25.05.2013 20:14 Merkliste 0

Warum Medizin-Aufnahmetests der Genderdiskussion nützen

BRIGITTE TRIP, DORO ERHARTER UND PHILIPP LEEB (Die Presse)

Der umstrittene, gendergerecht ausgewertete EMS-Test legt die grundsätzlichen Probleme der Geschlechterfrage offen.

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In diesem Jahr haben sich mehr Frauen als Männer zum Medizin-Aufnahmetest angemeldet. Die Kandidaten lieferten bessere Ergebnisse als die Kandidatinnen. Dennoch gingen mehr als die Hälfte der Studienplätze an die Frauen, nämlich 56 Prozent. Wie das?

Die Wiener Med-Uni zeigt sich weitblickend, zeitgeistig und geschlechtergerecht – und ließ den Aufnahmetest (EMS) für Human- und Zahnmedizin heuer genderspezifisch auswerten. Dabei wurden auf die Besten aus der Frauengruppe und auf die Besten aus der Männergruppe die vorhandenen Studienplätze aliquot der Anmeldezahlen aufgeteilt. (Im Vorjahr wurden aus der Gesamtheit der männlichen und weiblichen KandidatInnen die Besten gezogen)

Das rief nun die männlichen Bewerber auf den Plan. Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Zu Recht? Immerhin gibt es auch Studien, die zeigen, dass die Kompetenzen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bei Burschen/Männern besser seien als bei Mädchen/Frauen.

 

Nachteile in der Testgestaltung

Es gibt allerdings auch Studien, die zeigen, dass die Ergebnisse der Letzteren hauptsächlich durch unterschiedliches, meist geringeres Selbstvertrauen der Frauen in diesen Fächern und durch unterschiedliche (diskriminierende) Zuweisungen dieser durch das Umfeld zustande kommen können.

Und am Test selbst kann es nicht liegen. Denn Computertests, wie sie beim Medizin-Aufnahmetest eingesetzt werden, seien an sich objektiv. Für alle Testpersonen die gleichen Bedingungen. Und die Maschine sei unbestechlich.

Ein weiterer Grund für die Benachteiligung von Frauen bei technik- bzw. naturwissenschaftlich-lastigen Testverfahren könnte in der Testkonstruktion selbst liegen. Nicht so beim Med-Aufnahmetest: Bei der Testentwicklung des EMS wird mit Genderkompetenz vorgegangen. Genderprobleme werden mitbedacht und die Tests fortlaufend auf Genderimpacts hin überprüft. Gender als kritische Kategorie unter Bedachtnahme von Unterschieden innerhalb der Genusgruppen. Die Arbeitswelt scheint da noch nicht ganz so weit zu sein!

Geschlechtsspezifische Benachteiligung – eine schwierige Diskussion auf mehreren Ebenen, und sie ist höchst notwendig.

Denn die Benachteiligung der weiblichen Kandidatinnen beginnt weit früher: Selbst unter den funkelnden Sternen der Aufklärung im 18. Jahrhundert galten Frauen als minderwertiges Abbild des Mannes, waren keine eigenständigen Wesen. Das Denken/die Vernunft war männlich, die Frau galt bestenfalls als „Ergänzung zum Mann“.

 

Unterschiedliche Bildungswege

Daraus folgten unterschiedliche Bildungswege für Buben und Mädchen, die noch heute geltende kognitive Geschlechterdualität bildet sich heraus. Bildung und Wissen waren für Frauen nur in jenen Dosierungen vorgesehen, mit denen sie dem Mann das Leben verschönern konnten. Naturwissenschaft und Technik waren dafür nicht nötig.

Mädchen/Frauen sollten zur Geliebten/Gattin/Mutter erzogen werden. (Wie oft hört man das heute noch oder wieder!) Höhere Bildung und geistige Betätigung waren für Frauen einfach nicht vorgesehen. Es sollte schließlich bis weit ins 20. Jahrhundert dauern, bis sich einerseits der Bildungsbereich selbst für Frauen gänzlich öffnete. Die Medizin war damals schon Vorreiterin: Die Medizinische Fakultät öffnete ihre Türen für Frauen erstmals im Jahre 1900.

 

Unterschiedlich sozialisiert

Andererseits erfuhr die Rolle der Frau endlich andere Interpretationen und Zuordnungen. Dennoch: Sogar bis heute sind die Unterschiede zwischen Frauen- und Männerbereichen bezüglich Akzeptanz und Anerkennung immer noch groß. Mädchen/Frauen haben heute immer noch höhere Zugangsbarrieren zu überwinden als Burschen, wenn es um maskulin konnotierte Bereiche geht. So wie heute noch in den Bereichen der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Die Sozialisationsinstanzen Eltern, Schule, Gesellschaft, Staat usw. wirken unablässig in der Geschlechtereinteilung und Zuordnung der Stereotypen. Für die Buben die Technik (Ball, Bauecke, Wettbewerb, Unangepasstheit – später: Hard Skills), für die Mädchen das Soziale (Puppe, Kochen, Grazie, Anmut, Angepasstheit – später: Soft Skills).

Dies führt von Anbeginn zur Exklusion auf beiden Seiten der Geschlechter. Schon da wird den Buben und Mädchen eingetrichtert und vorgelebt, was für sie passt und wie sie sein sollen. Buben haben Hosen an, Mädchen Röcke. Buben klettern, Mädchen sitzen in der Sandkiste und backen Kuchen, Buben spielen Fußball, Mädchen gehen zum Ballett? So kann sich bei den Buben räumliches, logisches Denken anders entwickeln als bei Mädchen, weil sie von Anfang an andere Erfahrungsräume haben.

„Die Schule macht die Mädchen dumm.“ So Franziska Stallmann, deutsche Psychologin und Schriftstellerin: Die Schule benachteilige die Mädchen, biete ihnen nicht die gleiche Chance, ihre Fähigkeiten, ihr Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Leistung zu entwickeln. Rollenklischees kämen in der Schule noch intensiver zum Tragen. Mechanismen der Benachteiligung für Mädchen in der Schule konstatiert auch die österreichische Schulforscherin Dr. Gabriele Nagy: Ein Grund liege auch im Status der Fächer.

In Nebenfächern wie Physik, Chemie, Biologie spiele die Mitarbeit der SchülerInnen für die Leistungsbeurteilung eine größere Rolle als in einem Hauptfach. Mädchen hätten die besseren Noten in diesen Fächern, weil sie für schulkonformes Verhalten belohnt würden und nicht, weil sie das, was sie gelernt hätten, tatsächlich auch verstanden hätten.

So wird das Sozialverhalten in der Schule besser bewertet als die Verstehenskompetenz. Dies führt zu dem Trugschluss: Mädchen glaubten, sie seien gut in diesen Fächern. Paradox ist allerdings, dass sich die Mädchen in den naturwissenschaftlichen Fächern dennoch für weniger begabt halten als die Burschen.

Diese meinten auch, dass die Naturwissenschaften wichtig seien für ihre berufliche Planung. Mädchen sehen das anders! Und auch Elfriede Hammerl, österreichische Schriftstellerin, hat da eine typische Zuschreibung parat: „Mädchen mit guten Noten sind bloß fleißig, aber nicht notwendigerweise intelligent. Burschen mit schlechten Noten sind bloß faul, aber eigentlich genial.“

 

Weit früher ansetzen

Will man geschlechtergerechte Bedingungen unter Anerkennung geschlechtsbedingter Verschiedenheit und der Gewichtung individueller Ansprüche auf Gleichheit und Andersartigkeit schaffen, ob bei Medizin-Aufnahmetests oder anderswo, muss weit vorher angesetzt werden: Mädchen und Burschen, Frauen und Männer müssen im gesamten Leben, im Kindergarten, in der Schule, in allen Sozialisationsinstanzen gleiche Anteile an Raum, Zeit und Aufmerksamkeit bekommen und gleiche Möglichkeiten, ihre Erfahrungen zu symbolisieren und ihre Fähigkeiten auszubauen.


Dr. Brigitte Trip ist Personalistin im Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Dipl.-Ing. Doro Erharter ist selbständige Erwachsenenbildnerin und Unternehmensberaterin, Dipl.Päd. Philipp Leeb ist Bubenarbeiter und Genderexperte für das BMUK.

Alle drei Autoren sind auch auf verschiedenen Ebenen in der Gender- und Diversity-Beratung tätig.

 


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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Mehr aus dem Web

30 Kommentare
 
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Das Gender-Gleichheitsparadoxon

Sehen sie sich folgende Dokumentation aus Norwegen (Der Staat der in Sachen Gendergleichstellung weltweit führend ist!) an.

Folge 1: „The Gender Equality Paradox“

Es wird der Frage nachgegangen warum trotz intensiver, jahrelanger Bemühungen gerade im gendergerechten Norwegen immer noch die traditionelle Geschlechterverteilung bei der Wahl bestimmter Berufe vorherrscht.

Die Antwort könnte nicht verblüffender und einfacher sein!

Re: Das Gender-Gleichheitsparadoxon

Hier der Link zum angesprochenen Video

http://www.youtube.com/watch?v=KQ2xrnyH2wQ

Müll

Ich bin ein armer Mann der immer Fußball spielen musste und niemals Kuchen backen durfte in der Sandkiste, jetzt kann ich leider nicht kochen können. Also schenkt mir bitte jetzt Platz in einem tollen Restaurant als Chefkoch und nehmt niemanden der das wirklich kann
Danke

Des weiteren würde ich gerne Mode studieren, hab aber nie gelernt zu nähen und in mir ist als kleiner Bub auch nie das Interesse Geweckt worden Mode zu studieren, blabla die blöde Gesellschaft so unfair ,....
Also gebt mir einen Studienplatz!

Gast: Leyla
23.08.2012 15:48
2 0

Unfair

Wie kann sowas wie der Rektor oder die Vizerektorin Vorsitz einer MEd UNI also eine UNIVERSITÄT sein?

ich studiere mathematik und mein professor würde mir für verrückt halten wenn ich morgen zu ihm hin ginge und bessere mathenoten fordere weil ich eine frau bin

das ist doch krank

ich bin eine frau aber ich verstehe nicht wenn man immer behauptet frauen können dies nicht und das nicht

das sind alles nur vorurteile , wir sind genauso gut wie männer und wenn dann einige frauen den test nicht schaffen , dann nur weil sie zuwenig gelernt haben

sorry bin ne frau aber diese neue regelung haben wir frauen echt nicht nötig ,

schade um die betroffenen männer denen man zu unrecht den platz verweigert

vielleicht findet sich schon eine lösung

Gast: Deni
23.08.2012 15:43
1 0

Lächerlich

Es ist einfach nur lächerlich was in diesem text steht,

Fakt ist es gibt viel mehr frauen die matura schaffen , und viel weniger männer,

fakt ist viele männer müssen zum bundesheer und verlieren dadurch ein ganzes jahr,

fakt ist auch der test ( ich hab ihn selber geschrieben ) ist auf keinen fall diskriminierend , er ist für alle gleich nur die leute die da antretten sidn halt besser oder schlechter

Diese 3 Punkte versucht die autorin zugunsten der frauen umzuintepretieren zugunsten der frauen

SEID WANN SIND FRAUEN IN DER SCHUle BENACHTTEILIGT ( jeder weiss doch das viel weniger männer als frauen die matura schaffen )

Die med uni wien versucht verzweifelt udn krampfhaft irgendwelche argumnete zu finden , mit denen sie die regelung rechtfertigen kann , aber es gibt wirklcih kein

Ich bin selbst jetzt seit 3 jahren medizinstudent an der uni wien und schäme mich für unseren rektor und unsere vizerektorin

wenn ich die wahl hätte zwischen wien und einer anderen medizinuni hätte ich schon lange gewechselt , denn so eine regelung sagt viel über die uni aus

Traurig und ebenfalls beschämend finde ich auch das den betroffenen männern ihr platz verweigert trotz besserer testleistung

Der Rektor und die Vizerektorin sind einfach nur anstandslose Menschen , die nicht einmal den Mut oder die Ehre haben ihren Fehler gut zu machen , eventuell mit einer KONTIGENTERWEITERUNG oder einer garantie für die betoffenen studenten das sie nächstes jahr studieren können


Gast: Die Wahrheit macht frei
23.08.2012 14:47
1 0

Es ist ja wirklich unglaublich auf welche Art und Weise man sich heute seinen Lebensunterhalt "verdienen" (???) kann....


Gast: Frau 5 Mann 4
23.08.2012 13:39
2 0

Gendergerecht?

Ich beziehe mich auf "die Studienplätze wurden aliquot den Anmeldezahlen aufgeteilt". Und DAS wird als genderspezifische Auswertung bezeichnet?????
Wenn sich dann etwa übernächstes Jahr - ermutigt durch diese Art des Auswahlverfahrens - bereits 80% Frauen und 20% Männer anmelden, wie sieht es dann mit der Qualität der aufgenommenen Frauen aus??

Gast: T. Ch.
23.08.2012 11:45
0 0

Gendergerechtigkeir

Der Artikel mag durchaus recht haben , dass Leistung von Sozialisationsfaktoren abhängig ist und diese eben auch Vorurteils behaftet sein können. Diesbezügliche Aufklärung ist auch wichtig. Ich finde es durchaus okay, dass Frauen Mechanikerinnen werden oder Maschinenbau studieren. Aber ich fände es problematisch, die für solche Berufswege notwendig erachteten Leistungskriterien an die jeweiligen Kandidaten anzupassen. Natürlich ist jede Prüfung, jeder Test und generell jeder Wettbewerb immer irgendwie „ungerecht“ , weil Erfolge von Anlagen und sozialen Einflüssen abhängig sind. Trotzdem, es gibt auch Möglichkeiten mit diesen Umständen eigenverantwortlich umzugehen. Das Abgehen davon im Sinne der „positive affirmation action“ schafft verständlicherweise Erbitterung bei den „neuen“ Benachteiligten !

Gast: Rette sich wer kann!
22.08.2012 19:00
2 0

Um Gottes Willen, was war denn das ???????


6 0

"Bubenarbeiter und Genderexperte"

Unglaublich, dass man solchen "GenderexpertenInnen" auch noch Raum in einer Tageszeitung gibt!

Selten so ein schwachsinniges Gefasel gelesen!

Traurig, dass solche ExpertenInnen auch noch von der öffentlichen Hand erhalten werden.

Gast: Gast: Leser
22.08.2012 12:02
4 0

Gendergerechte Behandlung

Alles schön, gut, richtig und theoretisch. In der Praxis möchte ich aber als Patient optimal behandelt werden, ob von einem Arzt oder einer Ärztin; ich würde keineswegs akzeptieren, einer eventuellen Schlechterbehandlung durch eine Ärztin einen "Genderbonus" hinzuzufügen und dann der Meinung sein, ich sei insgesamt (unter Berücksichtigung dieses Bonus) ohnehin gleich gut behandelt worden wie von einem Arzt. Um jeden Zweifel auszuschalten: ich habe (und hatte bisher) zu Ärztinnen genau das gleiche Vertrauen wie zu Ärzten, mache bei der Wahl meiner Ärzte absolut keinen Geschlechtsunterschied. Wenn ich aber erwarten muss, dass nunmehr Frauen weniger können müssen, um auf die Uni aufgenommen zu werden, muss ich wohl in Zukunft (natürlich nur bei jungen Ärztinnen) die männlichen Mediziner vorziehen, auch wenn offenbar derzeit noch (wer weiß, wie lange) die Abschlussprüfungen bzw. deren Bewertung für Frauen und Männer gleich ist.

Komisch

Zuerst wird die Med-Uni für die "gendergerechte Auswertung" gelobt, dann wird aber lang und breit dargestellt, dass der Test ohnehin gendergerecht ist, was eine gendergerechte Auswertung völlig überflüssig macht.
Wenn man mal die Prämisse akzeptiert, dass Mädchen in der Schule benachteiligt, weil zu wenig gefordert werden, dann stellt sich das Ergebnis folgendermaßen dar:

Der Frauenbonus bei der Med-Uni ist gut, weil er die Benachteiligung von Frauen in der Schule ausgleicht. In der Statistik (die wie wir wissen in gewissen Kreisen deutlich wichtiger ist als die Menschen) wird damit wieder der angebliche Naturzustand hergestellt, dass Frauen gleich erfolgreich sind wie Männer. Obwohl sie natürlich von Natur aus anders sind - sonst könnten sie ja durch das Schulsystem nicht derart diskriminiert werden.
Der kleine Haken, dass damit weder die bestgeeigneten Kandidaten zum Studium zugelassen werden noch die Frauen ihr volles Potential entfalten können, weil ja nicht an der Quelle des Problems - den Schulen - angesetzt wird, spielt in der Statistik keine Rolle und wird daher ignoriert.

Ignoriert wird ebenfalls, dass ja JEDE schlechtere Leistung bis zu einem gewissen Grad auf Sozialisierung zurück geht. Auch die Unterschiede innerhalb der beiden Gruppen sind ja nicht rein angeboren, oder? Falls das überhaupt als Grund anerkannt wird sie vom Studium auszuschließen. Also warum nur für Frauen als Gruppe eine Quote?

10 0

Re: Komisch

Sie begehen den Fehler in diesem absurden Gender-Geschwurbel da oben einen Sinn erkennen zu wollen.

Der ist dort nicht enthalten. Gleich zu Beginn wird ohnehin schon im Stile eines Dogmas erklärt, dass der männerdiskriminierende Test "weitblickend, zeitgeistig und gendergerecht" ist und basta. Der Rest des Artikels ist nur Zeilenschinderei um den Eindruck einer Argumentationsbasis zu erwecken, die aber in Wahrheit nicht vorhanden ist. Spätestens bei der angeblichen Benachteiligung der Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern durch bessere(!) Benotung schaltet man sein Gehirn am besten auf Durchzug, damit es durch die Absurdität der Behauptungen im Artikel keinen Schaden nimmt und man gar so wird wie die drei Autoren.

Re: Re: Komisch

Die Benachteiligung durch bessere Benotung finde ich ehrlich gesagt einen der wenigen brauchbaren Punkte in dem ganzen Text.

Ziel und Erfolg der Schule ist ja nicht die Note (auch wenn das ein weit verbreiteter Irrtum ist), sondern die tatsächlich erlangte Bildung bzw. ausgebildeten Fähigkeiten.
Die ungerechtfertigt bessere Benotung von Mädchen (soweit es die gibt) kann in beide Richtungen diskriminieren.
Soweit aufgrund des Notenschnitts Buben eher als Mädchen abgeschrieben oder demotiviert werden und daher z.B. gar nicht erst weiterführende Bildungswege einschlagen (dürfen) diskriminiert das eindeutig die Buben. Sofern aber die Buben durch die Benotung stärker unter Druck gesetzt und gefordert werden können sie dadurch sehr wohl am Ende des Tages bei gleichem oder schlechterem Notenschnitt das bessere Ergebnis erzielt haben.

Weswegen ja etwa auch - unabhängig vom Geschlecht - oft mittelmäßige Absolventen strengerer Privatschulen gefragter sind als jemand, der an einer Schule mit schlechtem Ruf lauter Einser bekommen hat.

1 0

Re: Re: Re: Komisch

Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Allerdings hat der Lehrer kaum Möglichkeiten tatsächlich erlangtes Wissen zu benoten. Denn was letztlich zählt ist die Note und die ergibt sich aus Punkten bei Tests und Prüfungen. Wenn da ein Mädchen, das alles auswendig gelernt aber im Grunde nichts verstanden hat alles richtig beantwortet, so muss es natürlich eine bessere Note bekommen, wie der Junge der es zwar im Grunde verstanden aber schlampig gelernt hat. Und gerade dies ist nach meiner persönlichen Einschätzung oft der Fall. Mädchen lernen öfter stupide auswendig um eine gute Note zu bekommen, während das Auswendiglernen unter Jungen weniger verbreitet ist.

Wie dem auch sei, das Resultat ist meist eine bessere Note für Mädchen. Da jetzt eine Diskriminierung für Mädchen draus zu konstruieren, ist einfach nur lächerlich. Denn manche Vorzüge in der späteren Ausbildung (z.B. Begabtenstipendium) basieren rein nur auf einer guten Benotung, da kann man sich mit besserem Verständnis aber schlechteren Noten brausen. Erst im Berufsleben trennt sich dann wirklich die Spreu vom Weizen und machen diejenigen die technisch-komplexe Zusammenhänge wirklich verstehen dann Karriere und diejenigen die nichts begriffen und immer nur auswendig gelernt haben, werden dann eben Politiker oder Genderexperte.

9 0

Absurdes Gendergeschwurbel

Da bemühen sich drei Gender-Experten redlich ein absurdes Bewertungssystem zu rechtfertigen, das nicht zu rechtfertigen ist. Wenn man sich dann auch noch die hanebüchenen Argumente durchliest, weiß man was von diesen Gender-Experten zu halten ist: Nichts.

Da wird absatzlang durch die ferne Vergangenheit geschwurbelt, als ob es für die diskriminierende Auswertung eines Medizinzugangstest Relevanz hätte wie das Frauenbild im 18 Jahrhundert war. Nicht einmal offensichtliche Widersprüche sind den drei Autoren aufgefallen. So wird eine angebliche Benachteiligung der Mädchen in naturwissenschaftlichen Schulfächern konstatiert, nur um einen Absatz darunter zuzugeben, dass diese die besseren Noten auch in diesen Fächern haben. Eine Benachteiligung durch bessere Noten also. Ob soviel demonstrativ zur Schau gestellter Schwachsinnigkeit kann man nur noch den Kopf schütteln.
Außerdem schaffen es die Autoren auch da nicht eine relevante Verbindung zum männerdiskriminierenden Medizinzugangstest herzustellen. Dieser wird einfach eingangs dogmatisch als "weitblicken, zeitgeistig und gendergerecht" hingestellt und das ist gefälligst so hinzunehmen.
Dass mit solchen Aktionen Frauen erst recht der Status armer Hascherln denen man halt überall helfen muss, weil sie es sonst nicht schaffen, umgehängt wird, verstehen die drei Genderexperten nicht. Aber wie man eh im Artikel lesen kann, verstehen die noch so einiges mehr nicht. Jeder Cent ist vergeudet, den man in solchen Unsinn investiert

Gast: der ehemalige Student1
22.08.2012 09:34
4 1

geht völlig am Thema vorbei

Der Text an sich behandelt viele Punkte, die ich genau so sehe und an denen großer Verbesserungsbedarf in der Gesellschaft herrscht. So werden Buben gelobt, wenn sie schlau sind, Mädchen, wenn sie schön sind (was werden die Kinder dann wohl machen?). Zieht sich ähnlich weiter durchs ganze Leben.

Dass daraus eine Universität einen Test entwickelt, der die besser geeigneten Kandidaten für ein Studium benachteiligt, ist aber einfach nur krank. Ich will nicht von einer Quotenfrau behandelt werden, sondern von einer geeigneten Ärztin.

Wenn die Situation in x Jahren so ist, dass sich die Erziehung dahin entwickelt hat, dass Mädchen und Burschen die gleichen Kompetenzen vermittelt bekommen haben (oder Mädchen mehr), dann sei es so, dass die Geschlechterverteilung an der MedUni anders aussieht. Jetzt ist sie nicht zu rechtfertigen.

Au weh.

Die Haperson und die Tschändaaaah-Experten heute nebeneinander im Feuilleton - das tut weh.

Eine weitere Facette

"Die Wiener Med-Uni zeigt sich weitblickend, zeitgeistig und geschlechtergerecht – und ließ den Aufnahmetest (EMS) für Human- und Zahnmedizin heuer genderspezifisch auswerten."

Und da hab' ich doch tatsächlich gedacht, das wäre sarkastisch gemeint....

"Alle drei Autoren sind auch auf verschiedenen Ebenen in der Gender- und Diversity-Beratung tätig."

Ich nehme an, gegen jede Menge Fördergelder aus öffentlichen Mitteln? Weil auf dem freien Markt kann so einen Stumpfsinn doch wohl hoffentlich niemand nachfragen, oder?

Gast: Na, da werden wir Männer wieder kräftig angelogen!
22.08.2012 07:51
6 0

Alleine wegen Bundesheer/ Zivildienst verlieren Männer bis zu einem Jahresverdienst!

Es ist noch nicht lange her, da haben Männer neun Monate BH und 12 Monate ZD geleistet. Heute ist es etwas weniger, aber immer noch genug.

Frage: Wo ist der Dank der Gesellschaft/ des Staates dafür?!?

Normalerweise sollte ein Mann, der Lebenszeit für den Staat geopfert hat, BEVORZUGT werden! Das wäre gerecht!!!

Aber so werden die Damen hofiert, welche Gegenleistung haben sie zum Zeitpunkt des Studienbeginns schon gebracht?

KEINEN

Gast: Daniela Spirk
22.08.2012 06:56
3 0

Feuer mit Feuer bekämpfen

Mit diesem Auswahlverfahren wird diskriminiert und das aufgrund Geschlechtszugehörigkeit mit der Rechtfertigung vorhandener Diskriminierung.
feuer mit feuer zu bekämpfen ist wohl nicht der richtige Ansatz.

Re: Feuer mit Feuer bekämpfen

Wurde aber sogar extra in die Verfassung geschrieben. Diskriminierung zugunsten von Frauen ist legal, so lange Frauen nicht faktisch gleichgestellt sind.

Nachdem aber die faktische Gleichstellung nicht an der Chancengleichheit oder der rechtlichen Gleichbehandlung, sondern dem statistischen Erfolg gemessen wird, könnte das noch ein Weilchen dauern.

Unrecht und Unrecht ergibt also nach der österrischen Verfassung eben doch Recht.

Natürlich gleicht sich das nur in der Statistik aus. Es ist ja keineswegs garantiert, dass der Mann, der durch die staatlichen Regelungen diskriminiert wird, umgekehrt Frauen diskriminiert hat oder von einer solchen Diskriminierung irgendwie profitiert. Genauso gut könnte man für jedes Verbrechen, dass ein Franzose begeht irgend einen Franzosen einsperren. In der Statistik bleibt es sich gleich, für den Täter und den Bestraften macht es aber einen gewaltigen Unterschied.

Aber nach dem Schema funktioniert leider unsere heutige Politik in vielen Bereichen. Die Statistik muss passen, alles andere ist egal. Deswegen ist ja auch die Akademikerquote oft wichtiger als die gute (Aus)bildung, oder die Arbeitslosenstatistik wichtiger als sinnvolle Beschäftigung.

Gast: Gerne nur Gast
21.08.2012 22:46
10 0

All das Gerede voller Kunst- und


Lügenbegriffe wie "gendergerecht" usw. kann nicht verhüllen:

Diese Methode ist UNGERECHT, sie widerspricht Recht und Gerechtigkeit.


Antwort 2

Da sind dann noch die gute Virginia Woolf, sie richtet sich am Ende von „A room of her own“expilzit an junge Frauen: „[…]at this moment some two thousand women capable of earning over five hundred a year in one way or another, you will agree that the excuse of lack of opportunity, training, encouragement, leisure and money no longer holds good.“
Aber gehen wir weiter zurück, diese Appellaufrufe an Frauen, sich der Bildung zu widmen gibt es ja schon im 16. Jahrhundert, im Vorwort zu ihren Sonnet hat ja schon die gute Louise Labé sich diesbezüglich an REICHE Frauen gewendet: http://www2.ac-lyon.fr/enseigne/lettres/louise/textes/epitre.html [französisch]
Nachdem Artikel frage ich mich, wie konnte eine Frau im 16.Jahrhundert überhaupt lesen und schreiben. Mussten in dieser Zeit nicht ALLE Frauen im Stall auf dem Stroh schlafen? Und ALLE Männer hatten schöne weiche Betten.

Antwort 1

Seit Jahren weiß man, dass die Buben benachteiligt werden [Arne Hoffmann: Rettet unsere Söhne] in der Schule und trotzdem schneiden sie besser ab[!]. jetzt wollen diese drei vaginal-rissigen - lese nichts, dass von Hirn zeugt - uns erklären, dass die Mädchen in der Schule diskriminiert werden und dass seit Jahrhunderten. Wow, vielleicht liegt es an den Frauen/Mädchen selbst? Schon mal kurz darüber nachgedacht? Ganz kurz – vielleicht ein kurzes Zischen, das im endlosen Kopfraum nachgehallt hat? Was studieren Frauen? Die Geisteswissenschaften heute entsprechen der Bildung der REICHEN Frauen im 19. Jahrhundert, die sich in den Salons in schönen Gesprächen erschöpft haben, literarisch- musikalisch gebildet waren. Und die Kriegshelden haben die Frauen auch im Salon bewundert: YOU love us when we’re heroes, home on leave, Or wounded in a mentionable place. You worship decorations; you believe. That chivalry redeems the war’s disgrace. [Glory of Women - Siegfried Sassoon] In den Krieg selbst da wollten sie nicht, wahrscheinlich wegen der fehlenden Raumvorstellung, aber sie haben dafür gesorgt, dass sich genug Männer freiwillig zum Kriegsdienst melde. [siehe: Order of the White Feather].

Gast: Richard Mer
21.08.2012 19:11
14 0

Dieser Test treibt die Diskussion weiter - es reicht!

Es gibt einige Burschen in diesem Land, die gerade vom Bundesheer kommend Medizin studieren wollen, und das nicht koennen, weil ihnen ein Maedchen vorgezogen wird, das einen schlechteren Eignungstest abgeliefert hat. Und das obwohl der Test zu ihren Gunsten hingebogen wurde.

Das ist durch nichts zu rechtfertigen. Das ist genau diese weiche, dumme, widerliche, pseudoethische Einstellung wegen der das Land in allen Bereichen jedes Jahr langsam zurueckfaellt.

 
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Hinweis

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