – und nur in der Arbeitswelt. Das waren, in der Ausdrucksweise des deutschen Verfassungsrechtlers Matthias Jestaedt, „Testläufe“. Nachdem diese ohne nennenswerte Opposition umgesetzt werden konnten, wurde Schritt für Schritt der Kreis der geschützten Gruppen und der Wirkungskreis der Antidiskriminierungsgebote „privatrechtsinvasiv“ ausgedehnt, also mit immer weiteren Einschränkungen in Bereichen, für die bisher der Grundsatz der Vertragsfreiheit und der Privatautonomie galt.

Die 5. Gleichstellungsrichtlinie ist also nur der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, an die wir uns sehr schnell gewöhnt haben. Die Wasserscheide war der EU-Vertrag von Amsterdam, der 1999 mit dem neuen Artikel 13 des EG-Vertrages dem Rat (also der Versammlung der nationalen Fachminister) die Kompetenz eingeräumt hat, „Vorkehrungen zu treffen, um Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen“.

Diese Kompetenz, von der EU-Kommission etwas unbeholfen als „Quantensprung nach vorne“ bezeichnet, hat bereits zu einer Fülle von Richtlinien und nationalen Gesetzen geführt. Nicht nur im Bereich der öffentlichen Verwaltung, des Handels- und des Privatrechts, sondern auch im Strafrecht. Aktuell ist dazu die ebenfalls nicht stattfindende Debatte über die Erweiterung des Verhetzungsparagrafen des österreichischen Strafrechts. Auch dieser wird – der Nationalrat hat das Anfang Juli auf der Agenda – stufenweise ausgedehnt und soll künftig jeden mit zwei Jahren Haft bedrohen, der eine der im Artikel 13 genannten Gruppen verächtlich macht. Kaum wer spricht darüber.

Vielleicht auch, weil das Anliegen ja eine gute Sache ist. Kein anständiger Mensch wird Diskriminierung befürworten. Aber nicht zuletzt weil „Diskriminierung“ so viel bedeutet wie „ungerechtfertigte Ungleichbehandlung“ und die Frage, was „ungerechtfertigt“ heißt, bei Weitem nicht eindeutig beantwortet ist, ist die fortschreitende Vergesetzlichung von Anstandsregeln eine beunruhigende Entwicklung, die durch die Stille, in der sie abläuft, nur noch gespenstischer wird. Auch früher schon wurden Grundrechte wie die der Vertragsfreiheit oder der freien Meinungsäußerung eingeschränkt – niemand durfte sich als Sklave verkaufen, und bis 1997 war etwa die „Werbung für Unzucht mit Personen gleichen Geschlechts“ mit sechs Monaten Haft bedroht. Aber solche Einschränkungen waren damals heftig umstritten und gerade von progressiveren Kräften oft als unzulässige Einschränkung der individuellen Freiheit und als Ausdruck der Zwangsmoral der Herrschenden kritisiert worden. Heute scheint die fortschreitende Einengung der Freiheit so selbstverständlich zu sein, das man darüber nicht einmal mehr reden muss.


Neue Staatsideologie? Liegt womöglich bei der Antidiskriminierung das vor, was der Großvater des deutschen Verteidigungsministers Guttenberg (ebenfalls Politiker) über den Nationalismus gesagt hat: „die Pervertierung einer guten Sache in eine Ideologie“? Eine Ideologie, der von vernünftigen Leuten umso weniger gern widersprochen wird, weil man sich dabei die denkbar unsympathischsten Bundesgenossen einhandelt, nämlich den braunen Bodensatz, dem zum Thema Meinungsfreiheit vor allem die Auschwitzlüge einfällt.

Oder liegt der mangelnde Widerspruch auch am heiklen Punkt der „sexuellen Orientierung“ in einer Zeit, in der niemand sich dem Verdacht der Homophobie aussetzen will? Dabei ist hier– oft unausgesprochen – eine Hauptreibungsfläche. Auf der einen Seite gehören diverse LGBT-Lobbygruppen (Lesbian, Gay, Bi, Transgender) zu den aggressivsten und hartnäckigsten Betreibern gesetzlicher Antidiskriminierungsvorschriften, und man kann's verstehen. Doch auf der anderen Seite sorgen gerade ihre Aktivitäten für besonderes Unbehagen. Geht es hier doch nicht nur um Merkmale, sondern auch um Verhaltensweisen, deren Ablehnung als Diskriminierung gebrandmarkt wird.

Für die einen ist etwa eine sexuelle Partnerschaft zwischen zwei Männern eine Lebensweise, die man – etwa aus religiösen Gründen, aber vielleicht auch nur aus einem „Bauchgefühl“ – ablehnen kann und nicht gutheißen muss. Schwuler Sex sei ja nicht Schicksal, sondern selbstgewählt. Für die anderen ist das aber auch Teil der Diskriminierung, weil man nicht die Neigung und die sich aus ihr ergebenden Lebensweisen getrennt bewerten könne. Man könne ja auch nicht einen Behinderten akzeptieren, seine Behinderung aber nicht.

Daraus ergeben sich zwangsläufig Konflikte, die auch dadurch Sprengkraft entwickeln, weil viele LGBTs über ein beträchtliches Entrüstungspotenzial und professionelle PR-Arbeit verfügen. So hat etwa der konservative britische Abgeordnete Chris Grayling im jüngsten Wahlkampf ordentlich Prügel einstecken müssen, weil er in einem privaten Gespräch erklärt hatte, dass ein Bed-&-Breakfast-Betreiber die Wahl haben sollte, wen er in sein Haus aufnimmt. Eine Reihe von Lobbygruppen verlangte daraufhin wütend seinen Rücktritt. So weit kam es zwar nicht, aber Grayling, der zuvor die vielversprechende Position des Schatten-Innenministers hatte, fand sich nach der Wahl nur als Unterläufel im Arbeitsministerium wieder.

Nicht nur die LGBT-Aktivisten, auch die Sorge um die Akzeptanz von Einwanderern aus dem Mittleren Osten ist ein Treiber der Entwicklung und ein Grund, warum die Sache gern tabuisiert wird. Auch hier zeigt sich der Trend, dass Antidiskriminierung immer weiter gefasst wird – immer mehr wird auch verpflichtende vorbeugende Arbeit eingefordert. Das geht etwa in Großbritannien, dem Vorreiterland, so weit, dass sämtliche rassistische Vorfälle in Schulen und Kindergärten (auch zwischen den Kindern!) den Behörden gemeldet werden müssen.


„Your horse is gay.“ Der Generalverdacht der Diskriminierung wird dabei durch das Prinzip der Beweislastumkehr verstärkt: Nicht der Diskriminierte, sondern der Beklagte muss beweisen, dass er nicht diskriminiert hat. Ein Arbeitgeber, der sich zwischen einem Moslem, einem Behinderten und einer Frau entscheiden muss, die alle gleiche Qualifikationen mitbringen, kann da ganz schön in der Tinte sitzen und tut gut daran, alle Unterlagen gut aufzuheben. Auch Überreaktionen der Behörden, die präventiv tätig werden sollen, nehmen zu. Berühmt geworden sind etwa die Verhaftung eines Briten, der zu einem berittenen Polizisten gesagt hatte: „Officer, do you know your horse is gay“, und die Beschwerde einer Polizeischüler-Anwärterin, die bei der Aufnahmeprüfung durchgefallen war, weil sie erklärt hatte, in Notfällen würde sie ihren Sergeant um „seinen“ Rat fragen, statt um „seinen bzw. ihren“ Rat. Noch ist dergleichen die Ausnahme und nicht die Norm.

Im Grunde geht die Sache aber weit über Aktivistengruppen und deren Lobbying-Arbeit hinaus. All jene, die gern Regeln für das Wohlverhalten der Menschen aufstellen und der Gesellschaft den Weg weisen wollen – also etwa für Universitätsassistenten und EU-Legisten– haben hier einen Maßstab an der Hand, der perfekt auf die pluralistische Gesellschaft passt, der einzige denkbare gemeinsame Wertmaßstab für Menschen, die keine gemeinsamen Wertmaßstäbe mehr haben. Ein Kodex, der allen auf die drängende Frage „Bin ich anständig, einer von den Guten?“ eine Antwort geben kann. Dieses Prinzip lautet: Alles tolerieren außer die Intoleranten, alles gleichbehandeln außer die Ungleichbehandler und nichts unterdrücken außer die Unterdrücker!


Pluralistischer Über-Wertmaßstab.Das ist ein wunderbarer Grundsatz. Er ist nicht nur Individualisten angemessen, sondern hat auch viel Charme für Kollektivisten, die nach der Diskreditierung des Marxismus endlich wieder ein Aktionsprinzip haben, das darauf abzielt, unterdrückte Gruppen gegen ihre unterdrückenden Gruppen zu stärken. Eklatante Ungereimtheiten müssen halt übersehen werden, wenn etwa der schwarze Millionär als vom weißen Hilfsarbeiter unterdrückt verstanden wird und man also in der Praxis Diskriminierer und Diskriminierte gar nicht mehr sauber trennen kann.

Es ist allerdings auch ein Prinzip, das weitaus liberaler klingt, als es in der Praxis ist. Denn weil jeder Mensch Unterscheidungen trifft und viele davon aus dem Bauch, ist letztendlich jeder Mensch ein Ungleichbehandler. Vor allem dann, wenn die Sache immer mehr Züge des Tugendterrors annimmt und es nicht mehr reicht, auf aktive Herabsetzung von anderen zu verzichten – so wie es bei den konvertierten Juden im Spanien des 15. Jahrhunderts nicht mehr ausreichte, am Sonntag in die Kirche zu gehen, sondern geprüft wurde, ob man denn auch mit echter Begeisterung mitsingt. Das Prinzip der Antidiskriminierung eignet sich wie jedes absolute Prinzip für die Errichtung einer totalitären Vernaderergesellschaft, und das umso mehr, als es die Ausrede liefert, aus edlen Gründen zu vernadern.

Das mag für manche weit hergeholt erscheinen. Aber das wäre vor zwanzig Jahren auch die Idee gewesen, dass die Redefreiheit ein geringeres Recht ist als das Recht, nicht aufgrund einer besonderen Eigenschaft gekränkt zu werden. Nicht die einzelne Regelung, sondern der Trend mit unabsehbarem Ende ist besorgniserregend. Denn die Antidikriminierung ist für Bürokraten und Geisteseliten nicht nur deshalb ein so wunderbarer Maßstab, weil man so viele Menschen damit erziehen kann, sondern auch, weil man es im Namen so vieler Menschen applizieren kann.

Schon jetzt gehören etwa in Großbritannien 73 Prozent der Bevölkerung benachteiligten Gruppen und Minderheiten an. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Kleine Menschen zum Beispiel haben statistisch erwiesen schlechtere Chancen auf Spitzenjobs. Warum darf ich einem Dunkelhäutigen nicht einen Job verweigern, einem Rothaarigen aber schon? Und was ist mit der größten Gruppe der täglich völlig ungeniert herabgesetzten Menschen, nämlich den Übergewichtigen? Und warum schreibt noch niemand uns Zeitungen vor, dass Menschen aus benachteiligten Gruppen genau so oft vorkommen müssen wie Mainstream-People?

Am Ende dieses Prozesses steht dann vielleicht die perfekte Gesellschaft. Auf der Strecke ist dann allerdings die kleinste, schwächste und gefährdetste Minderheit geblieben: der einzelne Mensch in seinen Unvollkommenheiten, mit seinen ganz persönlichen Ideosynkrasien, aber auch mit seiner ganz persönlichen Freiheit, sein patschertes Leben so zu leben, wie er es für richtig hält. Das macht es so unverständlich, dass keiner darüber redet. Nicht einmal die, die dagegen sind, wie zum Beispiel die ÖVP-Mandatare, die im EU-Parlament gegen KOM(2008) 426 gestimmt haben, aber zu Hause kein Wort darüber verloren haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2010)

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25 Kommentare
 
1 2
Gast: Diminius
24.08.2010 12:09
0 0

Quotenregelung

Ein Antidiskriminierungsgestz hilft niemanden wirklich. Nehmen wir zum Beispiel die geforderte Frauenquote heran. Diese Regelung ( oder soll es ein Gesetz werden ) ist ein doppelschneidiges Schwert. Einerseits ermöglicht es Frauen eine hohe Position zu erreichen ( was grundsätzlich nicht abzulehnen wäre ), aber anderseits gibt es dann Frauen die nur wegen der Quote diese Position inne haben( selbst wenn sie nicht die Notwendige Qualifikation besitzen). Ich bin gegen zu starke eingriffe der Regierung in die Wirtschaft, denn Beeinflussungen der Wirtschaft haben uns die Wirtschaftkriese beschert.

Gast: glaub_nix
03.07.2010 08:56
1 0

Eine Förderung zum Schutze der Verlogenheit im Lande..

kommt mit diesem Gesetz durch die Hintertür, weil auch die Wahrheit wird damit als "Verhetzung" strafbar und das erscheint bedenklich!

Wie die Verurteilung in Graz gezeigt hat, war da kein Wahrheitsbeweis zulässig und daher war eine Verurteilung wegen "Verhetzung".

Ein Lügenland mit gesetzlichem Schutz so zu sagen!

Gast: watchers
02.07.2010 15:22
0 0

Die EU ist das perfekte .........

Gegenstück zu König Midas. Alles was die EU angreift wird nicht zu Gold sondern zu
Mist.

Nieder mit der EU !

Steininger
01.07.2010 08:59
0 0

Ich habe gestern ein langes Posting hier verfasst.

Zwar kritisch aber durchaus korrekt.

Offenbar war es nicht genehm.

Das ist wohl die Art von Meinungsfreiheit um die es dem Kommentator hier geht.

raeter
28.06.2010 19:46
1 0

Antidiskriminierung ist Diskriminierung mit einem Anti davor

Antidiskriminierung ist totalitär!

Gast: franz 1234
24.06.2010 11:24
3 0

Vielen, vielen Dank.


Gast: X.X.
23.06.2010 12:16
4 0

Die totale Antidiskriminierung ?

Das Problem ist hier wirklich die Grenzziehung. Strenggenommen ist jede persönliche Vorliebe eine Diskriminierung weil sie selektiv ist. Der (die) VermieterIn welche z.B. bestimmte Merkmale persönlich bevorzugt, wie z.B. Jugend, ist natürlich strenggenommen ungerecht weil Personen nach Merkmalen ausgesucht werden für die sie nichts können. Trotzdem würde ich dafür eintreten, dass ein(e) buddhistische(r) VermieterIn sich eine(n) buddhistische(n) UntermieterIn suchen darf (Autor ist n i c h t Buddhist!). Und ebenso Alte oder Junge, Frauen oder Männer, und sogar Brünette oder Rothaarige. Antidiskriminierung im öffentlich Bereich ist sinnvoll, diese auf den privaten Bereich ausdehnen zu wollen kann möglicherweise kontraproduktiv sein.

norab
22.06.2010 12:29
1 1

Am Ende dieses Prozesses steht dann vielleicht ....

"Am Ende dieses Prozesses steht dann vielleicht die perfekte Gesellschaft. "

Das Ende kennen wir: Am Ende ist nicht die perfekte Gesellschaft sondern der Untergang. Das alles steht geschrieben und wir sind Zeitzeugen dieser Vorgänge. Die EU wird zur Diktatur. Es wird das Böse die Oberhand gewinnen. In allen Bereichen. Gerechtigkeit? 4get it! Kriege, Seuchen Hungersnöte, exzessive Perversionen (sie bahnen sich ja immer lautstarker an), dazu Umweltkatastrophen, Erdbeben, Sturmfluten(wir sehen es vor unseren Augen), totale Kontrolle, Weltwährung, Weltregierung, Weltreligion (Antichrist)... es steht geschrieben!

Was DU tun kannst? Schau, dass du versöhnt bist mit Gott! Da hier hilft dir keiner! Bringe deine Sache mit Gott in Ordnung am besten noch HEUTE!

Sperrstund´is´!

Mathäus 24, Lukas 21, Offenbarung....

Weisst du was Schuld ist? Lügen, Betrügen, Ungehorsam, Götzendienst, Hurerei, Ehebruch, Mord...
Darum sind ALLE Menschen gleich! ALLE Menschen sind Sünder und haben NICHTS vorzuweisen, was Gott gefallen könnte! Römer 3, Vers 23

Jeder wird von seinem Gewissen angeklagt. Ständig wollen sie etwas "haben". Sie vertragen keine Stunde der Stille. Ständig müllen sie sich mit allem möglichen voll und jagen von einem Ort zum anderen. Sie kommen unbefriedigt und leer von überallher zurück. Momentane Gefühle sind subjektiv.

Jesus sagte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater (Gott) alls nur durch mich. Johannes 14,6

http://www.GottKennen.AT

Das Gegenteil von gut gemacht ist halt

gut gemeint…

Gast: casper g zehner
21.06.2010 09:06
1 9

ab zu billa

entschuldigen Sie, aber eine 2-seitige "debatte" zu führen mit der "argumentation", sich auf das "bauchgefühl" zu berufen, ist ein intellektuelles und ethisches armutszeugnis - Sie sollten besser für billa als "hausverstand" werben

Antworten Gast: bap
21.06.2010 12:56
5 0

Re: ab zu billa

Einen zweiseitigen Artikel der sich um Verständnis und Ausgewogenheit bemüht, anhand einer Bemerkung herunterzumachen, macht nicht einmal mehr für die Billawerbung fähig.
Offensichtlich sind Sie nicht einer Meinung mit dem Autor, viel interessanter als ihre Polemik währen ihre Gründe. Vieleicht erklären sie sie ja noch.

Kopf
20.06.2010 22:41
16 1

Danke

vielleicht der beste Artikel, den ich in der Presse gelesen habe. Danke.

Und dazu passend:

http://www.andreas-unterberger.at/2010/06/skandal-europarat-abschaffen/

Wir bewegen uns tatsächlich in Richtung einer Diktatur der political correctness; wer ausschert, wird einfach geklagt.


Knieriem
20.06.2010 22:02
21 3

Wenn die Freiheit ganz leise Ade sagt?

Ja, und es passiert nicht einmal leise! Ich bin ein Unanständiger! - und ich bin stolz darauf! Ich hasse es, wenn mir irgendwer sagen möchte, was ich denken oder sagen darf, und wie ich zu handeln habe! Ich hasse alle Gesetze, die die freie Meinungsäußerung unterbinden und ich verabscheue jene, die sich als gut darstellen und denen es eigentlich nur darum geht, politische Gegner, Aufmüpfige und frei Denkende mundtot zu machen. Ich kann, mit Verlaub, gar nicht so viel fressen, wie ich speiben möchte, wenn die modernen, heuchlerischen und selbstgefälligen Pharisäer, auftreten und salbungsvoll gegen Diskriminierung und Verhetzung, what ever, auftreten. Kein Mensch hätte sich noch vor zwanzig Jahren vorstellen können, daß unsere modernen, freien Gesellschaften unter dem Diktat der Großinquisitoren der politischen Correctness leiden werden und die Freiheit der der Rede, ja des Denkens Stück für Stück zerstört wird. Ich warte nur auf die ersten Prozesse gegen Märtyrer der freien Gedankens!

20 1

Chapeau, Herr Prüller!!!

Diese Sorte von Artikel sind es, die die Presse noch immer lesenswert machen!

Cicero
20.06.2010 18:24
0 1

Gurkenkrümmung, ein wenig brandgefährliche Sache?

Eine andere vernünftige Lösung für ein bestehendes Problem hat zwar kein Desaster wie die Glühlampenlösung ausgelöst, dafür aber für mächtigen Spott und Hohn für die EU gesorgt.

Die Krümmung der Gurken.

Die Idee, das zu reglementieren ist nicht der EU gekommen, es war der Gemüsehandel, der das verlangt hat und das sogar so richtig vernünftig.

1) Wenn der Gemüsehandel international laufen soll, braucht es internationale Regelungen. Also ist für jede gewünschte Regelung jedenfalls die EU einzuschalten.
2) Aus Transportgründen müssen die Gurken in Kartons verpackt werden.
3) Nur wenn Gurken gerade und nicht unterschiedlich gekrümmt sind, haben in einem Karton bestimmter Größe eine gleichbleibende, bestimmte Anzahl Gurken Platz.
4) Der Gemüsehandel kann also x Karton Gurken auf den Weg bringen, ohne die Gurken vorher zählen oder wiegen zu müssen. Sehr vernünftig!

Die EU war bereit da mitzuspielen. Besser hätte sie das gemacht, was sie voriges Jahr machte, sie nahm die Richtlinie Gurkenkrümmung wieder zurück, mit anderen Worten sie hätte von Anfang an nicht mitmachen sollen.

Wenn der Gemüsehandel eine bestimmte Lösung für seine Probleme anstrebt, dann soll er sie bitte selbst machen, es sind doch sowieso alle in Kammern, Verbänden und Genossenschaften organisiert.

Eben, wie vorhin schon festgestellt, alles reglementieren zu wollen ist brandgefährlich.

Gast: Nick
20.06.2010 18:00
1 5

Kein Zimmer für Dawkins?

Die Zimmerwirtin, die Dawkins ein Zimmer verweigerte, wäre aber in der Tat nicht sehr christlich, Herr Prüller. Und wer Sorge hat, wers mit wem wie treibt, sollte am besten überhaupt keine Zimmer vermieten.
Und ein bisschen hysterisch sind wir schon: Bei "positiver" Diskriminierung in der Jobvermittlung für Freunde und Neffen von Politikern oder Unternehmer haben sich die Proteste der Tüchtigmenschen bisher immer sehr in Grenzen gehalten.

Antworten Gast: szandor
26.06.2010 01:03
0 1

Kein Zimmer für Dawkins?

was das zimmervermieten angeht kann ich ihnen nur zustimmen!
dem artikel haette es hingegen nicht geschadet, wenn er sich ernstzunehmend mit den diskriminierungen gegen die sich solche gesetze richten beschaeftigt haette anstatt diese als sich ein bisserl "gekränkt" fühlen abzutun, grob zu generalisieren & parallelisieren, gesellschaftliche diskriminierungsstrukturen gegeneinander auszuspielen und auf ein "bauchgefuehl" zu reduzieren. das waere innovativer gewesen als klagegesaenge ueber die sich in hoechster gefahr befindende handlungs-, rede- und sonstige freiheit des "schwächsten und gefährdesten" einzelnen menschen, der jetzt nicht mehr nach "bauchgefuehl" beliebige minderheiten ungleichbehandeln darf.

und wenns schon um freiheit geht, dann sollte bitte auch erwähnt werden, dass diskriminierung va. insofern mit freiheit zu tun hat, als dass die diskriminierten dadurch weniger freiheit haben. und auf freiheit auf kosten anderer verzichte ich liebend gerne, mein "bauchgefuehl" gebietet mir naemlich zum glueck nicht, bestimmte bevölkerungsgruppen abzulehnen, weil sie es irgendwie mit irgendwem treiben, an irgendwas glauben, usw.

loben moechte ich aber die erkenntnis des autors, dass zb. übergewichtige täglich völlig ungeniert herabgesetzt werden, das ist naemlich tatsaechlich eine schweinerei - bloss, ein mieses verhalten gegen ein anderes mieses verhalten (zb rassismus) rhetorisch auszuspielen laesst mir keins der beiden weniger mies erscheinen

Cicero
20.06.2010 17:55
2 0

Alles reglementieren zu wollen ist brandgefährlich!

Das hier beschriebene Problem ist ein grundsätzliches in der EU, das noch keine Lösung erkennen läßt.

In einem anderen, wesentlich einfacheren Bereich ist das Problem besonders deutlich erkennbar. Das Desaster mit den Glühlampen.

Da stürmen die Grünen Europas einheitlich für das Energiesparen. Wer kann da schon dagegen sein.

Also beschließt der zuständige Ministerrat, Energiesparen muß sein. Gut so!

Die Kommission wiederum hat den Auftrag, den sie keinesfalls vernachlässigen darf, die Beschlüsse der Ministerräte umzusetzen.

Nun, ganz deutlich kann man (massenhaft) Energie sparen, wenn man die herkömmlichen Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt. Das volle Desaster ist da! Dabei geht die Kommission sowieso nur schrittweise vor, weil es ja einer Umstellung in der Wirtschaft bedarf und die kann man nicht von einem Tag auf den anderen bewerkstelligen.

Jetzt aber kann keiner mehr zurück. Die Kommission kann nicht sagen, wir lassen die Glühlampe wieder zu, denn dann verletzt sie ganz deutlich ihren Auftrag. Ebenso wenig hätte sie sagen können, Energiesparen ja, aber nicht bei den Glühlampen. Der Ministerrat kann auch nicht zurück, denn Energiesparen ist jedenfalls sinnvoll. Das EU-Parlament hätte Einspruch erheben können. Wie das aber, wenn alle der richtigen Meinung sind, Energiesparen ist in?

Tatsächlich ist keine Vorgangsweise erkennbar, wie man derartige Fehlentwicklungen verhindern kann.

Außer man verzichtet darauf, alles reglementieren zu wollen! Da gibt es Diskussionsbedarf!

leokoller3
20.06.2010 17:25
5 0

NINETEEN EIGHTY-FOUR

"He gazed up at the enormous face. Forty years it had taken him to learn what kind of smile was hidden beneath the dark moustache. O cruel, needless misunderstanding! O stubborn, self-willed exile from the loving breast! Two gin-scented tears trickled down the sides of his nose. But it was all right, everything was all right, the struggle was finished. He had won the victory over himself. He loved Big Brother."

10 0

Erschreckend, was uns droht

Dieser Artikel erscheint mir wie die Beschreibung einer Apoklaypse. Zu vergleichen mit der Diktatur unter Stalin.
Jedenfalls recht herzlichen Dank an die Presse und Herrn Müller für diesen Artikel. Auch ich wurde erst dadurch auf diesen EU- Beschluß aufmerksam.
Ich habe aber schon länger das Gefühl, wir erleben bereits die Diktatur der Minderheiten.
Ich hoffe, dass der Bevölkerung noch früh genug die Augen aufgehen, was ihr hier droht.

3 0

Re: Erschreckend, was uns droht

Natürlich Dank an Herrn Prüller, bitte um Nachsicht!!!!!

22 0

Der überfällige Ausbruch aus der Schweigespirale.


Danke, Herr Prüller, für diesen hervorragenden und zugleich dringend notwendigen Artikel!

Bereits der Titel "Wenn die Freiheit ganz leise Ade sagt" transportiert einen Gutteil der Problematik - nämlich für schützenswerte Interessen nicht mehr einzustehen, falls man dabei breiten oder zumindest lauten Widerstand vermutet.

-- "Da die meisten Menschen Isolation scheuen, neigen sie dazu, sich mit öffentlichen Äußerungen zurückzuhalten, wenn sie merken, dass sie mit ihrer Meinung empörten Widerspruch, Lachen, Verachtung oder ähnliche Isolationsdrohungen auf sich ziehen. Umgekehrt werden diejenigen, die mit ihrer Meinung Beifall finden, diese ohne Furcht und gegebenenfalls laut vertreten. Dadurch verstärken sie zugleich die Isolationsdrohung gegenüber den Anhängern der Gegenposition.

Ein Spiralprozess setzt ein, der dazu führt, dass das eine Meinungslager immer lauter und selbstbewusster wird und das andere mehr oder weniger verstummt." - Zitatende -

Diskriminieren bedeutet unterscheiden, ohne Unterscheidung gibt es kein Denken, ohne Denken existiert kein menschliches Handeln, ohne menschliches Handeln verkommen wir zur hirnlosen, zähflüssig dahingleitenden stummen Masse. Wer nicht ablehnen darf, kann ebenso wenig frei zustimmen.

Wer sich dieses Recht auf freie Zustimmung und freie Ablehnung ohne Widerstand nehmen läßt, ist bereits jetzt Teil dieser entmenschlichten Masse. Das zu erkennen mag schockierend sein, zugleich ist es ungemein heilsam.

Gast: Addendum
20.06.2010 10:03
9 0

Zusätzlich ist darauf hinzuweisen,

daß die personelle und ideologische Ausrichtung der sogenannten Eliten und Entscheidungsträgen eine völlig einseitige, gegen den "Normalo" der inländichen Restbevölkerung gerichtete Auslegung und Anwendung garantiert.

Niemand faßt es als Diskriminierung auf,
wenn öffentliche Institutionen und NGO zwar jede Menge Aufwand und Mühe für Integration und Resozialisisation migrierter Täter, aber keinen Groschen für inländische Opfer übrig haben,
wenn indigene Kinder von öffentlichen Spielplätzen de facto ausgeschlossen werden oder für deren Benützung Schutzgeld bezahlen müssen,
wenn in Schulen und Freizeiteinrichtung Indigene durch ausländische Banden belästigt oder gleich überfallen werden,
wenn bei Vergaben von Posten, Wohnungen und Subventionen der Fremde gegenüber dem Indigenen bevorzugt wird
.... (lange Liste)
Da hat die Nichtdiskriminierung ein jähes Ende...

Gast: mens sana
20.06.2010 03:52
2 0

Totalitarismus

Kritik an der Antidiskriminierungsrichtlinie ist fuer den Kritiker offenbar bereits jetzt so gefâhrlich, dass der Autor des obigen Artikels vorsichtshalber nicht bekannt gegeben wird.

Weit sind wir gekommen...

6 0

Re: Totalitarismus


Ihre Sorge wirkt berechtigt, ist in diesem Falle jedoch überhöht weil vermutlich einem Versehen geschuldet. Die Printversion listet offen Hrn. Michael Prüller als Autor - jenen Redakteur, der auch sonst jeden Sonntag die Glosse "Cultureclash" mit Lesenswertem füllt.

 
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