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„Ich werde niemals schweigen“

24.06.2010 | 18:35 |  ALMUTH SPIEGLER (Die Presse)

Wo sind die Frauen? Fragte die Londoner „The Art Newspaper“ beim jährlichen Gipfeltreffen der Kunstszene, der „Art Basel“, vorige Woche.

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Jedenfalls waren sie nicht in den Ständen der rund 300 internationalen Galerien vertreten. Dort wurden nämlich – die Wirtschaftskrise verlangt Marktsicherheit – vor allem teure Werke alter Herren angeboten. Warhol, Picasso, Alexander Calder führen das Angebot an. Irgendwann, nach über 40 Herren, recherchierte die Londoner Kunstzeitung, folgten dann erst Louise Bourgeois und Agnes Martin.

Wo aber sind die Frauen in der Kunst? Sie sitzen schwarz gewandet hinter den Empfangstischen der Galerien. Stehen als abgekämpfte Galeristinnen hinter diesen Mädchen und kommandieren sie herum. Und treten in seltenen Fällen als Kundinnen auf: Unter den führenden Sammlern sind Frauen aber noch immer die absolute Ausnahme, in Österreich öffentlich überhaupt nicht präsent – erkläre mir das einmal jemand soziologisch!

Blicken wir in die Museen: Mit Brigitte Kowanz bekommt gerade die erste Künstlerin in der Mumok-Serie ihre Midcareer-Ausstellung. Im Kunsthaus Bregenz ist nach der frauenlosen Ära des ehemaligen Direktors jetzt eine neue angebrochen, die mit Cosima von Bonin beginnt. Und vielleicht darf in ferner Zukunft auch in die Albertina einmal eine Künstlerin einziehen: Seit Eröffnung wurden dort zwar schon öfters Warhol, Picasso, Alex Katz gezeigt. Noch nie aber bekam eine Künstlerin eine Einzelschau.


Die Hoffnung liegt bei den Kuratorinnen, zumindest diese haben in den nächsten Jahren die meiste Macht: Die „documenta 2012“ wird von Carolyn Christov-Bakargiev geleitet, die Biennale Venedig 2011 von Bice Curiger. Spätestens dann beginnt auch wieder Ihr „Kunstlicht“ zu scheinen. Nach zehn Jahren leidenschaftlichen Schreibens über bildende Kunst lege ich eine Pause ein. Es tröstet mich mein „Schreibtischbild“, geschossen vor Jahren in einem Fotoautomaten der Künstlerin Zenita Komad: „Ich werde niemals schweigen“ steht darauf. Also dann.


almuth.spiegler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2010)

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2 Kommentare
Gast: LaMujer
30.06.2010 17:32
0 0

Fragestellungen...

Nun ja - es kommt ja auch auf das Museum an, was für Kunst dort gezeigt wird, vor allem in den Neueren sind die Ausstellungen durcvhaus durchmischt, bei den alten Malereien und co sind es eben die "alten Meister" die ihren Platz haben! Fragen sollte man nicht wo sind die Frauen, sondern wo ist die gleichgestellte Kunst! Egal ob in der Albertina, Galerien oder co - es gibt durchaus viel zu sehen und zu entdecken wenn man es will, Positionen die sich gegenüber stehen und aufreiben! Das ist es ja was Kunst ausmacht, nicht wer Mann oder Frau ist.

Gast: PEN
28.06.2010 23:16
0 1

GENDER

ein sehr schöner artikel "die wahrheit ist allen zumutbar" Bachmann

http://www.schwarzwaelder.at/galerieng/mainaus.htm
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alles gute wir sind ja alle Humans,PEN
PS: Gender main stram zertifikat sollen alle personen haben die im Kunstbetrieb arbeiten. da die meisten nichtmal wissen was gender heisst. Ganz einfach übersetzen und dan weiss man das. In den egalitären Gesellschaftsformen waren die produktionsmittel von Männer und Frauen gleich. Der kapitalismus und Kolonialismus hat diese hoch entwickelte gesellschaftsform einfach aufgeschluckt für den profit anfragen dazu egalitäre gesellschaftformen literaturliste pen01@production.com

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