25.05.2012 11:51 | Meine Presse Merkliste 0

Wer hat Angst vor Kleinstaaterei?

21.01.2012 | 18:14 |  von Rainer Hank (Die Presse)

An einer Gemeinschaftswährung Euro hängen weder Heil, Glück, Wohlstand noch gar die Freiheit in Europa. Man könnte sich deshalb von dieser Fehlentwicklung ruhig verabschieden.

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Es ist das Jahr der Euroeinführung 1999. Zwölf Monate lang reist der holländische Schriftsteller Geert Mak kreuz und quer durch den Kontinent. (...) Nach fast tausend Seiten intensiver Reiseeindrücke, Erlebnisse und Begegnungen, aber auch voller Reminiszenzen an die bittere Geschichte des 20.Jahrhunderts beschließt der Erzähler seinen Reisebericht mit der resümierenden Einsicht: „Die Schwäche Europas, seine Vielgestaltigkeit, ist zugleich seine große Stärke.“

Maks Erfahrung holt narrativ die Theorie Europas ein, wie sie von David Hume, Baron de Montesquieu, Immanuel Kant und vielen mehr seit der Aufklärung entfaltet wurde. Folgt man dieser Theorie, so war es gerade die politische und wirtschaftliche Fragmentierung des Kontinents, ein Sonderweg verglichen mit Asien oder Russland (das darin ganz uneuropäisch war), der das „europäische Wirtschaftswunder“ begründete. Europa hat sich stets erfolgreich der zentralistischen Versuchung widersetzt. Nach dem Fall Roms im 5.Jahrhundert gab es kein geeintes Europa mehr. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 war der Polyzentrismus das Signum des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ mit seinen dreihundert souveränen Staaten.

Das war kein Schaden, sondern Glück und Geheimnis des Erfolgs. Wissenschaftliche Neugierde, nutzbringende Erfindungen und wirtschaftliches Wachstum entwickelten sich parallel seit der Renaissance im Wettstreit der Völker und (Stadt-)Staaten. Dezentral begrenzte und verteilte Macht hat die Meinungsvielfalt gefördert, Kreativität ermöglicht, den Ehrgeiz des Wettbewerbs angestachelt und den Wohlstand genährt. Der Polyzentrismus der Landkarte bedeutete nicht Begrenzung, sondern Entgrenzung. Allenthalben gab es großartige Alternativen, die zur Emigration einluden, Gelegenheiten zum Exit für Propheten, Dissidenten und andere Abenteurer, die sich außer Landes bessere Karriere-, Ruhmes- und Einkommenschancen erhofften. „Anstatt auf Skaleneffekte eines imperialen Großraumes zu setzen, verließen die fragmentierten europäischen Staaten sich lieber auf die Flexibilität dezentraler politischer Entscheidungsfindung“, schreibt Eric Jones in seinem Bestseller „The European Miracle“. (...)

Größenvorteile. Aufgabe von Staaten ist es, öffentliche Güter für ihre Bürger zur Verfügung zu stellen, wofür diese, mehr oder weniger freiwillig, bereit sind, Steuern zu zahlen, sei es direkt oder später indirekt als Schuldendienst oder Tilgung von Staatskrediten.

Die Bereitstellung öffentlicher Güter wird für Staaten (also auch für die zahlenden Bürger) umso günstiger, je mehr Bürger dieser Staat zählt. Er profitiert von Größenvorteilen und dies aus doppeltem Grund: Eine öffentliche Verwaltung muss, wenn sie effizient arbeitet, eine gegebene Zahl von Staatsdienern nicht im gleichen Maße vergrößern, wenn sie Steuern für fünfzehn statt für fünf Millionen Bürger einzieht.

Die Pro-Kopf-Kosten eines öffentlichen Gutes sinken demnach mit wachsender Staatsgröße. Und: Ein größerer Staat kann mehr Sicherheit – ein größeres Heer, dickere Panzer, solideren Grenzschutz – bieten, ebenfalls zu geringeren Preisen. Daraus folgt: Zeiten der Bedrohung begünstigen größere Staaten. Friedliche Zeiten dagegen lassen kleinere Staaten in Ruhe überleben.

Gäbe es nur Größenvorteile, müssten alle Regierungen den Drang entwickeln, zum Weltreich zu werden. Das wäre eine ökonomische Begründung für Zentralismus und Imperialismus. Diktatoren könnten sich von solchen Weltreichen die maximalen Ausbeutungserträge versprechen. In dem häufig gehörten Diktum, nur die „Vereinigten Staaten von Europa“ hätten die Chance, in der globalisierten Welt den Blöcken Asien/China und Amerika die Stirn zu bieten, schwingt diese Überzeugung unreflektiert mit.

Dabei stellen sich in dem Maße, in dem Größe Vorteile bringt, auch Nachteile ein. Das sind Kosten, die man, grob gesagt, als Kosten der Integration beschreiben kann und mit den Größenvorteilen verrechnen muss. Je größer ein Staat wird, umso mehr nimmt auch seine innere Vielfalt und Heterogenität zu: Sprache, Ethnie, Tradition, Kultur und nicht zuletzt die regionale Wirtschaftskraft können höchst unterschiedlich verteilt sein, woraus sich für die innere Einheit eines Landes ein immer größeres Risiko ergibt.

Arme Reichsteile verlangen nach Transfers und drohen mit Randale, wenn diese ausbleiben. Reiche Teilregionen weigern sich, mit ihren Steuern auf Dauer die armen Landesteile zu finanzieren. Selbst ohne den Bürgerkrieg zeigt sich: Größere Länder neigen zu internen Ausgleichszahlungen (Transfers, „Risikostrukturausgleich“, Länderfinanzausgleich, „Soli“, Euro-Rettungsfonds), um den inneren Frieden zu wahren. Diese Kosten müssen erwirtschaftet werden und dämpfen zugleich das Wachstum aller. Das heißt umgekehrt: Je größer ein Land ist (mag es auch intern föderal organisiert sein), desto höher sind die Kosten, die sich der Heterogenität seiner Klassen, Milieus und Einkommensschichten verdanken. (...) Angesichts der überwältigenden und historisch offenkundigen Überlegenheit verwundert es, dass das klein- und stadtstaatliche Erfolgsrezept Europas einen derart schlechten Ruf hat. „Kleinstaaterei“ heißt nur einer der Spottrufe, den heute die Euroskeptiker (nicht: Europaskeptiker) ertragen müssen. Von Provinzialismus, „Kantönligeist“, „Flickenteppich“, „Kleingärtner- oder Spießertum“ ist die Rede, diffamiert meist als „Nationalismus“ (was zumindest „rechts“, wenn nicht noch mehr bedeuten soll). Solche Qualifizierungen werden vermehrt aus den Schubladen hervorgeholt, seitdem die Staatsschuldenkrise Europa erschüttert.

Der europäische Pfad. Die „Idee Europa“ gilt unausgesprochen als Idee des Großstaates, und die heutige Union wird stillschweigend als Vorstufe von etwas Größerem interpretiert, das noch zu verwirklichen sei (ja, wenn es nach einigen geht, von der Krise jetzt sogar erzwungen werden könnte). Europadenker, die die europäische Geschichte wenig kennen, verbünden sich mit konservativen und linken Intellektuellen, die von „geschichtsmächtigen Urenergien“ schwärmen, die eine größere Vergemeinschaftung und Vollendung Europas ermöglichen müsse.

So schwammig ihre Formulierungen daherkommen: Sie alle wollen ein Europa, das durch Größe und Zentralisierung im globalen Wettbewerb größere Skaleneffekte nutzen kann, und übersehen die hohen Integrations-, Transfer- und Haftungskosten, die anfallen würden und jetzt schon anfallen. Und sie vergessen vor allem, dass es das polyzentrische, aber zugleich offene Europa war, das seinen wirtschaftlichen und kulturellen Erfolg begründete.

Kleinstaaterei bei offenen Grenzen ist ein liberales und – Stichwort Subsidiarität – auch christliches Modell. Der nationale Großstaat mit geschlossenen Grenzen nach außen und hohen Zugangsbarrieren ist ein rechtskonservatives Modell. Ein Europa, das sich nach außen abschließt, seine Produkte auf den Weltmärkten subventioniert, sich nur nach innen öffnet und zugleich zentralisiert, hätte den erfolgreichen europäischen Pfad der vergangenen fünfhundert Jahre endgültig verlassen.

Sollte die Lehre der Krise sein, dass eine Vergemeinschaftung der Währung ohne Vergemeinschaftung der Fiskalpolitik ein grober Fehler war – und es sieht ganz danach aus –, dann muss nicht die Fiskalpolitik vergemeinschaftet, sondern die Währungspolitik wieder nationalisiert werden. Einst war die Hoffnung, man könne mit dem Euro, wie mit einer gemeinsamen Sprache, ökonomische Größenvorteile für alle nutzen. Die Idee mag nicht falsch gewesen sein. Doch inzwischen wissen wir, dass auch hier gilt: Die Gewinne durch Größenvorteile („gemeinsame Währungssprache“) wiegen weniger als der Verlust einer nationalen Geldpolitik, die die Möglichkeit hat, ökonomische Schocks (auch) durch Ab- oder Aufwertung abzufedern.

Abschied vom Euro. Vielleicht hätte es auch für den Euroraum eine optimale Größe gegeben, die aber überschritten wurde, als man damit begann, auch noch jedes periphere Schwellenland aufzunehmen – das fing schon mit Italien an, nicht erst mit Griechenland.

Wer das alles nüchtern abwägt, kann auch nüchtern den Euro als Fehlentwicklung verabschieden. Es hängen an ihm weder Heil, Glück, Wohlstand noch gar die Freiheit in Europa. Dann erhalten die Notenbanken der einzelnen Länder wieder die Souveränität über ihr Geld zurück. Ein nicht nur nach innen, auch nach außen offenes vereintes Europa, ein großer europäischer Binnenmarkt, braucht keine Gemeinschaftswährung. Europa braucht Vielfalt, nicht Einfalt.

Der vollständige Text erschien in Merkur, Nr.752, Jänner 2012. www.online-merkur.de/.

Rainer Hank
(*24.1.1953 in Stuttgart) studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Katholische Theologie in Tübingen und Fribourg (Schweiz). Promovierte 1983 über die Wiener Moderne. 1988 Eintritt in die Wirtschaftsredaktion der „FAZ“, inzwischen Ressortleiter Wirtschaft sowie „Geld & mehr“ bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Autor des Buches „Das Ende der Gleichheit“, das sich mit dem globalen Kapitalismus befasst.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2012)

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61 Kommentare
 
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Endlich!

Ein unaufgeregter Artikel, der die Dinge beim Namen nennt.
Es wird nur nichts nützen. Die Wähler (sprich: die Europäer) werden dem einen Strich durch die Rechnung machen.
Nachdem es mehr Empfänger als Geber gibt (Stichwort one man one vote) wird die Transfergesellschaft als großer Sieg der Demokratie in die Geschichte eingehen.
Jede demokratische Abstimmung über die Frage, ob Deutschland weiterhin zahlen soll, wird eine überwältigende Mehreheit in Europa haben.
Aber vielleicht wird das auch ein Lehrstück für die nationalen Umverteiler.

sir007
01.02.2012 13:27
3 2

Erfrischend!

Auch wenn man über die Argumente im einzelnen diskutieren kann, per Saldo ist Herrn Hank eine erfrischende Analyse gelungen, insb. indem er das Dogma "Euro" hinterfragt. Wir brauchen solche Denker.

Antworten Fritz
02.02.2012 16:05
0 3

Re: Erfrischend!

Die österr. Exporte in den EURO-Raum betrugen 2010 60 Milliarden EURO, die österr. Iporte aus dem EURO-Raum 68 Milliarden EURO, insgesamt also Zahlungsflüsse von über 128 Milliarden EURO.

Sie sind jetzt mit dem studierten Theologen, Philosophen und Literaturwissenschaftler Hank einig, dass es besser sei diese Zahlungsflüsse in 17 Fremdwährungen abzuwickeln als in einer einzigen Währung!

2 0

Sie werden über einiges nicht informiert sein,

... ansonsten wäre das Absicht.
Internationale Rechnungen wurden in Dollar oder DM geschrieben.
Sollten sie in Landeswährung geschrieben werden, werden sie anders kalkuliert. Für Wechselkursrisiken gab und gibt es immer noch Wertpapiere als Absicherung.
Die EDV sorgt dafür, dass im Kundenstamm die Rechnungswährung gespeichert ist und die Fakturierung automatisch abläuft. Ebenso die Zahlungsbuchung in der Finanzbuchhaltung (funktioniert auch in der Software für Kleinbetriebe).
Was glauben Sie, wie die Briten, Schweizer und Norweger das machen?
Unterschiedliche Währungen sind im Investitionsgüterbereich überhaupt kein Problem. Am Point of Sale kann jede mittelmäßige Computerkassa mehrere Währungen kassieren.
Der EURO war mehr Symbol als Notwendigkeit, daher könnte er ohne Probleme wieder abgeschafft werden.

Antworten Antworten Antworten Fritz
06.02.2012 13:11
0 1

Re: Sie werden über einiges nicht informiert sein,

... bei Ihnen ist das Absicht.

Österreichische Im- und Exporte wurden -egal ob in Dollar oder DM, IMMER in Fremdwährungen fakturiert und weil sie nicht in der eigenen "Landeswährung geschrieben" wurden, musste anders kalkuliert werden, aber immer zum Nachteil eines Partners, der die Fremdwährung akzeptieren musste. Was glauben Sie, woher das Währungsrisiko mit Italien kam, wenn alles in Dollar oder DM Fakturiert worden wäre?Selbstverständlich gibt es Absicherungen gegen ein Kursrisiko, aber eben nicht gratis.
Exportierte zum Beispiel eine deutsche Firma Autos im Wert von 800.000,-- DM nach Frankreich, so waren das, bei einem Umrechungskurs von 3,35, 2.680.000,-- FF. Beim Eingang des Geldes bei einem deutschen Kreditinstitut wurden die Francs in DM zurückgerechnet. Da von Francs in DM ein anderer Unrechnungskurs als von DM in Francs gilt, meist ein höherer, in diesem Beispiel 3,45, erhält die Firma nur 776812,-- DM, macht also einen Verlust von 23.188,-- DM.
Sie können Fremdwährungen nur von einem Fremdwährungskonto begleichen und das kostet!
Das machen Norweger, Schweizer und Briten nicht anders! Die Norweger werden am meisten dafür zahlen, weil kaum in Norwegischen Kronen fakturiert wird, die Schweizer etwas weniger, aber sicher mehr als die Briten.

Aber Sie haben die ganze Problematik nicht durchschaut, weil sonst könnten Sie nicht so banale Feststellungen treffen.
Selbstverständlich können EDV Systeme automatsich fakturieren und umrechnen, aber keine Währungen wechseln! Selbstverständlich kann eine Computerkassa mehrere Währungen kassieren, aber nur wenn Sie mit dieser Währung auch bezahlen! Oder glauben Sie, Sie konnten einen Betrag, der in Schweizer Franken angegeben war, so mir nichts Dir nichts in Schillingen bezahlen?

Gast: Hintergrundinformation:
25.01.2012 16:31
4 3

Die Atombombe der Deutschen war die D-Mark!

Daher werden die Anrainerstaaten den EUR solange als möglich behalten wollen, damit die BRD nicht zu alter historischer Stärke zurückfindet.

Die ganzen "befreundeten" Staaten betreiben in Wahrheit klassische Einkreisungspolitik. Nicht mit den Waffen, aber mit Propaganda, Geldbörse und der ewigen Leier vom 2. WK.

Antworten Fritz
25.01.2012 20:17
0 8

Re: Die Atombombe der Deutschen war die D-Mark!

Statt hier so einen Unsinn zu schreiben, sollten Sie sich lieber die Entwicklung der Deutschen Handelsbilanz ab 1999, der Einführung des EURO als Buchgeld ansehen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gesamt%C3%BCbersicht_neu.png&filetimestamp=20080422063647

Dann werden vielleicht auch Sie erkennen, welchen Aufschwung gerade die Deutsche Exportwirtschaft mit dem EURO genommen hat!

Antworten Antworten Gast: Hintergrundinformation:
26.01.2012 08:02
7 0

Es war einmal: 2005

Da ist der tschechische Aussenminister rund um die Welt gefahren und hat bei jeder Gelegenheit die BRD als Nazistaat bezeichnet.

Deutsche Diplomaten sind bis heute darüber entsetzt und beklagen bleibenden Imageschaden.

In Polen gibt es nach wie vor massive Strömungen GEGEN die BRD, genauso wie in Frankreich. Sarkozy ist bald weg und der Nachfolger wird den Konflikt mit den Deutschen suchen.

Wer es nicht glaubt möge mal googeln: Angst der Franzosen vor den Deutschen

Es mag sein, daß die Deutschen bisher wirtschaftlich profitiert haben. Aber werden sie gemolken, Führungsrolle wird dem Land nicht zugestanden. Da blasen sich die Gewinner des letzten Weltkrieges auf (IT, GB, F).

So soll eine "Gemeinschaft" aussehen?!

Antworten Antworten Antworten Fritz
26.01.2012 10:20
0 6

Re: Es war einmal: 2005

Sie schreiben schon wieder Unsinn !!!

Sie haben die D-Mark als "Atombombe" der Deutschen bezeichnet und dass deshalb die "Anrainerstaaten" den EURO quasi zum Schaden Deutschlands nicht aufgeben würden.
Das ist falsch! Deutschland als Exportmeister ist der Gewinner des EURO und deshalb wird Deutschland den EURO nicht aufgeben!

Und Sie reden schon wieder über sinnlose Ressentiments daher, in denen ja die FPÖ der Meister im Schüren ist!

Antworten Antworten Antworten Antworten Andreas19
02.02.2012 15:25
4 0

Re: Es war einmal: 2005

Lieber Hr. Fritz. Sie schreiben immer andere Kommentare sind ´Falsch o. Unsinn´.
Es wäre nett wenn Sie schreiben würden,"Ihrer Ansicht nach ist jenes falsch".
Da Sie Meister im Schönreden zu sein scheinen, lassen Sie den Anderen auch ihre Meinung, denn ich glaube nicht dass Sie allwissend sind.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
02.02.2012 15:52
0 3

Re: Re: Es war einmal: 2005

Tut mir leid, aber wenn jemand schreibt, dass die DM die deutsche gewesen sei, jede Statistik, die ich als LINK mitliefere, aber das Gegenteil zeigt, dass der EURO der deutschen Wirtschaft Handelsbilanzüberschüsse von 150 MILLIARDEN EURO ermöglicht, dann ist das nicht "meine Ansicht" sondern die Ansicht der in Zahlen gegossenen Realität!

Ich bin nicht allwissend, aber bereit VOR einem Posting mich zu informieren!

1 0

Ja, ja,

... aus einer gekürzten und falschen Statistik.
Nachdem die Quelle angegeben ist, hätte ein Blick darauf genügt.
Daher sollten Sie wirklich andere Meinungen gelten lassen. Da hat Ihr Vorposter schon recht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
02.02.2012 15:54
0 2

Re: Re: Re: Es war einmal: 2005

"....dass die DM die deutsche ATOMBOMBE gewesen sei,..."

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hintergrundinformation:
26.01.2012 12:20
5 0

Re: Re: Es war einmal: 2005

Glauben Sie wirklich, die D-Mark würde Deutschland als Exportweltmeister massiv gefährden?

Warum ist das dann nicht schon VOR der EUR-Einführung passiert?!?

Na, also...

Der Begriff der "Atombombe D-Mark" ist übrigens von einem französichen Politiker geprägt worden.

Der Preis der Wiedervereinigung Deutschlands war der EUR, flankiert von Zahlungen und politischen Zugeständnissen an die EU. Die Franzosen und diverse osteuropäische Staaten haben kein Interesse an einem starken Deutschland, dabei ist dieses Land absolut friedfertig.

Das können zB die Franzosen und Briten nicht behaupten, die ziehen schon ganz gerne mal in den Krieg...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
26.01.2012 15:20
0 4

Re: Re: Re: Es war einmal: 2005

Schreiben´s nicht imk
mer den gleichen Schmarrn! Schauen Sie sich die Zahlen an, welchen Handelsbilanzunterschied Deutschland ab 1999 erwirtschaftet hat: Ab 2002 ca 150 Milliarden EURO Überschuss jedes Jahr!
Und dann kommen solche Leute daher und weinen dwer D-Mark nach.
Übrigens die deutsche Wiedervereinigung war am 3. Oktober 1990, der Vertrag von Maastricht war erst 1992, 1999 erfolgte die Gründung der EZB und die endgültige Festlegung der Wechselkurse!
Der angebliche Preis für die Wiedervereinigung wurde also 10 Jahre später bezahlt?
Ich kenne die Aussprüche einiger Politiker dazu, aber das sind die üblichen Erklärungsversuche und Ausreden für .......

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hintergrundinformation:
27.01.2012 07:14
2 0

Ja, ich habe recht

Es war der seinerzeitige franz. Präsident, der Kohl für die Wiedervereinigung den EUR abverlangt hat.

Dementsprechend logisch ist ja auch die zeitliche Abfolge: Wiedervereinigung - Maastricht - EUR-Einführung.

Natürlich geht das Prozedere über Jahre, schließlich war da die ganze EU betroffen.

Wegen der deutschen Exporte sei eines gesagt: Nur weil am Papier Forderungen bestehen, sind diese noch lange nicht auch bezahlt. So gesehen sind die deutschen Exporte Risikogeschäfte.

Und BITTE, sparen Sie sich Ihre Beleidigungen und kommen Sie mit Argumenten, falls Sie welche haben.

1 0

Der ehemalige Deutsche Finanzminister ...

... Schäuble hat es als Falschmeldung bezeichnet, dass der EURO der Preis für die Wiedervereinigung gewesen wäre ("... ich muss es wissen, ich war schließlich dabei ...").
Allerdings kann man natürlich auch diese Aussage anzweifeln, bei all den Lügen, die uns die Politiker im Zusammenhang mit der EU erzählen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
27.01.2012 09:21
0 3

Re: Ja, ich habe recht

Ich kenne dieses Geschichterl des Herrn Mitterand. Nachdem Kohl den EURO wollte, dürfte Mitterand nur offene Türen eingerannt haben und nachher hatte man einen "Grund"!
Frankreich war ja nur die einzige Siegermacht, die ein Interesse am EURO hatte, weder die Briten,Amerikaner oder Sowjets hatten damals EURO Interessen!

Ihr Argument bezüglich des Risikos bei Exporten zählt hier nicht, weil dieses Risiko ja unabhängig von der Währung ist. Dieses Risiko hatten Sie schon im Tauschhandel!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hintergrundinformation:
27.01.2012 14:14
2 0

Doch, viele Politiker hatten Interessen am EUR

Schließlich haben zB die Griechen auf diese Weise Geld zu deutschen Konditionen geliehen.

Nicht nur GR, der halbe Kontinent hat dank des EUR billiges Geld am Kapitalmarkt aufgenommen und einige Jahre über die Verhältnisse gelebt.

Europapolitisch war der EUR einfach DAS Mittel, am deutschen Wohlstand mitzunaschen. Auch der Binnenmarkt sollte mit einer einheitlichen Währung gestärkt werden.

Den Deutschen selber hat der EUR nichts genützt. Schließlich hat man ihnen keine Führungsrolle zugestanden. Was jetzt passiert, ist offener Vertragsbruch, für den die BRD auch zur Kasse gebeten wird.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
27.01.2012 16:41
0 2

Re: Doch, viele Politiker hatten Interessen am EUR

Ja und? Hätten die Griechen höhere Zinsen zu zahlen gehabt, stünde es noch dramatischer! Die meisten Schulden müssen ja alle paar Jahre -je nach Laufzeit der Staatsaneleihen umgeschuldet werden, nur ein kleinerer Teil geht zu Lasten der Neuverschuldung. Nicht nur die Griechen haben über ihre verhältniosse gelebt, das haben wirn alle in Europa, schon Jahrzehnte vor dem EURO so gemacht!
Wie der Schuldner, der zum Beispiel deutsche Exportgüter kauft, am deutschen Wohlstand mitnaschen soll, müssen Sie mir erst erklären. Wenn Sie in einem Supermarkt fleissig einkaufen, naschen Sie doch nicht am Wohlstand des Kaufmannes mit, sondern eher umgekehrt, der Kaufmann an Ihrem!
Natürlich sollte der EURO den Binnenmarkt stärken, was er ja auch getan hat. Schauen Sie sich endlich einmal die Statistiken an.

Wenn Sie jetzt wieder behaupten, dass der EURO Deutschland nichts genützt haben soll, dann sind wir wieder am Anfang Ihrer falschen Arrgumentation: Die Atombombe der Deutschen war die D-Mark.

Dann beginne ich auch wieder von vorne mit meinem Posting vom 25.1. 2012:

Statt hier so einen Unsinn zu schreiben, sollten Sie sich lieber die Entwicklung der Deutschen Handelsbilanz ab 1999, der Einführung des EURO als Buchgeld ansehen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gesamt%C3%BCbersicht_neu.png&filetimestamp=20080422063647

Dann werden vielleicht auch Sie erkennen, welchen Aufschwung gerade die Deutsche Exportwirtschaft mit dem EURO genommen hat!

1 0

Und wenn Sie den Link noch so oft ...

... hereinstellen, empfehle ich allen, die auf diesen Link klicken auch auf die dort angegebene Quellenangabe zu klicken um zu sehen, dass die von Fritz angegebene Statistik wundersamerweise im Jahr 2007 aufhört und damit nicht dargestellt wird, dass im Jahr danach ein massiver Einbruch stattfand.

exzellenter Artikel

kommt selten vor dass Leute die aus der Geschichte für die Zukunft lernen wollen auch mal ihre Stimme erheben (dürfen). Was sie über das europäische Erfolgsmodell geschrieben haben ist vollkommen richtig. Zu diesem Modell wird Europa auch wieder zurückkehren, es ist nur die Frage auf welchem Weg. Offenbar wird der Weg einen vernünftigen Schlußstrich unter zentralistische Fehlentwicklungen zu ziehen von unseren Politikern schlicht abgelehnt, sodass befürchtet werden muss dass der Weg dorthin auf archaische, gewalttätige Weise erfolgen wird was nicht besonders spassig wird.

Hr. Zyni
23.01.2012 11:54
5 8

Was Sie vergessen

Die Kleinstaaterei hat eine ununterbrochene Folge von Kriegen ausgelöst, die in 2 Weltkriegen gipfelten und als Nachwehen die Balkankriege verursacht haben.
Nach Ihrer Theorie sind auch die Schuldenkaiser Frankreich und Österreich nicht euroreif, letzteres leistet gerade Transferzahlungen an Pleite-Kärnten. Sind Sie für den unabhängigen Freistaat Kärnten?
Aus irgendeinem seltsamen Grund ist Österreich nach 15 Jahren EU immer noch Österreich und das Volk zumindest nicht bettelarm (der Staat leider schon, daran ist aber nicht die EU schuld sondern die Innenpolitik).
Was an der Unterstützung für Griechenland schmerzt ist, dass wir damit die griechischen Waffenkäufe bei den Deutschen stützen, welche ja sehr für die Rettung der Griechen (und anderen PIGS) plädieren. Ohne Wirtschaftsunion wären diese Verflechtungen aber wahrscheinlich genauso undurchsichtig.

Antworten Gast: MuninundHugin
24.01.2012 20:38
7 4

Re: Was Sie vergessen

ist, dass die Kleinstaaten keine Kriege ausgelöst haben, sondern die Großmächte haben die Kriege ausgelöst. England, Frankreich, Deutschland waren mit ihren Kolonien keine Kleinstaaten und Rußland war sowieso nie einer. Die USA führen mehr Kriege als sonst wer. Mag sein, dass es -besonders unter den italienischen Stadtstaaten des Mittelalters und der Renaissance- viele bewaffnete Konflikte gab, aber große Kriege, Weltkriege, können nur von großen Staaten geführt werden. Ein kleiner Staat kann nun mal keine Hegemonie erlangen.

0 0

Norditalien?

War das nicht die Spielwiese Frankreichs, Spaniens, des deutschen Reichs und des Kirchenstaates (soweit Frankreich und der Kaiser den Papst mitspielen liesen?).
Immer diese Behauptungen ... es gab auch nach dem Wiener Kongress eine lange Friedenspause. Und die sogenannten westlichen Demokratien haben einige Kriege nach dem WKII angefangen (halt nicht bei uns).
Diese Friedensgemeinschaft entwickelt sich sichtbar zu einer Haßgemeinschaft (wo leben Sie? lesen Sie keine Zeitungen?). Vielleicht bekommt die EU noch einen Friedensnobelpreis. Dann wird es Zeit, in Deckung zu gehen.

Antworten Antworten Fritz
24.01.2012 23:46
0 6

Re: Re: Was Sie vergessen

"...dass die Kleinstaaten keine Kriege ausgelöst haben..."

Dann schauen Sie sich einmal die Geschichte Italiens an, die Kriege Venedigs in Oberitalien, oder die Kriege zwischen Florenz und Siena, oder die mit Neapel und dem Kirchenstaat.
Diese Kriege waren so zahlreich, dass es schon schwierig ist, sie alle zu erfassen.

Oder Kriege nur in Deutschland: Allein die Schlesischen Kriege 1740 bis 1742/1744/45, und 1756 bis 1763! Siebenjähriger Krieg 1756 bis 1763, Schleswig-Holsteinischer Krieg 1848 bis 1951. USW. USW.

Ihre Behauptung ist so grundfalsch wie nur etwas!!!

 
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