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Warum mir zur Beschneidung nichts Exzellentes einfällt

24.07.2012 | 18:21 |  PETER STRASSER (Die Presse)

Mir wollte schon herausrutschen: „Besser beschnitten als abgetrieben“, aber ich fürchte den Fluch des Atheisten . . .

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Auch das noch: Klimawandel, Bürgerkrieg, Wirtschaftskollaps – und jetzt die Beschneidung. „Dazu müssen Sie etwas sagen, das ist doch das Letzte!“, fordert man, ob beschnitten oder nicht, von mir, dessen unbeschnittener Lieblingsurologe seine Sechzig-plus-Patienten am liebsten alle beschneiden möchte. Wenn ich mich als Experte für die bloß „vorletzten“ Dinge herauszuwinden suche, wird mir erklärt: „Papperlapapp, keine faulen Ausreden, Sie sind pragmatisierter Philosoph!“

Da ich gerade gelesen habe, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Österreich jährlich auf mindestens dreißig- bis vierzigtausend geschätzt wird, davon die meisten ohne medizinischen Grund, wollte mir schon herausrutschen: „Besser beschnitten als abgetrieben.“ Stattdessen besann ich mich auf meine Position als pragmatisierter Philosoph und behielt das mir fast Herausgerutschte für mich. Schließlich muss ich mich vor meinen kastrationsängstlichen Kollegen verantworten, die mir beschneidungskritisch intimieren, dass das eine mit dem anderen nicht vergleichbar und daher das mir fast Herausgerutschte ein ethisches No-Go sei.

Während mein Freund, der Trottel, sich sofort beschneiden lassen will, und zwar aus Solidarität mit den Beschnittenen, stehen der aufgeklärten Scientific Community, zu der ich mich als pragmatisierter Philosoph zu zählen habe, regelrecht amtswegig die Haare zu Berge, geht es doch – so die laizistische Lesart – um die Verstümmelung wehrloser Kinder aufgrund eines hässlichen Aberglaubens. Freilich, auch die Vernunft hat ihre eifernden Seiten. In meiner Umgebung wirkt und werkt ein Exzellenzatheist, der sich ein begehbares Atheistenkammerl eingerichtet hat, vollgestopft mit ihn erleichternden Häresien. Dort hinein geht er täglich schreien, dass Gott tot sei, und verflucht jeden, der noch an „den alten Mann mit dem langen weißen Bart“ glaubt.

Nachdem er sich erleichtert hat, sitzt er wieder an seinem Denkertisch und verfasst Exzellenzepisteln gegen „Afterglauben“ und „Fetischdienst“, wobei er seine harsche Quelle penibel ausweist: Kant. Na, Sie können sich vorstellen, dass dem Exzellenzatheisten die Beschneider gerade recht kommen, sei es doch der Fall, dass sie sich „von dem ganz sinnlichen Wogulitzen, der die Tatze von einem Bärenfell sich des Morgens auf sein Haupt legt mit dem kurzen Gebet: ,Schlag mich nicht todt!‘, zwar mächtig in der Manier, doch nicht im Princip“ unterschieden. Ebenfalls: Kant.

Mir wollen schon wieder – bin ich etwa ein Zwangscharakter? (ich muss meinen beschnittenen Lieblingspsychiater fragen) – die ungeborenen Menschlein herausrutschen, die, sagen wir, in der zehnten Schwangerschaftswoche durch „Absaugung“ vom Leben zum Tode befördert werden, nicht aufgrund eines hässlichen religiösen Aberglaubens, sondern aus ganz und gar irdischen Gründen.

Kein Zweifel, ich bin ein Zwangscharakter, denn schon wieder geht's bei mir los. Schon wieder will mir herausrutschen, dass, solange es aus irdischer Sicht zulässig sei, ein ungeborenes Menschlein ohne medizinischen Grund „abzusaugen“, es aus religiöser Sicht wohl nicht wesentlich unzulässiger sein dürfte, ein wehrloses Kindlein zu beschneiden. Schön ist das nicht, aber bitte, wenn's um des lieben Friedens willen unbedingt sein muss . . . Eingedenk des Exzellenzatheisten behalte ich indes das mir fast Herausgerutschte für mich. Ich fürchte mich nämlich davor, von ihm persönlich verflucht zu werden – eine kleine abergläubische Schwäche meinerseits.


E-Mails an: peter.strasser@uni-graz.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2012)

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54 Kommentare
 
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Gast: Kleinstadt
07.08.2012 18:37
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Beschneidungsforum

Lest mal bitte die Betroffenenberichte von www.beschneidungsforum.de bevor ihr so über ein "kleines Stück Haut! redet.

Wenn man bedenkt,

wieviel Leid und Unrecht Kindern auch in Europa vom Mutterleib an zugemutet wird, physisch und psychisch, ohne dass die Server zusammenbrechen unter dem Ansturm empörter Poster, ist die derzeitige Aufregung in den Foren um einen religiös motivierten eher harmlosen Eingriff in der Tat kaum verständlich.

Da kann man Peter Strasser nur zustimmen, der sich getraut hat, sich über die Unverhältnismäßigkeit der aktuellen Proteste zu wundern, im Vergleich zu den erschütternd hohen Abtreibungsziffern, die kaum jemand aufregen.

Im Säuglingsalter und medizinisch fachgerecht vorgenommen, sind die Folgen für den Betroffenen in den allermeisten Fällen minima, wobei Komplikationen natürlich bedauerlicherweise nie gänzlich ausgeschlossen werden können.

Übrigens: Ein Viertel der Männer weltweit ist beschnitten.

Und noch etwas:
Es gibt bereits seit Jahren Studien, die die hemmende Wirkung der Beschneidung auf Infektionenen mit HIV und HPV (Cervixkarzinome!) und anderen gefährlichen Erregern belegen, was sowohl den Männern selbst als auch ihren Partnerinnen zugutekommt.

Die WHO (!) hat deshalb bereits 2007 die freiwillige fachgerechte Beschneidung, auch an Erwachsenen, als Teil der Prävention im Kampf gegen Aids vorgeschlagen.


Gast: Kinderarzt
26.07.2012 21:38
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Als Kinderarzt finde ich es

befremdlich, wenn das Leid wehr- und schutzloser Kinder ins Lächerliche gezogen werden soll.
Der zur Anzeige führende deutsche Anlassfall war ja schon beispielhaft. Die Komplikationen und Schmerzen nach der Circumcision waren derart, dass sogar die Verbandwechsel in Narkose erfolgen mussten! Aber auch bei normalen Circumcisionen leiden die Kinder tagelang in verschiedenem Maß an Schmerzen bis zur Harnverhaltung. Sich über diesen Eingriff lustig zu machen, finde ich deplaziert.
Kinder haben einene Anspruch auf Fürsorge und Schutz vor Misshandlung durch uns Erwachsene und den Staat als ein grundlegendes Menschenrecht!

Auch von Zwangbeschneidung betroffene Erwachsene haben sich schon seit längerem organisiert - besonders in den USA - und kämpfen gegen das Unrecht, dass ihnen als Kind widerfahren ist, aber leider ist eine einfache Widerherstellung nicht möglich. Es sind übrigens nicht nur Ex-Muslime oder Ex-Juden sondern auch praktizierende Juden, die sich gegen die Zwangbeschneidung aussprechen.

Re: Als Kinderarzt finde ich es

Sorry, aber auch in dieser Kolumne wird nicht alles ins Lächerliche gezogen, schon gar nicht vermeidbares Kinderleid. Ich habe mir nur gestattet, verwundert den Kopf darüber zu schütteln, dass man bei der indikationsfreien Abtreibung säkularen Gepräges längst zur Tagesordnung übergegangen ist, während man um die Beschneidung aus religiösen Gründen plötzlich eine Empfindlichkeit nach außen kehrt, die angesichts der Anzahl der Vorkommnisse hierzulande im Vergleich zumindest eigenartig anmutet. Der Verdacht, dass wieder einmal ein Kulturkampf mit medizinischen und scheinethischen Argumenten ausgetragen wird, noch dazu einer mit antisemitischen Untertönen, lässt sich ja wohl nicht von der Hand weisen - wobei ich die Besorgnis des Kinderarztes keineswegs kleinreden möchte!
LG, ps

Nachdenken

Beschnitten wird ja, weil deren Gott es so befiehlt. Bedenkt man, was sie laut göttlichem Befehl mit den Ungläubigen machen sollen, kommen die armen Buben eh noch ganz gut weg.

Gast: Stückler Maria
26.07.2012 09:18
5 8

Den Nagel auf den Kopf getroffen!

Vielen Dank für Ihren exellenten Kommentar, mit dem Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben!!!


Gast: schlÄchter
26.07.2012 07:39
3 3

sg herr strasser

"Freilich, auch die Vernunft hat ihre eifernden Seiten."

völlig richtig.
+

mfg
s.

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Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

Eine wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen sieht der UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, der deutsche Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt. Erstmals finde ein aggressiver, verächtlicher Grundton gegenüber Religionen breite Resonanz, sagte Bielefeldt am Mittwoch in einem Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. Er äußerte sich im Zusammenhang mit der Debatte über Beschneidungen.
"Erschreckend sind das Ausmaß an Polarisierung, kulturkämpferischer Aufheizung und der sehr aggressiv verächtliche, ausgrenzende Ton, in dem über Religion geredet wird. Wir erleben gerade eine neue Bruchlinie in der deutschen Gesellschaft. Das macht mir Sorgen", sagte der ehemalige Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, der an der Universität Erlangen lehrt.
Kritik und Reformaufrufe an Religionen seien legitim, so Bielefeldt, "aber im herrischen Ton mit dem Strafrecht zu drohen, ist kein geeignetes Mittel, um interne Debatten voranzubringen. Das ist vielmehr Ausdruck von Respektlosigkeit". Aus Sicht des Wissenschaftlers waren bisher vor allem Muslime in Deutschland Ziel einer verächtlich aggressiven Religionskritik. Die Beschneidungsdebatte zeige, dass nun auch das Judentum und Religionen insgesamt betroffen seien.

Re: Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

Ist auch höchste Zeit.

Antworten Gast: schlÄchter
26.07.2012 07:46
1 8

Re: Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

sg urbin!
von mir ein dickes +
sehe es auch so, wenngleich gerade im zusammenhang mit religionen wie dem islam und abgeschwächt dem judentum zu beachten ist, dass bei politischen ansprüchen dieser religionen, die im klaren gegensatz zur postchritl. westlichen tradition konnte sich der säkulare staat ja überhaupt entwickeln, sehr wohl einschränkungen bzw. eine kompatibilität eingefordert werden muss.

unpolitische riten-wie beswxchneiden oder schächten- sollten in einem gesetzlichen rahmen (medizinische/technische absicherung) geregelt aber keineswegs an sich verboten werden. hier wäre mmn ein zu großer eingriff in die elternrechte und das recht der gewissnes- und damit religionsfreiheit gegeben.

mfg
s.

Re: Re: Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

Eltern sollten nicht das Recht haben, die eigenen Kinder zu verstümmeln. Noch dazu an sehr empfindlichen Stellen.

Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
26.07.2012 14:21
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Re: Re: Re: Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

sg informatiker!
verstümmelung (wikki):
Die Körperverstümmelung, auch körperliche Verstümmelung genannt, ist eine auf Dauer als einschränkend bzw. nachteilig bewertete Verletzung des biologischen, insbesondere menschlichen Körpers durch äußere Einwirkung und führt zum Verlust der körperlichen Integrität. In der Regel bezeichnet der Begriff die Beschädigung des Körpers durch Verlust eines oder mehrerer Körperteile (ohne Tötungsabsicht), als Synonym zuweilen aber auch andere Körpermodifikationen wie z.B. Deformationen. Körperverstümmelung kann Behinderung nach sich ziehen.

nunja-ist wirklich eine solche, wenn es in der sozialen gruppe in die das kind hineingeboren wurde und zu der die eltern gehören es nicht als nachteilig sondern positiv bewerten? auch sind keine medizinischen nachteiligen folgen einer beschneidung bekannt.

sehe es nicht so.

mfg
s.

Re: Re: Re: Re: Wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen

Wir Menschen neigen dazu, Dinge die wir nicht mehr ändern können, schönzureden.
Ein Beschnittener wird kaum das ganze Leben über die Dummheit seiner Eltern schimpfen. Er wird eher versuchen seinen körperlichen Defekt schözureden. Und seinen eigenen Kindern das selbe antun. Leider.

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Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

Damit haben Sie das Thema verfehlt! Wer vertritt die Opfer dieses Steinzeitritus?
An wenn sollen sich die Opfer, wenn sie darunter seelisch oder körperlich leiden, wenden? Die Opfer sind offenbar nur Kollateralschäden, denen kein Mitleid und keine Humanität zukommt!

1 5

Re: Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

Nennen Sie mir ein "Opfer" aus Ihrem persönlichen Umfeld!

Re: Re: Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

Wenn sich jemand gegen den Hunger in der Sahlezone engagiert, sagen Sie dann auch: "Nennen Sie mir ein "Opfer" aus Ihrem persönlichen Umfeld! "?!

5 1

Re: Re: Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

ob ich persönlich eines kenne, ist irrelevant!
Die Opfer sollen sich an der Religionsgemeinschaft pauschal schadlos halten können! Es ist die Religionsgemeinschaft die den Druck ausübt, dem sich die Eltern nicht entgegen stellen können, so sie nicht ausgegrenzt werden sollen. und wie as so sit, das schwächste Glied, das wehrlose Kind, muss dafür herhalten - ein Leben lang.
Und außerdem gibt es genügend Internetverweise diesbezüglich. Und wenn sie bis jetzt nicht ergooglet haben, dann haben sie nichts unternommen um ihre Kenntnisse zu erweitern. Ein typisch religiöses Verhalten, um nicht über den Tellerrand der eigenen Weltanschauung blicken zu müssen.

Re: Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

Die "Opfer" koennen das mit ihren Eltern diskutieren, die die Entscheidung getroffen haben. Mit wem denn sonst?
Ich kenne uebrigens eine Menge Beschnittener verschiedener Religionen, aber keinen einzigen, der seinem Vater dafuer boese waere.

2 1

Re: Re: Sie denken aber bei ihrer ganzen Sophisterei nicht an die durch Beschneidung Vergewaltigten und damit Gequälten!

Sehr witzig ist ihre Antwort nicht. Eher zynisch!

Gast: Herausgerutscht
25.07.2012 14:09
2 6

„Besser beschnitten als abgetrieben.“

rutscht nur Menschen heraus die sich sehr schuldig fühlen.
Andere freuen sich darüber noch normal zu sein.

Gast: Afreakana
25.07.2012 11:30
8 4

Ganz oafach

S'ist ganz oafach.

Abtreibung ist in D gesetzlich legitimiert, auch wenn sie ethisch fragwürdig sein mag und Beschneidung ist eben nicht gesetzlich legitimiert in D (und sollte es auch nicht werden mMn). Ich halte einen dauerhaften negativen Eingriff in das Kindeswohl für nicht wünschenswert. Die beschnittenen Kinder gehören einer Minderheit an und werden von ihren Eltern per Beschneidung und Indoktrination in deren eigene Religion von der Mehrheit abgegrenzt und ganz bewusst ausgegrenzt. Ob die Kinder das wollen oder nicht, wird von den Eltern nicht bedacht. Hauptsache ein neuer Gläubiger wird fabriziert und man steht in der eigenen Minderheit gut da. Auch eine Form von Selbstausgrenzung und Abstand-Schaffung von der Mehrheit. Da muß die Mehrheit gar nichts mehr dazu tun, das schaffen die schon alleine... Es ist wirklich betrüblich solchen Praktiken zusehen zu müssen und nichts tun zu können. Denn die Betroffenen können sich nicht wehren und die Eltern können sich vermutlich nicht überwinden neue humanistische Ansichten zu gewinnen von denen sie und ihre Kinder auf lange Sicht erheblich profitieren würden.

Antworten Gast: Poimen
26.07.2012 09:30
2 1

Re: Ganz oafach

Sollte Herr Afreakana irgendwann sein Logikmodul wieder aktivieren, wird ihm hoffentlich dämmern, dass es keinen "dauerhafteren negativen Eingriff in das Kindeswohl" als die Abtreibung gibt.

Da er solches "für nicht wünschenswert" hält: Willkommen bei den Lebensschützern.

4 2

Leider oder mit Absicht ist dieser Kommentar von Prof. Kotrschal nur über die Sucbfunktion auffindbar!

http://diepresse.com/home/meinung/wisskommentar/1270071/Religionsfreiheit-oder-Kindesmisshandlung?from=suche.intern.portal
Gut Sind auch die Kommentare von Enosch und Weiidinger.
Der Kommentar vor Ortner ist eine Frechheit und für seine Randbemerkungen habe ich Prof. Taschner den Titel katholischer Taschenrechner taxfrei verliehen!

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Re: Ganz oafach

Ganz so einfach, wie sich das der Afreakana vorstellt, ist die Welt halt doch nicht:
Das Kölner Urteil ist ein Fehlurteil (Hans-Jürgen Papier, früherer Präsident des Bundesverfassungsgerichts: "Fehlanwendung geltenden Rechts durch ein einzelnes Instanzgericht") mit dem "Schönheitsfehler", dass es nicht mehr angefochten werden kann, weil die Staatsanwaltschaft keine Revision eingelegt hat. Die gesetzliche Regelung der Beschneidung in Deutschland gilt selbstverständlich weiterhin, wenn auch durch dieses Fehlurteil Rechtsunsicherheit besteht.

Antworten Antworten Gast: Afreakana
25.07.2012 12:57
5 3

Re: Re: Ganz oafach

Schön, dass du den Herrn Papier hier zitierst. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es in D kein Gesetz gibt, welches die Beschneidung gestattet, wodurch erstmal der Grundsatz nulla poena sine lege greift.
Jedoch gibt es sehr wohl ein paar Gesetze, welche es bei Strafe verbieten, jemandem Gewalt anzutun, jemandem dauerhaften körperlichen Schaden zuzufügen, Schutzbefohlene zu misshandeln usw... All diese schönen Gesetze kann man anwenden, um die Beschneidungsopfer vor ihren Eltern zu schützen.

Wären die Beschneidungsopfer weiblich, dann gäbe es diese Diskussion gar nicht erst. Aber nein, kleinen Jungs darf man bedenkenlos weh tun und sie für den Rest ihres Lebens kennzeichnen, weil man das ja schließlich schon die letzten paar Tausend Jahre getan hat.

Geht's noch?

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Re: Re: Re: Ganz oafach

@ Afreakana

Geht's noch?

- bundesdeutsche Rechtsexperten bezeichnen das Kölner Urteil als Fehlurteil
- alle bundesdeutschen Parteien und sogar ein Teil der Grünen fordern eine klare gesetzliche Regelung pro Beschneidung
- kein Land in der EU verbietet die Beschneidung
- der UN-Kinderrechtsausschuss stellt die Beschneidung von Kindern dezidiert nicht in Frage

 
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