20.06.2013 09:31 Merkliste 0

"Alternativlos" ist ein anderes Wort für "Denkverbote"

DETLEF KLEINERT (Die Presse)

Der Demokratiemangel, der als Kinderkrankheit beim Aufbau eines Vereinten Europas erschien, erweist sich nun als Dauerzustand.

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Alles nur Zufall: Je deutlicher das Desaster der Europäischen Union zutage tritt, je klarer sich die Finanzkrise als unlösbar erweist, je augenfälliger sich zeigt, dass aus der EU eine Transfer- und Schuldenunion wird, desto öfter lesen und hören wir, dass es zu EU und Euro keine Alternative gibt. Haben sich die Verklärer dieser trostlosen Lage eigentlich schon einmal überlegt, dass „alternativlos“ ein anderes Wort ist für Denkverbot?

Auch wer Jahrzehnte (wie ich) der Meinung war, unser aller Zukunft liege in Europa – freilich in einem Europa der Vaterländer –, sieht sich nun durch die Entwicklung getäuscht, durch die Vertreter des EU-Establishments geradezu betrogen. Was zunächst nur als Kinderkrankheit beim Aufbau eines Vereinten Europas erschien, erweist sich nun als Dauerzustand: Mangel an Demokratie (EU-Parlamentspräsident Martin Schulz: „Wäre die EU ein Staat und würde einen Antrag zum Beitritt in die Europäische Union stellen, dann würde der Antrag abgelehnt. Mangels demokratischer Substanz.“), fortgesetztes Belügen der Bürger (Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen!), fortschreitende Entmündigung der Menschen durch sinnlose Bürokratie (von der „gekrümmten Gurke“ – inzwischen abgeschafft – bis hin zum Glühbirnenskandal, dem nun der nächste zum Wassersparen folgen soll). Von Subsidiarität haben die Brüsseler Bürokraten noch nie etwas gehört.

Und das führt zu einer Verschwendungssucht, die der englische Premier mit dem Hinweis kritisiert, Brüsseler Spitzenbeamte verdienen mehr als er selbst. Hinzu kommt, dass die EU-Subventionspolitik ein undurchschaubarer Dschungel ist. Ein Beispiel: Während französische EU-Funktionäre mit Argusaugen darüber wachen, dass in Deutschland keine Firma staatliche Unterstützung erhält, werden französische Unternehmen (siehe Citroën) gestützt, subventioniert und (vorläufig) gerettet.

Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen das Krakensystem EU durchschauen – und gleichzeitig das EU-Politbüro immer heftiger gegen die Menschen agitiert. Populismus ist da noch die harmloseste Formel, mit der EU-Skeptiker diffamiert werden. Die Vertreter der „Vereinigten Staaten von Europa“ versprechen immer neue Reformen, und sie versagen mit jedem Gipfeltreffen, das als Lösung aller Probleme gefeiert wird und in Wirklichkeit nicht mehr als Wortgeklingel hinterlässt. Sie sind eigentlich nur Ideologen, die Jean-François Revel so beschrieben hat: „Die Ideologie wünscht nicht, die Wahrheit zu kennen, sondern sie will ihr Glaubensgebäude schützen und all jene ruinieren, die nicht denselben Glauben haben wie sie. Die Ideologie beruht auf einer Einstimmigkeit in der Lüge.“

 

Abhängigkeit von Transfers

Sehen wir uns die Probleme im Einzelnen an. Da ist zunächst die Finanzkrise, über die wir seit vier Jahren(!) hören, dass sie eigentlich schon bewältigt ist. Das frivole Rettungstheater beschert Griechenland, Spanien, Italien und Portugal, aber auch Frankreich und weiteren Staaten immer mehr Abhängigkeit von Transferzahlungen, ohne dass der einzelne Bürger etwas davon hat – im Gegenteil, wir erleben eine Verarmung ganzer Bevölkerungen. Damit verbunden: Das „Friedensprojekt Europa“, im Oktober mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Nun weiß eigentlich jedermann, dass der Friedensnobelpreis in Wahrheit eine Kabarettveranstaltung ist, seit Obama ihn für nichts und wieder nichts erhalten hat (wir erinnern uns an den Preis für so ausgemachte Friedenskämpfer wie Le Duc Tho und Arafat).

Aber gut, Frieden wünschen wir uns alle. Nur hat die Einheitswährung dazu geführt, dass in einer Reihe von Staaten viele Menschen, von der EU ins soziale Abseits gedrängt, mit gewalttätigen Demonstrationen gegen das System aufstehen, mit Brandbomben, Steinen, Knüppeln. Die Polizei hält dagegen mit Tränengas und Schlagstöcken. Wenn das so weitergeht, werden Tränengas und Schlagstöcke zum Symbol des Friedensprojektes Europa. Professor Michael Hudson, der Chefberater der lettischen Regierung in Wirtschaftsfragen, hat als erster Europäer offiziell von einem sich abzeichnenden „Krieg um Schulden in Europa“ gesprochen, wenn es bei einem Zusammenbruch der Eurozone zu einer schlagartigen Verarmung der nationalen Bevölkerungen kommt. Und der deutsche Bundesnachrichtendienst hat in einer vertraulichen Studie ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Weltwirtschaftskrise auch das Potenzial zu einem Krieg beinhaltet.

Die trostlose Lage wird repräsentiert durch eine Führung, über die keine Glossen zu schreiben, schwerfällt. Barroso, Van Rompuy, Ashton – wer die Auswahlkriterien kennt, kann sich nicht wundern: Sie (und andere) sind das Resultat fauler Kompromisse auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners. Dass diese Figuren (das Wort Persönlichkeiten ist zu vermeiden) von einem Fettnäpfen ins nächste treten, wen wunderts? Ein Beispiel: Da möchte Ratspräsident Van Rompuy die Kompetenzen der nationalen Parlamente deutlich beschneiden, weil diese vielfach „nicht im Interesse der EU“ handeln und entscheiden würden. Dass dies mit Demokratie wenig, mit autoritärer Machtfülle jedoch viel zu tun hat, stört den Herrn Präsident nicht. Henryk M. Broder meint zurecht: Die EU sei „der massivste Versuch, die Bürger zu entmündigen und die Gesellschaft zu entdemokratisieren“.

Aber der Weg in den Kollektivismus (von kindlichen Gemütern als Vereinigte Staaten von Europa bezeichnet) ist angesichts des Scheiterns der EU nun wohl der einzige Ausweg, der den Brüsseler Bürokraten und ihren Claqueuren in den Medien noch bleibt. Dass Europas Völker eine andere Geschichte haben als die USA, dass da unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Mentalitäten, unterschiedliche Identitäten nicht entsorgt werden dürfen, sollte unstrittig sein. Nochmals Broder: „Die EU löst keine Probleme, sie ist ein Problem.“ Wo er recht hat, hat er recht.


Detlef Kleinert war unter anderem Südosteuropa-Korrespondent der ARD in Wien.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2013)

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23 Kommentare

Erste Ansätze zum Schwimmen gegen den Strom

Etwas als "alternativlos" zu bezeichnen ist die Rechtfertigung eines Ansatzes gegenüber jenen Leuten, die ihn als verfehlt erkannt haben (was jetzt nicht mehr schwer ist). Es ist auch eine Quasi-Hommage an die Einfallslosigkeit, die offenbar bereits zum Anforderungsprofil von Spitzenpolitikern gehört. Vorsichtshalber wurde der Bevölkerung eigenständiges Denken medial durch das bis zum Erbrechen getrötete Info-Tainment samt mangelhafter Kenntnis der eigenen Sprache, falscher Anwendung von Fremdwörtern und permanentes Fressen samt ensprechenden Anleitungen aberzogen. Ob die Leute, die hier gegensteuern, zuletzt die Oberhand behalten werden, darf bezweifelt werden, die (göttliche) Tugend der Hoffnung stirbt aber nach einem gängigen Wort zuletzt.

Danke, Herr Kleinert, für Ihren Mut.


Re: Danke, Herr Kleinert, für Ihren Mut.

Ihren Worten möchte ich mich anschließen

Re: Re: Danke, Herr Kleinert, für Ihren Mut.

Mut hat aber auch DIE PRESSE mit dem Abdruck dieser ungeschönten Sicht auf die EU-Realität bewiesen. Es ist noch gar nicht lange her, da wäre ein solcher Beitrag fast unmöglich gewesen! Inzwischen geht aber sogar der KURIER gegenüber den Standart-Floskeln der EUphoriker auf vorsichtige Distanz. Früher wurde bloß Hohn und Spott über die Skeptker gegossen.

Ich halte "alternativlos" nicht primär für ein "Denkverbot", denn denken darf man ja noch weiterhin. Bloß nehmen es die politischen Entscheidungsträger nicht so wichtig, was WIR denken, denn IHRE Sicht der Dinge halten sie für einzig prakisch umsetzbar. Oder auch: Alles andere sei für Europa noch schlechter...

Mich erinnert das an die Monate vor der EU-Beitrittsabtimmung anno 1994. Zuerst wurde uns nach dem Beitritt zur Union geradezu der Himmel auf Erden versprochen. Als sich sachlich fundierte kritische Einwände mehrten, schraubte man die Erwartungen zunehmend auf ein "zumindest geht es uns dann nicht schlechter als vorher" zurück.

Und auch das gab man später billiger: Zunächst wurde versprochen, daß Brüssel die jeweils fortschrittlichsten Standarts in den EU-Mitgliedsstaaten für den Rest der Union bindend erklären werde. Dann mußte man dafür erst "qualifizierte Mehrheiten" suchen. Was freilich oft zu problematischen Gegengeschäften führte. Zuletzt einigte man sich nur noch auf den "kleinsten gemeinsamen Nenner". Zwar kann man auf diese Weise verschiedentlich das Schlimmste verhindern. Aber das Beste leider auch!

Re: Re: Re: Danke, Herr Kleinert, für Ihren Mut.

Ich schließe mich dem Danke an die Presseredaktion an.

Re: Re: Re: Danke, Herr Kleinert, für Ihren Mut.

Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, Herr Magnana!

Mut braucht es natürlich auch seitens der PRESSE-Redaktion, den man bewiesen hat. Hoffentlich nicht das letzte Mal.

Was die Versprechen von 1994 angeht, man denke etwa auch an den Sager von Vranitzky, die Mehrwertsteuer werde nach dem EU-Beitritt wahrscheinlich von 20 auf 15 % gesenkt werden können, weil es Österreich dann so überaus gut gehen werde.


Möchten wir den kommenden Generationen gestehen müssen,

daß wir all das Leid, die Lügen und die Versklavung der Völker Europas zugelassen haben ???

Wollen wir das???

EU-Austritt

Nein, wollen wir nicht. Darum Ja zu Österreich = Nein zur EU-Mitgliedschaft

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Zu wenig Demokratie in der EU? Wo bitte?

Was Kleinert hier zusammenträgt, ist weithin Unsinn! Aber er trifft natürlich damit den Wunsch des kleinen Mannes, auf „die da oben“ hinzuhauen. Das befriedigt die Volksseele und nicht nur das, es erhöht die Quote der Zeitung oder des TV und das ist für das Überleben jener eben notwendig.

Es ist mir einfach zu blöd, auf einzelne Aussagen direkt einzugehen, darum nehme ich nur ein paar Dinge heraus und stelle sie richtig. Wer mir dann widersprechen kann, soll das dringend tun, vielleicht kommen wir dann zu einer vernünftigen Diskussion. Meine Hoffnung darauf ist allerdings nicht allzu groß.

Die „Gurkenkrümmung“. Das war ein vernünftiger Wunsch des Gemüsehandels. Habe ich gerade Gurken, bringe ich eine bestimmte Anzahl davon in eine genormte Schachtel und kann die Gurken schachtelweise verkaufen. Habe ich gekrümmte Gurken, muß ich die Gurken einzeln zählen, um sie korrekt verkaufen zu können. Das Gurkenzählen ersparen ist ein gewaltiger wirtschaftlicher Vorteil! Schlecht? Inzwischen haben die Gurkenproduzenten gelernt, liefern nur mehr gerade Gurken und die EU konnte die Regelung der Gurkenkrümmung wieder zurücknehmen.

Demokratie in der EU. Das EU-Parlament ist gewählt, wie jedes nationale Parlament. In einem Staatenbund kann es kein Parlament geben mit alleiniger legislativer Berechtigung. In einem Staatenbund entscheiden die Mitglieder.

Fortsetzung folgt:

Re: Zu wenig Demokratie in der EU? Wo bitte?

Waren es nicht Sie, der geschrieben hat, er habe einen Zweitwohnsitz in England?

Dann muß das ja furchtbar für Sie sein. Über kurz oder lang werden die Engländer die EU-Titanic verlassen und damit dann zudem einen Domino-Effekt auslösen. Hoffentlich wird Österreich bald folgen.

Jedenfalls muß es für Sie als EU-Fanatiker ja furchtbar sein, einen Wohnsitz in einem Land zu haben, welches den Euro nicht eingeführt hat und wo auch noch die Bevölkerung so besonders EU-ablehnend ist.

Und zu Ihren Worten: In der EU gibt es Scheindemokratie. Man darf ein praktisch unbedeutendes EU-Parlament wählen, die EU-Kommission bleibt hingegen untastbar.
Direkte Demokratie fürchten die EU-Granden sowieso wie der Teufel das Weihwasser.

Die "Vereinigten Staaten von Europa" will man den Bürgern ohne Abstimmung auf das Auge drücken.

Kennen wir ja schon vom Euro her und genau so bei der EU-Verfassung.

In Wirklichkeit braucht der Normalbürger die EU so dringend wie einen Kropf.

Ok, für die Reichen ist die EU natürlich ein Vorteil, weil halt ein bisserle bequemer beim Reisen.

Vordergründig ging es bei den Gurken um Rationalisierung,

in Wahrheit drückte mit der Gurkenkrümmungsregelung der Handel den Preis für die Produzenten. Der Handel hat eben ein ausgezeichnetes Lobbying auf Kosten der Produzenten. Es wäre längst an der Zeit, dieses "korrupte" Lobbying zu unterbinden. Und glauben Sie mir, ich kenne dazu noch viele Beispiele und das sind keine Gerüchte.

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Zu wenig Demokratie in der EU? Wo bitte?

Fortsetzung 1:

Dazu bietet der Lissabonvertrag eindeutige Abstimmungsmodalitäten, die eindeutig verhindern, daß die Großen die Kleinen Überfahren oder die Kleinen ihre Mehrheit gegenüber den Großen mißbrauchen. Daher hat das EU-Parlament entsprechend Lissabonvertrag nur Kontrollrechte, die es in Form von „Mitbeschlüssen“ zu den Ministerräten wahrnimmt. Die Ministerräte wiederum sind ausschließlich mit nationalen Ministern besetzt, die in ihrem jeweiligen nationalen Parlament das Vertrauen genießen. Die Kommission hat überhaupt keine legislativen Rechte. Sie hat nur die Beschlüsse der Ministerräte und des EU-Parlaments umzusetzen und zu überwachen. Also, wo ist da zu wenig Demokratie? Das muß mir erst einmal wer erklären!

Die Schuldenkrise. Ewig das Meckern, die EU-Kredite kämen nicht der Bevölkerung zugute sondern den Banken. Ja, was denn sonst? Die billigen EU-Kredite sollen die teuren Bankkredite ersetzen, also muß das Geld an die Banken gehen, welche die teuren Kredite eingeräumt haben, um sie aufzulösen. Die Bevölkerung hat die teuren Kredite verbraucht, die kann nicht neuerlich Geld zum Verbrauchen bekommen. Und die Banken haben durch den bereits erfolgten Schuldenschnitt einen wesentlichen Teil ihrer seinerzeitigen Gewinne aus den teuren Krediten wieder zurückgeben müssen. Also was noch?

Fortsetzung folgt:

Verträge werden gebrochen, Recht ausgesetzt und still und heimlich abgeändert,

die EU für die abgestimmt wurde, existiert nicht mehr. Subsidiarität ist eine Floskel im Lissabonvertrag. Wir wurden in die Irre geführt und das sollten Sie nicht als Stammtischgeschwätz abtun, sonst laufen Sie Gefahr zum Mitläufer zu werden.

http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=99:ezb-und-bankenaufsicht&catid=5:europa

2 11

Zu wenig Demokratie in der EU? Wo bitte?

Fortsetzung 2:

Daß die betroffene Bevölkerung durch die geforderten Reformen leidet, ist unbestritten. Aber wenn dieselbe Bevölkerung früher ihre Frühstückssemmeln auf Kredit konsumierte, dann muß sie jetzt eben die Kredite bedienen und kann nicht weiter auf Kredit frühstücken. So einfach ist das! Und daß etwa die Griechen mit ihren Schulden selbst fertig werden müssen und nicht wir die Zahler sein können, sollte eigentlich auch klar sein. Ebenso klar sollte aber sein, daß die Griechen in ihrer Bredouille Anspruch auf unsere Hilfe haben, die sie in Form billiger Kredite zur Auflösung der früheren teuren Kredite auch bekommen.

Ein Letztes. Das Gefasel von den „Vereinigten Staaten von Europa“ regt mich auch gewaltig auf. Was könnte man in einem europäischen Bundesstaat machen, was man in dem gegebenen Staatenbund EU nicht machen kann. Das konnte mir bis jetzt auch keiner erklären! Ebenso gerne würde ich erfahren, wie die Vielfalt Europas, von der Europa erwiesenermaßen lebt, erhalten werden soll, wenn alles in einem Einheitsstaat untergeht.

So, und jetzt bitte um Widerspruch, aber bitte mit Argumenten. Wer nämlich der Versuchung unterliegt, mich für dumm zu erklären, stellt sich selbst klar.

Re: Zu wenig Demokratie in der EU? Wo bitte?

Einen so langen Sermon zu beantworten, ist zu viel verlangt, aber etwas geht schon:

Dass die Regulierung der Gurkenkrümmung Sinn hat, sehe ich auch. Allerdings werden solche Dinge als Norm vereinbart, als EU-Richtlinie ist das Blödsinn!

In der EU gibt es keine Demokratie. Man hat nie die Wahl zwischen verschiedenen Politiken, der Wähler entscheidet einzig und allein darüber, welche Partei ihre Versager nach Brüssel schicken darf. Wie man in ORF III immer wieder erleben kann, denken die EU-Parlamentarier nicht im Traum daran, Wähler, deren Meinung gar nicht eingeholt wurde, zu vertreten. Sie sehen sich ausschließlich als Einpeitscher, die den Wählern ihres Landes die EU-Politik eintrichtern sollen!

Die Mitglieder der "Räte", die die wichtigsten Entscheidungen treffen, sind zwar gewählt, aber nur für nationale, nicht für EU-Politik, für die sich die meisten überhaupt nicht interessieren und einfach zu allem "Ja" sagen, was die Kommission vorschlägt.

Die "Rettungsschirme" sorgen ausschließlich dafür, dass die Geldgeber schadlos bleiben. Die einzige Veränderung für z. B. die Griechen ist vielleicht, dass der ZInssatz für ihre Schulden sinkt, was aber egal ist, weil sie ihre Schulden so und so nicht bedienen können.

Löhne und Pensionen wurden dort für Nichts und wieder Nichts drastisch gekürzt und das Volk damit ins Elend gestürzt. Die durch den Euro verloren gegangene Wettbewerbsfähigkeit konnte dadurch nicht wieder hergestellt werden, alles war nur sinnlose Schikane!


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Bravo, Detlev Kleinert! Endlich nennt einer die Dinge einmal beim Namen!

Man könnte ja noch ein paar Seiten mit Beispielen füllen, die Kleinerts Aussagen bestätigen! Aber selbst Kleinert konnte nicht alles erwähnen, ein Kommentar mit 1500 Zeichen schafft noch viel weniger!

Das Demokratiedefizit der EU ist nicht behebbar. Kommission und EU-Parlament sind eine eigene Clique, die keine Sekunde daran denkt, den Volkswillen zu berücksichtigen, sondern ihre Vollmacht zur Diktatur gegen die Menschen gewissenlos ausnützt!

Die dorthin entsandten "Figuren" sind der negative Ausbund Europas, denn keine Partei, deren Existenz davon abhängt, dass sie zuhause Wahlen besteht, kann es sich leisten, einen tüchtigen Politiker nach Brüssel zu schicken. Das erklärt die kopf- und ziellose EU-Politik, die nur den Unsinn macht, der ihr gerade so einfällt!

Von "Finanzkrise", die es wirklich seit vier Jahren nicht mehr gibt, wird nur gesprochen, um zu verschleiern, dass die heutige unlösbare Krise allein durch die Euroerfindung (laut Theo Waigel eine "Todsünde") ausgelöst wurde!

Der Euro hat dazu geführt, dass die EU von allen größeren Wirtschaftsräumen dieser Welt das geringste Wachstum erreicht und immer mehr zur größten Gefahr für die Weltwirtschaft wird!

Sowohl die unheilbaren Konstruktionsfehler der EU (keine Demokratie, nur Versager als Repräsentanten) als auch die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung durch die Transferzahlungen müssen schon in wenigen Jahren zum Zusammenbruch dieser Missgeburt führen!


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Sehr gut, Herr Kleinert!

Ich hoffe, Sie können auch Ihre mehrheitlich EU-freundlichen Kollegen überzeugen.
Bei vielen Lesern rennen Sie damit sowieso offenen Türen ein.

Detlev Kleinert: Ein Redakteur der "Kronen Zeitung"?

Wer über wirtschaftliche Zusammenhänge schreibt - und die EU ist nun einmal nur eine bessere(?) EWG - , sollte Wirtschaft verstehen.
Die - so bezeichnete - "Transferunion" rettet bekanntlich nicht GR (IT, ES, SP,...). Es werden damit jene Firmen (und deren Banken) gerettet, die einem zahlungsunfähigen Schuldner Güter (Panzer, Flugzeuge, Autos,..) aus dem "fleißigen Norden" geliefert haben.
Demokratiedefizit: JA! Aber wo ist Ihr Vorschlag, Herr Kleinert, diese Defizite abzubauen? Wo ist Ihre Action?
Wir brauchen nicht Besserwisser. Wir brauchen Bessermacher!
Nachsatz: Zur z.B. Glühlampe. Warum hat Österreich, konkret Minister Mitterlehner, der Kommission nicht den - pardon - Stinkefinger gezeigt und den Vollzug dieser Verordnung einfach verweigert! Strafen? Wir sind Nettozahler und sitzen damit am längeren Ast. Wäre das nicht eine Action (gewesen)? Ich hätte weder Kommission noch Leuchtmittelindustrie gefürchtet.

13 3

Re: Detlev Kleinert: Ein Redakteur der "Kronen Zeitung"?

Warum wollen Sie Kleinert herabsetzen? Nur weil er nicht auch erwähnt hat, dass die Transfers (=Rettungsschirme) der EU nicht den Pleitestaaten und schon gar nicht dem Volk, sondern nur den Banken in Frankreich und Deutschland helfen? Alle EU-Skandale kann man ja gar nicht auf einer Seite unterbringen!

Vorschläge gegen das Demokratiedefizit? Sind nicht Kleinerts Zuständigkeit. Auch würde Demokratie mehrere EU-Parteien erfordern, aber wahlkämpfen in 27 Sprachen kann niemand, die EU wird immer eine Diktatur bleiben müssen!

Mitterlehner gehört ja auch den EU-Räten an, die zwar Entscheidungen treffen, sich aber meist für die anstehenden Themen noch nie interessiert haben und sowieso alles, was die Kommission vorschlägt, nur abnicken!

Re: Detlev Kleinert: Ein Redakteur der "Kronen Zeitung"?

Aufgabe eines Journalisten ist es Mißstände aufzuzeigen und diese immer und immer wieder anzuprangern.
Es ist nicht die Aufgabe des Journalisten auf "Action" zu machen. Dazu müsste der Journalist aber Politiker werden.
Im Falle der EU liegt die Verbesserung aber auf der Hand! Man müsste nur die unglaublichen antidemokratischen Schweinereien ihrer Lichtgestalten unterlassen, welche die EU an den Rand des Abgrundes geführt haben......

zum "Glühlampenskandal"...

...Glühlampen sind und werden in folgenden EU-Staaten verboten: Schweiz, Cuba, USA, Volksrepublik China...
Daher: KEIN europäischer Politiker lügt so viel wie der Krawall-Journalist Kleinert!

Re: zum "Glühlampenskandal"...

Die Schweiz verbietet aber nur Glühlampen, die nicht der Effizienzklasse E entsprechen.
Cuba macht es nur aus Verzweiflung, um irgend etwas gegen die Energieknappheit zu unternehmen und sollte wie China kein Vorbild für uns sein!

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Re: zum "Glühlampenskandal"...

Nur weil auch andere diesen Schwachsinn machen, ist das noch lange nicht gut.

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