War die Reform ein vollkommener Fehler? Zwar war das Aushängeschild, die Daily-Sitcom made in Austria, Mitten Im 8en, ein unglaublicher Misserfolg. Doch durch die Forcierung auf Nachrichten und den Ausbau von erfolgreichen Eigenproduktionen scheint der ORF nun besser dazustehen, als er es noch vor einem Jahr tat. Was mir besonders ins Auge springt (. . .) sind die Kulturabende. Treffpunkt Kultur wurde um einige Sendezeit verlängert, die Beiträge sind umfangreicher und Barbara Rett stresst sich nun nicht mehr von einem Thema zum anderen. Durch die verschieden Independent-Film-Schwerpunkte (. . .) kommt man nun im ORF in den Genuss anspruchsvoller Filme. Und vor allem auch die Themenabende, welche man früher immer nur von Arte gewohnt waren, hielten Einzug in den österreichischen Rundfunk. (. . .) Dachte man früher, während der Zeit Monika Lindners, dass es wohl am besten sei, den Zusehern leicht zu verdauende, anspruchslose Alltagskost vorzulegen, so bestätigen die Zuseherzahlen dieser Live-Mitschnitte, dass Wrabetz mit diesem Schwerpunkt richtig gelegen hat. So kann man abschließend eigentlich sagen: So schlimm wurde es nicht nach dieser Reform. Uns wurde nichts Weltbewegendes weggenommen (. . .), und uns wurde viel gegeben.
Dominik Leitner
Österreich
http://ausdemlebendesikarus.wordpress.com
("Die Presse" Print-Ausgabe, 01.08.2007)

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