25.05.2013 21:50 Merkliste 0

Ein Mormone als Präsident von God's own country? No, please!

von Kurt Remele (Die Presse)

Warum die Warnung vor einem mormonischen US-Präsidenten keine religiöse Diskriminierung, sondern sachlich berechtigt ist.

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Der renommierte britische Biologe und Religionskritiker Richard Dawkins äußerte sich wie folgt über den Mormonen Mitt Romney, der nächste Woche offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei gekürt wird: „Wenn ich weiß, dass ein zur Wahl stehender Politiker privat daran glaubt, dass im 19. Jahrhundert ein Mann namens Joseph Smith einige Goldplatten ausgrub, sie mithilfe eines Steines und eines Zylinderhutes las und dann aus irgendeiner antiken Sprache in ein Englisch des 16. Jahrhunderts übersetzte, habe ich starke Vorbehalte, ihn zu wählen. Warum sollte ich für einen Mann stimmen, dessen politische Erklärungen vielleicht vernünftig sein mögen, dessen private religiöse Überzeugungen jedoch lächerlich und verrückt sind?“

Engel und Goldplatten

Richtig an Dawkins' Feststellung ist, dass die mormonische Religion eine Fülle von Lehren enthält, die Außenstehenden ungewöhnlich und absonderlich erscheinen. Dazu gehört die erwähnte Entstehungsgeschichte, nach welcher Joseph Smith mithilfe eines Engels namens Moroni mehrere Goldplatten entdeckte.

Nach der Lehre der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ – so die offizielle Bezeichnung der mormonischen Glaubensgemeinschaft – übersetzte Smith den Text dieser Platten, gab sie Moroni zurück und publizierte seine Übersetzung 1830 unter dem Titel „The Book of Mormon“. Im selben Jahr gründete Smith zusammen mit fünf Freunden die seiner Meinung nach wiederhergestellte, einzig wahre Kirche Jesu Christi.

Diese gewann zahlreiche Anhänger und breitete sich von New York State immer weiter nach Westen aus, zuerst nach Ohio und Missouri und später in das Gebiet des Großen Salzsees, wo die Mormonen Salt Lake City errichteten, ohne Smith allerdings, der 1844 eines gewaltsamen Todes gestorben war. Kurz davor hatte er erfolglos für das Amt des US-amerikanischen Präsidenten kandidiert.

Das heilige Buch Mormon

Für die Heiligen der Letzten Tage gehört „Das Buch Mormon“ neben der Bibel und zwei weiteren Werken Smith' („Lehre und Bündnisse“, „Die Köstliche Perle“) zum Kanon der heiligen Schriften.

Nichtmormonen dagegen, auch alle nicht mormonischen Historiker, halten das Werk für eine Kombination von fantasievoller Fiktion und der Fertigkeit, von anderen Texten abzuschreiben. Das Buch Mormon erzählt die Geschichte von jüdischen Stämmen, die in vorchristlicher Zeit von Israel nach Amerika segelten. Einige dieser Auswanderer, Vorfahren der amerikanischen Indianer, seien böse und rebellisch geworden und wurden deshalb von Gott mit einer dunklen Hautfarbe bestraft.

Es war farbigen Gläubigen deshalb bis weit in das 20. Jahrhundert hinein versagt, zum mormonischen Priesteramt zugelassen zu werden. Dieses wird allen kirchentreuen männlichen (!) Jugendlichen im Alter von 16 Jahren (!) übertragen. Erst 1978 revidierte der damalige Präsident der Mormonenkirche diese rassistische Lehre. In ähnlicher Weise hatte bereits einer seiner Vorgänger im Jahre 1890 eine zentrale Doktrin Joseph Smith' offiziell rückgängig gemacht: jene von der Vielehe (Polygamie, genauer: Polygynie).

Die Business-Kirche

Mormonen glauben, dass Gott einen Körper hat wie wir, dass er verheiratet ist und in der Nähe eines Planeten namens „Kolob“ auf seinem Thron sitzt. Mormonen tragen spezielle „heilige“ Unterwäsche, und sie lassen sich für bereits Verstorbene stellvertretend taufen. Die historisch-kritische Analyse ihrer heiligen Texte ist verpönt. Die streng hierarchisch verfasste Mormonenkirche wird von theologisch wenig gebildeten amerikanischen Geschäftsleuten geleitet.

Das alles mag „lächerlich und verrückt“ klingen, um es in der Sprache Richard Dawkins' auszudrücken, und trotzdem überzeugt mich Dawkins' Argumentation nicht. Denn auch die theologischen Lehren anderer Religionen wirken für Außenstehende nicht selten befremdlich.

Wäre ein Katholik, der an die Marienerscheinungen in Lourdes und Medjugorje glaubt, für Dawkins wählbar? Eine evangelikale Christin, die behauptet, die Bibel sei auch in naturwissenschaftlichen Belangen frei von jedem Irrtum? Ein Hindu oder ein Buddhist, der das Elend von afrikanischen Kindern als karmische Wirkung ihres früheren Lebens deutet? Jemand, der Horoskope liest und sein Büro gemäß den Regeln des Feng Shui einrichtet? Wäre eine dezidierte Atheistin wählbar, die die Existenz Gottes kategorisch ausschließt? (Dawkins selbst erklärte, er sei sich nicht hundertprozentig sicher, dass es keinen Gott gebe.)

Das heilige Land Amerika

Doch Dawkins' Bedenken ist durchaus ein Wahrheitsmoment eigen. Es mag zwar grundsätzlich politisch unbedeutend sein, ob jemand den Engelserscheinungen eines jungen Amerikaners Glauben schenkt oder nicht.

Es bleibt jedoch keineswegs mehr politisch belanglos, wenn ein solcher Glaube in der Folge eine nationalistische politische Theologie hervorbringt, welche die in den USA ohnehin schon verbreitete Überzeugung von der Sonderstellung und Überlegenheit des eigenen Landes zusätzlich fundiert und religiös überhöht. Dies aber geschah in der Religion der Mormonen.

Dies ist auch an der patriotischen Rhetorik des ehemaligen mormonischen Bischofs Mitt Romney deutlich erkennbar. Romneys Vorwurf an Präsident Obama, sich mehrmals für die Politik der USA entschuldigt zu haben, ist ebenso authentischer Beleg dafür wie seine großspurige Kritik an der Vorbereitungsarbeit für die Olympischen Spiele in London.

Konservativer Way of Life

Der Mormonismus ist eine durch und durch US-amerikanische Religion, die bürgerliche Religion eines amerikanischen Provinzialismus. Obwohl sie junge Missionare in viele Länder dieser Erde schickt, ist die Mormonenkirche nicht an Dialog und Inkulturation interessiert.

Mormonische Missionare verkaufen ein kulturimperialistisches Gemisch aus Buch Mormon, Rechtskonservatismus und American Way of Life. Denn nach mormonischer Lehre ist Amerika jenes heilige und gelobte Land, in dem Gott die einzig wahre Kirche Jesu Christi gegründet habe. Das biblische Paradies lag in Jackson County im Nordwesten Missouris. Dort wird Jesus auch sein endzeitliches tausendjähriges Reich errichten. Das Buch Mormon berichtet zudem, dass Jesus Christus nach seiner Auferstehung nach Amerika gekommen sei.

Die sich im biblischen Buch der Geheimen Offenbarung findende Vision von einem weißen Pferd und dessen Reiter („White Horse Prophecy“) wird mormonisch so gedeutet, dass die US-amerikanische Verfassung eines Tages „an einem seidenen Faden“ hängen werde und nur durch Mormonen gerettet werden könne. Nach dem ultrakonservativen mormonischen Fernsehmoderator Glenn Beck ist diese historische Situation jetzt eingetreten: Es bedarf eines Mormonen, um Amerika vor Obamas Sozialismus zu retten.



Kurt Remele (geboren 1956) ist ao. Universitätsprofessor am Institut für Ethik und Gesellschaftslehre in Graz.
Im Schuljahr 1974/75 besuchte er eine Highschool in der Nähe von Salt Lake City, wo er die Mormonenkirche kennenlernte. Im Studienjahr 2011/12 war er Gastprofessor an der Gonzaga University in Spokane im Bundesstaat Washington.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2012)

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20 Kommentare
Gast: Ich glaube an Gott
12.09.2012 00:58
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Selbsternannter Religionskritiker

Es ist schon erstaunlich, dass ein Religionskritiker in Ihrem Blatt als "Der renommierte britische Biologe und Religionskritiker" bezeichnet und ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat als Verrückter dargestellt wird. In den USA ist Wahlkampf und da melden sich viele zu Wort, um bei einer großen Schlammschlacht mitzumachen.
Auf der anderen Seite gibt es in den USA mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber der Religion eines anderen.
In Österreich ist der Hass auf alle, die einen anderen Glauben haben so groß, dass eine christlich konservative Zeitung selbst einem Atheisten applaudiert, solange er eine andere Religion in den Schmutz zieht.
Ich möchte aber nicht wissen, was dieser selbsternannte Religionskritiker über unser katholisches Österreich schreiben würde!

Überlebenskraft

Die Mormonen haben gezeigt, dass sie als Gruppe (Generationenfolge) und ökonomisch (wohlhabend) ein hohes Überlebenspotential haben, im Unterschied zum atheistischen und rationalistischen Westeuropa (Europa schafft sich selbst ab!). Letztlich ist nur das entscheidend. Die Logik der Ideologie ist aus dieser Perspektive nebensächlich. Das EU Establishment hat sich in einem Taumel von politicher Korrektheit weitestgehend den Interessen einer supranationalen Weltaristokratie (IMF, WTO, UNO etc.) unterworfen. Das ist das Elend der EU.
Die USA tut das nicht, sondern betreiben Politik nach eigenen Interessen (z.B. keine Mitgliedschaft im ICC/Den Haag). Die Mormonen passen da perfekt hinein.

Antworten Gast: schlÄchter
30.08.2012 15:33
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Re: Überlebenskraft

sg kurinsk!
gut geschrieben, von mir ein
+
mfg
s.

Jessas na.

Religiöse halt.

Absurde Lehren, Selbstentwertung des Menschen, Proklamation eines fiktiven höheren Wesens, seltsame Gesellschaftsvorstellungen, Gebote, Verbote - die übliche Soße, die uns die Gläubigen aller Couleur tattäglich auftischen. Und was ist jetzt das besondere daran?

Solange sich Mormonen nicht in Menschenmengen in die Luft sprengen, gibt es keinen Grund sie zu bekämpfen - aber auch keinen Grund ihnen nachzulaufen.

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Kurios und bizarr

Ein einigermaßen kurioser Beitrag. Christentum und den Glauben an Horoskope gleichzusetzen scheint mir doch sehr oberflächlich.
Und: warum trauen Sie sich nicht, den Islam und das Judentum in ihre bizarre Aufzählung aufzunehmen?

Antworten Gast: schlÄchter
29.08.2012 17:06
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Re: Kurios und bizarr

sg sir007!
ganz bei ihnen. zu erwähnen wäre vielleicht noch dass es bis zu 70 verschiedene organisiserte mormionen-konfessionen gibt, die recht unterschiedlich ihre religiösen ansichten als basis ihres weltverständnisses heranziehen (von auggeklärt bis hin zu raqdikalfundamentalistisch).

mfg
s.

Gast: Niederösterreicher
29.08.2012 11:46
2 0

Die Debatte geht leider am Wesentlichen vorbei:

Betrachtet man die US- Außenpolitik und die Wende, die die Menschenrechte in den USA genommen haben, kann von "God`s own Country" schon lange keine Rede mehr sein...

Wo sind die Zeiten, als noch die Breschnew-Doktrin über die begrenzte Souveränität der sozialistischen Bruderstaaten von einem demokratischen Amerika heftig bekämpft wurde! Unter dem Vorwand, daß es "gute" und "böse" Staaten gibt, maßen sich die USA jetzt - offen od. versteckt - das Recht an, Regierungen ohne vorangegangene demokratische Wahlen in diesen Ländern ein- und abzusetzen, wobei die unzweifelhaft am meisten fortgeschrittenen Kommunikationsmittel ohne demokratische Kontrolle ungeniert eingesetzt werden. Wie man mittlerweile feststellen kann, sind Raketenangriffe ohne Kriegserklärung und die gezielte Tötung (od. sollte man besser sagen: Attentate) ohne vorangegangenes Strafverfahren ebenfalls gängige Praxis.

Von Guantanamo od. ähnliche "Veranstaltungen" erst gar nciht zu reden!

Der Hegemon USA zeigt seit Niederringung der SU unverholen seine Allmacht.

Ein gutes Beispiel, wie weit der Einfluß der US-Lobbies bereits reicht, wir die Löschung dieses Beitrags sein!

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es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Pst, dieses handelt auch von allen anderen Religionen. Wieso kritisiert Dawkins dezidiert den Mormonismus. Weil mitt r. dieser Religion angehört? Dawkins hat die häufigen unterredungen Georg W Bushs mit Ted Haggard nur allzuoft als untragbar kritisiert.
Dawkins ist wie alle vernüftigen Menschen und Wissenschafter die ich kenne agnostischer Atheist. Ein reiner Atheist also ein gnostischer Atheist kann gar nicht existieren. Also wie soll esdann einen präsidentschaftskanditaten geben.

Antworten Gast: vindexsinenomine
29.08.2012 12:32
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Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Es gibt keine agnostischen Atheisten.
Es gibt nur Agnostiker und Atheisten.

Ich bin Atheist, ich glaube nicht an Götter, Geister und anderes.

Zudem finde ich es äußerst dumm, wenn Dawkings dem christlichen Hochmut nachgibt und die Existenz eines Gottes nicht völlig ausschließt.

Denn so ignoriert wissenschaftliche Fakten. Nicht jede Religion glaubt an Götter, der Buddhismus kann als agnostisch, aber auch als atheistisch angesehen werden, gibt selbst buddhistische Mönche, die ihre Religion als atheistisch bezeichnen, wobei ich den Buddhismus nach Siddharta eher agnostisch einstufen würde.

Ebenso kommen Religionen auch ohne Götter aus, sie verehren Geister und keine Götter, man nennt diese Religionen animistisch.

Und bei den Göttern handelt es sich eben um Götter, selbst der abrahamdische Gott ging aus der Verschmelzung mehrer Götter hervor.

Wenn jemand übernatürlichen Wesen eine Chance gibt, dann kann jemand als vernünftiger Mensch nur allen eine Chance geben. Sich auf den christlichen Eingott zu beschränken, ist eines Wissenschaftlers, selbst für einen Naturwissenschafter, in den Geisteswissenschaften sind viele Antworten möglich (auch ein Grund weswegen die Theologie sich weigert zu den Geisteswissenschaften zu gehören) unwürdig.

Zudem ist Dawkings eher als kämpferischer Religionskritiker anzusehen.

Der Atheismus ist kein Glaube, sondern die Erkenntnis des Fakts, daß es keine Geister, Dämonen, Götter, ... gibt.

Re: Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Die Wissenschaft kann niemals die Existenz von Goettern oder Geistern ausschliessen. Sie kann nur eine derartige Hypothese aufstellen, aber eine Hypothese ist noch kein Faktum.

Antworten Antworten Antworten Gast: vindexsinenomine
29.08.2012 14:03
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Re: Re: Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Die Naturwissenschaft funktioniert sehr gut ohne Götter und Geister. Und wenn ein Gott, ein Loa, ein Ahnengeist, ein Feuergeist, eine Göttin, ein Pantheon, ein Dämon ( das griechische Wort demon steht für alle möglichen Wesen, ob nun Gott oder Dämon,) etc. in der Naturwissenschaft eine Rolle spielen will, muß er dort beweisbar sein, er muß messbar sein und Spuren hinterlassen. Und ohne das persönliche Erscheinen um sich messen, wiegen usw. zu lassen, müßten Geister, Götter, Loas, ... Einfluss auf die Formeln und die Mathematik haben.

Solange sich kein Gott oder Geist blicken läßt oder dringend dafür erforderlich ist, daß sich Feuer entzünden läßt, existiert er auch nicht.

Nur weil es tausende Statuen, Statuetten, Geschichten, Bilder und selbst gewaltige Kultstätten gibt,
würden sie mir doch nicht erzählen wollen, daß Mickey Maus wirklich existiert, obgleich er im Denken seinen Platz hat.

In der Geisteswissenschaft sind Götter, Geister und andere mythische Wesen auch nur dann ein Thema, wenn der Theist seine Ansichten wissenschaftlich, darlegen kann, dialektisch denken kann und auch die Position wechseln kann, was natürlich auch für den Atheisten gilt, wäre ja eine Schande, wenn man unfähig ist, die Welt durch die Augen der Seite zu sehen.

Es gibt keine Götter, Geister, ..., es gibt nur den Menschen, der gerne Geschichten erzählt, hört und übertreibt.

Es ist höchst unwahrscheinlich alle Religionen dieser Welt unter einen Hut zu bekommen.

Re: Re: Re: Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Es ist richtig, dass die Naturwissenschaft im Wesentlichen ohne Goetter, Geister etc. auskommt.

Das schliesst aber deren Existenz nicht aus; das Faktum, dass man etwas mit den heutigen Methoden nicht messen kann, bedeutet noch nicht, dass dieses Etwas nicht existiert.
Es hat auch vor der Erfindung des Mikroskopes schon Bakterien gegeben, und vor der Erfindung des Geigerzaehlers schon radioaktive Strahlung, und vor Darwin schon Selektion.

Antworten Antworten Gast: Dyson
29.08.2012 13:05
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Re: Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Wenn Atheisten über Religion schreiben. Na, ja.......

Antworten Antworten Antworten Gast: vindexsinenomine
29.08.2012 13:40
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Re: Re: Re: es gibt jetzt ein musical: the book of mormon

Wieso soll es Atheisten verboten sein über Religion über schreiben, zu denken, zu forschen, etc., so wäre ja die Archäologie dem Atheisten verboten und jeder Beitrag über ein religiöses Thema etwa in der Archäologie von einem Atheisten ja ein Fall für den Papierkorb, ob der Atheist nun wissenschaftlich gearbeitet hat oder nicht.

Wieso sollte ein Christ in der Lage sein über etwa antike Religion zu forschen, während es einem Atheisten unmöglich sein soll. Wieso sollte es einem Atheisten unmöglich sein religiöse Themen anzugehen?

Ich bin Atheist, aber ich mag das Thema Religion, immerhin kann man dort viel über den Menschen, seine Makel, Interessen, Hoffnungen, etc. lernen.
-
Auch ist der Feind oder Gegenspieler des Atheismus nicht die Religion. Eine Religion muß ja nicht theistisch sein, sie kann ja auch atheistisch sein. Der Buddhismus zählt, wie verschiedene Versuche, etwa im antiken Indien, eine Religion ohne Theismus zu schaffen, zu den Religionen, die in bestimmten Spielarten atheistisch sind und auch von den Anhängern durchaus als atheistisch angesehen werden. Gibt mehr als einen buddhistischen Mönch, der seine Religion mit dem Wort atheistisch beschreibt.

Der Gegenspieler des Atheismus und seiner Atheisten ist der Theismus und seine Theisten. Der Atheist lehnt den Theismus ab, aber doch nicht automatisch die Religion.

Immerhin kann Religion sehr wohl ohne dem Theismus sein, während der Theismus sehr schlecht ohne eine Religion auskommt.


Gast: K. Schneider
29.08.2012 09:00
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Na, ja.

Remele spricht hier indirekt - ganz Jünger von Dawkins - der Mehrheit der Bevölkerung das Recht ab, sich für ein politisches Amt zu bewerben. Damit aber auch der Bevölkerung die Fähigkeit "richtig" zu wählen (was immer er darunter verstehen mag). Und wenn ich mich daran erinnere, was Dawkins angesichts des Papstbesuches in London aufgeführt hat (als hätte der Leibhaftige die Insel betreten).........das war selbst für einen atheistischen Wissenschafter unwürdig und lächerlich.

Warum sollte mann jemanden wählen, der meint


a) der Leib seines Gottes sei eine Hostie ?

b)sein Prophet sei auf einem Pferd in den Himmel aufgefahren ?

c)das Beschneiden der Vorhaut begründe den Bund mit seinem Gott ?

Also, der private Glauben eines politischen Kandidaten sollte weder kommentiert werden, noch sollte er für die Wahl ausschlaggebend sein !

Antworten Gast: Grummelbart2
29.08.2012 09:13
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Re: Warum sollte mann jemanden wählen, der meint

Nein, ganz im Gegenteil! Gerade auch der private Glaube sollte auf dem Prüfstand stehen.

Denn zu erwarten, dass jemand sein Amt frei von jeglicher Beeinflussung durch das private ausübt ist nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.

Bis zu einem gewissen Punkt sollte auch das Privatleben - bzw die privaten Weltanschauungen - unter die Lupe genommen werden, bevor jemand gewählt wird.

Oder wäre die private Anschauung "Großdeutscher" bei einem österreichischen Präsidenten akzeptabel?

Antworten Antworten Gast: St. Geissler
29.08.2012 09:51
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Re: Re: Warum sollte mann jemanden wählen, der meint

Ihre abschließende Anmerkung passt in diesem Zusammenhang nicht.
Und weshalb sollte ein bekennender Atheist wählbar sein bei einer Mehrheit der Bevölkerung, die religiösen Gemeinschaften angehört. Es gab in der Vergangenheit atheistische Staatssysteme, die an Brutalität den religiösen um nichts nachstanden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Grummelbart2
29.08.2012 12:57
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Re: Re: Re: Warum sollte mann jemanden wählen, der meint

Die letzte Behauptung ist deswegen relevant, weil entweder alle privaten Überzeugungen zählen oder keine - warum sollte die Religion da eine Sonderstellung haben?

Ich sage ja nicht, dass jemand aufgrund von Religiösität gäönzlich unwählbar ist. Ich sagte nur, dass die privaten Überzeugungen nicht ausgeklammert werden sollten, sondern vielmehr auch diese dem "Wahlvolk" bis zu einem gewissen Grad mitgeteilt werden sollten.

Gast: Ucar
28.08.2012 23:46
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Was soll das

Ein Gastkommentar wie dieser ist nach österreichischen Recht Verhetzung. Also ein Straftatbestand. Warum bringt das die Presse? Remele soll daheim im weltoffenen Deutschland bleiben.

Hinweis

  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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