25.05.2012 11:46 | Meine Presse Merkliste 0

Raus aus dem Euro, rein in den Nordeuro!

10.12.2011 | 18:02 |  von Hans-Olaf Henkel (Die Presse)

Eine Transferunion nach dem Motto "Koste es (Deutschland und Österreich), was es wolle" würde geradewegs in die organisierte Verantwortungslosigkeit führen.

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Nun musste schon wieder der Euro gerettet werden. Wie wäre es, wenn die Retter sich einmal mit den drei ganz unterschiedlichen Problemen befassen würden, die sich zur „Eurokrise“ verknotet haben?

Erstens stehen als Langzeitfolge der Finanzkrise viele Banken noch immer auf wackligen Füßen. Wir haben also eine Bankenkrise. Zweitens sind einige Euroländer tatsächlich massiv überschuldet. Wir haben in der Tat auch eine Staatsschuldenkrise. Drittens trägt der Euro selbst ein gerüttelt Maß an Schuld zur gegenwärtigen Misere bei. Dass wir auch eine Eurokrise haben, versucht die politische Klasse unter dem Deckel zu halten. So hätte sich weder Griechenland ohne niedrige Eurozinsen so hoch verschulden können, noch wäre in Spanien eine derartige Immobilienblase entstanden. Auch nahm der Euro den Ländern im Süden die Möglichkeit, durch Abwertungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor allem aber hat sich der Euro zu einer riesigen Ansteckungsmaschine entwickelt. Wenn früher Griechenland eine Erkältung hatte, hätte Österreich niemals gehustet. Wenn die Ratingagenturen jetzt unsere Bonität infrage stellen, dann nicht wegen unserer Schuldenpolitik, sondern weil sie davon ausgehen, dass wir in Zukunft für die Schulden von Frankreich, Italien und anderen mithaften! Wenn deutsche Politiker sich als Vertreter des größten potenziellen Gläubigers in Fragen der Privatisierungen in Griechenland, von Sparpaketen in Portugal oder der Urlaubsansprüche der Spanier einmischen, ist das auch eine Folge des Euro!


Verhasstes Deutschland. Und dass die Studenten in Athen, die Streikenden in Lissabon und die „Empörten“ in Madrid gegen die von ihnen als anmaßend empfundenen Ratschläge aus Deutschland protestieren, ebenso. Der Euro bewirkt nun das Gegenteil von dem, was wir uns einmal von ihm erhofften: Er spaltet, statt zu verbinden, er sät Zwietracht, statt für Harmonie in Europa zu sorgen. Vor der Krise war Deutschland die beliebteste Nation in Griechenland, heute sind wir dort die am meisten verhasste. Der Euro sorgt nicht nur für zunehmenden Ärger zwischen potenziellen „Geberländern“ und „Nehmerländern“ in der Eurozone, er verbreitert auch den Graben zwischen den 17 Euroländern und den zehn EU-Ländern, die nicht in der Eurozone sind. Von Letzteren wollen nach neuesten Umfragen nur noch die Rumänen in die Eurozone. Statt laufend neue Rettungspakete zu schnüren, ist es Zeit, einmal innezuhalten und zu fragen: Wo soll das enden? Haben wir wirklich keine Alternative?

Wenn die Politiker an ihrem Plan A festhalten, „koste es (Deutsche und Österreicher), was es wolle“ (so EU-Kommissionspräsident Barroso), steht am Ende eine Transferunion, in der jedes Land für die Schulden aller Länder verantwortlich ist. Wohin das führt, wissen Deutsche aus dem Länderfinanzausgleich: zu organisierter Verantwortungslosigkeit! Die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone würde leiden, der Wohlstand abnehmen, dafür wäre er dann innerhalb der Eurozone umverteilt. Schon deshalb ist die einzige Kritik, die Rot-Grün an Frau Merkel vorzubringen hat, dass sie Griechenland schon früher hätte helfen sollen.


Dominoeffekte. Der Plan B, ein teilweiser Schuldenerlass, mit oder ohne private Beteiligung („Haircut“), würde zwar die Schuldenlast Griechenlands senken, das fundamentale Problem seiner mangelnden Wettbewerbsfähigkeit aber nicht ändern. Die Variante, Griechenland aus dem Euro zu werfen, würde zum Sturm auf die Banken Athens, einer hoffnungslosen, „ewigen“ Überschuldung des Landes und zu Dominoeffekten in anderen Ländern führen. Verständlich, dass Politik, Banken und Realwirtschaft dieses Risiko nicht eingehen wollen.

Höchste Zeit also, sich Plan C anzusehen, vorsichtig den Knoten aus Finanzkrise, Eurokrise und Verschul-dungskrise zu lösen und dann in allen drei Feldern gezielt zu handeln:
•Finanzkrise: Bisher versteckte sich hinter jeder „Eurorettung“ die Rettung von Banken. Warum sonst sollte sich das Nichteuroland Großbritannien an der „Eurorettung“ in Irland beteiligt haben? Natürlich müssen wir dafür sorgen, dass Funken aus dem Finanzsektor nicht noch einmal die Realwirtschaft in Brand setzen. Allemal besser wäre es, das Problem separat zu lösen, indem alle nationalen Bankenrettungsschirme neu aufgespannt oder verbreitert werden. Zur Not muss der Bankensektor temporär verstaatlicht werden. In den USA und in Schweden wurde das durchaus erfolgreich vorexerziert. Für Deutschland wäre das fast irrelevant, da sich schon fast zwei Drittel der Banken und ein noch höherer Anteil griechischer Staatsanleihen in staatlicher Hand befinden.


•Eurokrise: Merkel und Faymann sollten das Heft des Handelns endlich selbst in die Hand nehmen und zusammen mit Ländern, die auf eine ähnliche Finanz- und Wirtschaftskultur zurückblicken, aus der Eurozone austreten und eine neue Währung begründen (Arbeitstitel: „Nordeuro“). Nicht nur Holland und Finnland kämen infrage, auch Länder, die sich bis heute nicht für den Einheitseuro entscheiden wollen, wie Schweden, Dänemark und Tschechien. Ein Übertritt der verbleibenden Euroländer, wie etwa Irlands, sollte nach der Sanierung ihrer Staatsfinanzen möglich sein. Neben der EZB, die weiterhin für den Euro verantwortlich bleibt, könnte eine eigene Zentralbank nach dem Muster der Bundesbank den „Nordeuro“ relativ schnell einführen. Die übrige „Mechanik“ entspricht der gleichen wie bei der Einführung des Euro.

Wenn es möglich war, aus siebzehn Einzelwährungen eine zu machen, sollte es auch möglich sein, aus einer Währung zwei zu machen. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine von uns finanzierte Transferunion, kein Bankensturm, gegenüber Plan B das geringere Risiko eines Chaos. Zudem würde ein abgewerteter Euro neue Chancen für die Gesundung der Volkswirtschaften von Griechenland bis Frankreich eröffnen und uns einen höheren Inflationsschutz sichern. Schon vor der Einführung des Euro hatten wir viele Jahre den sogenannten „D-Mark“-Block. Was wirklich Neues ist das also nicht.


•Schuldenkrise: Mit zwei den unterschiedlichen Wirtschafts- und Finanzkulturen besser entsprechenden Währungen und einer teilweisen Entschuldung der Südländer durch den Norden müsste fortan jedes Land seine Schuldenkrise selbst lösen. Die Deutschen und die Österreicher blieben in einer Währungsunion und fänden sich nicht in einer Transferunion wieder. Deutsche Politiker bräuchten ihre Nase nicht mehr in die Angelegenheiten anderer Länder zu stecken und könnten sich auf ihr eigenes Land konzentrieren.

Klar, auch Plan C hat Nachteile. So würde ein aufgewerteter „Nordeuro“ auch die Exporte belasten. Aber angesichts der Tatsache, dass Deutschland inzwischen auch Importvizeweltmeister geworden ist und jetzt schon ca. 45 Prozent aller Exporte vorher importiert werden, wäre das eine überschaubare Gefahr. Mit einem „Nordeuro“ hätten die Bürger ein erheblich geringeres Inflationsrisiko. Beide Zentralbanken könnten mit einer den unterschiedlichen Kulturen und Konjunkturen angepassten Zinspolitik besser reagieren als im System des „One size fits all“-Einheitseuro. Die Entwicklung des Wechselkurses könnte ähnlich gesteuert werden, wie es heute die Schweizer Nationalbank erfolgreich demonstriert.

Wie das politisch zu schaffen wäre? Man müsste zuerst den Deutschen und den Österreichern reinen Wein darüber einschenken, wohin der derzeitige Kurs führen wird: zu einer unkontrolliert ansteigenden Schuldenlast, an deren Ende der staatliche Zugriff auf deutsches Privatvermögen oder Inflation oder beides stehen wird. Parallel dazu muss im „Süden“ dafür geworben werden, dass eine mit unserem Austritt verbundene Abwertung des „alten“ Euro zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder, durchaus auch zu unseren Lasten, führt. Schließlich müssten wir ein teures Austrittsticket lösen, zum Beispiel durch einen Schuldenerlass. Aber Hand aufs Herz: Hätten wir die Kredite unter Plan A und B je wiedergesehen?

Angesichts der Einheitseuro-Rhetorik der Medien und der Politik mag dieser Plan noch unwirklich erscheinen, aber seit ich ihn Ende 2010 zum ersten Mal vorgestellt habe, erfahre ich einen dramatischen Zuwachs an Zustimmung, egal, wo ich ihn präsentiere, hier und anderswo in Europa.

Schließlich: Wer hätte noch vor wenigen Monaten gedacht, dass Frau Merkel zum Geisterfahrer in der europäischen Energiepolitik werden würde? Wenn sie merkt, dass deutsche Wähler auf weitere Rettungspakete so reagieren wie auf „Fukushima“, wird sie das Steuer vielleicht doch noch herumreißen!

Hans-Olaf Henkel (*1940 in Hamburg) war von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Als solcher meldete er sich oft und in deutlichen Worten zu wirtschaftspolitischen Themen zu Wort.

Seine Managementkenntnisse erwarb er in langjähriger Tätigkeit für IBM in führenden Positionen, zuletzt war er verantwortlich für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2011)

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23 Kommentare
Gast: Euroskeptiker
05.03.2012 14:34
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Schreibfehler!

Sorry, Überschrift sollte natürlich heißen: Alte Währungen STATT Nordeuro!

Gast: Euroskeptiker
05.03.2012 03:41
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Alte Währungen, Staat Nordeuro!

So einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Henkel will also durch die Aufspaltung des Euro erreichen, daß Länder die bisher noch Währungssouveränität und eigene Währungen haben wie Dänemark, Tschechien, Schweden, Großbritannien in eine von Deutschland dominierte Nordeuro-Zone gezwungen werden. Somit würde eine von Deutschland und Frankreich dominierte Gesamteuro-Zone zu einer von Deutschland dominierten Nordeuro-Zone und einer von Frankreich dominierten Südeuro-Zone...als wenn das eine Verbesserung wäre!

Die Staaten brauchen ihre Währungen zurück: Die Lire, der Franc, Die D-Mark, der Gulden usw. müssen zurückkommen, denn ein souveräner Staat braucht eine eigene Währung. Zur Erleichterung des Handels könnte man aber den Ecu. als Buchwährung lassen, wie es von 1979 bis 2002 der Fall war.

Henkel ist für mich um kein Deut besser als die Eurofanatiker Barroso, Merkel, Schäuble Trittin und co. Er ist ein trojanisches Pferd innerhalb der Euroskeptiker, der euroskeptisch tut, aber den Euro nicht abschaffen, sondern nur teilen will und ihn somit nicht nur aufrechterhalten möchte, sondern er soll sogar noch auf andere Länder ausgeweitet werden!

Also: Da ist mir Hankel weit lieber, denn er will die guten alten europäischen Währungen zurückholen!

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Von einem Eurobefürworter

... möchte ich einmal einen derart sachlichen Artikel lessen. Da höre ich immer nur "alternativlos", "Friedensprojekt" und derartige Schlagworte.

Gast: Hubert Brune
27.12.2011 22:28
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EU- & EURO-WAHN !

@ Periskop

„Der Euro - so wie er heute ist - garantiert ein langes Leiden und den sicheren Tod!“

Ich stimme Ihnen hinzu, obwohl ich dabei anmerken muß; daß ich schon gegen den Euro war, als er noch gar nicht existierte, aber bereits versprochen wurde (ich verweise in diesem Zusammenhang beispielsweise auf einen Artikel des Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vom 26.07.1990: „Die D-Mark wird abgeschafft“ (<A HREF="href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13501660.html">**</A>. Zu dieser Zeit war längst klar, was es bedeutet, die D-Mark aufzugeben.

Der Euro war zu der Zeit (1990), als Kohl ihn seinen ausländischen Lieblingen versprach (in einer Demokratie wäre das nicht passiert!), die Kriegserklärung an Deutschland, seine Einführung der Beginn des hauptsächlich als finanz- und wirtschaftspolitischen Raubzug (juristisch gesprochen: Diebstahl!) auf Kosten der Mittelschicht Deutschlands von Ausländern und Deutschen gegen Deutsche geführten 3. Weltkrieges! Euro heißt: 3. Weltkrieg! <A HREF="http://www.hubert-brune.de/wk1_versailler_diktat_wk2.html#ew1_d">**</A>

Ich zähle schon sehnsuchtsvoll die Tage bis zu dem endgültigen Kollaps („Endsieg“) dieser verkohlten Lüge namens EU (<A HREF="http://www.hubert-brune.de/kapitalismuskritikkritik.html#besser_als_eine_reform_ist_nur_der_tod_der_e_u">**</A>) und dem Ende des 3. Weltkrieges namens Euro!

Antworten periskop
30.12.2011 14:52
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Re: EU- & EURO-WAHN !

Dass dieser Euro eine Mißgeburt ist, hat wahrscheinlich auch Helmut Kohl gewußt. Aber er brauchte die Zustimmung Frankreichs zur einmaligen Chance der deutschen Wiedervereinigung und da musste alles andere hintanstehen!
Einen dritten Weltkrieg sehe ich aber Gott sei Dank nicht!

Antworten Antworten Gast: Hubert Brune
03.01.2012 16:42
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Re: Re: EU- & EURO-WAHN !


@ Periskop

Das, was Sie über Helmut Kohl gesagt haben, ist noch ergänzungsbedürftig, denn: Helmut Kohl hatte 1989/'90 auch die einmalige Gelegenheit, endlich einen Friedensvertrag auf den Weg zu bringen und über diesen Weg wirklich das zu vollziehen, was seit damals „Deutsche Einheit“ genant wird, aber keine ist.

periskop
26.12.2011 10:33
0 0

Der Euro - so wie er heute ist - garantiert ein langes Leiden und den sicheren Tod!

Alles Leugnen hilft nicht: es gibt in Europa zwei grundverschiedene Wirtschafts- und Währungspolitiken. Während eher nördliche Länder auf Hartwährungspolitik schwören und damit gut gefahren sind, können die eher südlich gelegenen Wirtschaftssysteme nur mit regelmäßigen Währungsabwertungen überleben!

Die Einführung einer gemeinsamen Währung für beide Blöcke war der schwerste Fehler der EU-Bonzen! Schließlich wird nicht einmal das homogene Italien mit dem Gegensatz zwischen dem Norden und dem Mezzogiorno fertig. wie sollen die noch viel größeren Differenzen zwischen den europäischen Blöcken überbrückt werden? Das kann nicht gelingen, der Süden müsste ewig am Tropf des Nordens hängen, was dieser nicht aushält. Der Euro in der heutigen Form trägt den Todeskeim für die ganze EU in sich!

Die Abspaltung eines Nordeuro, der die wirtschaftliche Gesundung der Hartwährungsländer ermöglicht, ist eine schwere und lebensgefährliche Operation, aber die einzige Möglichkeit, um das wirtschaftliche Überleben Europas zu sichern!


Gast: Rhyskant
13.12.2011 00:06
0 0

Verstünde nur der Michel, was Herr Henkel schreibt

...und reagierte er, stünde er vor der Bannmeile....jeder Gipfel kostet nur noch mehr und löst nix...irgendwann wird die EZB die Schleusen öffnen, danach zwingt die Situation zu €-Bonds, also Vergemeinschaftung auch der Altschulden.....deswegen...raus aus dieser Währung, zurück zur DM, in den CHF oder den Nordeuro...oder von unseren Vermögen Vermögen wir nix mehr zu Mögen...

Antworten Gast: Hubert Brune
02.03.2012 21:14
0 0

@ Rhyskant, 13.12.2011, 00:06

Das von Ihnen kurz abservierte Thema „Michel“ hat so gut wie gar nichts zu tun mit dem hier angesprochenen Thema - wie überhaupt mit dem Thema der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise (Immobilien-/Subprime-/Verbriefungs-/Bankenkrise, Finanzkrise, Staatsschuldenkrise u.s.w.), die in Wirklichkeit sogar als eine Systemkrise zu bezeichnen ist. Man muß - gerade auch beim Verhalten der Menschen in solchen Krisen - zwischen Kurz-, Mittel- und Langfristigkeit unterscheiden:

(A) Kurz- bis mittelfristig verhalten sich die meisten Menschen auch in der heutigen Krise nicht falsch, wenn sie Unannehmlichkeiten hinnehmen, um dem Übel (noch größere Ausbeutung, Enteignung u.ä.) zumindest vorübergehend zu entgehen, obwohl es sich sowieso längst ereignet, und/oder auf einigermaßen erträgliche Art hinzunehmen, um (kurz- bis mittelfristig!) Zeit zu gewinnen - sie setzen also in beiden Fällen auf die (kurz- bis mittelfristige!) Zeit, und das ist nicht michelig.

(A) Mittel- bis langfristig verhalten sich die meisten Menschen gerade in der heutigen Krise sehr wohl falsch, denn die eben angesprochenen Unannehmlichkeiten werden auf die Nachkommen abgewälzt - die Finanzhaie und Politiker machen es ja auch so vor. Der Fehler liegt hier darin, (mittel- bis langfristige!) Zeit nicht gewinnen zu wollen, denn mittel- bis langfristig kann man dem Übel, das sich sowieso längst ereignet, nicht (mehr) entkommen und/oder auf einigermaßen erträgliche Art hinnnehmen, sondern nur noch - d.h. bedingungslos (!) -

Gast: Plotin
12.12.2011 14:53
3 3

das sind die Macher, welche sich bereichern und die Gesellschaft bankrottieren

. . . während die Schulden, Zinsen und Zinseszinsen immer mehr werden.
Da helfe eins: ein einheitliches Sozialsystem für alle Bürger,
eine rigorose Umverteilung zugunsten unterdurchschnittlicher Einkommen und ausgeglichen budgetieren.

'Weg' mit den Politikern, 'für' eine Opposition, Altruisten, welche dem Wähler kompetente Fachleute und Wissenschafter zur Wahl stellen.

'Weg' mit dem Superstaat und Multikultur, 'für' eine Wirtschaftsgemeinschaft autonomer Länder des christlichen Europas mit einem einheitlichen Steuer-, Budget- und Sozialsystem und gleichen Standards und Normen.

Antworten joquer
13.12.2011 13:42
0 0

Re: das sind die Macher, welche sich bereichern und die Gesellschaft bankrottieren

Und inwiefern wären die Staaten im Falle eines einheitlichen Steuer-, Budget- und Sozialsystems noch autonom?

schlechte Alternative

Möglichkeit C ist gegenüber der Rückkehr zu nationalen Währungen klar ein Nachteil, denn
1. können wir uns nach dem Euro-Fiasko einen weiteren "Feldversuch" einfach nicht leisten.
2. würde ein Nordeuro die Bevormundung Deutschlands gegenüber Österreich noch weiter erhöhen.

Antworten teifl eini
12.12.2011 09:33
4 0

Re: schlechte Alternative

sorry, aber an welche währung hat sich der schilling jahrzehntelang angekoppelt?

Re: Re: schlechte Alternative

einen stabilen Wechselkurs zu halten und eine gemeinsame Währung zu haben sind 2 völlig verschiedene Sachen. Im ersteren Fall bleibt man unabhängig.

Antworten Gast: Yacutorix Vivax
11.12.2011 19:03
5 0

Re: Was kann Österreich besseres passieren,

als daß unsere seltsame "Regierung" von Deutschland aus
ferngesteuert wird (od. überhaupt gleich ins Kommunisten-Museum abschieben).

roger
11.12.2011 11:45
11 0

Glasklare Analyse

Hans Olaf Henkel ist einer der wenigen, der a) die Probleme genau zu erkennen vermag und b) auch die entsprechenden Alternativen aufzeigt.

Es gibt für die Zukunft Europas nur 2 Möglichkeiten:
1.) Aufspaltung in Nordeuro und Südeuro
2.) Rückkehr zu den nationalen Währungen

Den bestehenden Euro-Raum aufzugeben ist natürlich politisch unerwünscht. Und ich fürchte, lieber wird man noch jahrezehntelang weiterwurschteln und hunderte Milliarden hineinbuttern, bevor man zugibt, sich geirrt zu haben.

Antworten Gast: Ger Ks
11.12.2011 22:21
1 4

Re: Glasklare Analyse

Für Europa gibt es genau EINE Möglichkeit. Den Euro gegen diesen Angriff zu verteidigen und zwar mit allen Mitteln und unter allen Umständen. Schaffen wir das nicht, ist die Rückkehr zu den Einzelwährungen und eine dauerhafte Abhängikeit vom angloamerikanischen Finanzsystem vorprogrammiert. Europa existiert dann nur noch als Finanzprovinz der USA. Dann wars das. Europa hat ausgespielt und tritt von der Weltbühne ab.

Antworten Antworten Herman
12.12.2011 15:05
1 0

Re: Re: Glasklare Analyse . . . Für Europa gibt es genau EINE Möglichkeit.

. . . die Schulden zu berappen!

Antworten Antworten roger
12.12.2011 06:18
4 1

Re: Re: Glasklare Analyse

Ja genau: koste es, was es wolle und wenn es unser Pensionssystem, unser Sozialsystem und unseren Wohlstand bedeutet! Solche Durchhalteparolen gab es schon vor 70 Jahren.

Collector
11.12.2011 09:12
1 4

Schwachsinn


Antworten Collector
11.12.2011 09:50
1 8

Re: Schwachsinn

Leider kam der Text nicht mit. Hier ist er:

Den Zwei-Zonen-Euro nannte Klaus Liebscher, ehem. Gouverneur der ÖNB, mit recht „Schwachsinn“. Herr Henkelhat , damals noch als BDI-Vorsitzender, einst die Europäische Währungsunion, obwohl schon kur vor und nach Maastricht (991) 700 Nationalökonomen die Währungsunion in Grund und Boden verdammt haben, darunter solche Kaliber wie Milton Friedman,Martin Feldstein, Minister Schiller oder der „Wirtschaftseise H. Giersch. Herr Henkel hat damals nichts und versteht auch bis heute nichts von Währungs-, Geld- und Kreditpolitik.
Sein eitlers Geschwätz ist eben nichts als „Schwachsinn“.

Antworten Antworten Gast: Hubertus
12.12.2011 00:15
3 0

Re: Re: Schwachsinn

Herr Liebscher ist zweifellos ein honoriger Mann. Wenn er aber so ein Wirtschaftsfachmann ist, wundert es einen, warum Konrad diese Koryphäe bei Turbulenzen der damaligen RZB so schnell durch Rothensteiner ersetzte. Und nicht jeder, der Präsident und Gouverneur der OeNB war und ist, ist deswegen zum gurumäßigen Wärungsfachmann mutiert. Nowotny ist ja ein schlagendes Beispiel. Henkel hat wenigstens im nichtgeschützten Bereich lange Jahre gearbeitet. Er war seinerzeit für die Einführung des Euro,ist aber jetzt vom Saulus zum Paulus geworden. Das ehrt ihn im Gegensatz zu all den Eurofetischisten, die alle über die Finanzmärkte der Welt jammern ,den wirtschaftlichen Sittenverfall unter den Euroländern, insbesondere der PIIGS beklagen, das Desaster sehen aber dennoch sagen: Der Euro ist alternativlos,koste es was es wolle und wenn es auch das letzte Hemd des deutschen oder österr. Sparers ist. Greenspan hatte vollkommen recht als er sagte: Den Euro gibt es solange die Deutschen zahlen. Oder andersrum, solange sie den Großteil ihrer Exporte verschenken.

Antworten Antworten Gast: dubitator
11.12.2011 18:08
4 0

Re: Re: Schwachsinn

Ihr Kommentar besteht in der Nennung von "Koryphäen" der Finanzbranche, der Aussage, dass Herr Henkel von der Sache nichts verstehe und kommt vollkommen ohne auch nur ein einziges Argument aus. Haben diese Kaliber Desaster, deren derzeit stattfindende Overture ja schon arg genug ist, vorausgesehen? Sie gar, darum wissend, der Bevölkerung zugemutet? Oder haben nicht die 4 Professoren, die schon um die Jahrtausendwende (erfolglos) beim deutschen Bundesverfassungsgericht gegen den Euro geklagt haben, viel mehr Kenntnis und Hellsicht bewiesen? -- Die Sache mit der katastrophalen Fehlkonstruktion namens Euro wird, so oder so, schlimm enden. Wenn erst alle Garantien in den Büchern stehen, gibt es für uns kein Entrinnen. Daher lieber ein radikaler Schnitt (mit zugegeben, von niemandem voraussagbaren und sicher gravierenden Folgen, was allerdings auch für die Beibehaltung des status quo gilt sowie dem derzeitigen wilden Herumschlagen [sog. Eurorettung] auf Kosten unserer Zukunft), der immerhin mit der Option eines Neustarts in eine bessere Zukunft nach der Katastrophe verbunden ist und nicht mit der Gewissheit von Siechtum ohne Ende.

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