Kunstwerte

Solid Gold

Die Aussteller der Frieze New York setzten bei der aktuellen Messe statt auf die üblichen jungen Positionen auf etablierte Kunst des 20. Jahrhunderts.

„Nummer sicher“ scheint derzeit die Devise des Kunstmarktes zu lauten. Das war bei der aktuellen Frieze New York, die von Donnerstag bis Sonntag nun zum sechsten Mal auf Randall's Island ihre Zelte aufschlug, ganz klar zu merken. Gerade die Frieze ist unter den gewichtigen internationalen Messen dafür bekannt, stets die neuesten Arbeiten und jüngsten Positionen zu präsentieren. Dass es just heuer zum Schwenk in Richtung sicherer Werte kam, ist umso überraschender, als sie erstmals Konkurrenz von der Tefaf New York Spring bekam. Der Ableger der wichtigsten Kunst- und Antiquitätenmesse setzt in der Frühjahrsausgabe nämlich auf Moderne, zeitgenössische Kunst und Design. Es ist normal, dass sich rund um wichtige Messen, wie die Art Basel oder eben auch die Frieze, Satellitenmessen ansiedeln, um die Zugkraft der Hauptmessen auszunützen. Aber in dem Fall trafen zwei Topplayer auf Augenhöhe aufeinander. Mehr noch, einige der Händler, darunter etwa David Zwirner, Acquavella oder White Cube, stellten auf beiden Messen aus.

Nicht nur die Galerien selbst entschieden sich überwiegend für Blue-Chip-Kunst, auch die Messeveranstalter zollten der konservativeren Ausrichtung des Marktes Tribut. So wurde der kuratierte Sektor „Spotlight“, der sich der Kunst des 20. Jahrhunderts widmet, um zehn Stände erweitert. Teilweise versuchten Galerien vom Markt vergessenen Künstlern neues Leben einzuhauchen. So zeigte sogar die junge Galerie Walden Zeichnungen des Mexikaners Ulises Carrión aus den 1970er-Jahren. Sogar Arbeiten der vor 20 Jahren verstorbenen Kärntner Künstlerin Kiki Kogelnik begegnete man auf der Frieze am Stand der New Yorker Galeristin Simone Subal. Kogelnik lebte und arbeitete lange Zeit in den USA, ist auf dem internationalen Kunstmarkt aber kaum vertreten. Die Preise ihrer Arbeiten lagen zwischen 15.000 und 130.000 US-Dollar.

Anti-Trump-Statements. Neben Kunst der 1960er- bis 1980er-Jahre gaben einige Stände dem Thema Donald Trump Raum. So auch der Salzburger Thaddaeus Ropac, der heuer übrigens die einzige österreichische Galerie repräsentierte, die an der Frieze teilnahm. Er zeigte „President-Elect Trump“ von Yan Pei-Ming. Der in China geborene, aber in Paris lebende Künstler hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten Autokraten von Mao bis Stalin porträtiert. Das Bild kostete 140.000 US-Dollar. Abgesehen von Yan Pei-Ming hatte Ropac Arbeiten von Tom Sachs, Robert Rauschenberg, Tony Cragg und Georg Baselitz im Programm.

kunstwerte@diepresse.com

diepresse.com/kunstwerte

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2017)

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