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Burka vs. Schottenrock

07.01.2012 | 18:16 |  Michael Prüller (Die Presse)

Ein von Scheichs finanziertes, multikulturelles schottisches College feuert den Chef – "weil ich Christ bin", sagt dieser. Was geht da vor?

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Vor einer Woche erhob Malory Nye den Vorwurf, er sei als Direktor eines schottischen Colleges gefeuert worden, weil er weiß und Christ sei. Es geht um das Al-Maktoum College of Higher Education unter akademischer Schirmherrschaft der Universität Aberdeen, finanziert von den Scheichs von Dubai, das postgraduale Islamstudien anbietet und nach Eigenaussage den Multikulturalismus befördern und die Debatte zwischen den Kulturen pflegen will. Das „multikulturelle“ College wird nun also von seinem Ex-Direktor wegen religiöser und rassistischer Diskriminierung vor dem Arbeitsgericht verfolgt. Das College sagt dazu wenig, nur, dass Nye schon seit Juni suspendiert sei und eine längere Untersuchung zur Entlassung geführt habe.

Jetzt fragt man sich: War der Professor tatsächlich Teil eines Etikettenschwindels, und soll das College in Wirklichkeit undercover den Islamismus in der britischen akademischen Welt salonfähig machen? Das würde jede Menge Vorurteile bestätigen. Oder macht sich Nye nur genau diese Vorurteile zunutze, damit er gut dasteht, obwohl er etwas ganz „Normales“ angestellt hat?


Ein Kolumnist der „Daily Mail“ nennt dazu Beispiele für die Intoleranz der Moslems, um anzudeuten, wie wenig man einem muslimischen Bekenntnis zu Multikulturalität glauben darf. Und zeigt seine Version, wie es gehen könnte: Eine Freundin der Familie, Muslimin, habe Weihnachten mit ihnen gefeiert, Rotwein getrunken und die Christmette „so schön friedlich“ gefunden. Ein Idyll, fürwahr. Was würde der Kolumnist dazu sagen, wenn das Al-Maktoum College es als Ideal des Zusammenlebens propagierte, wenn eine Christin in einem arabischen Land den Schleier ausprobierte und am Sonntag statt in die Messe zum Fastenbrechen ginge? Muss Zusammenleben gleich Assimilation sein? Oder ist so etwas wie friedliches Anderssein möglich?

Sich damit auseinanderzusetzen wäre gerade auch in der muslimischen Welt dringend nötig, und wenn ein Institut wie das Al-Maktoum College dazu etwas beitragen kann, umso besser. Deshalb ist das Bedenklichste an der ganzen Sache, dass es kein Interesse der britischen Öffentlichkeit an diesem College gibt: vor der Nye-Sache keinerlei investigative Befassung mit dieser Einrichtung, und danach auch nicht! Kein einziger tiefschürfender Zeitungsartikel im Internet. Ob fünfte Kolonne des militanten Islam oder wichtige Stütze für eine gemeinsame Zukunft, wen kümmert's. Dieses Desinteresse beunruhigt – und es ist ein Memento auch für uns; schließlich gibt es arabisch finanzierte multikulturelle Institutionen nicht nur in Schottland.
Der Autor war stv. Chefredakteur der „Presse“ und ist nun Kommunikationschef der Erzdiözese Wien.

meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2012)

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1 Kommentare
Gast: Setare
11.01.2012 23:22
1 0

Käuflich?

Eine Geschichte die im Nahen Osten erzählt wird: „Ein Araber machte eine lange Reise durch die Wüste. Am Tag ist die Hitze sengend, nachts bitterkalt. In einer besonders kalten Nacht war der Araber in seinem warmen Zelt, von einem kleinen Feuer erwärmt.. Als er sich schlafen legte, bemerkte er eine große Kamelnase die unter der Zeltleinwand hereinlugte. „Kamel, sagte er, „warum ist deine Nase in meinem Zelt?“ „O Herr“, antwortete es, „es ist so kalt draußen und wenn meine Nase warm wäre, könnte ich gut schlafen.“ Der Araber erlaubte es ihm , seine Nase im Zelt zu lassen. Später wachte der Mann auf und sah, dass das Kamel seinen ganzen Kopf im Zelt hatte. „Was tust du, Kamel? Du sagtest, du wolltest nur deine Nase im Zelt haben.“ „Oh Meister, es ist so kalt draußen - wenn mein Kopf im Zelt ist, bin ich zufrieden.“ „Der Araber stimmte zu und schlief ein. Wieder wachte er auf, dieses Mal hatte das Kamel seinen Kopf, den Hals und zwei Beine im Zelt. „Kamel, das ist zu viel. Du musst aufhören.“ „Oh Meister, jetzt ist es wirklich angenehm. Ich kann die ganze Nacht durchschlafen.“ „O.K.“, sagte der Araber, „aber das ist das letzte Mal.“ Später wachte der Araber auf und entdeckte, dass das Zelt nun mit dem ganzen Körper des Kamels gefüllt war - er selbst hatte kaum Platz. „Kamel!“, rief er, „Was soll das?“ „Raus aus meinem Zelt, du dummer Araber“, antwortete das Kamel.
Es wäre sicher weise, sich bei Gründungen arabisch finanzierter Institutionen zurückzuhalten und bestehende auf Einhaltung westlichen Rechts laufend zu überprüfen. Doch leider hat Geld immer noch die Fähigkeit, Menschen blind zu und manchmal auch gewissenlos – wohin dies führen kann wird u.a. sichtbar im Schicksal vieler (auch ehemals christlicher) Länder.

Setare M.
Salzburg

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