21.05.2013 17:48 Merkliste 0

Tierärzte: Tierschützer, nicht Geschäftemacher

WALTER HOLZHACKER (Die Presse)

Gastkommentar. Replik auf Kurt Kotrschals „Geschäft mit der Hundegesundheit“: Wie ein ganzer Berufsstand verleumdet wird.

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Die Österreichische Tierärztekammer erlaubt sich, zu Kurt Kortschals Darstellung in der „Presse“-Gastkolumne „Mit Federn, Haut und Haar“ vom Dienstag unter dem Titel „Das Geschäft mit der Hundegesundheit“ wie folgt Stellung zu nehmen:

Offensichtlich ist es Prof. Dr. Kurt Kotrschal entgangen, dass Behandlungsverfahren, welche in der Humanmedizin zum Vorteil des Menschen entwickelt wurden und auch erfolgreich zur Anwendung gebracht werden, parallel, oftmals sogar gemeinsam mit Humanmedizinern (z.B. Endoprothesen für Hüftgelenksdysplasien) erforscht wurden.

 

Schutz der Tiere vor Leiden

Gerade das neue österreichische Tierschutzgesetz beinhaltet den Schutz der Tiere vor Leiden und Schmerzen und bietet somit die Basis für Therapien, welche unseren Gefährten die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern.

Dies als Nachteil zu bezeichnen und der Vergangenheit nachtrauern, wo ohne vorangegangene Therapieversuche bereits – ich zitiere wörtlich: „schläferte man früher einen Hund bereits aus geringfügigen Gründen ein?“ – ein Hund euthanasiert wurde, diese Haltung ist weder aus ethisch-moralischen Gründen nachzuvollziehen noch spiegelt sich diese Meinung im neuen österreichischen Tierschutzgesetz wider.

Tierärzten vorzuwerfen, sie würden nur aus reiner Gewinnsucht Tiere therapieren, ist schlichtweg eine Verleumdung eines ganzen Berufsstandes, welcher sich stets für das Wohl und den Schutz der Tiere starkgemacht hat und diese Haltung auch in seinem Berufsalltag lebt.

Wenn man schon meint, in der Öffentlichkeit ein Thema aufgreifen zu müssen, so empfehle ich nachhaltig ein vorausgehendes Studium der einschlägigen Rechtsliteratur. Damit ist sichergestellt, dass eine Blamage, wie diese Prof. Dr. Kurt Kotrschal wohl nun zuteilwird, vermieden werden kann. Nicht die Kastration von Hunden und Katzen ist per Tierschutzgesetz verboten, vielmehr handelt es sich dabei um das Kupieren von Schwänzen bei allen Tierarten. Über die Vor- und Nachteile des Kastrierens hier medizinisch zu diskutieren würde den Rahmen dieses Schreibens sprengen.

 

Kastration ist verpflichtend

Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass gerade bei freilaufenden Katzen der Gesetzgeber sowohl für männliche als auch für weibliche Tiere eine Kastrationspflicht im Tierschutzgesetz festgelegt hat.

Zum besseren Verständnis möchte ich noch ein Beispiel für Behindertenhunde veranschaulichen: Ein nicht kastrierter Blindenhund – Rüde – riecht mit seiner feinen Nase auf der anderen Seite einer Straße ein läufiges Hundeweibchen. Der Trieb ist stärker als jede Erziehung – und wie sich die Situation dann entwickelt, ist wohl für jeden vorstellbar. Oder ist die Sicherheit bzw. Gesundheit eines behinderten Menschen nichts wert?

Ich denke, dass sich jede Leserin bzw. jeder Leser dieses Artikels seine eigene Meinung dazu machen kann und auch machen wird – von Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern einmal ganz abgesehen.

Persönlich darf ich an Prof. Dr. Kurt Kotrschal nur eine Botschaft hinterlassen:

Si tacuisses, philosophus mansisses.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zur Person

Walter Holzhacker ist Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, der gesetzlichen Vertretung der mehr als 2100 Veterinärmediziner des Landes.

Der gebürtige Scheibbser (Jahrgang 1956) ist seit 1983 als Tierarzt mit eigener Praxis (Fachgebiet Augenheilkunde) tätig, seit 2008 steht er der Kammer als Präsident vor. [Österr. Tierärztekammer]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)

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21 Kommentare

Meine Erfahrungen mit Tierärzten...

...sind sehr unterschiedlich. Leider hatte ich auch schon welche, die sich überhaupt nicht auskannten und weder die Krankheit richtig diagnostiziert haben, noch über die Behandlungsmöglichkeiten Bescheid wussten. Sowas ist sehr schlimm, denn als Kunde (Laie) weiß man ja normalerweise nicht, ob der Tierarzt sein Handwerk versteht.

Anscheinend ist die Ausbildung nicht gerade die beste, die Absolventen der Vetmed Wien sagen selbst, dass sie mit abgeschlossenem Studium allein sich keineswegs die Führung einer eigenen Praxis zutrauen würden. Deshalb arbeiten viele dann erstmal als Angestellte in Kliniken oder Gemeinschaftspraxen.

Mir persönlich ist es am Liebsten, wenn der Tierarzt mir sagt, wie es um mein Tier steht, die einzelnen Möglichkeiten auflistet, die Heilungschancen in etwa bewertet und mich dann entscheiden lässt, ohne mich zu beeinflussen. Ich will die Gewissheit haben, dass alles, was möglich ist, auch versucht wurde. Ist die Krankheit oder Verletzung so schwer, dass keine Behandlung mehr hilft, dann bleibt eben nur die Euthanasie, aber das sollte der letzte Schritt sein.

Kosten oder Mühen sollten bei dieser Überlegung nicht die Hauptrolle spielen, sondern die Verbesserung der Lebensqualität des Tieres. Wer sich im Notfall teure Behandlungen nicht leisten kann, der soll sich eben kein Tier anschaffen. Jeder weiß, wie teuer Behandlungen sein können.

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Re: Meine Erfahrungen mit Tierärzten...

Da gebe ich Ihnen Recht!

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Offensichtlich ist es Prof. Dr. Kurt Kotrschal entgangen, dass Behandlungsverfahren, welche in der Humanmedizin zum Vorteil des Menschen entwickelt wurden und auch erfolgreich zur Anwendung gebracht werden, parallel, oftmals sogar gemeinsam mit Humanmedizinern (z.B. Endoprothesen für Hüftgelenksdysplasien) erforscht wurden.

Das ist dem Herrn Prof. Kotrschal nicht entgangen.
Prof. Kotrschal ist auch ganz bestimmt kein Tierquäler oder jemand der Tiere leiden läßt.
Aber Prof. Kotrschal hat sicher kein rührseliges Gemüt, mit dem man Kohle machen kann. Er weiß aber mehr welches Verhalten unsere Haustiere von Natur aus haben und er weiß auch mehr als viele, unter welchen "unnatürlichen" Zuständen Haustiere leben müssen, weil es eben z.B. Stadtwohnungen sind und kein Auslauf zur Verfügung steht.
Die immer größer werdende Anzahl von Tierärzten und Tierärztinnen wird sich wohl verstärkt um Einkünfte bemühen. Und hier können eben Behandlungen angeboten werden, die zwar an sich gut und richtig sein können aber deren Durchführung eben große Kosten verursacht. Und hier wird eben mit der Rührseligkeit Geld verdient. Es ist wohl anzunehmen, dass unser guter Tierarzt an seelischen Schmerzen der Tierbesitzerin beim Ratschlag "Einschläfern" weniger verdient.

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Es ist alles ziemlich kompliziert ...

... meine ich als einfacher Tierfreund und Katzen"halter" aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit anderen Tierfreunden, Tier-Benutzern und Tierärzten.

Denn: Alles ist möglich. Da gibt es Tierärzte, die kurieren auf Teufel komm raus, oder schläfern auch ein gesundes Tier ein, wenn der Besitzer sagt, wenn er es nicht tut, geht er halt zu einem anderen.
Dann gibt es Tierärzte, welche finanziell schlechtgestellten Tierhaltern sehr entgegenkommen. Es gibt Tierärzte, welche Tierschutzvereine bei ihrer Arbeit zum Null-Tarif unterstützen.
Am Land wird ein Hund ohnehin seltener von einem TA eingeschläfert, denn da macht das der Jäger - viel billiger …

Betr. Kastrationspflicht:

Da gibt es noch ein weites Feld zu beackern, was vor allem die Katzen auf dem Land betrifft. Die Bauern weigern sich nach wie vor, ihre Katzen kastrieren zu lassen, sondern ziehen es vor, unerwünschten Nachwuchs nach alter Tradition zu töten. Dennoch landen jedes Jahr unzählige gerettete Katzenbabies in den Tierheimen und sorgen für Überfüllung und in der Folge zu Seuchen.

Was die Kastration von Hunden betrifft, bin ich für eine verpflichtende Kastration von Hunden, welche von Obdachlosen und sonstigen auf der Straße lebenden Menschen gehalten werden. Obwohl die meisten dieser Hundehalter wegen ihrer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit gar nicht in der Lage sind, die geforderte Verantwortung für ihr Tier wahrzunehmen. Dieser Personenkreis sorgt ebenfalls regelmäßig für Hundenachschub.

Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Ich bin generell für die Kastrationspflicht aller Tiere, die nicht zur Zucht verwendet werden. Und um züchten zu dürfen, müssen strenge Richtlinien zu erfüllen sein. Beispielsweise sollte man nur gefährdete Rassen züchten dürfen. Kein Mensch braucht den 199.000 Züchter von Labradors oder Perserkatzen, so liebenswert diese Tiere auch sind.

Derzeit darf sich ja jeder Privatvermehrer Züchter schimpfen. Und was die Bauern machen, ist sowieso jedem egal. Dem gehört endlich ein Riegel vorgeschoben!

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Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Auch hier bin ich voöllig Ihrer Meinung.

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Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Fortsetzung:

So gilt es also abzuwägen, was zum Wohl der Tiere eher beiträgt: nicht zu kastrieren und die Tiere verkommen zu lassen oder zu kastrieren, um den unerwünschten Nachwuchs zu unterbinden. Aber: in vielen Fällen werden die adulten Tiere sich selbst überlassen, weil die Halter einem „süßen“ Welpen den Vorzug geben.

Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Das geht aber nur deshalb, weil es keine einheitlichen Datenbanken gibt, bei denen jeder Tierhalter seine Tiere registrieren muss. Das Chippen war ein guter Ansatz, aber auch hier gibt es verschiedene Datenbanken.

Wenn jemand dabei erwischt wird, dass er ein Tier aussetzt, quält oder ohne Grund tötet, dann sollte der mit einem lebenslangen Tierhalteverbot belegt werden. Kommt der jetzt mit einem süßen Welpen an, fliegt das auf.

Das Problem ist halt, dass man nichts 100%ig sicher überwachen kann. Das geht ja auch jetzt schon nicht beim Arbeitslosengeld oder anderen Sozialleistungen, auch da gibt es Missbrauch. Das wird auch da nicht anders sein. Wichtig wären halt auch wirklich strenge Strafen, wenn man die Leute dann wirklich dabei erwischt.

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Re: Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn die Amtstierärzte - ich meine mehr von ihnen - ihren Aufgaben gewissenhafter nachkämen. Es geht nicht um eine 100 prozentige Überwachung im Falle des Tierschutzes, sondern darum, dass auf Anzeigen reagiert wird. Und da läuft vieles schief, sehr schief. Dazu ist noch zu sagen, dass so gut wie alle Amtstierärzte auch eine Tierarztpraxis betreiben.

Re: Re: Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Da haben Sie leider recht! Wie oft liest man in den Medien grausame Fälle von Tierquälerei und im Nachhinein stellt sich dann heraus, dass die Umstände schon mehrmals von Tierfreunden dem Amtstierarzt gemeldet wurden - nur leider hat der nichts unternommen.

Ich bin selbst im Tierschutz tätig und habe solche Erfahrungen leider auch schon machen müssen.

Es ist halt auch so, dass der Amtstierarzt dem Tierhalter eine Frist setzen muss, die Tierhaltung zu verbessern, bevor die Tiere abgenommen werden können. Diese Bestimmung sollte gründlich überdacht werden!

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Re: Re: Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Und sie betreiben nicht nur eine Praxis, sondern sie verkaufen auch gleich die Medikamente dazu. Also ein klassischer Fall von Interessenskonflikt. Außerdem hat es die Lobby der Tierärzte zuwege gebracht, dass viele Tierarzneien ausschließlich von bestimmten Großhändlern nur an Tierarztpraxen geliefert werden. Dort wird selbstverständlich alles so billig wie möglich und so wenig wie möglich verkauft - äh verschrieben!

Re: Re: Re: Re: Re: Es ist alles ziemlich kompliziert ...

Nun ja, eine tierärztliche Praxis muss Medikamente verkaufen dürfen, das ist einfach für den Betrieb einer Praxis notwenig. Speziell dann, wenn es sich um einen Notfall handelt. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.

Sehr wohl kritisiere ich aber den Aufschlag, den der Tierhalter zu beim Tierarzt für die Medikamente zu bezahlen hat. Der Tierarzt möge gefälligst mit seiner Leistung Geld verdienen, aber nicht am Medikament. Und ich fordere, dass man als Tierhalter auch in der Apotheke Tiermedikamente kaufen kann, meinetwegen gegen Verschreibung vom Tierarzt.

Ich sehe nicht ein, dass ich gezwungen bin, den höheren Preis beim Tierarzt für ein simples Entwurmungsmittel oder ein Diätfutter zu bezahlen.

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Wer vertritt wen?

Es ist wohl keine Frage, dass der Tierärzteverband die tierärztlichen Interessen vertritt. Aus diesem Grunde werden die Tierärzte alles gutheißen, was nicht wider die guten Sitten ist und nicht die Tiere offensichtlich quält. Und wenn dann das Mutterl mit seinem Hunderl kommt und das arme Viecherl eingeschläfert werden soll, weil die Hüfte kapputt ist und das Tier eigentlich nur mehr Schwerzen hat, dann ist die Stunde der Gut-zu-Tier-Menschen gekommen. Für viel mehr Aufwand kann man daqs arme Vicherl natürlich operieren und man muß nicht einer verzeifelten Tiermama Trost und Beistand beim Einschläfern spenden, sondern man kann das Ableben des Haustieres verhindern und das bitte hat seinen absolut gerechtfertigten Preis. Das Honorar an sich ist sicher o.k. Aber demnächst kommt die gratis Hundekrankenversicherung für Bedürftige und Rentner. Dann wird das Operieren wahrscheinlich preiswerter aber ganz sicher nicht weniger in Summe!

Sehr geehrter Herr Koll. Holzhacker

Dem ganzen ist nichts hinzuzufüger ausser:
"Tierärzten vorzuwerfen, sie würden nur aus reiner Gewinnsucht Tiere therapieren,"

Tschuldigung, das ich mir meinen Lebensunterhalt verdienen möchte! Diese Aussage stützt wieder einmal die naive Ansichtsweise, daß der Tierarzt nichts für seine Arbeit verlangen DARF, weil das ja eine Berufung sei! Ich mach das ganze sicher NICHT zum Gotteslohn! Dass die tierärztliche Arbeit selbst unter den Kollegen nichts wert zu ist, spüren seit Jahrzehnten die jungen und nicht mehr so jungen Kollegen, die um einen Schinderlohn (weniger als ein Lehrling) arbeiten DÜRFEN. Auch der so hochgelobte Mindestlohn wird an dieser Situation nichts ändern. Dann werden die Kollegen halt um eine 1/4 Position angestellt und verdienen wieder wohlfeile 500€ im Monat.
Dieses Entschuldigen dass man für eine Leistung eine Gegenleistung verlangen kann und darf, muss endlich (auch seitens der Kammer) aufhören!

Re: Sehr geehrter Herr Koll. Holzhacker

danke für die roten stricherl!

Re: Sehr geehrter Herr Koll. Holzhacker

Hier geht es aber eher um unnötiges Therapieren, zumindest habe ich das so verstanden.

Natürlich darf der Tierarzt Leistungen anbieten und natürlich darf er auch Geld dafür verlangen. Aber so oft kommt es vor, dass der Tierarzt halt nicht wirklich weiß, was dem Viecherl fehlt und dann gibt er halt mal prophylaktisch eine "Vitaminspritze", eine "Aufbauspritze" oder ein Antibiotikum. Oder der Tierarzt weiß genau, dass nix mehr hilft und bestenfalls Palliativmedizin angesagt wäre, um dem Tier seine letzten Tage schmerzfrei zu gestalten, aber trotzdem wird weiter therapiert.

Generell wird meiner Ansicht nach viel zu sehr auf Verdacht behandelt - so meine Erfahrung. Geb' ma halt schnell ein Spritzerl, bevor wir alle Diagnosemöglichkeiten ausschöpfen. Breitbandantibiotikum auf Verdacht, anstatt Antibiogramm und dann gezielt auswählen. Wie oft hab ich schon die Aussage gehört: "Aber das Röntgen/Ultraschall ändert ja nichts an der Diagnose." Das stimmt zwar, aber woher soll ich denn wissen, ob der Verdacht wirklich eine Diagnose darstellt? Woher weiß ich, ob sich der Tierarzt nicht irrt?

Ich als Tierhalter wünsche mir vor allem eine korrekte Diagnose und dann eine darauf abgestimmte Therapie und nicht irgendwas auf Verdacht.

Re: Re: Sehr geehrter Herr Koll. Holzhacker

grundsätzlich richtig, aber wie oft kommt es vor, daß besitzer eine behandlung ihres tieres fordern und dann auch den tierarzt wechseln - weil der andere hat ja nichts gemacht. es gibt immer 2 seiten.

Gast: Heiner Maria
23.08.2012 00:36
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Für und Wider

der vergleich mit dem blindenführhund hinkt für mich. insofern er nur zu verstehen ist, unter dem primat: der zweck heiligt die mittel. sind der zweck edel, dann auch die mittel dazu legitim. und gerade und besonders von einem veterinär würde ich das plädoyer für das tier erwarten: gerade der, der 5 jahre das tier an der uni studierte, sollte sich für dieses einsetzen; wie sigmund freud sich für das unbewusste einsetzte.
und da gehe ich eins mit kotrschal wenn aus dem text von ihm hervorgeht dass der mensch sich gerne vordrängelt und die bibel wörtlich nimmt und das tier mal eben untertan macht. was aber für mich nicht richtig ist da ich darwin auch glaube und damit auch daran, dass ich auch ein tier und damit eben gleichwertig bin - aber nicht gleichberechtigt, denn gleiche rechte haben tiere nicht.
meine meinung

Re: Für und Wider

Der Zweck heiligt sicher nicht immer die Mittel, aber gerade beim Thema Kastration tut er das in den meisten Fällen.

Was hat ein Hund, eine Katze, ein Pferd davon, voll zeugungsfähig zu sein und über Sexualtrieb zu verfügen, wenn er den eh nicht der Natur gemäß einsetzen kann? Ist es da nicht klüger, dem Tier den Trieb und die Fortpflanzungmöglichkeit zu nehmen? Das Tier gewinnt dadurch eher an Lebensqualität, als dass es welche verliert - es kann dann nämlich auch mit Artgenossen anderen Geschlechts zusammensein, was ihm andernfalls verwehrt wird, weil man ja keine unerwünschten Nachkommen möchte.

Und ich sehe im Vergleich zum Töten des unerwünschten Nachwuchses die Kastration immer noch als das kleinere Übel an.

Antworten Gast: Helenitsa
25.08.2012 07:59
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Re: Für und Wider

Schon mal Schweinefleisch von einem unkastrierten Eber probiert? Also wenn ich Schweine kastrieren darf, damit mein Schnitzel besser schmeckt, werd ich wohl einen Hund kastrieren dürfen, damit der nicht wegen seinem Sexualtrieb seinen Schutzbefohlenen vor ein Auto schleift.

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Re: Re: Für und Wider

@ Gast und Senferin:
Auch stimme ich vollends zu!

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