19.06.2013 16:28 Merkliste 0

Wie stünde die Krise denn ohne die EU-Kommission?

PIA AHRENKILDE HANSEN (Die Presse)

Reaktion auf Oliver Grimms Analyse „Barroso, der zu spät Gekommene“ vom 27. Juli: Die Kommission ist nicht zu zögerlich.

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Weder hängt der Kommissionspräsident sein Fähnchen nach dem Wind der Mitgliedstaaten, noch ist sein Handeln und das der Europäischen Kommission in der Krise zögerlich.

War es nicht die Europäische Kommission unter der Verantwortung von Präsident José Manuel Barroso, die wegweisende Initiativen und eine umfassende Krisenbewältigung vorgeschlagen hat? Angefangen mit der europäischen Wachstumsstrategie Europa 2020 bis hin zur massiven Verschärfung des Stabilitätspaktes für Schuldenstaaten und einer nie da gewesenen Intensität bei der Koordinierung der Haushalts- und Wirtschaftspolitiken, die keinen Schlendrian bei der Umsetzung von Reformen und Sparanstrengungen duldet?

War es nicht die Kommission, die frühzeitig europäische Gesetze auf den Weg gebracht hat zur Europäisierung der Bankenaufsicht, zur Einlagensicherung, zur Eindämmung von Marktmanipulation, zur Regulierung von Ratingagenturen? Wäre die Vision einer Finanztransaktionssteuer in greifbare Nähe gerückt ohne die Gesetzesinitiative der Kommission? Hat nicht die Kommission nachdrücklich seit Anfang 2011 auf effizientere und flexiblere Rettungsschirme gedrängt?

 

Task Force für Griechenland

Wer hat die Task Force für den Staat Griechenland ins Leben gerufen und die Umwidmung von Strukturmitteln unter strikten Reformbedingungen begonnen? Von wem wurden Projektbonds für wachstumsfördernde Infrastrukturprojekte vorgeschlagen und Stabilitätsbonds zur Sprache gebracht?

Waren es nicht die Kommission und Präsident Barroso, die die Gründung einer Bankenunion angeregt haben und die im September hierzu Gesetzesentwürfe auf den Tisch legen werden?

Oliver Grimm dürfte dies alles nicht übersehen haben und sich auch daran erinnern, dass Präsident Barroso häufig persönlich diese Initiativen gegenüber den Medien vorgestellt hat.

Der Autor sollte sich also vielmehr fragen, wo die Europäische Union heute stünde, wenn die Initiative zur Krisenbewältigung bei den Mitgliedstaaten gelegen hätte.

Hinsichtlich Griechenland haben sich die Kommission und ihr Präsident unermüdlich dafür eingesetzt, das Land auf den Pfad von Stabilität und Wachstum zu bringen. Es hat unzählige Treffen und Kontakte seit 2009 gerade auch auf Ebene des Kommissionspräsidenten gegeben. Der Besuch von Präsident Barroso in Athen am 26. Juli war Ausdruck und weiterer Höhepunkt einer engen und regelmäßigen Zusammenarbeit mit Griechenland.

 

Vorschläge kommen zu früh

Präsident Barroso und die Europäische Kommission werden ihrer Verantwortung in der Krise durch frühzeitiges und ambitioniertes Handeln, das die Einigung über tragfähige Lösungen mit den Mitgliedstaaten zum Ziel hat, voll gerecht. Allerdings kommt es manchmal vor, und Oliver Grimm stellt dies selbst fest, dass manche Kommissionsvorschläge für einige Mitgliedstaaten sogar zu frühzeitig kamen und zu ambitioniert waren.

Es ist völlig unverständlich, wenn Oliver Grimm eine Trennung zwischen dem Handeln der Kommission und dem Handeln ihres Präsidenten vornimmt. Denkt er ernsthaft, dass all dies geschehen könnte ohne die persönliche Führung und Verantwortung von Präsident Barroso? Angesichts dieser verwirrten Logik und Verzerrung von Tatsachen erscheint es mehr als zweifelhaft, wenn Oliver Grimm sich anmaßt, die Meinung der europäischen Bürgerinnen und Bürger zur Rolle dieser Kommission und ihres Präsidenten zu kennen.


Pia Ahrenkilde Hansen ist Sprecherin der Europäischen Kommission.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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8 Kommentare

Dei Frauen und Männder der Kommission,

die wissen was gut ist für uns - das dumme Volk sollte nicht mehr gefragt werden ....

Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 08:27
3 0

Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Es war eine tolle Idee. Eine Idee eines freien und starken Europas für freie Menschen.

Dieses Projekt, welches man eigentlich nicht versemmeln konnte, diese Projekt wurde einfach nur vernichtet.

Heute kennen wir erst mal nur den monetären Wahnsinn, welcher sich in Staatsschulden der Eurozone von fast 10 Billionen schon manifestiert. Bei laufenden Staatsausgaben für die EU Planwirtschaft (inkl. dem korrupten Beamtenhaufen in Brüssel!) von fast 5 Billionen Euro pro Jahr auch kein Wunder.

Diese EU hat es doch vollkommen verabsäumt die Einhaltung der eigene Verträge zu kontrollieren und eigentlich nichts gemacht.

Diese EU hat sich doch auch nur planwirtschaftlich betätigt und den riesigen geschützten Bereichen mit noch mehr Förderwahnsinn unterstützt. Dazu noch der Frühpensionswahnsinn und der allgemeine Förderwahnsinn, begleitet von einem kranken Umverteilungswahnsinn wo die Bürokratie schon 50% schluckt.

Was soll der Blödsinn mit "Wachstumsstrategie Europa 2020"? Solche Pläne gab es schon und sind kläglich gescheitert!

Der Barroso ist doch ein versteckter Kommunist, welcher durch seine Unfähigkeit Europa immer mehr in den Abgrund treibt.

Die Realeinkommen fallen seit mehr als 10 Jahren, die Anzahl der Armutsgefährdeten Menschen ging stark nach oben.

Diese EU hat nur noch eine Idee für Propagandazwecke, real ist schon alles kaputt.

Diese EU hat es auch nichts ansatzweise geschafft einen Nutzen für die Europäer zu bringen, ausgenommen die korrupten EU Beamten!

Antworten Gast: A. Leserin
06.08.2012 13:16
0 0

Re: Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Der 1. Parteilose nervt - auch hier. Nicht zum Lesen...

Antworten Gast: Die EU ist unser Untergang....
03.08.2012 17:56
1 0

Re: Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Ihr Beitrag in einem Satz:

Europa wird von ausgewiesenen Flaschen kommandiert !!!

Mehr als diese Leute falsch gemacht haben kann man gar nicht falsch machen.....

Antworten Gast: Markus Trullus
03.08.2012 10:59
2 0

Re: Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Genau das ist der globale Fehler der EU. Man wollte eine "eierlegende Wollmilchsau": National und doch zentral, Heimat und EU bewußtsein, Scheinpuppen wie die Kommission, aber der "Hohe Rat" entscheidet hinter verschlossenen Türen, usw. Das Modell der derzeitigen EU sollte schnellstens endültig und gründlich aufgelöst werden. Das ist wirklich zu einer EUdSSR verkommen. Unter Demokratie stelle ich mir ganz was anderes vor; Gewählte Legislative mit Gewicht (EUP), gewählte persönliche Exekutive und von mir aus, einen Rat als Kontrollistanz mit eigenschränkten Befugnissen und Rechten; alles andere ist: PFUSCH!

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 12:39
1 0

Re: Re: Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Ich bin betreffend der EU aber auch sehr traurig.

Es war eine tolle Idee, welche bei der Verwirklichung eigentlich kaum scheitern konnte. Trotzdem haben die Verantwortlichen dieses Projekt in den Sand gesetzt und einen Riesenschaden über die Menschen in Europa gebracht.

Man könnte die besseren Lebensbedingungen in den neuen EU Staaten als Haben bezeichnen. Nur, das kann man ja auch nicht der EU anrechnen, weil die Revolution ja schon 1989 war, also lange bevor diese EU die Wirksamkeit entfaltet hat.

Re: Re: Re: Nur Blabla, die tolle Idee Europa wurde von der EU schon runiniert, eben weil nur Blabla

Stimme Ihnen völlig zu! Im selben Licht kann man auch das viel zitierte "Friedensobjekt Europa"sehen. Nach dem WK2 erarbeiteten sich die Menschen Wohlstand und konnten sich Auslandsreisen leisten und die Erkenntniss setzte sich durch, das die Menschen gegen die man im Krieg aufgehetzt wurde eigentlich genauso nett sind wie im "Vaterland", dazu bedurfte es keiner Montan-Union, EWG oder EU.
Wie die gegenwärtige Situation beweist spaltet die EU Europa.
Mir ist schlecht, ich höre die Einschläge wie sie immer näher kommen...

7 0

Ohne EU

gäb's keine Krise.

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