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Der Klimawandel: Unser moralisches Versagen

03.12.2011 | 18:23 |  von Martin Strele (Die Presse)

Von oben verordnete Rezepte und Handlungsanweisungen werden gerade im Fall des Klimawandels nicht greifen. Die notwendigen Maßnahmen sind inzwischen radikal. Sie gehen bis an die Wurzeln des Wirtschaftssystems.

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Heute Früh sind wieder fast 1,9 Millionen Menschen in Darfur in Zelten und unter Planen eines Flüchtlingslagers aufgewacht. Sie haben vermutlich nicht die vielen Kommentare in unseren Medien gelesen, in denen die Unstimmigkeiten über das Ausmaß des Klimawandels diskutiert werden und in denen die Klimakonferenz in Durban mehr oder weniger zynisch zum Scheitern vorverurteilt wird. Sie sind eben weit weg.

Und das erlaubt uns, den Klimawandel weiterhin aus der bequemen Position des Beobachters zu kommentieren. Dass dabei allerhand Scheingefechte zwischen den sogenannten Klima-Skeptikern und den in diesem Blatt so betitelten „akademischen Wurzelseppen“ ausgetragen werden, überrascht nicht. Was aber doch überrascht, ist, dass diese Gefechte nach wie vor nicht um den Kern des Themas geführt werden: Der Klimawandel findet statt, hat Ursachen, die vor allem hier bei uns zu suchen sind, und existenziell bedrohliche Folgen für Menschen in Regionen, die kaum etwas zu diesem Phänomen beitragen. Lieber befetzen sich die Akteure mit Details, Stilfragen und politischen Ideologien, als die groben Linien abzustimmen und die Größenordnungen klar zu machen.

Und am Beispiel Darfur – als eines von vielen möglichen – ist inzwischen der Beitrag des Klimawandels am beobachteten Problem der kriegerischen Auseinandersetzung, ethnischen Konflikte und fehlenden Rückkehrperspektiven klar nachgewiesen. Die Vereinten Nationen und deren Koordination der humanitären Hilfe im Sudan haben unter dem Titel „Beyond Emergency Relief“ im vergangenen Jahr Zahlen veröffentlicht, die die Abnahme der Niederschläge bzw. deren Unregelmäßigkeiten und die damit einhergehende rasante Veränderung der Agrarökosysteme in Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel bringen. Die vielfältigen Probleme der Region Darfur allein auf den Klimawandel zu schieben ist zu kurz gegriffen und fachlich falsch. Aber im Gefüge der vielen Ursachen, die sich gegenseitig beeinflussen, spielt dieser weltweite, hauptsächlich von uns angefachte Trend, eine wichtige Rolle.

 

Nie nur eine Ursache. 

Regionale und noch viel mehr globale Phänomene haben nie nur eine Ursache. Es bleibt Klima-Skeptikern auch unbenommen, das Ausmaß oder die Geschwindigkeit des Klimawandels infrage zu stellen. Unklare, komplexe Systemzusammenhänge aber als Argument zu verwenden, gleich Entwarnung zu geben, ist unseriös. So war in einer anderen österreichischen Qualitätszeitung am 20. Juli ein Interview mit einem Klimaforscher zur Hungerkrise am Horn von Afrika zu lesen. Der Titel, den der Redakteur gewählt hatte, war: „Dürre in Ostafrika kein Effekt des Klimawandels“.

Auf die Frage des Redakteurs, ob man denn die Dürre am Horn von Afrika pauschal als erste erkennbare Folge des Klimawandels darstellen kann, antwortete der Klimaforscher mit: „Nein, es hat auch in der Vergangenheit immer wieder Dürrekatastrophen gegeben.“ Auf meine schriftliche Nachfrage präzisiert der Klimaforscher später, dass sich seine Antwort auf das „pauschal“ bezogen hat und dass „tatsächlich ein Einfluss eines sich verändernden weltweiten Klimas sicher gegeben ist. Allerdings ist der Klimawandel nicht die einzige Ursache für die Dürre.“ Mit welcher Intention entstehen dann solche Überschriften?

Zurück vom Horn von Afrika nach Darfur. Was wird es den Flüchtlingsfamilien in Darfur nun helfen, wenn wir ihnen sagen, dass der Klimawandel sicher nicht die einzige Ursache für ihre Probleme ist? Ist es Begründung genug, weiterhin nichts zu tun und darauf zu warten, bis wir in einem komplexen Systemzusammenhang eine einzige Ursache für ein Phänomen identifiziert haben? Nein.

Die schiere Geschwindigkeit, mit der sich in den letzten Jahren das Klima und damit die Wetterereignisse in einigen Regionen der Welt verändern, und die existenzbedrohenden Folgen, die das auch aufgrund der großen Anzahl von potenziell und bereits tatsächlich betroffenen Menschen hat, sollten eines deutlich genug machen: Es ist höchste Zeit, dass die Hauptverursacher des Phänomens – und das sind alle Regionen, die über der globalen Tragfähigkeitsgrenze leben, wirtschaften und Treibhausgase ausstoßen – ihre Verantwortung gegenüber den Menschen wahrnehmen, die die Folgen dieses Handelns zu spüren bekommen.

 

Transparenz für Einzelne. 

Was ist also zu tun? Klar ist, dass von oben verordnete Rezepte und Handlungsanweisungen gerade im Fall des Klimawandels nicht greifen. Die notwendigen Maßnahmen sind inzwischen radikal. Sie gehen an die Wurzeln unseres Wirtschaftssystems.

Klar ist gleichzeitig, dass die bisherige Vermittlung der Erkenntnisse rund um den Klimawandel vor allem diejenigen Menschen erreicht, die bereits sensibilisiert sind. Und klar ist, dass Änderungen von politischen Rahmenbedingungen unter anderem durch einen ganz konkreten Bedarf von Bürgerinnen und Bürgern gestützt und beschleunigt werden. Der Mittelmeerraum zeigte in den letzten Monaten eindrückliche Beispiele für die Kraft der Bevölkerung.

Ein Baustein, den wir als gemeinnütziges Unternehmen beisteuern wollen, ist die Initiative „Ein guter Tag hat 100Punkte“ (www.eingutertag.org). Gemeinsam mit dem Grafikbüro Integral Ruedi Baur in Zürich stellen wir eine freie, selbst finanzierte und offene Plattform zur Verfügung, die die Auswirkungen unserer Lebensweise in einen Bezug zu einem verträglichen Treibhausgas-Budget jedes Menschen stellt.

Dieses verträgliche Maß des täglichen Ausstoßes an Treibhausgasen jedes Menschen auf der Erde übersetzen wir in 100Punkte. In den Bereichen Strom, Wärme, Mobilität, Konsum und Lebensmittel sind die Punktewerte von Produkten und Tätigkeiten gesammelt. Auf einen Blick wird deutlich, in welcher Größenordnung unsere Konsumgewohnheiten unser tägliches Treibhausgas-Budget belasten. Gleichzeitig zeigen sich unmittelbar die großen Handlungsoptionen: nicht Nützliches erst gar nicht konsumieren, die Nutzungsdauer von Dingen verlängern, Nutzen statt Besitzen und natürlich der Vorzug von regionalen Produkten, biologischer Produktion, Energieeffizienz und Nutzung von erneuerbaren Energieträgern.

Vor allem aber ermöglicht „Ein guter Tag hat 100 Punkte“, selbst Ansatzpunkte im eigenen Leben zu finden, und liefert nicht nur die pauschalen Rezepte, die meist so schlecht zur speziellen Situation von Menschen passen.

 

Forderungen an die Politik.

Staaten sollten aufhören, sich wie ungeschickte Klienten der Schuldenberatung zu benehmen: in der Hoffnung auf ständig steigendes Wachstum der Märkte, die möglicherweise erzielbaren höheren Steuereinnahmen der Zukunft schon jetzt zu verpfänden. Dramatisch zugespitzt findet nichts anderes in fast allen Industrienationen gleichermaßen seit Ende des Jahres 2008 statt.

Eine interessante Parallele zog Wolfgang Uchatius in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 10.November. Er greift einerseits die von John Meynard Keynes schon im Jahr 1930 geäußerte Vorhersage einer bevorstehenden Sättigung der Märkte auf, die mit ein Grund sein könnte, dass die auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftsmaschine aufgehört hat zu brummen und in immer weiteren Ecken und Nischen die fiktiven Zukunftsversprechen auf weiteres Wachstum sich als Chimäre herausstellen. Er zieht die Argumentationslinie weiter zu den Ursachen des Klimawandels, dem Ausstoß von Treibhausgasen, der im Gleichschritt mit dem wirtschaftlichen Wachstum immer weiter steigt. Leider bislang relativ unbeeindruckt von technologischen Innovationen im Bereich Energieeffizienz.

Die Heilsversprechen der grünen Industrie befeuern unsere Gier nach immer neuen Dingen. Der sogenannte Rebound-Effekt führt aber dazu, dass eingesparte Energie und Kosten unmittelbar wieder in andere Dinge investiert werden. Insgesamt steigt damit der Energieverbrauch und der Konsum weiter an. Seit Ende der 1970er-Jahre allerdings leider ohne uns dabei zufriedener zu machen.

 

Durst nach Sättigung.

So hat vielleicht also die Wirtschafts- und Finanzkrise ganz ähnliche Ursachen wie der menschengemachte Klimawandel? Die Gier nach immer mehr und der Verlust unseres Sättigungsgefühls.

Was aus meiner Sicht nicht taugt, um die aktuellen Herausforderungen anzupacken, ist eine von Unternehmen aufgegriffene, marketing- und wachstumsgetriebene Bemühung, mit sogenannten grünen Technologien den Teufel quasi durch Beelzebub auszutreiben.

Not tut ein distanzierter Blick auf die Größenordnungen, statt sich im Klein-Klein zu verlieren, eine Kommunikation, die alle Menschen gleichermaßen erreicht und kein Expertenwissen voraussetzt, und ein – im besten Fall nicht organisiert entstehender – Druck von „unten“ in Richtung der politischen Entscheidungsträger. Für ein gutes Leben hier und in Darfur und in anderen Regionen der Welt.

zum Autor

Martin Strele

Geboren 1974 in Bludenz.

Studium „Sustainable Agriculture and Rural Development“ an der Boku, TU und Uni Wien. Seminar für ländliche Entwicklung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter von Kairos, einer gemeinnützigen Firma für Wirkungsforschung mit Sitz in Bregenz. Lehraufträge an der Universität Innsbruck. Mitbegründer des SonnenSchein- Stipendiums und des Safer Future Youth Training Centres in Sierra Leone.

privat

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2011)

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14 Kommentare
periskop
01.01.2012 17:45
0 0

Dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird, ist ein Märchen ohne wissenschaftliche Grundlage!

"Der Klimawandel findet statt, hat Ursachen, die vor allem hier bei uns zu suchen sind". Das wird ständig wiederholt, bis es die Menschen, die nichts wissen, glauben!

Die verlässlichste wissenschaftliche Grundlage ist der Teil "The Physical Science Basis" im letzten Bericht des Weltklimarates (AR4 des IPCC). Dort erfährt man, dass der menschliche Anteil am globalen CO2-Ausstoß knapp 3 % beträgt. Auch liest man, dass im Mittel 60 % des anthropogenen CO2-Ausstoßes nicht wie alles andere CO2 wieder von den Pflanzen und den Ozeanen absorbiert werden darf, sondern in der Atmosphäre verbleiben muss, damit die Computermodelle die CO2-Zunahme in der Atmosphäre erklären können. Dass sich die Natur aber weigern soll, diesen Teil des vom Menschen stammenden CO2 zu absorbieren, ist völlig unplausibel!
Der IPCC sagt auch nur im "Technical Summary", dass es "very likely" ist, dass die meiste Erderwärmung seit den 50er Jahren vom Menschen verursacht wurde, wobei auf zwei Seiten 10mal darauf hingewiesen wird, dass das nur für dieses halbe Jahrhundert gilt und zweimal betont wird, dass weniger als 50 Jahre kein Beweis sein können!
Das war offenbar das Äusserste, was die Forscher ihren Auftraggebern liefern konnten, ein Beweis für die Schuld des Menschen ist das aber nicht, viel eher das Gegenteil davon!
Eine Anfrage an Hernn BM Berlakovich hat auch keinen anderen Beweis ergeben, die Schuld des Menschen am Klimawandel ist also eine pure Erfindung, Maßnahmen zur CO2-Reduzierung sind sinnlos!

Gast: redcloud
09.12.2011 21:37
0 6

der mensch scheitert

der mensch als spezies scheitert und mit ihm die natur und die tiere. die ursache dafür liegt vereinfacht gesagt in der dümmlichen arroganz und ignoranz des zweibeiner.
in zeiten wo jedes arschloch seinen hintern mit dem auto bewegen möchte stehen die zeichen nicht gut für eine gelungene umweltpolitik.
der mensch ist zu dumm- was kann da noch helfen.

sir007
07.12.2011 13:27
9 1

Klimawandel und Ratingagenturen

Wenn man wie Herr Strele ideologisch verblendet ist, benennt man natürlich mit keinem Wort die Hauptursache dieser afrikanischen Katastrophe: korrupte Regierungen, Fehlen von Rechtssicherheit und in Folge Fehlen von Kapital, Wirtschaftsleistung und Arbeitsplätzen. Für die in der UNO stark vertretenen Entwicklungsländer ist das Phantom des Klimawandels natürlich ein bequemes Druckmittel auf den bösen Norden. Der Klimawandel ist für afrikanische Katastrophen so verantwortlich wie die Ratingagenturen für die europäische Staatsschuldenkrise.

Antworten redneck
07.12.2011 20:25
2 0

Re: Klimawandel und Ratingagenturen

guter beitrag, auch speziell der letzte satz


Gast: Martin_S
07.12.2011 09:55
2 0

!! Bitte beachten !!

"Mitbegründer des SonnenSchein- Stipendiums" -> Na. das sagt ja schon viel aus!

wmaurer
05.12.2011 19:00
3 1

sollte es den Klimawandel wirklich geben,


und sind wir Menschen tatsächlich weitgehend dafür verantwortlich, dann müssen wir nur möglichst schnell, möglichst viele Kernkraftwerke zusperren und die Klimakatastrophe ist perfekt. Und auch Al Gore kann noch ein paar CO2 Zertifikate mehr handeln.

freeman
05.12.2011 09:49
9 1

Eine Dürre in Darfur ist tragisch,

aber im Endeffekt kein Wunder - dafür muß man keinen "Klimawandel" und schon gar keinen menschengemachten propagieren.

Im Großen und ganzen handelt es sich um ein Wetterphänomen, das in diesen Breiten halt mehr oder weniger regelmäßig auftritt, und gerade die Gläubigen des Klimawandels sind die ersten, die "Wetter und Klima sind nicht dasselbe!" schreien, wenn ein Blick aus dem Fenster ihre apokalyptischen Prognosen zu widerlegen scheint.

Der pflichtgemäß in den letzten Absätzen positionierte Kulturpessimismus ist sowieso jenseitig. Wenn die Zufriedenheit seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr mit dem Wohlstand steigt, ist das nicht die Schuld des Wohlstands, sondern die genau jener nihilistischen Philosophie auf deren Fundament diese Kulturkritik gebaut ist. Richtigerweise sollte sie also ihre eigene philosophische Basis in Frage stellen und nicht den berechtigten Wunsch des Menschen nach Weiterentwicklung.


Gerald
04.12.2011 16:47
10 1

Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

Hrn. Streles Text ist auch nur ein weiterer schwacher Versuch den toten "menschengemachter Klimawandel"-Gaul noch ein paar Meter weiter prügeln zu wollen. Zu Beginn konzediert Hr. Strele den Skeptikern ja wenigstens teilweise recht haben zu können, nur um anschließend sofort in den alten ausgeleierten Gleisen dahinzurattern. Dahingehend nämlich, dass es selbstverständlich einen menschengemachten Klimawandel gibt, der an allen Naturkatastrophen der Welt schuld ist und "wir" (ich schätze einmal damit mein Hr. Strele uns Europäer und die Amerikaner nicht aber Chinesen und Inder) selbstverständlich die Hauptverursacher sind.
Weder scheint es Hrn. Strele aufgefallen zu sein, dass es weder einen Beweis für eine Zunahme von Wetterxtremen, noch eine von Naturkatastrophen gibt. So wie auch jeder Beweis für einen menschengemachten Klimawandel in nennenswertem Ausmaß fehlt. Weiters hat der Konflikt in Darfur auch viele Ursachen, der Klimawandel ist jedoch keiner davon. Letztendlich ist Hr. Strele wohl auch nur einer der vielen Profiteure des Klimawandel-Hypes, der angesichts der auf uns zurollenden massiven Belastungswelle wohl fürchtet, dass es dann vorbei ist mit üppigen Dotierungen und Querfinanzierungen unter dem Klimawandel-Öko Tarnkleid.
Hr. Strele wäre jedoch gut beraten, die tatsächlichen Vorteile von erneuerbaren Energien und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken und nicht weiter auf den Klimawandel-Gaul einzuprügeln, denn der ist tot und rührt sich keinen Meter mehr.

Antworten Gast: schlÄchter
06.12.2011 12:04
4 1

Re: Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

sg gerald! bravo!
sie bringen es auf den punkt.
+

herr strele sollte sich vielleicht etwas mit demographie beschäftigen, wenn er die afrikanischen tragödien für sein klmimawandel-glaubensbekenntnis mißbraucht.

mfg
s.

Antworten Gast: Martin Strele
04.12.2011 20:33
2 8

Re: Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

Sie sind ein schwieriger Diskussionspartner. Erwähnte Quellen ignorieren Sie um sich nicht in ihren Rundumbehauptungen einbremsen zu müssen. Und für diese führen sie keine Belege an. Sie wischen Darfur mit einem Halbsatz vom Tisch und werfen mir vor, davon zu profitieren. Lassen sie uns mal von den Menschen reden, die nicht profitieren. Gerne schliesse ich viele Inder und Inderinnen, Chinesen und Chinesinnen und viele reiche AfrikanerInnen in das "wir" ein.

Ich kann Sie beruhigen: ich profitiere vom Klimawandel nur insofern, dass ich in einem sehr privilegierten Land lebe. Mein Geld verdiene ich nicht damit. Schoene Gruesse.

Antworten Antworten periskop
01.01.2012 19:08
0 0

Re: Re: Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

S.g. H. p.t. Strele! Da ich annehme, dass Sie von einer Antwort auf Ihre obige Antwort verständigt werden, möchte ich Sie auf meinen Kommentar, den ich um 17:45 geschrieben habe, hinweisen!
Da bei 1500 Zeichen kein Platz für Quellenangaben bleibt, will ich hier einiges, was im Fourth Assessment Report des IPCC zu finden ist, nachholen:
Zu den 3 % anthropogenem Anteil am globalen CO2-Ausstoß: Nach Figure 7.3, S. 515 ist der gesamte CO2-Ausstoß 218,2 GtC/yr, von fossilen Brennstoffen und Zementproduktion stammen 6,4 GtC/yr, das sind 2,93 %.
60 % "airborne fraction " finden sich auf S. 139.
iI TS.4, S. 60 steht: It is very likely that anthropogenic greenhouse gas increases caused most of the observed increase in global average temperatures since the mid-20th century.
Im "Executive Summary" S. 665/6 finden sich die 10maligen und zweimaligen Erwähnungen. Die Probleme der Computermodelle auf den Seiten kurz davor.
Die Anfrage an BM Berlakovich und seine Antwort bei meinparlament@diepresse.com


Antworten Antworten Gerald
05.12.2011 08:35
7 1

Re: Re: Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

Viel anders argumentieren Sie auch nicht, Hr. Strele. Denn irgendwie verwursten Sie zwar in Ihren Text hinein, dass die Skeptiker doch berechtigte Fragen stellen, nur um dann gleich wieder die alten Klimawandellügen (weder gibt es eine Zunahme von Wetterextremen, noch von Naturkatastrophen) zu dreschen und vollkommen untaugliche Beispiele wie Dafur herbeizuziehen.

Der Bürgerkrieg in Dafur hat viele Gründe, ein Klimawandel spielt jedoch nur eine äußerst untergeordnete Rolle und ob die Dürre der letzten Jahre in der Sahelzone etwas damit zu tun hat, ist bis heute nicht geklärt. Vielmehr deutet viel darauf hin, das es sich um ein zyklisches Klimaereignis handelt, denn die Regenmengen nehmen in den letzten Jahren wieder zu (mit lokalen Ausnahmen wie z.B. derzeit am Horn von Afrika).
"Wir" sind daran jedoch nicht schuld, genausowenig wie am Abholzen der Savannenwälder und an der Bevölkerungsexplosion in dieser Weltgegend, die erheblich mehr zur dortigen Misere beitragen, wie irgendwelche CO2-Emmissionen.

Zum Abschluss noch Ihr Satz: " Unklare, komplexe Systemzusammenhänge aber als Argument zu verwenden, gleich Entwarnung zu geben, ist unseriös."

Genauso unseriös ist es diese unklaren, komplexen Zusammenhänge für Panikmache und einen Schuldkult zu verwenden.

Antworten Antworten pesosope
05.12.2011 08:35
1 1

Re: Re: Wie man einen toten Gaul reitet - Climategate 2.0 "The Cause"

ich dachte mir im Vorfeld schon, dass Sie auf Nebensächlichkeiten beharren und die einzig gültigen Beweise einfach so vom Tisch wischen.
Natürlich wirkt der Mensch auf das Klima ein, niemand bezweifelt das, aber bisher fehlen halt die prognostizierten Szenarien und die Horrormeldungen für 2100 sind auch nicht gerade .....glaubhaft.
Tatsache ist, dass es bisher keinerlei seriöse Anhaltspunkte für kommende Wetter- und Naturkatastrophen gibt, die nicht schon in der Vergangenheit, und das ohne Zutun der Menschheit, stattgefunden haben.

Gast: Machmuss Verschiebnix
04.12.2011 11:49
0 0

Die Hoffnung lebt,

auch wenn derzeit in Österreich der "Druck von unten" in die verkehrte
Richtung geht.

Wir stecken grade in einer Phase - und da hat FLE recht - in der die
Politik größere Sorgen hat. Aber auch diese größeren Sorgen werden
nach demselben Muster bedient, wie die kleineren:

taktieren statt regieren Vorrang für Machterhalt

Das westliche Polit-System agiert nicht mehr, sondern reagiert und
das auch nur auf viel Druck. Leider kommt von Umwelt-Belangen (noch)
kein solcher Druck, daß der nicht an die "Wurzelseppen" delegiert
werden könnte.

Bei weitem das größte Problem aber, ist jenes von Geisteshaltung,
von Gesinnung bei unseren Eliten. Die Meisten, die sich als solche
bezeichnen lassen, haben derart Linke Flausen im Kopf, daß einem
s'Grausen kommt und falls einer doch mal Klartext absondert, dann
wird er medial zerstört.

Aus jener Ecke, aus der früher so ab und an mal die Querdenker
"gefeuert" hatten, mit wirklich aufrüttelnden Ansagen, aus dieser
Ecke hört man heute nur mehr den Leierkasten über die bösen
Neo-<Irgendwas>.
Und was uns heute von den Medien manchmal als Elite präsentiert wird,
das wäre zu Kreiskys Zeiten nichtmal belächelt worden.

Wo sind den Europas Kapazunder versumpert ?

Keiner da, der die zwei "Eiterbeulen" des westlichen Systems anspricht,
den Parteien-Parlamentarismus und das borsatile Finanz-System - mit
diesen beiden zusammen ist garantiert, daß Europa ins Elend stürzen
wird !!!

Die Hoffnung ? Die kommt erst nachher !


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