12.02.2012 10:53 | Meine Presse Merkliste0

Blutige Praxis, nicht gedankliche Schrulle

23.01.2010 | 18:33 |  von Stephan Grigat (Die Presse)

Wir müssen wieder mehr über Religion diskutieren, statt in einen abstrakten Wald- und Wiesenatheismus zu verfallen. Eine Kritik des Islam darf nicht Fremdenhassern überlassen werden.

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Im Jahr 2010 über Religionskritik zu sprechen ist schwierig. Man kann schlecht die Gefechte des Mittelalters wieder aufleben lassen. Es stellt sich die Frage, wie Menschen kritisiert werden sollen, die am Beginn des 21. Jahrhunderts allen Ernstes behaupten, es gebe höhere Wesen, und sich also, ganz freiwillig und ohne Zwang, auf das intellektuelle Niveau von vor ein paar hundert Jahren begeben. Nur zu gern würde man sich auf den Austausch der besten Propheten-, Jesus- und Messiaswitze beschränken. Doch die letzten Jahre haben gezeigt, dass das, was heute unter Religion firmiert, zu ernst ist, als dass man es mit den Mitteln der Humorkritik erledigen könnte – auch wenn einige religiöse Dogmen und Vorstellungen tatsächlich erst einmal als schlechter Witz erscheinen. Man denke nur an die Behauptung, Jihadisten, die sich auf israelischen Gemüsemärkten in die Luft sprengen, würden im Paradies mit ein paar Dutzend Jungfrauen belohnt.

Leider geht es beim jihadistischen Suicide Bombing nicht um eine gedankliche Schrulle, sondern um eine blutige gesellschaftliche Praxis. Die Reaktionen auf den sogenannten Karikaturenstreit und vor allem der erneute Mordanschlag auf den dänischen Zeichner Kurt Westergaard verdeutlichen eines: Witze insbesondere über die islamische Religion stellen das Problem verharmlosend dar – die Realität ist viel härter. Lustig machen könnte man sich darüber, dass es das Privatunvergnügen lustfeindlicher Obskuranten ist, sich irgendwelchen unsinnigen Ernährungs-, Abbildungs- und Sexualvorschriften hinzugeben.


Wenn ein paar harmlose Karikaturen einen mittleren Aufstand am halben Globus auslösen können, wenn Gruppierungen wie die Hamas Wahlen gewinnen, wenn ein esoterischer Spinner mit Vorlieben für feudalistische Herrschaftsstrukturen wie der Dalai Lama als Vorbild ganzer Generationen über alle politischen Grenzen hinweg fungiert, wenn die katholische Homophobie in Polen und die russisch-orthodoxe in Moskau wieder als militanter Mob in Erscheinung tritt, wenn also das schon tausendfach Totgesagte sich heute als ausgesprochen lebendig erweist – im Falle des jihadistischen Islam als dermaßen lebendig, dass es für Ungläubige eine tödliche Bedrohung darstellt –, dann müsste man noch einmal zum Anfang zurück und sich Grundlagen der Religionskritik vergegenwärtigen. Gleichzeitig kann man aber nicht bei solch einer allgemeinen Religionskritik stehen bleiben. Es ginge darum, deutlich zu machen, inwiefern Religionen unterschiedlich weit entfernt sind vom Gedanken materialistischer Aufklärung und Kritik; dass manch religiöse Strömung eine Vermittlung des Glaubens mit der Vernunft anstrebt, während andere die Ratio für reines Teufelszeug halten; dass es, worauf Max Horkheimer nachdrücklich hingewiesen hat, Formen von Religiosität wie etwa den jüdischen Messianismus gibt, die vor allem die Sehnsucht nach dem ganz anderen bewahren, die also auch den Gedanken an eine befreite Gesellschaft in wie auch immer deformierter Form aufrechterhalten, anstatt die gewaltsame Vermittlung im falschen Bestehenden durchzusetzen. Kurz: Man müsste die Unterschiede zwischen den Religionen thematisieren.


Man dachte, über Religion sei alles gesagt. Es ist schwierig, dem, was in den letzten 200 Jahren über den Götter- und Götzenglauben festgestellt wurde, viel Neues hinzuzufügen. Kant brachte Vernunft und Mündigkeit gegen den alten Gottesglauben in Anschlag und Ludwig Feuerbach sah in der Religion die Projektion menschlicher Sehnsüchte. Marx beschrieb die Religion als Opium des Volkes, Freud ortete im Glauben kindliche Wunschvorstellungen und Sartre betrachtete Religion völlig zu Recht als Bedrohung für die menschliche Freiheit.

Schon Marx ging Mitte des 19. Jahrhunderts davon aus, dass die Kritik der Religion bereits geleistet worden sei und man sich nun mit dem gesellschaftlichen Elend beschäftigen müsse, welches das Bedürfnis nach Religion erst hervorbringt. Er sah in der Religion noch einen Doppelcharakter: Sie sei Flucht aus dem Elend, aber auch „Protestation“ gegen dieses Elend. Doch sollte man diese Protestation nicht überschätzen, denn sie vermöge kaum zu den wirklichen Ursachen des Elends vorzudringen und bleibe durch ihr Gefangensein in den religiösen Illusionen in der Regel konformistische Rebellion. Angesichts der heutigen Stellung der christlichen Kirchen hat allerdings auch gegenwärtige, sich vornehmlich auf das Christentum konzentrierende Religionskritik im Vergleich zu ihren Vorläufern in früheren Jahrhunderten immer etwas von einer konformistischen Revolte von Leuten, die radikale Gesellschaftskritik scheuen und sich lieber in anklägerische Pose gegenüber schon längst Erledigtem werfen. Während Giordano Bruno und all die anderen Häretiker auf dem Scheiterhaufen landeten, sind Witze über den Papst heute ähnlich subversiv wie die von Regierungsparteien vorgetragene Kritik am Kapitalismus.

Heute geht es unter anderem darum, die vorbürgerlichen Relikte im bürgerlichen Recht endlich zu beseitigen, also die Blasphemieparagraphen aus den Gesetzbüchern zu tilgen und überall dort, wo Religionsausübung jene wie auch immer beschränkten individuellen Freiheiten verletzt, welche die westlichen Gesellschaften nach der partiellen Emanzipation von christlichem Tugendterror und staatlicher Willkürherrschaft zumindest garantieren können, die Mindeststandards bürgerlicher Aufklärung durchzusetzen. Es gilt, die Bedingungen gesellschaftskritischer Reflexion – und Religionskritik wird einer der notwendigen Bestandteile solcher Reflexion bleiben müssen– aufrechtzuerhalten. Angesichts der Reaktionen, mit denen in den letzten Jahren insbesondere Vertreter der islamischen Religion mit kräftiger Unterstützung multikultureller Kulturrelativisten auf Kritik reagiert haben, müssen diese Bedingungen als bedroht bezeichnet werden.


Man vergegenwärtige sich nur nochmals einige der Reaktionen auf die islamistische Mobilmachung im Rahmen des Karikaturenstreits – eines Streits, in dessen Verlauf immerhin öffentlich in europäischen Metropolen nichts Geringeres als ein zweiter Holocaust gefordert wurde. Hannes Swoboda, Europaparlamentarier der SPÖ, verlangte angesichts solcher Ereignisse nicht etwa eine schärfere Verurteilung solcher Vernichtungsfantasien und -drohungen, sondern verlautbarte, der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hätte „klarer Respekt für den Islam zeigen sollen“. Carla Baghajati, die Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, formulierte ganz unumwunden eine Drohung, als sie in einem „Standard“-Kommentar schrieb: „Es wäre ein fataler Mechanismus, wenn erst Aggressivität ein Nachdenken bewirkt, während friedliche Initiativen ohne Öffentlichkeit bleiben.“ Ganz ähnlich äußerte sich Mohamed Mahmoud, Obmann der Islamischen Jugend Österreich: „Jugendexperten in Österreich haben vor ähnlichen Gewaltausbrüchen, wie sie auch in Paris und Berlin stattfanden, gewarnt. Es liegt in der Hand der Regierung, solche Gewaltausbrüche zu verhindern.“ Damit wird deutlich ausgesprochen: Entweder die staatlichen Institutionen geben den Forderungen unseres Vereins mehr nach, oder es gibt Rabatz. Mit solch einer Strategie hat man nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa Erfolg, wo große Teile der Linken die Kritik am Islam per se für rassistisch halten, während einige Konservative sie zur Wiederbelegung jenes christlichen Glaubens verwenden wollen, der philosophisch bereits seit 200 Jahren erledigt ist.

Die etablierte Linke überlässt die Kritik des Islam den Fremdenhassern von rechts, anstatt eine an Emanzipation, Aufklärung und Humanismus orientierte Kritik an der islamischen Menschenzurichtung zu formulieren. So gesehen ist es auch gar nicht verwunderlich, dass nach dem Mordanschlag auf Kurt Westergaard quer durch Europa die Medien ihren Lesern und Zusehern zwar von den „umstrittenen Karikaturen“ des dänischen Zeichners berichteten, sich aber kaum eine führende Zeitung traute, seine Abbildung Mohammeds samt Bombe im Turban, die nach tausenden jihadistisch motivierten Attentaten in den letzten Jahren ebenso naheliegend wie in ihrer Kritik zurückhaltend ist, nachzudrucken.


Es geht heute darum, die bürgerlichen Freiheiten von Leuten wie Ayaan Hirsi Ali zu verteidigen, die den Propheten einen perversen Tyrannen nennt, von Hip-Hopern, die Jesus als Bastard titulieren, und von israelischen Poplinken, die verkünden, dass der Messias nicht kommen wird. Die Frage, warum die beiden Letztgenannten ähnlich wie Manfred Deix mit Kritik, Empörung und schlimmstenfalls mit aberwitzigen strafrechtlichen Konsequenzen leben müssen, Ayaan Hirsi Ali aber mit Morddrohungen und Kurt Westergaard mit Mordversuchen konfrontiert sind, lässt sich nur erklären, wenn in Zukunft versucht wird, die entscheidenden Unterschiede zwischen den Religionen und ihrer jeweiligen Funktion in den heutigen Gesellschaften zu thematisieren, anstatt in einen abstrakten Wald- und Wiesenatheismus zu verfallen, dem alles eins ist.

Stephan Grigat
ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) und Mitherausgeber von „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2010)

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33 Kommentare
 
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derpradler
05.02.2010 13:07
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über Religion

können die Katholiken mit den Moslems..........diskutieren, aber hört endlich auf, Religion zum Thema für ALLE zu machen. Millionen Menschen lehnen diesen Unsinn ab ! 2000 Jahre Christentum und die moderne Erfahrung mit dem Islam bestätigen "Religion ist "Volksverblödung"

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Re: über Religion

exakt so ist es

democrates
01.02.2010 15:14
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Die 2. Phase der menschlichen Aufklärung starten: Ursachen des polit- u. religions-ideeologischen Glaubens in den Gehirnen erforschen!

Solange man nicht nach den/die Auslösern der (politischen u. religiösen) Gläubigkeit sucht, wird man diesen Massenwahnphänomenen hilflos gegenüberstehen.

Nach meinen Erkenntnissen handelt es sich grundsätzlich um memetische (also nicht genetische) Neuroviren, deren Entwicklung vor etwa 4 bis 10 Mio. Jahren begonnen haben dürfte. welche in der Masse mittels Penefektoren (Geistlichen) in menschliche Gehirne eindringen und sich darin mittels einer Vielzahl von ideeologischen Verfahren (z.B. vor gut 4Jahrtausenden die Erfindung des Ein-Gottes) vor den Bewußtseinen tarnen und Wahrnehmung und Willen (z.B. bei Selbstmordattentätern) manipulieren.
Weiters vernetzen sie sich matritzenartig und bilden damit eigene Netzwerkintelligenzen aus, welche zur Erfüllung ihrer Matritzenbedürfnisse wiederum oportun geeignete ideeologische Polit- und Religions-Systeme ausbilden.

Es deutet vieles darauf hin, dass hier auf Terra auf der Neurolutionsparadigmenebene erneut ein Prozess stattfindet,
wie er schon eine Paradigmenebene tiefer auf der Evolutionsebene vor ein bis eineinhalb Milliarden Jahren Zell-Viren/Gen-Viren als genetischen Zellpara.siten hervorgebracht hat.

Ich weise darauf hin, dass neurovirale Matritzen, anders als Zell.Viren, intelligente, memetische Netzintelligenzen sind, die langfristig "denken" und ihre Ziele über Generationen verfolgen.
Sie werden daher ihre Erforschung mit ALLEN von ihren Wirtsgehirnen erdenkbaren MITTELN aufs heftigste sabotieren bzw. bekämpfen !

Gast: Atheist
01.02.2010 11:40
0 0

Religion als Deckmäntelchen

Religion eignet sich hervorragend dafür, jemandem den Krieg zu erklären, ohne ihn tatsächlich zu erklären. Da wird dann halt in eines anderen Menschen / Gottes Namen gekämpft. Die Berufung auf die Religion verschleiert die wahren Beweggründe. Im Endeffekt geht es immer nur um Ressourcen, Religion hin oder her. Schafft man die Religion ab, werden stattdessen politische Ideologien erfunden. Am Anfang wahrscheinlich auch gut gemeint, aber wiederum sofort instrumentalisiert. Und die Instrumentalisierung funktioniert, weil es genug Leute gibt, die an dieser Instrumentalisierung ein Interesse haben. Sogar das Postulat der Vernunft wurde missbraucht, es gipfelte in Ratio ohne Moral wiederum zur Rechtfertigung von Partikularinteressen. Es ist zu hoffen, dass halt mehr Leute Tacheles reden, statt sich hinter einer Religion o.ä. zu verschanzen. Wäre ehrlicher, allerdings auch viel "gefährlicher" für diese Leute.

Arethas
29.01.2010 15:02
0 1

Aufschlussreich

Am Islam gäbe es Einiges zu kritisieren.
Dieser Artikel hier ist allerdings ein leicht durchschaubarer Versuch, unter dem Deckmäntelchen der Religions- und speziell der Islamkritik die eigene Agenda voranzutreiben
siehe http://at.stopthebomb.net/de/.

Gast: eurojoseph
28.01.2010 02:14
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Uebers Ziel geschossen ist auch daneben...

Der Dalai Lama hat in dieser Aufzaehlung nichts verloren, der Mann ist kein weltlicher Herrscher und will es auch gar nicht sein, eigentlich herrscht er ja auch spirituell nicht und ist der erste Diener seines Volkes, und wenn man seine Interviews liest merkt man das auch oder ???

Gast: pmueller
26.01.2010 13:08
1 1

Sehr guter Artikel

Ich kann den Kritikern dieses Artikels nur empfehlen, sich den Film "Religulous" anzuschauen.

Gast: Nemesis
26.01.2010 08:43
1 2

Seitenweiser Diskurs ist sinnlos.

Der Islam hat in Europa keinen Platz.
Akzeptiert dies die Poltik nicht werden die Bürger es allein oder mit einem Politiker der dem Volk gehorcht durchsetzen.

Antworten Gast: karl die socke
27.01.2010 17:09
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Re: Seitenweiser Diskurs ist sinnlos.

was ist der unterschied zwischen den religionen, warum ist der islam weniger sinnvoll als zb das christentum(siehe kondome in afrika, milliardengewinne stat nächstenliebe, Gebäude werden vom Steuerzahler erhalten)

Cicero
26.01.2010 08:24
1 2

Grigat und die guten Manieren

Was vom geistigen Niveau Grigats zu halten ist, hat hier weiter unten schon ein „Erstaunter Leser“ klar und deutlich ausgesprochen und braucht nicht noch vertieft zu werden.

Das naive Wunschdenken, man könnte dem homo sapiens die Religion einfach ausreden, zeigt sich an ein einigen Formulierungen in diesem Beitrag. Etwa, den Dalai Lama als esoterischen Spinner abzuqualifizieren, den Grigat offensichtlich nicht verstanden hat. Oder das Lob des Marxismus. der so deutlich gescheitert ist, daß es deutlicher nicht mehr geht. Und Kant soll das Christentum philosophisch widerlegt haben? Na, so was. Also so einfach wird’s nicht gehen.

Etwas ganz anderes in der Auseinandersetzung mit dem Islam brennt mir unter den Nägeln.

Wenn eine meiner Nachbarinnen einen Hut tragen würde, den man landläufig als „Düse“ bezeichnet und der mehr als skurril ist, könnte ich doch diese Frau nicht vor der gesamten Hausgemeinschaft wegen ihres Hutes lächerlich machen, ganz einfach, weil ich Manieren habe und sie keineswegs wegen ihrer zweifelhaften Kopfbedeckung verspotten darf. Was nicht ausschließt, daß z.B. meine Frau mit der Dame bei einer Tasse Kaffee ganz ruhig und seriös über Mißachtung gängiger Moden reden könnte.

In meiner Sicht gilt Gleiches für die Mohammed-Karikaturen. Man muß mit einem Moslem über die schillernde Figur Mohammed ganz ruhig und seriös reden können, Mohammed zu verspotten ist jedoch ein Verstoß gegen gute Manieren.

Grigat findet diesen Verstoß für richtig und das sagt alles!

Antworten Gast: karl die socke
27.01.2010 17:15
0 0

Re: Grigat und die guten Manieren

meinen sie, dass nicht eigentlich jede Karikatur dies Grenze überschreitet? Sollte man Satire verbeiten? Schon einmal über einen Witz gelacht? Warum darf ich mich dann über Jesus zB. lustig machen( Leben des Brian, Ambros- mir geht es wie dem Jesus, Haderer Buch, etc...) aber nicht über Mohamed und eine Dame mit Hut?

Antworten Gast: Kaktus
27.01.2010 13:43
1 0

Re: Grigat und die guten Manieren

Ihre Gedanken zum Thema gute Manieren finde ich schon in Ordnung. Ohne geht es eben nicht.
Ich fordere das aber auch von der anderen Seite, d.h. dass ich als Nichtmoslem nicht als Ungläubiger tituliert werden will. Von Toleranz als Einbahnstraße halte ich nicht viel.

Antworten Antworten Cicero
27.01.2010 15:09
1 1

Toleranz oder Aggression

Schon in meinem ersten Beitrag, auf den Sie hier antworten, sagte ich bereits, es müsse möglich sein über die „schillernde“ Figur Mohammed reden zu können. Soll heißen, ohne daß man deswegen gleich des Teufels ist.

In meinem zweiten Beitrag, hier weiter unten, sage ich noch deutlicher, auch der Islam hat seinen Teil beizutragen zu einem wenigstens Nebeneinander, wenn schon vorerst nicht zu einem Miteinander. Ausdrücklich verweise ich darauf, die Kirche erbringe bereits eine entsprechende Vorleistung.

Toleranz als Einbahnstraße ist abzulehnen, da gebe ich Ihnen recht. Worum es mir aber hier ging, ist einfach die Fragwürdigkeit der Mohammed-Karikaturen, die zum einen keine Möglichkeit der Auseinandersetzung sein können, zum anderen nicht einmal irgendeinen Vorteil „für uns“ bringen können.

Wozu also die Moslems beleidigen? Doch nur um die Auflage jenes Schmierblattes zu steigern, das da meinte, es wäre ein praktikabler Weg für dieses Anliegen.

Wenn dann gar noch einer kommt und den komischen Umkehrschluß zieht, Ablehnung einer Beleidigung wäre gleichzeitig Gutheißung von Mord und Totschlag, dann raste ich aus. Diese Arroganz, wir die Besseren dürfen alles, die Moslems haben sich das ohne Widerspruch bieten zu lassen, führt zurück zum Anfang.

Toleranz kann keine Einbahnstraße sein, Aggression aber auch nicht!

Antworten Antworten Antworten luda2010
07.02.2010 19:29
0 0

Re: Toleranz oder Aggression

hmmm, aggression ist momentan wohl nur Moslems erlaubt - ob diese in ihren Ländern so viel Rücksicht nehmen wie der Westen in seinen Ländern? Orientalische Christen berichten hier anderes...und sie sind sehr frustriert das der Westen zusieht, wie Christen in vielen Ländern diskriminiert werden ....aber der westen hat Komplexe zu den Errungenschaften der Aufklärung zu stehen, lieber führt man die scharia ein - aber welches Land mit Scharia hat große Entwicklungsfortschritte gemacht?

Antworten Gast: Erstaunt
26.01.2010 11:51
0 0

Re: Grigat und die guten Manieren

Nach Ihrer Logik hat also jemand, der gegen die guten Manieren verstößt, solch eine Missetat begangen, dass er Morddrohungen und Mordversuche verdient hat? Oder anders ausgedrückt: Sie dürfen jemanden, der sich Ihnen oder Ihrer Religion gegenüber unmanierlich benimmt, bedrohen oder töten? Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

Antworten Antworten Cicero
27.01.2010 09:12
0 0

Manieren versus Morddrohung?

Wo wollen Sie bei mir gelesen haben, daß Morddrohungen oder Mordversuche, aus welchen Gründen auch immer, legitim wären?

Sie sind es, der offensichtlich einen recht kruden Standpunkt einnimmt. Jeder darf alles, der Angegriffene hat es zu dulden! Nein, nicht jeder darf alles, nur wir, die Besseren dürfen alles! Stimmt das so?

Mir geht es darum, wenn jeder von uns einen Nachbarn hat, mit dem er leben muß, ob er will oder nicht, dann sind Umgangsformen angebracht, die das Zusammenleben überhaupt erst möglich machen. Wer ein Minimum an Umgangsformen vermissen läßt oder sogar bewußt verletzt, ist schuld, wenn es Konflikte gibt. So einfach ist das!

Die islamische Welt ist nun einmal der Nachbar Europas. Wir haben allen Grund mit dem Islam zusammenzuleben. Das bedeutet, wir haben erst einmal den Islam zu respektieren. Die Kirche macht das längst! Das bedeutet nicht, daß wir keine Forderungen an den Islam haben können, wie der Islam seinen Teil für das friedliche Zusammenleben beizutragen hat. Dieser Interessensausgleich hat aber eben „manierlich“ abzulaufen und nicht mit Beleidigungen.

Und noch eine Überlegung, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen um die Ohren zu knallen. Wo liegt der Vorteil für uns, für Europa, für die Christen, für das christliche Abendland, wenn wir den Islam beleidigen? Die Mohammed-Karikaturen haben wohl nur einen Vorteil gehabt, sie haben die Auflage eines miesen Blattes gesteigert, weil dieses niedrige Instinkte seiner Leserschaft bediente: Auch ein Leistung!

MALSI
25.01.2010 23:09
3 1

Mehr Grigat!

Habe vor Jahren Veranstaltungen von Cafe Critique besucht auf denen Herr Grigat sprach.

Die Inhalte seiner Vorträge waren auf hohem Niveau, differenziert sowie beleg- und nachweisbar. Bedenklich erschien mir, dass es bei einem Vortrag zu Handgreiflichkeiten mit einem Islamisten kam, der Grigat u.a. wegen eines n a c h w e i s l i c h e n Z i t a t s aufs Übelste beschimpfte.
Bei einer anderen Veranstaltung wurde bereits
v o r Beginn vom islamophilen linken Pöbel randaliert und Inventar zerstört, sodass
die Veranstaltung überhaupt nicht stattfinden
konnte.

Eine Sprecherin von CC bestätigte mir damals, dass weitere Veranstaltungen an abgelegeren
Orten stattfänden.

Da Grigat inhaltlich nicht zu widerlegen ist müssen Islam- Propagandisten auf provokative und abstoßende Beleidigungen zurückgreifen.
Was sollten sie auch sonst tun?


Gast: xy
25.01.2010 20:32
0 5

alles wie gehabt

Islambashing wie man es von Grigat seit Jahr und Tag gewohnt ist. Undifferenziert, niveaulos, eurozentristisch.
Diskutieren kann man nämlich nicht bloß über Unterschiede zwischen Religionen, sondern auch über Verschiedenheiten in der Auslegung ein und derselben Religion. Wer Opus Dei weniger sympathisch findet, kann beispieslweise Bischof Romero trotzdem Anerkennung zollen.

Baghajati und die Islamische Jugend Österreich in eine Reihe mit intoleranten, religiösen Eiferern zu stellen, und ihnen darüber hinaus noch Erpressung zu unterstellen, entspricht dabei Grigats üblichem politischen Programm. Eine differenzierte Diskussion des Phänomens "politischer Islam" sieht aber anders aus.

Wer weiß wie Grigats Verbindungen zu islamophoben Politsekten wie Café Critique oder der Bahamas Redaktion in Deutschland verlaufen wundert sich nicht. Alle anderen sollten einen Moment lang nachdenken bevor sie einer ähnlich homogenisierenden Darstellung einer Weltreligion applaudieren, wie wir sie sonst aus FPÖ-Postwurfsendungen kennen.

Antworten luda2010
07.02.2010 19:19
0 0

Re: alles wie gehabt - wieso undifferenziert?

aber wo bleiben intellektuelle Diskussionen über Religionen. Er hat Recht: über den Islam darf man kaum öffentlich diskutieren - außer man ist lebensmüde. Früher war das Christentum ähnlich - aber man hat damals dafür gekämpft daß es weniger Macht hat - beim Islam tut man nichts - die einzige Möglichkeut vieler, ist Migration in den Westen- wo dann aber die unzufriedenen Kinder der Migranten wieder radikalisiert werden, weil sie nicht mehr wissen wieso ihre eltern emigriert sind

Gast: Erstaunter Leser
25.01.2010 20:10
2 5

Kritisiert die Religionskritik!

Eine Kritik des Islam darf nicht Fremdenhassern überlassen werden. Sondern, wenn man Herrn Grigat glauben soll, nur Leuten wie im selbst, die ALLE Religionen hassen.

Leider ist Herr Grigat mit seiner Religionskritik auf einem Niveau stehengeblieben, das selbst für einen Deizehnjährigen zu niedrig ist: sie beschränkt sich darauf, Religion als Quelle allen Übels zu beschreiben (wobei die Gewalt und der Terror atheistischer Ideologien merkwürdigerweise ganz ausgeklammert werden) und jede ernsthafte Auseinandersetzung mit metaphysischen Fragen von vornherein abzukanzeln ("Opium des Volkes", "kindliche Wunschvorstellungen", "seit 200 Jahren erledigt").

Das dumme Geschwätz von Herrn Grigat muss hier nicht widerlegt werden; die Religionskritik hat (Gott sei dank!) auch ein paar intelligentere Vertreter als ihn. Aber man fragt sich, warum die kruden Absonderungen dieses geistigen Nackerbatzerls in der Presse abgedruckt werden müssen. Ein Forum für geistige Auseinandersetzung ist ja schön und gut, - aber auf diesem Niveau??

Antworten luda2010
07.02.2010 19:13
0 0

Re: Kritisiert die Religionskritik!

bin zwar auch gläubig, aber:
mir ist lieber ein Atheist als einer der seine Religion mit Gewalt verteidigt - leider sind die meisten Gläubigen sehr intolerant - was mit gottglauben nichts zu tun haben kann

Gast: bolli
25.01.2010 19:10
0 0

Götter?

Wer zum Teufel hat denn eigentlich alle diese Götter erschaffen??
Kleine grüne Männchen?

Gast: fksüd
25.01.2010 16:06
5 1

Blutige Praxis, nicht gedankliche Schrulle

Wunschzettel für's neue Jahr:

Weniger Khol, mehr Grigat !

analogo
24.01.2010 17:15
5 1

Dank an "die Presse"

für diesen excellenten Artikel ! (insbes.auch f.d.Autor !)

Gast: eg
24.01.2010 12:17
5 1

Ein guter Aufsatz!

Leider wird dieser Aufsatz nicht von jenen PolitikerInnenn gelesen, die uns tagtäglich die heile Welt vorgaukeln und wenn, nicht verstanden. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere derzeitige Justizministerin mit ihren letzten Bemerkungen über Todschlag bzw. Mord in Österreich, ausgeführt von Menschen aus einem anderen Kulturkreis.

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ein "Hoch" auf Stefan Grigat

er ist der einzige Linksintellektuelle, den ich kenne, der wirklich kein eingebildeter Intellektueller, wie es der ganze Abschaum, was sich selbst mit "Links" adelt, ist!

 
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