Süße Entdeckung!" rufen die Nachrichtenagenturen: Astronomen an der Europäischen Südsternwarte (ESO) hätten „erstmals Zucker bei einem jungen Stern entdeckt". Und Zucker, erklären die Forscher, sei eine „Grundzutat für die Entstehung von Leben".
Was steht hinter der Aufregung? Ein sehr simples Molekül namens Glykolaldehyd. das man formal als nulltes Glied der Reihe der Monosaccharide (Einfachzucker) bezeichnen kann. Es hat die Summenformel C2H4O2 - Traubenzucker hat C6H12O6, Rohr- bzw. Rübenzucker, mit dem wir süßen, gar C12H22O11. Man muss nicht viel Chemie gelernt haben, um zu sehen, dass da einiger Unterschied ist, circa so viel wie z. B. zwischen dem Alkohol im Wein (Ethanol) und höheren Alkoholen, die nicht berauschen. Das hindert die ESO-Astronomen nicht daran, von einer „einfachen Art von Zucker" zu sprechen, „gar nicht so unterschiedlich von dem Zucker, den wir in unseren Kaffee tun".
Man will ja den europäischen Astronomen nicht wünschen, dass ihnen der Zucker in der Dose ausgeht und sie auf Glykolaldehyd umsteigen müssen, das übrigens wirklich süß schmeckt, wie ja auch das von Weinskandalen bekannte Glykol. Aber für ihre Marktschreierei und ihren PR-Kitsch (so erklären sie uns, dass Planeten die „Wiege des Lebens" seien) verdienen sie, dass ihnen die Milch im Kaffee sauer wird.
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