Die Nacht von Silvester ins neue Jahr hat viele rührende Momente; Kinder, die sich gewaltig anstrengen, wenigstens bis Mitternacht wach zu bleiben, Tanten, die in Sektlaune von alten Liebschaften erzählen, und schließlich der Klang der Pummerin sowie des Donauwalzers – nach einem übertriebenen Buffet klingt das besonders füllig.
Dennoch aber hat dieser Abend seinen dunklen Moment. Irgendwer fühlt sich jedesmal dazu verpflichtet, Vorsätze zu fassen, die sich sehr bald als nicht besonders gut, ja sogar als besonders infam herausstellen. Im Kollektiv sucht man sich immer schwierige Aufgaben aus: weniger fernsehen, essen, trinken oder gar die Cello-Suiten von Bach auswendig zu spielen. Das überfordert uns Amateure. Deshalb rät die „Gegengift“-Redaktion erneut zu Antizyklischem.
Neue Möbel. 2012 soll ein besonders schweres Jahr werden, also sollte man sich gute Vorsätze von jenen Profis abschauen, die keine Zukunftsängste kennen. Fürs nächste Jahr werden erfolgreiche Funktionäre also nicht nur begehbare Weinschränke anschaffen, sondern auch Minibars in den neuen Saunalandschaften besserer Großraumbüros. Man will ja auch etwas für die körperliche Ertüchtigung tun. Erst in einem solchen Ambiente können zum Beispiel die Stiftungsräte des „Gegengiftes“zwanglos besprechen, welche Gäste in der Kolumne vorkommen. So viele Kombinationen sind möglich. Zum Beispiel wäre es möglich, statt Pelinka, Pelinka und Pelinka auch einmal Pelinka, Rudas und Pelinka zu einer engagierten Diskussion über soziale Härten einzuladen.
Falls sich die Vorsätze der „Gegengift“-Anstalt für neue Möbel tatsächlich erfüllen, werde ich 2012 als Generaldirektor dieser Kolumne bei den Gehaltsforderungen bescheiden sein. Zehn Prozent mehr scheinen angemessen. Her mit dem Zaster, ihr Schwarzseher!
E-Mails an: norbert.mayer@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2011)















