24.05.2013 23:57 Merkliste 0

Geschenkte Staatsbürgerschft oder „Wo woa mei Leistung“

ALEV KORUN (Die Presse)

Nach der Logik von Staatssekretär Sebastin Kurz ist die Gesellschaft ein exklusiver Klub. Warum das gleich mehrfach falsch ist.

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Frage des Tages: Wem von uns wurde die österreichische Staatsbürgerschaft geschenkt? Antwort: Allen, die sich in kluger Voraussicht früh genug um österreichische Eltern gekümmert haben. Die Belohnung war dann eine Gratiseinbürgerung per Geburt.

Mit so einer „Leistung“ können viele hier lebende Menschen nicht aufwarten. Ich zum Beispiel hatte die falschen Eltern, weshalb mich die österreichische Staatsbürgerschaft 24.000 Schilling gekostet hat. Diese Summe musste ich hart verdienen. Habe ich also mit Geld gleiche Rechte in meiner Heimat Österreich verdient?

Wenn es nach Staatssekretär Kurz geht, ja, denn ohne dieses Geld hätte ich die Staatsbürgerschaft nicht bekommen. Womit die Frage aber noch nicht beantwortet ist, womit er seine Staatsbürgerschaft verdient hat.

Wenn man, wie Kurz, anfängt, gleiche Rechte und Zugehörigkeit zum Gemeinwesen in der demokratischen Gesellschaft von „Verdiensten“ abhängig zu machen, ist das der Anfang vom Ende des Gleichheitsgedankens.

Nach dieser Logik ist unsere Gesellschaft ein exklusiver Klub, zu dem nur Auserwählte Zugang haben dürfen. Doch auch das ist nicht ganz richtig, denn wir reden ja von Menschen, die bereits seit Jahren hier leben und ihrer Arbeit nachgehen. Sie sind schon Teil dieser Gesellschaft.

 

Eine Frage der Mitbestimmung

Es geht also vielmehr um die Frage, ob sie auch mitbestimmen dürfen, ob ihre Stimme zählt, ob sie gleiche Rechte für gleiche Pflichten haben sollen. Diese Frage beantwortet Sebastian Kurz nun einmal mehr mit – Nein. Sie sollen zwar hier leben und ihren Beitrag auch in Form von Steuern und Abgaben leisten, sollen das aber so lange wie möglich – aktuell zehn Jahre – von gleichen Rechten ausgeschlossen tun.

Das Fatale an diesem Diskurs ist, dass er auf Ungleichheit setzt, ja, darauf aufbaut: Der „Wert“ des einen ist der „Mangel“ des anderen. Es ist das Gegenteil von dem, was egalitäre Demokratien ausmacht: dass wir alle, gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger, das Gemeinwesen bilden; dass niemand mehr wert ist als jemand anderer.

Dieses Bewusstsein stärkt demokratische Gesellschaften, hält sie zusammen, lässt ihre Mitglieder an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten. Die ÖVP lässt es gerade für jene nicht gelten, von denen sie tagtäglich „Integration“ einfordert.

Nun, wer nicht zehn Jahre in der Ungleichheit verharren will, soll gefälligst Deutsch auf Maturaniveau vorweisen und drei Jahre unbezahlte Tätigkeit in einer Einrichtung, sagt der Staatssekretär. Kein Wunder, dass sich seit gestern die Menschen ihre Finger wund schreiben auf Facebook, Twitter und Internetforen, was er vor hätte mit jenen Österreichern und Österreicherinnen, die ihre Muttersprache in Wort und Schrift leider nicht auf Maturaniveau beherrschen.

Vor Jahren hat mir ein Beamter des Innenministeriums auf die fast gleich lautende Frage geantwortet: „Na, die können wir halt nicht abschieben, die sind schon Österreicher.“ Leider war die Antwort nicht einmal sarkastisch, sondern voll ernst gemeint.

 

Umkehrung der Beweislast

Ehrenamtliche Tätigkeit in Ehren, aber könnte es sein, dass mit dem neuen Kriterium der dreijährigen unbezahlten Arbeit beim Roten Kreuz oder sonst wo für die Zeit nach dem Zivildienst vorgesorgt wird, damit für die Gesellschaft wichtige Arbeit möglichst billig oder gar gratis erledigt wird? Und ist es nicht wieder dieses Signal, „Jetzt beweise einmal, dass du unser würdig bist, damit wir es uns überlegen, ob du gleiche Rechte erhalten sollst“?

Wie wäre es, wenn wir wie England, Frankreich, die Niederlande, Schweden, Polen oder die Tschechische Republik sagen würden, wer fünf Jahre legal hier lebt und sich an die Gesetze gehalten hat, wird von uns als gleichberechtigter Bürger/gleichberechtigte Bürgerin in unserer Mitte aufgenommen?

 

„Vermeintliche“ Inländer

Wenn wir statt schriftlicher Prüfungen, die sich vor allem für „bildungsferne“ Menschen zu einer unbewältigbaren Hürde auswachsen, flächendeckend für leistbare Sprachkurse sorgen würden? Wenn es unserer Bundesregierung bewusst wäre, dass eine Krankenpflegerin im Waldviertel ein anderes Deutsch braucht als ein Maurer im Bregenzer Wald und dass es deshalb wenig sinnvoll ist, von beiden (Schrift-)Deutsch auf Maturaniveau zu verlangen?

Derzeit kommen jedes Jahr 10.000 Babys im Inland als vermeintliche Ausländer auf die Welt, nur weil ihre Eltern einen anderen Pass haben als den österreichischen. Ausländer, die hier geboren sind, hier aufwachsen und keine andere Heimat kennen. Was ist an denen noch ausländisch?

2011 waren 36 Prozent der Eingebürgerten Menschen, die schon hier geboren wurden und seitdem hier leben. Wäre es nicht sinnvoller, diese Kinder und Jugendlichen gleich zu Inländern und nicht zuerst künstlich zu Ausländern zu machen? Würde es nicht viel Bürokratie und Steuergeld ersparen? Vor allem: Würde es ihnen nicht ein gleichberechtigtes Leben von Anfang an ermöglichen, dort, wo sie leben?

Und an die Adresse von uns allen: Wären das dann nicht Menschen, die viel früher und leichter ein Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer Stadt, ihrer Gesellschaft, ihrem Land entwickeln? Wäre das nicht die beste Staatsbürgerschaftskunde: Gleichberechtigung von Anfang an? Heute schrieb mir ein österreichischer Staatsbürger, der aus beruflichen Gründen seit Jahren in Deutschland lebt: „Mein Alltagsleben findet mittlerweile in Deutschland statt. Auch hier möchte ich künftig meine Rechte und Pflichten wahrnehmen. In einem vereinten Europa gehört für mich neben dem freien Niederlassungsrecht, den beruflichen Möglichkeiten auch das Wahlrecht dazu. Dieses kann ich aber nicht wahrnehmen, da ich bei Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit die österreichische Staatsbürgerschaft verlieren würde. Mittlerweile ist es in Europa in vielen Staaten gängige Praxis, dass eine doppelte Staatszugehörigkeit unter den Mitgliedstaaten möglich ist. Österreich gehört leider nicht dazu.“

 

Entscheidender Promi-Faktor

Warum eigentlich? Warum dürfen Anna Netrebko und Arnold Schwarzenegger Doppelstaatsbürger sein, weniger prominente Bürger aber nicht? Warum ist es in einer globalisierten Welt nicht vorstellbar, dass Menschen unabhängig vom Promi-Faktor Bindungen zu mehreren Ländern haben?

All diese Baustellen warten auf Bearbeitung. Daher brauchen wir eine Reform, die ein Staatsbürgerschaftsrecht für das 21. Jahrhundert schafft: Zugehörigkeit fördern durch Einbürgerung, aber auch durch Doppelstaatsbürgerschaft.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zur Person

Alev Korun , geboren am 27. 9. 1969 in Yenisehir (Türkei), ist seit 2008 Nationalratsabgeordnete und Menschenrechts- sowie Integrationssprecherin der Grünen. Zuvor war die studierte Politikwissenschaftlerin Abgeordnete zum Wiener Landtag. Sie ist mit 19 Jahren nach Österreich eingewandert. [Mirjam Reither]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

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31 Kommentare
 
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Ich bitte um Verzeihung,

dafür, dass ich offenbar die richtigen Eltern hatte. Fleißige, mehr als 40 Jahre arbeitende, hier Steuer zahlende Eltern, die auch noch früh genug gestorben sind, um dem Staat dann nicht mehr als 2 Jahre Pension zu kosten. Ich bitte auch um Vergebung, dass ich vom Staat noch nie Sozialhilfe in Anspruch genommen habe, sondern nur brav meine Steuern abliefere. Vermutlich sollte man mir und meinesgleichen die Staatsbürgerschaft sofort aberkennen, weil ich keinen dafür vorausgesetzten Leidensweg habe. Ich entschuldige mich im Namen meiner Vorfahren dafür, dass diese mitgeholfen haben, dieses Land aufzubauen, dass wir Vertreter, der hier gewachsenen Werte und der Kultur sind. Es war und ist uns leistungsschwachen Geburtsösterreichern selbstverständlich eine Ehre Ihnen und Ihren Landsleuten hier ein Leben zu ermöglichen, das Sie zu Hause offenbar nicht hätten, sonst wären Sie ja dort. Wir werden selbstverständlich weiter daran arbeiten Ihnen und all den anderen Nichtösterreichern, die Sie noch einladen werden, weiterhin ein funktionierendes Gesundheits- und Sozialsystem bieten zu können, um unsere Geburtsschuld irgendwann zu begleichen.
Aber vorher, Frau Korun, gehen Sie bitte in die Türkei versuchen doch einmal Ihre grüne Ideologie dort durchzusetzen.
Sie sollten sich schämen, angesichts aller Österreicher, die dieses Land zu Ihrer persönlichen Wohlfühlzone gemacht haben und denen wahrlich keiner was geschenkt hat.

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24.000 Schilling eine Staatsbürgerschaft -echt geschenkt

Dieses Geld hat jeder in 2 Jahren an Notstands- und sonstigen Beihilfen, wenn es so sein sollte und notwendig ist, schnell wieder herinnen!!
Bitte ich kaufe sofort für 4000,- € die Schweizer, die Monegassische, die deutsche oder die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Frau Korun vergisst

Dass ständig nach Gleichbehandlung zu schreien keinen Respekt bringt. Ich habe österreichische Eltern und einen solchen Pass, lebe aber als Ausländer ausserhalb Europas.

Ich habe nicht das Gefühl in meinem Gastland schlecht behandelt zu werden. OK, manchmal gibt es Kleinigkeiten aber das kann ich auch in Wien haben wie ich mich noch recht entsinne. Oder sind wir Österreicher denn alle gleich unter uns.

Ich bin nicht gleich und ich wills nicht sein und die Frau Korun soll sich mit der Gleichmacherei nach Nordkorea verabschieden wo doch par Definition alle gleich sind.


8 0

Wieso eigentlich nur Doppelstaatsbürgerschaft?

Als wenn, dann gleich beliebig viele Staatsbürgerschaften! Und dann selbstverständlich „Rosinenprinzip“ – ich suche mir dann aus in welchen Staat ich wohne, in welchen Staaten ich meine Steuern abführe (auch die Umsatzsteuer), in welchem Staat ich für eventuelle Vergehen bestraft werde, in welchen Staaten ich die Sozialleistungen kassiere, in welchen Staaten ich mir meine Dokumente ausstellen lasse (bei Führerscheinentzug ist das sicher sehr praktisch), in welchem Staat ich mein Auto anmelde, etc.
Natürlich will ich absolut keine Kosten und Auflagen für den Erwerb einer Staatsbürgerschaft haben! Eine formlose eMail (z.B.an IchWill@Staatsbürgerschaft.ch) in einer beliebigen Sprache sollte reichen! Selbstverständlich will ich auch in jedem Staat ein vollwertiges, gleichberechtigtes Mitglied sein und mitbestimmen!
Meine erste Reaktion auf den Artikel war extrem negativ. Aber nach genauerer Betrachtung bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass ich eigentlich voll auf der Linie „Der Grünen“ bei dem Thema bin – ob Doppel oder „Beliebig“-Staatsbürgerschaft wird ja sicher kein Problem sein!
Auch übrigens – für den Anfang hätte ich gerne unverzüglich ein Parkpickerl für Wien – nach dem Artikel fühle ich mich so absolut NICHT gleichberechtigt in dieser Gesellschaft :-)

Gast: machen wir es transparent
31.10.2012 00:22
9 0

aus dem lebenslauf

Alev Korun besuchte die Volksschule und das Gymnasium in der Türkei und schloss 1988 die Handelsakademie am deutschsprachigen St. Georgs-Kolleg in Istanbul ab. Sie studierte im Anschluss Politikwissenschaft und Gender Studies (Fächerkombination) an den Universitäten Innsbruck und Wien.

also klartext: ihre ganze bildung hat die frau korun österreich (das st georgs kollege ist ein österreichisches christliches gymnasium in istanbul in das die moslemischen spitzenbeamten ihre kinder schicken, damit sie wirklich was lernen :-) zu verdanken.

.. und dafür sind ihr sind 2000 euro zu viel, wo sie vom österreichischen steuerzahler jedes monat ein vielfaches dieses betrages als stadtrat bezahlt bekommt ?

da kann man wirklich nur mehr den kopf schütteln

5 0

Wo war Koruns Leistung?

Etwa die 24.000 Schilling?

Meine Meinung dazu

"Warum dürfen Anna Netrebko und Arnold Schwarzenegger Doppelstaatsbürger sein, weniger prominente Bürger aber nicht?"

Das verstehe ich allerdings auch nicht!

"Ausländer, die hier geboren sind, hier aufwachsen und keine andere Heimat kennen. Was ist an denen noch ausländisch?"

Leider oft die Einstellung. Sie sehen sich selbst nicht als Österreicher, sondern als Türken, Albaner, Bosnier....(beliebige Staatsangehörigkeit einsetzen). Ich möchte niemandem die Staatsbürgerschaft schenken, der sich gar nicht als Österreicher empfindet.

"Wenn wir statt schriftlicher Prüfungen, die sich vor allem für „bildungsferne“ Menschen zu einer unbewältigbaren Hürde auswachsen, flächendeckend für leistbare Sprachkurse sorgen würden?"

Wie wäre es, wenn wir erst gar keine bildungsfernen Menschen mehr ins Land lassen? Wir haben schon genügend bildungsferne Mitbürger, Österreicher und Angehörige anderer Staaten. Wir brauchen keine mehr davon. Und die, die wir schon haben, die sollten einfach was dafür tun, nicht mehr bildungsfern zu sein. Man kann das gerne finanziell unterstützen, aber tun müssen sie schon selbst was dafür. Warum sollten Migranten es nicht schaffen, sich im zweiten Bildungsweg Allgemeinbildung anzueignen?

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Re: Kosten-Nutzen-Rechnung

Prominente Bürger haben enormen Werbewert für Österreich.

Re: Re: Kosten-Nutzen-Rechnung

Das ist die Standardaussage. Ich bin aber nicht der Meinung, dass Frau Netrebko einen großen Werbewert für Österreich hat, so, wie sie sich jetzt darstellt.
Es wäre anders, wenn sie sagen würde: "Ich bin mit Leib und Seele Österreicherin und ich wohne gerne in diesem Land!" Wenn sie Deutsch sprechen würde bzw. Anstalten machen würde, Deutsch zu lernen.

Was tut sie anstatt dessen? Sie unterstützt Putins Wahlkampagne. Das geht gar nicht, denn das zeigt deutlich, dass sie sich noch als Russin sieht.

Gast: Tipp1990
30.10.2012 20:26
6 0

Frau Korun!

Sie können sich nun ein Bild von der "lebenden Demokratie" im österreichischem Internet machen.
Die Kommentare zeigen, dass, laut den österreichischen Staatsbürgern, kein Bedarf einer Erleichterung der Einbürgerung besteht!!!

Vielleicht lags aber doch nur daran:

Ihr Bericht ist schlecht ermittelt und geht falsch auf die Faktenlage ein. Begehen Sie bitte nicht nochmal diese beiden, größten Journalistenfehler!


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Österreich soll sich seine Einwanderer nicht aussuchen dürfen?

Österreichische Nationalratsabgeordnete haben die Aufgabe zum Wohle Österreichs zu arbeiten. Dafür haben sie sich verpflichtet und dafür werden sie auch sehr gut bezahlt.

Dieser Artikel zeigt offensichtlich, dass im österreichischen Parlament Leute/Parteien sitzen die für gegenteilige Interessen arbeiten. Trotzdem sehr gut bezahlt werden anstatt dafür belangt zu werden.


Frage des Tages an Sie Frau Korun,

Wem wurde die türkische Staatsbürgerschaft geschenkt? Antwort: Allen, die sich in kluger Voraussicht früh genug um türkische Eltern gekümmert haben! Die Belohnung war dann eine Gratiseinbürgerung per Geburt.
So einfach ist's auch für Sie gewesen!
Und wo woa Ihre Leistung? Vermutlich sind's nur die zitierten 24.000 ATS gewesen! Weiters darf angenommen werden, dass Ihrerseits hier nur Leistungen konsumiert wurden.
(Mir hat im Übrigen das Lesen der Überschrift und der entlarvenden ersten Absätze gereicht)
MfG

12 1

Frau Korun kann es nicht verstehen,

sie ist Türkin-hier liegt der Unterschied einfach in der Mentalität.
Die Türken waren ein nomadisierendes Eroberervolk, wie soll sie verstehen, dass wir Respekt haben vor dem von unseren Vorfahren Aufgebauten und es zu bewahren und weiter zu entwickeln versuchen.
Dieses Bewahren, Frau Korun , ist unsere Leistung !!

Re: Frau Korun kann es nicht verstehen,

Sie ist Österreicherin.

4 0

Re: Re: Frau Korun kann es nicht verstehen,

Sie fühlt sich aber offensichtlich noch immer als Türkin. Wenn Einbürgerung nach dem Leistungsprinzip erfolgt, dann bekommt diese Bevölkerungsgruppe Probleme, weil die Leistungen oft nicht erbracht werden können/wollen.

Re: Re: Re: Frau Korun kann es nicht verstehen,

Sie fühlt sich nicht als Türkin, sondern als Migrantin, und sie versucht, die Sache aus Sicht einer Migrantin darzustellen. Das finde ich schon mal gut, weil es prinzipiell immer gut ist, beide Seiten zu kennen.

Diese eigenartige Überschrift:


"Geschenkte Staatsbürgerschft oder 'Wo woa mei Leistung'"

ist genaugenommen ein Angriff auf alle hier in Österreich seit Generationen lebenden Staatsbürger.

Die Staatsbürgerschaft hatte bisher immer einen Wert und sollte durch "Nach-Unten-Nivellieren" bzw. unrechtmäßige Gleichmacherei nicht wertlos gemacht werden. Auf das laufen aber manche Ideen von Frau Korun hinaus!

Der Vorschlag von Staatssekretär Kurz hat einige sehr gute Ansätze und sollte realisiert werden.
Wenn Einwanderer den Willen zur Integration in Ö. haben und etwas für die Allgemeinheit leisten, dann erhalten sie schneller die Staatsbürgerschaft - vom Prinzip her ist es richtig.

Antworten Gast: alibababa
30.10.2012 23:24
0 2

Bin ich wirklich schon soo alt?

hier in Österreich seit Generationen lebenden ...
You made my day ;-)


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Staat im Völkerrecht

Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsgewalt
"Staat" wird im Völkerrecht meist nach der von dem Staatsrechtler Georg Jellinek entwickelten Drei-Elemente-Regel definiert.
Dieser international anerkannte Staatsbegriff beschreibt einen politisch und rechtlich organisierten Personenverband (Staatsvolk), der auf abgegrenzter Fläche (Staatsgebiet) einer Bevölkerung eine eigene Ordnung (Staatsgewalt) gibt.

Und diese Ordnung sollte Frau Alev Korun akzeptieren. Auf dem österreichischen Staatsgebiet wurde von Abergenerationen ein Wirtschafts- und Sozialsystem unter vielen Entbehrungen errichtet. Auch für den Eintritt in dieses "gemachte Nest" wurde eine Ordnung geschaffen, die duchaus Sinn macht. Daher sind alle herzlichst eingeladen in den Staat Österreich. Alle, die diese gewachsene Ordnung akzeptieren. Das österreichische Staatsvolk bestimmt seine Regeln selbst. Das nennt man Souveränität.


Re: Staat im Völkerrecht

Hindert uns jemand in dem konkreten Fall daran? Ich glaube sie haben das falsch verstanden es geht nicht ums ob? sondern ums wie?

Statt nur zu fordern und zu kritisieren, könnten Sie

auch ein wenig Eigeninitiative entwickeln.
Da Moscheen nicht nur Gebetsorte sind, könnten Sie ja dort Alphabetisierungskurse in der Muttersprache (betrifft vor allem Frauen) und dann Deutschkurse organisieren, damit sich die Prüfungen nicht als unbewältigbare Hürde erweisen. Die Leute hätten so eine gute Basis, auf der man aufbauen kann.


Re: Statt nur zu fordern und zu kritisieren, könnten Sie

Das ist auch meine Meinung. Nur herumsitzen und warten, bis jemand anders etwas tut, ist ein bisschen wenig!

Was heißt "richtige" und "falsche" Eltern?


Die Frau Korun wurde in Ankara, Türkei geboren und hatte die "richtigen" Eltern, dass sie die Handelsakademie am deutschsprachigen St. Georgs-Kolleg in Istanbul besucheb konnte.

Anschließend sturdierte sie Politikwissenschaft und Gender Studies (Fächerkombination) an den Universitäten Innsbruck und Wien, also genau die richtigen Fächer um Politikerin bei den Grünen zu werden.

Die Frau Alev Korun hatte genau die "richtigen" Eltern um in der Türkei zu leben. Ich hingegen habe die "falschen" Eltern um in der Türkei zu leben.

Sie vergleicht oben Österreich mit England, Frankreich, die Niederlande, Schweden, Polen, Tschechische Republik. Aber sie vergleicht Österreich nicht mit der Türkei ihrer angestammten Heimat.

Warum geht die Frau Alev Korun nicht zurück in ihre Heimat Türkei? Sie hat dort ihre "richtigen" Eltern.

In der Türkei könnte eine so "fortschrittliche" Politikerin wie Alev Korun sehr viel für ihr Volk und Land bewirken. Die türkischen Parteien würden Alev Korun mit offenen Armen aufnehmen. Also warum gehen Sie, Frau Korun nicht dorthin?

Gott schütze uns vor Politikern die nicht mehr zwischen Inländern und Ausländern unterscheiden können.

Gast: maxmayer__
29.10.2012 21:51
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schneller

Beim Vorschlag vom Kurz geht es einzig und allein um die BESCHLEUNIGTE Einbürgerung. Dh die Einbürgerung wird ERLEICHTERT. Passt halt nicht ins Bild von gewissen Leuten.

Gast: Be-obachter
29.10.2012 21:02
15 0

„Wo woa mei Leistung“

Ja, Frau Korun - das frage ich mich auch. Was haben Sie in Österreich je geleistet?

Sie sind zur Schule gegangen, haben studiert und danach sind Sie in die Politik gegangen, wo Sie mit krausen Ideen zu punkten versuchen.
Niemals haben Sie im produzierenden Gewerbe oder in der Dienstleistung gearbeitet.

Resümee: für Österreich haben Sie keine Leistung erbracht. Nicht die geringste, sondern nur Leistungen des Staates in Anspruch genommen.

Ist Alev Korun Österreicher?


 
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