25.05.2012 12:20 | Meine Presse Merkliste 0

Darfur: Ein vergessener Krisenherd

 (Die Presse)

Immer mal wieder konnte man über den Bürgerkrieg in Darfur lesen. Manchmal sah man auch Bilder im Fernsehen. Die Zahlen ließen einen hochschrecken. Und doch schienen die offiziellen 200.000 Toten schnell wieder vergessen zu sein.

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Jetzt ruft die UN zur Hilfe auf und schickt eine riesige Friedenstruppe ins Krisengebiet. Aber warum erst jetzt? Der Konflikt in Darfur ist eine seit 2003 andauernde bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den in Darfur und im Sudan ansässigen schwarzafrikanischen Stämmen und der Zentralregierung in Khartum. Um die Rebellenbewegung niederzuschlagen, bedient sich die Zentralregierung hauptsächlich lokaler Milizen, bestehend aus arabischen Reiter-Nomaden, die unter der Bezeichnung Janjaweed bekannt wurden. Inoffizielle Zahlen sprechen von 400.000 getöteten und zweieinhalb Millionen vertriebenen Menschen. Endlich haben die Vereinten Nationen eingegriffen. Sie schicken 20.000 Militärangehörige und rund 6000 Polizisten nach Darfur. Eine tolle Sache, könnte man sich denken. Aber man fragt sich dann doch, warum es so lange gedauert hat. Warum es vier Jahre und abertausende Ermordete überdauern musste, bis die UN reagiert. Denn nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 beschloss der Sicherheitsrat schon im Dezember den Einsatz einer UN-Schutztruppe. Natürlich bedeutet ein „Heer“ von 20.000 Mann eine größere logistische Herausforderung. Doch das kann keine Ausrede für diese lange Wartezeit sein. Irgendwie kommt man schon immer wieder auf den Gedanken, dass einige Länder einen zu großen Einfluss auf die „Vereinten Nationen“ haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel.

Dominik Leitner
Österreich

http://ausdemlebendesikarus.wordpress.com

("Die Presse" Print-Ausgabe, 03.08.2007)

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