22.05.2013 19:57 Merkliste 0

Beschneidung: Gesetzliches Verbot wäre ein Affront

14.07.2012 | 18:08 |  von Efgani Dönmez (Die Presse)

Ein Stückchen Haut bewegt die Gemüter – und verdeckt ein mediales Sommerloch. Dabei bedarf nicht jede Tradition einer Änderung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die breite Diskussion der vergangenen Tage um ein Stückchen Haut ist der beste Beweis dafür, dass auch kleine Dinge Großes bewirken können. Wer hat sich nicht aller eingeschaltet – Menschenrechtler und Psychologen, verunsicherte Ärzte und klärende Richter bis hin zu antisemitischen Weltverschwörern und islamophoben Schächtungsgegnern. Nicht zu vergessen die Feministinnen, die die weibliche Genitalverstümmelung mit der Beschneidung in denselben Topf werfen. Viele Köche verderben den Brei.

Ein jahrhundertealtes Ritual, eingebettet in die jüdisch-islamische Kultur und Bestandteil einer Religion, wird plötzlich zum „Problem“. Geht es hier um versteckten Antisemitismus oder um den Beweis, dass Muslime archaisch und rückständig seien, weil nach wie vor Opfer erbracht werden müssen? Hier hilft ein kurzer Blick in die Geschichte.


Kein Gesetz des Korans.
Die Beschneidung der Muslime ist kein im Koran festgeschriebenes Gesetz, sondern Zeichen „kultureller Verbundenheit“ mit den Vorfahren. Das gilt sowohl für fromme als auch für säkulare Muslime. Verschiedenen Quellen zufolge ist die Beschneidung der Muslime so erklärt: Das Ritual der Beschneidung wird zurück in die Zeit des größten Propheten Abraham verfolgt, als Gott (Allah) ihm gebot, sich zu beschneiden, seinen Sohn Ismael und alle seine männlichen Familienmitglieder. Heute pflegen Muslime ihre männlichen Nachkommen zu beschneiden.

Dieses Ritual zeigt ihre Verbundenheit mit ihrem geistigen Ahnherrn und Urvater Abraham. Weil die Beschneidung in der islamischen Kultur unter anderem von Propheten praktiziert wurde (auch Jesus), wurde dies in die traditionelle Praxis aufgenommen. So denken Muslime – das zeigt auch Ähnlichkeit mit dem jüdischen Glauben in Hinblick auf Beschneidung, schreibt Birol Kiliç, Obmann des österreichisch-türkischen Kulturvereins in der Zeitschrift Einspruch.

Jüdischen Quellen zufolge hat die Beschneidung große Bedeutung: Das Ritual erinnert an den heiligen Bund, den Gott mit dem Stammvater Abraham geschlossen hat. Durch die Beschneidung wird das Kind in diesen Bund aufgenommen. Sie ist auch ein Zeichen verpflichtender Gemeinschaft des einzelnen Juden mit seinem Volk. Wer daher seinen Sohn nicht beschneiden lässt oder wer das, auch nach Vollendung des 13.Lebensjahres nicht nachholt, stellt sich außerhalb des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel.


Keine Traumatisierten. An diesen Beispielen sieht man, dass es zwischen Muslimen und Juden eine Verbundenheit gibt. Natürlich ist dieser Eingriff mit Schmerz verbunden, bis dato hat aber jeder überlebt – und niemand wurde traumatisiert, wie es fälschlicherweise manche behaupten. Im Gegenteil, das muslimische Ritual ist in ein großes Fest eingebettet, bei dem der Betroffene wie ein kleiner Prinz verkleidet wird, Geschenke bekommt und gefeiert wird, um ihm die Angst zu nehmen.

Die Funktionalität wird durch die Beschneidung in keinster Weise beschränkt. Über Ästhetik kann man diskutieren, das ist Geschmackssache. Durch eine gesetzliche Regelung würde man massiv in das soziokulturelle Leben des Individuums eingreifen, was einen Affront gegenüber Muslimen und Juden darstellen würde. Außerdem würde durch ein gesetzliches Verbot Kurpfuschern Tür und Tor geöffnet. Nicht alles bedarf einer Änderung – selbst Praktiken, die aus einer jahrhundertealten Tradition gewachsen sind.

Efgani Dönmez ist Abgeordneter zum Bundesrat und Mitglied der oö. Grünen. Der 1976 in der Türkei geborene Dönmez ist gelernter Installateur und diplomierter Sozialarbeiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

40 Kommentare
 
12
Gast: günther schwaighofer sbg
26.07.2012 08:17
1 0

debatte/beschneidung!

als mann ,muss hier die frage erlaubt sein:"ob ein mann über seine beschneidung selber bestimmen kann? in einem alter wo er sich bewusst dafür od.dagegen entscheiden kann. was de facto als kleinkind nicht zutrifft.
das eltern ihre kinder in deren glauben erziehen,ist doch normal und richtig.wie sollte es anders sein,wo wird hier im glauben diskrimminiert? genau deshalb braucht es eine debatte,zum schutz des kindes.männer beschneiden knaben,frauen kleine mädchen,unter den deckmanntel der religion!
traurige wahrheit!

umgekehrt ists richtig: die säuglingsbeschneidung ist ein affront!


Gast: JoergRatgeb
21.07.2012 19:06
0 0

Zirkumzision wg Religion?

Macht korrumpiert - und absolute Macht korrumpiert absolut (Lord Acton). Bei allem Respekt vor der geltenden Justiz:
Hier wird auf dem Ruecken der Betroffenen billige Polemik medial ausgetragen. Zur Sache:
Pro (unvollständige Auflistung):
Zirkumzision (chirurgische Entfernung der Vorhaut, preputium) ist ein verhältnismässig harmloser Eingriff. Unter chirurgischer Aufsicht, jedenfalls.

Kontra(unvollständige Auflistung):
Ab dem geschlechtsreifen Alter bedingt die spontane Schwellung der glans (Eichel) jedenfalls eine schmerzhaft Verengung.
Fazit (vorläufig): die Empfehlung eine Zirkumzision im geschlechtsreifen Alter ist fahrlässig.
Pro: Verlängerung der Libido, Verringerung div. Infektionskrankheiten, Vereinfachung der lokalen Reinigung.

"Die Funktionalität wird durch die Beschneidung in keinster Weise beschränkt."

Wieviele Jahrzehnte seines Lebens war Herr Dönmez unbeschnitten? Von den Segnungen der Vorhaut (die keine überflüssige Laune der Natur ist!) hat er mangels Erfahrung keine Ahnung!

Gast: montagsfrau
20.07.2012 11:13
3 0

Eine andere "grüne" Sicht:

Memet Kiliç, integrationspolitischer Sprecher der Grünen:

»Ich verstehe das Urteil als Denkanstoß, der der Justiz in einem säkularen Staat durchaus zukommt. Wenn alle Religionen gemeinsam sich gegen den Richterspruch wenden, kommt bei mir der Verdacht auf, sie verteidigten ihren eigenen Machtbereich. Die Glaubensgemeinschaften, die auf den Stammvater Abraham zurückgehen, fordern zum Gebrauch der Vernunft auf. Das heißt: Neue Einsichten erlauben es, alte Praktiken zu ändern.«

http://www.zeit.de/2012/29/Beschneidungsdebatte/seite-2

8 0

Gott, was heute alles ein Affront ist...

Das Alter einer Tradition sagt nichts darüber aus, wie sinnvoll oder zulässig sie heute ist...

http://mohareb.blog.de/2012/07/18/heilige-vorhaut-14137120/

Kann man aus der Diskussion etwas die Schärfe nehmen...

die Beschneidung ist weder eine "Verstümmelung" noch bewirkt sie eine "Traumatisierung" oder stört beim Sexualleben. Genausowenig ist sie aber eine "hygienische Notwendigkeit" oder "Vorsorge gegen Krankheiten" (die dahingehenden "Studien" dürften wohl eher ideologische Motive haben). Bezeichnend ist aber schon, welch unermesslich hohen Wert der Penis bei diversen Weltreligionen hat. Es könnte ja z.B. auch "religiös vorgeschrieben" sein, ein Stück vom Ohrläppchen zu entfernen damit man Gott besser hört - aber nein es muss partout ein Stück vom Pimmel sein ;-) Insofern dürfe also Karl Weidinger in seinem Artikel schon Recht haben wenn er von der "Massenpsychose Religion" spricht.

Antworten Gast: Treodo
19.07.2012 17:58
1 0

Hinsichtlich Trauma und Störung des Sexuallebens

muss man auf die neuere medzinische Forschung verweisen, die belegt das mittlerweile eindeutig. ZB: Williams N, Kapila L. Complications of circumcision. Brit J Surg 1993;80:1231–6; Craig JC, Grigor WG, Knight JF. Acute obstructive uropathy—a rare complication of circumcision. Eur J Pediatr 1994;153(5):369–71; Horowitz J, Schussheim A, Scalettar HE. Letter: Abdominal distension following ritual circumcision. Pediatrics 1976;57:579; Eason JD, McDonnell M, Clark G. Male ritual circumcision resulting in acute renal failure. Br Med J 1994;309:660–1; Goldman M, Barr J, Bistritzer T, and Aladjem M. Urinary tract infection following ritual Jewish circumcision. Isr J Med Sci 1996;32:1098–102. Usw. USf.

Re: Kann man aus der Diskussion etwas die Schärfe nehmen...

Ähhmm....

Ihre nüchterne Herangehensweise in allen Ehren, aber warum sollte ausgerechnet eine "religiös vorgeschriebene" Verstümmelung keine solche sein?

Wenn ich den Wikipedia-Artikel über das fliegende Spaghetti-Monster dahingehend ändere, dass jeder Anhänger sich ein kleines Stück Ohrläppchen wegschneiden lassen muss:
Dürften dann Eltern ihren Babies am Ohr herumschnippeln?

Ich hoffe doch wohl nicht. Ich bin - im Gegensatz zu mittlerweile vielen Jungakademikern - nach wie vor religiös. Aber ich würde niemals so weit gehen, im Namen der Religion Eingriffe in die körperliche Integrität zu rechtfertigen. Da hört bitte der Spaß auf.

Re: Kann man aus der Diskussion etwas die Schärfe nehmen...

Wenn man ein Stück eines völlig gesunden Geschleschtsorgans entfernt ist es keine Verstümmelung?
Entfernt man dem Kind ein Stück einer völlig gesunden Hand nennt man das Verstümmelung.
Mit dem Verstand ist diese unterschiedliche Wertung nicht nachzuvollziehen.

Re: Kann man aus der Diskussion etwas die Schärfe nehmen...

Was ist denn in Ihren Augen eine Verstümmelung?

Hmm...

"Die Funktionalität wird durch die Beschneidung in keinster Weise beschränkt. Über Ästhetik kann man diskutieren, das ist Geschmackssache."

Wenn ich Ihnen, lieber Gastkommentator, mit einem Messer eine Narbe ins Gesicht ritze, trifft dasselbe zu. Trotzdem werden Sie das wohl nicht so gerne haben.

Und zu Recht werden Sie sich zur Wehr setzen - Kinder können das N I C H T!

Wenn das selbstverantwortliche Erwachsene machen, von mir aus - die können sich gerne auch Finger, Zehen, Arme, wasauchimmer ohne Narkose selbst abtrennen. Was der einzelne in seinem Wahn anstellt, geht micht nichts an. Hier geht es aber um Kindeswohl, um Menschen, die nicht für sich selbst entscheiden können.

5 0

Bitte liebe Presseredakteure!

Denken Sie doch an den Beginn ihrer Zeitung!
Vielleicht gelingt es doch ein aufgeklärtes Mitglied unserer noch irgendwie aufgeklärten Gesellschaft dazu zu bewegen einen umfangreichen Beitrag zum Thema Beschneidung zu schreiben.
Ehrlich, mir hängen die dümmlichen Vergleiche, die transzendent-religösen Bibelzitate, die pseudomedzinischen Rechtfetigungen, die bis zum geht-nicht-mehr halbjuristischen Betrachtungen und vor allem die doppelten Vorstellungen von Menschenrecht und Aufklärung zum Hals heraus.

Herr Dönmez, ein Vertreter der Grünen

Von Ihnen habe ich mir eine aufgeklärtere Sicht der Dinge erwartet.
Ihre Stellungnahme zeigt aber auch, dass kein Wille vorhanden ist, die Gesetze des jeweiligen Landes zu achten, wenn sie der islam. Tradition nicht genehm sind.
Auf Biegen und Brechen wird daher versucht, den Staat dazu zu bringen, seine Gesetze dementsprechend zu ändern. Das soziokulturelle Leben passt sich intelligenterweise den Gegebenheiten an.
Ein Sondergesetz zu erzwingen, ist ein Affront gegen die körperliche Unversehrtheit und ein Affront gegen den Rechtsstaat.

Gast: schlÄchter
16.07.2012 12:07
3 5

sg herr dönmez!

persönlich denke auch ich als katholik, dass ein verbot von beschenidungen (nicht genitalverstümmelungen)oder dem schächten ein zu großer eingriff in die religionsfreiheit ist. es handelt sich hier um solche bräuche, die eben zum wesen des judentums und auch des islam gehören und im vergleich zu anderen betroffenen rechtsgütern (körperliche unversehrtheit, eltern-erziehungsrechten, tierschutz) der vorrang eingeräumt gehört.
aber eine diskussion und auch eine demokratische willensbildung muss hierzu erlaubt sein. jeder der es kritischer sieht und eben eine anderer rechtsgüterabwääfgung vornimmt ist deswegen kein (versteckter) islam-oder judenhasser.
in einer demokratie - die auf westl. wurzeln basiert, welche die der postchritl. gesellschaft entsprungene geltende regierungs- und staatsform ist - kann es kein solches diskussionsverbot geben.
das wäre ein affront gegen unser aller wertesystem.

mfg
s.
eine


13 0

geoutet

hat sich der "grüne" bundesrat
als trittbrettfahrer...er mißbraucht die grünen als politisches vehikel..selbst bleibt er schizzoide, dort wo es ihm passt im mittelalter stecke.
genitalverstümmelung darf im 21 jht. keinen platz mehr haben.
eigenartig dass er sich auf abraham/ibrahim beruft...abraham ist keine historisch belegte person, sondern eine von den schreibern der 5 bücher des moses nachträglich erfundene figur
so ist die beschneidung nicht 4000 jahre alt, sondern etwa 2500...
allers in allem ein armutszeugnis für die grünen, die sich einen quotenmuslim halten..direkt aus dem mittelalter

Von Herrn Dönmez habe ich eine etwas andere Einstellung

erwartet. Aber auch er ist , obwohl österr. Abgeorneter,in den Bräuchen und Traditionen seines Geburtslandes und seiner Religion gefangen .

Gast: Installateuse
15.07.2012 20:21
13 0

"antisemitischen Weltverschwörern und islamophoben Schächtungsgegnern"

"antisemitischen Weltverschwörern und islamophoben Schächtungsgegnern"

nicht alle Schächtungsgegner sind islamophob, die Nennung im Verbund mit Antisemitismus ist eine dumme Unterstellung !

Wo Tiere schlecht behandelt werden, passiert das in aller Regel auch mit den Menschen!

Von einem Grünpolitiker erwartet man sich doch etwas mehr Differenzierungsvermögen, schade.


Gast: montagsfrau
15.07.2012 19:38
9 0

bis dato hat aber jeder überlebt – und niemand wurde traumatisiert

… Sie ist auch ein Zeichen verpflichtender Gemeinschaft des einzelnen Juden mit seinem Volk …

Was ist, wenn der Beschnittene in seinem späteren Leben entscheidet, dieser Gemeinschaft nicht mehr angehören zu wollen? (Ja, ich weiß, das kommt gar nicht vor ;)

Gibt es ein Äquivalent auch für Mädchen? Warum nicht? Sind Frauen und Mädchen nicht wert, dieser Gemeinschaft anzugehören?

… bis dato hat aber jeder überlebt – und niemand wurde traumatisiert …

Das stimmt nicht! wikipedia weist zwei Fälle aus, in denen die bedauernswerten Kinder nicht überlebt haben, dazu kommt die Gefahr von ärztlichen Kunstfehlern: Ein Fall, bei dem der Penis eines männlichen Kleinkindes durch ärztlichen Fehler fast vollständig zerstört wurde, erlangte dadurch auch öffentliche Bekanntheit, da der Versuch, die geschlechtliche Identität des Kindes zu ändern, indem es weiterhin wie ein Mädchen aufgezogen werden sollte, letztlich mit gravierende Folgen für die betroffene junge Person fehlschlug.

Die Komplikationsrate wird je nach Definition mit bis zu 55% angegeben.

(Quelle: wikipedia)

Und da sagen Sie, niemand wurde traumatisiert? Ich stelle dagegen: JEDER Beschnittene wird traumatisiert, physisch wie psychisch. Die jüdischen Jungs können sich vermutlich nicht erinnern, bei muslimischen kann das aber nicht sein. Wie war es bei Ihnen? Ganz ehrlich: wenn Sie wirklich die Wahl hätten (kein Gruppendruck), würden Sie das Ihren Söhnen antun?

Gast: Te abso
15.07.2012 18:18
10 0

Absolute Sicherheit

Woher nimmt der Autor die absolute Sicherheit, dass keine Traumatisierung stattfindet? In keinem einzigen Fall...? Wie kann ein Mensch so etwas überhaupt absolut wissen?

Wenn ein festliches Ritual rund um die Beschneidung notwendig ist, "um die Angst zu nehmen", dann deutet das doch gerade darauf hin, dass die Beschneidung selbst sehr wohl Angst macht, also traumatisiert...

Beschneidung

Herr Dönmez. Es geht hier nicht um versteckten Antisemitismus (warum der Hinweis auf die kollektive Schuld? um deutsche Kritiker mundtot zu machen? Herr Dönmez, so verhält sich kein deutscher Abgeordneter.) oder um den Beweis, dass Muslime archaisch und rückständig seien, weil nach wie vor Opfer erbracht werden müssen?
Es geht um unsere Verfassung.
Sie als Abgeordneter im Bundesrat, eingeschworen auf unsere Verfassung, sollten Verständnis für das Urteil der Kölner Richter haben, da es auf dem Artikel 2.2 unseres Grundgesetzes basiert und damit rechtmäßig ist.
Das Grundrecht der Religionsfreiheit (Artikel 4 Abs. 1 und 2 GG) ist vorbehaltlos gewährleistet, es findet seine Schranken allerdings in den Grundrechten anderer Menschen und sonstigen elementaren Grundwerten der Verfassung; ansonsten darf der Gesetzgeber die Religionsfreiheit in keiner Weise einschränken.

Darum findet die Verletzung der Unversehrtheit eines Kindes durch religiöse Bräuche/Traditionen seine Schranken in den Grundrechten und Grundwerten unserer Verfassung, da das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu den Grundrechten eines Menschen im Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gehört.
Dieses Gesetz dient zum Schutz der Menschen, das auch den Schutz und die Rechte der unmündigen und wehrlosen, der Macht der Erwachsenen ausgelieferten Kindern, beinhaltet.

Gast: Gast: Leser
15.07.2012 17:05
12 0

Gotteswille?

Wenn Gott gewollt hätte, dass die Männer keine Vorhaut haben - warum hat er sie überhaupt mit so etwas ausgestattet?

Re: Gotteswille?

Gute Frage, die ich auch schon öfter hier gestellt habe ;).

Gast: skeptikerin
15.07.2012 17:04
13 0

Beschneidung

Die fast schwärmerische Beschreibung,
„Im Gegenteil, das muslimische Ritual ist in ein großes Fest eingebettet, bei dem der Betroffene wie ein kleiner Prinz verkleidet wird, Geschenke bekommt und gefeiert wird, um ihm die Angst zu nehmen“,
ist doch wohl hoffentlich nicht als ein Hinweis an Mädchen zu verstehen, dass die Beschneidung etwas ganz Tolles und Wünschenswertes ist, die sie kleine Prinzessinnen sein lässt und auch ihnen Geschenke und Anerkennung bringen wird. (Mir wird schlecht, wenn ich darüber nachdenke, dass das Kippen des Kölner Gerichtsurteil, hier demnächst anderen Bräuchen und Traditionen alle Türen und Tore öffnen wird) Sollte es zu einer Aufhebung des Kölner Urteils kommen, sehe ich nicht nur einen massiven Verstoß gegen unser Grundgesetz darin sondern auch eine kollektive Beteiligung der deutschen Bürger an einer Straftat, verursacht durch die regierenden Politiker….
die das Grundrecht des Menschen auf Unversehrtheit in diesem/unserem Land, Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, außer Kraft setzten .
Wie ist es möglich, dass die Sprecher von Völkern und Religionen, die mit mahnenden und anklagenden Hinweisen auf unsere Gewalt-Vergangenheit Wiedergutmachung und Zugeständnisse einforderten und einfordern, nun plötzlich von uns erwarten, nein fordern, dass die von ihnen ausgeführte Gewalt an ihren Kindern als legitim in unsere Verfassung Einzug hält und unsere Politiker sofort umschwenken und Zustimmung signalisieren?


Gast: frau
15.07.2012 16:56
10 0

Unkultiviert

Es ist erschreckend, dass es Menschen gibt die unkultiviertes Brauchtum (von Verhüllungsvorschriften für Frauen bis zu Genitalverstümmelung an Kindern) positiv sehen.

Noch kann man froh sein in einem christlich-modernen Land zu leben.

Gast: Analyst
15.07.2012 15:54
12 0

Der Herr Abgeordnete ...

... sollte sich hinter die Ohren schreiben, dass sowohl die Beschneidung wie auch das Schächten gegen jede Vernunft und durch nichts wirklich begründbar sind - und daher mehr als nur dumm. Was den Schluss zulässt, dass eine (oder mehrere) Religion unvernünftig wie dumm ist - wie viele Erkenntnisse wissenschaftlicher Art belegen. Aber da bei uns Religion nach wie vor nicht nur rechtlich privilegiert ist, scheint sich Unvernunft sogar in Abgeordnetenkreisen zu etablieren.

 
12

Mehr Debatte:

Top-News