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Untergang der Weltreiche: Wir sind als Nächstes dran

28.01.2012 | 19:03 |  von Niall Ferguson (Die Presse)

Stehen wir nach mehr als 500 Jahren am Ende der westlichen Vorherrschaft? Nicht, wenn der Westen sich auf die Werte besinnt, die ihn einst stark gemacht haben. Unser System braucht dringend ein Update.

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Ich bin kein „Untergangsprophet“, glaube auch nicht, dass sich die USA oder der westliche Kulturkreis insgesamt in einem unaufhaltsamen Niedergang befinden. Doch ebenso wenig gehöre ich zu jenen unbelehrbaren Optimisten, die, wie einst Winston Churchill, der Meinung sind, die USA werden schon das Richtige tun, wenn sie erst einmal alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben.

Weder der Aufstieg noch der Zusammenbruch beziehungsweise langsame Niedergang von Kulturen und Zivilisationen folgen den unausweichlichen und absehbaren Regeln vom Wechsel der Jahreszeiten. Geschichte vollzieht sich nicht in einer sanften parabolischen Kurve nach der anderen, sondern ähnelt eher den exponentiellen Grafiken, wie sie der Physiker Geoffrey West zeichnet, um darzustellen, wie Städte wachsen – und dann, ganz plötzlich, zusammenbrechen.

Blickt man auf vergangene Zivilisationen, ist das Auffälligste die Geschwindigkeit, mit der die meisten zusammengebrochen sind, ganz unabhängig von der jeweiligen Ursache: etwa das römische Imperium, die Ming-Dynastie, jüngst die Sowjetunion. Sollten Sie zweifeln, dass sich Zusammenbrüche plötzlich vollziehen, denken Sie daran, wie unvermittelt die postkolonialen Diktaturen Nordafrikas und des Nahen Ostens 2011 zusammengebrochen sind. Noch vor dreizehn Monaten schienen die Herren Ben Ali, Mubarak und Gaddafi sicher in ihren protzigen Palästen. Heute sind sie tot oder entmachtet.


Wie nah sind wir am Absturz? Allen diesen Mächten und ihren Zusammenbrüchen gemeinsam ist, dass die komplexen sozialen Systeme, die sie gestützt, plötzlich nicht mehr funktioniert haben. Eben noch besaß ein Herrscher in den Augen seines Volkes Legitimität, im nächsten Augenblick war es damit vorbei. Daher ist es an der Zeit zu fragen, wie nahe die USA und der Westen als Ganzes dem Absturz sind.

Seit dem Jahr 1500 hat sich der Westen an die Spitze des Restes der Welt gesetzt, weil ihm eine Reihe von institutionellen Neuerungen gelungen ist, die ich die „Killer-Applikationen“ nenne. Diese wären:
1.Wettbewerb: Die Vorläufer moderner Großunternehmen basieren auf der politischen Zersplitterung Europas und den konkurrierenden Körperschaften in den einzelnen Königreichen und Republiken.


2.Wissenschaft: Alle wesentlichen Durchbrüche des 17.Jahrhunderts, ob in der Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie oder Biologie, gelangen in Westeuropa.


3.Rechtsstaat und repräsentative Regierung: In der englischsprachigen Welt bildete sich ein optimales System gesellschaftlicher und politischer Ordnung heraus, das auf Privateigentum und der Vertretung der Eigentümer in gewählten Legislativen beruhte.


4.Moderne Medizin: Während des 19. und 20.Jahrhunderts wurden so gut wie alle Durchbrüche im Gesundheitswesen von Westeuropäern oder Nordamerikanern erreicht.


5.Konsumgesellschaft: Die industrielle Revolution fand dort statt, wo sowohl die Produktivität steigernde Techniken verfügbar waren als auch eine Nachfrage bestand nach mehr, besseren und billigeren Gütern.


6.Arbeitsethik: Die Menschen im Westen waren die ersten, die extensivere und intensivere Arbeit mit höheren Sparquoten verbanden, was wiederum fortgesetzte Kapitalakkumulation ermöglichte.


Einige hundert Jahre lang hatten die Europäer und ihre Vettern in Nordamerika und „Australasien“ das Monopol auf diese Killer-Apps. Um 1500 noch war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner. Ende der Siebzigerjahre des 20.Jahrhunderts waren die Amerikaner mehr als 20-mal reicher als die Chinesen. Die Menschen im Westen waren nicht nur reicher als der „Rest“ der Welt, sie waren auch größer, gesünder und lebten länger. Und sie waren mächtiger geworden. Anfang des 20. Jahrhunderts kontrollierte ein Dutzend westlicher Imperien – darunter die USA – etwa 58Prozent der Landfläche und Bevölkerungen sowie 74Prozent der Weltwirtschaft.

Dann trat Japan auf den Plan, und ein nicht westliches Land nach dem anderen erkannte, dass sich jene Apps auch in nicht westliche Betriebssysteme herunterladen und dort installieren lassen. Das erklärt zu einem Teil das Aufholen dieser Länder, das wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, insbesondere seit dem Beginn der Wirtschaftsreformen in China im Jahr 1978.

Nun gehöre ich nicht zu den Menschen, die der Gedanke, dass es eine Welt geben könnte, in der der Durchschnittsamerikaner nicht mehr deutlich reicher ist als der Durchschnittschinese, mit Angst erfüllt. Im Gegenteil, ich begrüße, dass hunderte Millionen Asiaten der Armut entkommen sind. Was ich hingegen bedauere, ist die Tendenz westlicher Gesellschaften, ihre eigenen Killer-Apps zu löschen und zu zerstören.

Wer verfügt heute über Arbeitsethik? Der durchschnittliche Südkoreaner arbeitet etwa 39Prozent mehr Stunden pro Woche als der Durchschnittsamerikaner. Das Schuljahr in Südkorea dauert 220Tage, in den Vereinigten Staaten nur 180. Und es sind die Studenten mit asiatischem Hintergrund, die sich an den Universitäten völlig verausgaben.

Die Konsumgesellschaft? Wussten Sie, dass sich 26 von 30 der weltgrößten Einkaufszentren in den aufstrebenden Märkten finden, die meisten in Asien? Und nur drei in den USA?

Moderne Medizin? Da übertreffen wir zwar mit unseren Ausgaben alle anderen. Doch die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten ist in den vergangenen 50Jahren lediglich von 70 auf 78Jahre gestiegen, demgegenüber steht der Sprung von 68 auf 83 in Japan und von 43 auf 73 in China.

Rechtsstaatlichkeit? Die jüngste Executive-Opinion-Survey-Studie des Weltwirtschaftsforums ist ein richtiger Augenöffner. In nicht weniger als 15 von 16 unterschiedlichen Punkten, die sich auf Eigentumsrechte und Regierungsform beziehen, stehen die USA schlechter da als Hongkong. Tatsächlich ist Amerika nur auf einem einzigen Gebiet weltweit unter den Top-20: beim Investorenschutz.

Und wie steht es mit der Wissenschaft? Richtig ist, dass jedes Jahr noch immer viele Wissenschaftler, die in den USA leben und arbeiten, die Nobelpreise erhalten. Doch Nobelpreisträger sind alte Männer. Die Zukunft gehört nicht ihnen, sondern denen, die heute Teenager sind. Und dazu gibt es eine weitere bemerkenswerte Statistik. Die jüngsten PISA-Daten der OECD zur „mathematischen Grundbildung“ von 15-Jährigen zeigen, dass der Abstand zwischen den Weltführern – den Schülern aus Shanghai und Singapur – und gleichaltrigen Amerikanern derzeit ebenso groß ist wie der zwischen den US-Kids und den Teenagern aus Albanien und Tunesien.


Asien auf der Überholspur. Der kürzlich verstorbene Steve Jobs hat die Amerikaner davon überzeugen können, dass die Zukunft „von Apple in Kalifornien entworfen, in China gefertigt“ sein werde. Doch die Statistiken der Weltorganisation für geistiges Eigentum zeigen, dass heute bereits mehr Patente aus Japan stammen als aus den USA, dass Südkorea Deutschland überholt hat und auf den dritten Platz vorgerückt ist und China auf dem Sprung ist, Deutschland zu überholen.

Als Letztes der Wettbewerb als Killer-App, die das fragmentierte Europa von Anfang an auf einen ganz anderen Weg schickte als das monolithische Reich der Mitte. Seit 1979 hat das Weltwirtschaftsforum jährlich einen umfassenden Überblick über die globale Wettbewerbsfähigkeit durchgeführt; 2004 wurde die derzeit eingesetzte Methode eingeführt, seither ist der Wert für die Wettbewerbsfähigkeit der USA von 5,82 auf 5,43Punkte gefallen, einer der steilsten Abstürze unter entwickelten Volkswirtschaften. Chinas Wert ist von 4,29 auf 4,9 Punkte gestiegen.

Wie muss man sich die Situation vorstellen, in der der Westen beschließt: Verdammt, es muss etwas geschehen? Als Welle von Bürgerunruhen und Kriminalität wie in den 1970er-Jahren? Als Vertrauensverlust seitens der Investoren und plötzlichen Anstieg der Zinsen für staatliche Kreditaufnahmen wie in Griechenland? Was ist mit einer Zunahme von Gewalt wie im Nahen Osten, vom Irak bis Afghanistan, wo Aufständische aus dem Rückzug der westlichen Truppen Kapital schlagen? Oder eine lähmende Cyberattacke der asiatischen Supermacht, die wir selbstgefällig unterschätzen?

Gibt es irgendetwas, was wir zur Abwehr solcher Katastrophen tun können? Sehr viel mehr als die Europäer halten die meisten Amerikaner den Killer-Applikationen des westlichen Aufstiegs instinktiv die Treue, vom Wettbewerb bis zur Arbeitsethik. Sie wissen, dass ihr Land über die richtige Software verfügt. Und verstehen nicht, warum alles so langsam vorangeht.

Wir müssen daher unbedingt die Viren zerstören, die in unser System gekrochen sind, die gegen den Wettbewerb gerichteten Quasimonopole, die alles zunichtemachen, von den Bankgeschäften bis zum öffentlichen Bildungssystem; außerdem die politisch korrekte Pseudowissenschaft, die gute Studenten von harter Wissenschaft abhält; und nicht zuletzt die Lobbyisten, die zum Nutzen der Sonderinteressen, denen sie dienen, die Herrschaft der Gesetze unterlaufen. Dann müssen wir uns die Updates herunterladen, die in anderen Ländern wie Finnland, Neuseeland, Dänemark, Hongkong, Singapur und Schweden so erfolgreich laufen. Und zuletzt müssen wir unser ganzes System neu starten.

Ich weigere mich zu akzeptieren, dass die westliche Kultur und Zivilisation so etwas ist wie das alte Microsoft-Betriebssystem DOS, verdammt erst zum Stillstand, dann zum Absturz. Noch klammere ich mich an die Hoffnung, dass die USA der Mac unter Europas PCs sein können, und dass es, wenn überhaupt ein westliches Land, dann Amerika sein wird, das erfolgreich updaten und neu starten könnte.


Aus dem Englischen von Klaus Binder. Der Text erschien in der Ausgabe 1/2012 des Magazins „Cicero“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2012)

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24 Kommentare
goetzinger
02.04.2012 21:00
0 0

Unvollständig

Einen äußerst wichtigen Aspekt hat der Autor völlig negiert. Die Rolle der Religion. Um gleich dem Aufschrei der Atheisten zuvorzukommen, wir hams auch mit der Religion geschafft technisch, wirtschaftlich und in der Wissenschaft unangefochten die Weltelite nummero uno zu sein. Zumindest bis in die jüngste Vergangenheit. Das fehlen jeglicher sinngebender, trostspendender, erhebender Spiriualität. Ein fatal wichtiger Leim für eine Gesellschaft. Der Positivismus als Totschläger der Seele. Für was sollen die Leute riskieren, sich mühen und plagen wenn doch alles nur Party? Und nach dem Tod wirds finster? Nein? Dann gehen sie doch einmal mit offenen Augen durch die Strassen, all die grellgeschminkten, kinderlosen Karrierefrauen mit ihren zornigen frustrierten Gesichtern, entweder leicht versoffen(mit zunehmenden Alter) oder auf Anti-depressiva. Europa(nicht Amerika!) game over!

Arethas
07.03.2012 14:52
2 0

Römisches Reich

Der Niedergang des Römischen Reiches dauerte mehrere Jahrhunderte, rechnet man Byzanz noch dazu, sogar ein Jahrtausend.

Bereits seit Trajan stammte kein Kaiser mehr aus Rom, im 4. Jahrhundert standen praktisch keine Römer mehr in den Reihen der Legionen. Obwohl Aetius der letzte Römer genannt wird, war die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im wesentlichen eine germanisch-hunnische Auseinandersetzung. Rom existierte schon lange vor dem "offiziellen" Ende nur mehr als Idee.
Und bei "Panem et Circenses" (Grundsicherung und billige Massenunterhaltung) sind wir ja schon längst angelangt...

6 0

Wettbewerb in Europa?

Haben Sie übersehen, dass wir gerade die Fiskalgemeinschaft gründen? Dass wir den Einheitsstaat schaffen?
Übersehen Sie die Forderung nach einem einheitlichen Schulsystem (zuerst innerhalb der Nationalstaaten dann innerhalb der EU).
Wer gegen die Vereinheitlichung ist, wird niedergemacht (zweifellos auch von Ihrem Dienstgeber).
Weil Investitionen und Arbeiter in Großbetrieben einfacher zu steuern sind, werden Großbetriebe gefördert (z.B. über Mindestumsatzanforderungen bei Ausschreibungen), was wieder zu weniger Wettbewerb führt.
Wir hebeln gerade die wichtigste Killerapplikation - den Wettbewerb - aus.
Wir sind nicht einmal bereit zu reagieren, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht (siehe unsere 2 Staatsmänätscher in diesen Tagen).
Dann werden sie uns 2 Milliarden jährlich (nicht einmal die Inflationsrate) als großen Wurf verkaufen.
Guter Freund! Es ist gelaufen.

karl gross
02.02.2012 10:49
4 0

Gibt es irgendetwas, was wir zur Abwehr solcher Katastrophen tun können?

ja natürlich. aber wir werden es nicht tun weil wir zu verweichlicht und blöd geworden sind.

Antworten goetzinger
02.04.2012 20:26
0 0

Re: Gibt es irgendetwas, was wir zur Abwehr solcher Katastrophen tun können?

Durchfeminisiert könnte man das auch nennen.

Antworten Gast: Asiate
04.02.2012 15:51
0 4

Re: Gibt es irgendetwas, was wir zur Abwehr solcher Katastrophen tun können?

Asien Und Afrika werden sich um euch kümmer

roman g
02.02.2012 10:41
2 3

"Um 1500 noch war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner."

Nach diesem absurden satz habe ich zu lesen aufgehört.

Ich hoffe sehr, dass diese skurrile behauptung aufgrund einer fehlerhaften übersetzung zustande gekommen ist, denn wenn sie tatsächlich von einem oxford- bzw. stanford-geschichtsprofessor stammt, dann hätte ich keinen zweifel, was als eine der hauptursachen für ein allfälliges ende der "westlichen vorherschaft" angesehen werden muss.

Antworten Gast: Martin Hlustik
03.02.2012 22:46
3 0

Re: "Um 1500 noch war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner."

und was soll an diesem Satz absurd sein?
Um ca 600 n C liesen die chinesischen Kaiser den "Kaiserkanal" bauen, er diente dem Transport von Getreide und Truppen zwischen Nord- und Südchina. Er ist (auch heute noch) die längste von Menschen geschaffene Wasserstraße. Es gab eine entwickelte Verwaltung (Ministerien und Beamtenprüfungen) und hochentwickelte Keramik und Metallbearbeitung. All diese Dinge sind nur aus einer entwickelten, wohlhabenden Gesellschaft finanzierbar.
Der durchschnittliche Nordamerikaner war zu dieser Zeit noch nomadischer Jäger und Sammler.
Also was soll daran absurd sein?

Antworten Antworten roman g
28.03.2012 20:01
1 0

Re: Re: "Um 1500 noch war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner."

Was daran absurd sein soll?
Einen satz davor haben sie sich doch selbst die antwort darauf gegeben: "Der durchschnittliche Nordamerikaner war zu dieser Zeit noch nomadischer Jäger und Sammler."
Denn diese "durchschnittlichen nordamerikaner" waren die dortigen ureinwohner! Diese indianer wohnten zwar quasi im "westen", hatten aber mit dem, worums im artikel ging, nämlich der "westlichen zivilisation" genau null, nix, niente zu tun. Und präzise deshalb ist der nämliche vergleich absurd. Vollkommen absurd.

Antworten roman g
02.02.2012 11:34
0 0

Re: "Um 1500 noch war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner."

Ahja, in harvard ist er ja auch noch!

Gast: Britney Spears
02.02.2012 02:23
0 2

MIST

So kann man aus vielen interessanten Fakten einen Haufen Mist bauen. Ist das nicht derselbe Typ, der behauptet hat, Wien wird bald die Hauptstadt Europas sein? Eh wurscht, jedenfalls langweiliger Blödsinn.

Gast: Freeman1111
29.01.2012 18:55
0 0

Es ist viel einfacher...

Wir bekommen die Korruption nicht mehr in den Griff. Daran werden wir nicht zugrunde gehen, aber wir werden immer unproduktiver gegenüber jenen, die nicht so korrupt sind. Das viele Geldstücken macht es nicht besser, es verzögert nur die Katastrophe - die jeder kommen sieht, aber keiner ausspricht. und wenn sie dann da ist betrifft sie alle - egal ob Westen oder nicht.
Aber dann gibt's eine Chance zu einem Neubeginn...
Ursache: erstarrte Gesellschaften.
Wirkung: Korruption.
Konsequenz: Stillstand.
Lösung: Weitermachen bis zum Neubeginn.
Sicherlich beiden Briten ist das anders, die werden das so nicht verstehen - aber die Yankees, und auch die Deutschen (die haben sogar schon damit begonnen). Auch die Russen - wenngleich da noch einige Probleme ins Haus stehen.
Also die Katastrophe kommt nur für die, die nicht rechtzeitig gegensteuern...

Gast: Österreicher
29.01.2012 18:29
11 1

Gibt es nicht das Buch von Sarazin "Deutschland schafft sich ab"?

Wenn es im ggst Artikel heißt "..Doch die Statistiken der Weltorganisation für geistiges Eigentum zeigen, dass heute bereits mehr Patente aus Japan stammen als aus den USA, dass Südkorea Deutschland überholt hat und auf den dritten Platz vorgerückt ist und China auf dem Sprung ist, Deutschland zu überholen..." Könnten diese Fakten eine Bestätigung für Sarazins Thesen sein. Schließlich werden die dt. Eliten ständig durch Analphabeten aus allen Krisengebieten dieser Welt ersetzt!

Gast: Freeman1111
29.01.2012 16:07
0 0

Very British

Liest sich auf Deutsch merkwürdig...
Man muss den Briten auch ihre Meinung lassen...
Meine Meinung ist das nicht - aber die interessiert ohnehin keinen...
Da kommt mir Gibbon in den Sinn: the decline and fall of the Roman Empire
Gilt als Standardwerk, ist aber von der heutigen Forschung längst überholt...

periskop
29.01.2012 14:32
4 1

Niall Ferguson hätte Oswald Spengler lesen sollen!

Bei den von Ferguson aufgezählten "Killer-Applikationen", die Europa seit ca. 1500 zur Weltherrschaft geführt haben, fehlt mir die wichtigste: Der technische Fortschritt! Er führte zur Entwicklung von Feuerwaffen, denen andere nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten und zum Bau von Schiffen, mit denen die ganze Welt erreicht werden konnte, sodass die waffentechnische Überlegenheit auch die Eroberung der Welt möglich machte!

Aber jetzt ist die Zeit der europäischen Vorherrschaft endgültig zu Ende. Das hat Oswald Spengler schon vor hundert Jahren vorausgesehen. Seine Gegner, die das nicht wahrhaben wollen, stürzen sich auf Details, die nicht buchstabengenau eingetroffen sind. Aber sinngemäß ist es genau so gekommen, wie es Spengler vorhergesehen hat. Europas Bedeutung in der Welt ist gewaltig geschrumpft und bald ganz nur mehr Geschichte!

Amerika und vielleicht auch Australien werden die europäische Tradition weitertragen, aber zu einer weltweiten Vorherrschaft wird es nicht mehr reichen!

Antworten freeman
07.02.2012 12:27
3 0

Nicht unbedingt

1400 war China Europa technologisch überlegen. Auf praktisch allen Gebieten war die chinesische Technologie weiter als die europäische, und es war wohl auch Glück für unsere Vorfahren, daß es damals keine direkte Konfrontation gab.

Das Problem Chinas war letztendlich seine weitgehende Integration - ein paar schlechte Herrscher konnten das ganze Land aufhalten - im traditionell zersplitterten Europa gab es meist mindestens einen Fürsten, der einer neuen Entwicklung aufgeschlossen gegenüberstand, und die Nachzügler konnten später an seinem Beispiel aufholen.

Dies ist bei aller Einigungseuphorie im heutigen Europa zu bedenken - Freier Waren-, Kapital-, Dienstleistungs- und Personenverkehr sind eine Sache, politische und fiskalische Integration eine andere...

Gast: achsoo
29.01.2012 12:03
1 2

Zweifel

ist die Frage nicht eher, ob die Menschheit insgesamt früher oder später sich selbst den Garaus machen wird, denn - leben wir nicht in einer "Weltgesellschaft" - siehe Klimaveränderung, Wirtschafts- und Finanzkrise, Internet, und so weiter ...?

Antworten karl gross
02.02.2012 13:02
1 1

Re: Zweifel

nein.
das klima verändert sich seit der bildung der erdkruste.
die wirtschafts- und finanzkrise ist bereits überstanden. was übrigegeblieben ist ist die SCHULDENkrise der europäischen sozialdemokratie.
das internet ist einer der wichtigsten wachstumsfaktoren und bereichert unser leben wie wenige erfindungen davor in der menschheitsgeschichte.
und so weiter: was weiter ?

petlah
29.01.2012 10:16
5 1

dem kann man...

...durchgehend zustimmen - danke für den abdruck dieses Textes!

Gast: Tim
28.01.2012 22:23
9 3

Oberflächlicher geht's nicht mehr

Was da alles verglichen wird!

# "Das Auffälligste ist die Geschwindigkeit, mit der die meisten zusammengebrochen sind …: etwa das römische Imperium, … jüngst die Sowjetunion." – Der Zusammenbruch des römischen Imperiums im Westen im 5.Jh. dauerte ungefähr so lang wie die ganze Zeitspanne, in der die Sowjetunion existierte. Ostrom bestand als vitales Staatswesen bis 1204.

# "Um 1500 war der Durchschnittschinese reicher als der durchschnittliche Nordamerikaner." – Logisch, um 1500 lebten die Menschen in Nordamerika praktisch auf dem technologischen Niveau einer Steinzeitkultur.

# "Die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten ist in den vergangenen 50 Jahren lediglich von 70 auf 78 Jahre gestiegen, demgegenüber von 43 auf 73 in China." – Schon mal was vom Basiseffekt gehört? Wenn die Menschen im Ausgangszeitpunkt bereits durchschnittlich 70 Jahre alt werden, ist eine weitere Steigerung um 30 Jahre wohl etwas schwieriger zu bewerkstelligen.

Im Übrigen täte auch den Amerikanern ein bisschen "Vergangenheitsbewältigung" nicht schaden: Immerhin beruht der Aufstieg ihrer Nation auf einer ganz speziellen Form des Wettbewerbs, bei dem Millionen Ureinwohner aus ihrer Heimat vertrieben und beinahe ausgerottet wurden, während auf der anderen Seite Millionen Menschen gejagt, über den Atlantik verschleppt und zur Sklavenarbeit gezwungen wurden. Eine „Killer-Applikation“ im ureigensten Wortsinn, die Herr Ferguson leider vollkommen ausblendet.

Gast: machmuss verschiebnix
28.01.2012 21:36
2 2

Erst wenn der alte Baum fällt, bekommt der junge genug Licht und Luft um wachsen zu können !


Antworten Gast: machmuss verschiebnix
29.01.2012 19:26
9 3

Re: Erst wenn der alte Baum fällt, bekommt der junge genug Licht und Luft um wachsen zu können !


Unser derzeitiges System ist NICHT reformierbar - da helfen
auch keine roten Stricherl - der Griechenland-Effekt wird ganz
Europa treffen, weil das einfach die Logik des Sozialismus ist !!!

Antworten Antworten Gast: n.munz
31.01.2012 11:26
1 1

Re: Re: Erst wenn der alte Baum fällt, bekommt der junge genug Licht und Luft um wachsen zu können !

sehe ich ähnlich: Der Fall ist systemimmanent.

Ganz tief im Code des Betriebssystems programmiert.


12 2

Das wird schwer gehen

Die P.C. hat alles infiziert.

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