25.05.2012 17:34 | Meine Presse Merkliste 0

Der verlogene Anspruch der 68er

GASTKOMMENTAR VON DETLEF KLEINERT (Die Presse)

„Die 68er“, das steht heute für jene Funktionärskaste, die Sozialismus meinte, wenn sie von Liberalität sprach, die (kommunistische) Diktatur meinte, wenn sie von Freiheit sprach, die Terror meinte, wenn sie von Humanität sprach.

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Über die 68er zu schreiben, das bedarf für mich einiger Vorbemerkungen. Zunächst waren sie mir suspekt einer Äußerlichkeit wegen: ihre schmuddelige Kleidung, ihre ungepflegte Erscheinung und das Gebrüll ihrer Demonstrationen fand ich von vornherein ziemlich widerwärtig.

Auch die Tatsache, dass keine Generation vorher so verbiestert, so muffelig, so humorlos war, hat mich abgestoßen. Dazu kamen dann auch noch Palästinensertücher als Ausdruck von Gesinnung – Antisemitismus habe ich damals schon für eine Form politischer Perversion gehalten. Und schließlich ihr politisches Weltbild, das sie – wortwörtlich – vor sich hertrugen, mit Plakaten der Mordgesellen Lenin, Stalin, Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot. Und natürlich von Marx, dem Begründer des staatlichen Totalitarismus.

Natürlich weiß ich, dass nicht alle, die damals mitmarschierten, Anhänger einer kommunistischen Diktatur waren. Aber wer heute über „die 68er“ redet, meint ja auch nicht die Mitläufer, die später als Ministerialbeamte, Journalisten oder Ärzte jenes Spießertum lebten, das sie und ihre Genossen damals anprangerten.

„Die 68er“, das steht heute für jene Funktionärskaste, die Sozialismus meinte, wenn sie von Liberalität sprach, die (kommunistische) Diktatur meinte, wenn sie von Freiheit sprach, die Terror meinte, wenn sie von Humanität sprach. Der Berliner Historiker Götz Aly, damals selbst Mitglied der „Roten Hilfe“, sieht heute völlig zu recht in der Führungsclique von damals Wiedergänger der nationalsozialistischen Studenten vor 1933.


Natürlich hat Aly Recht

Und auch wenn es den Alt-68ern nicht passt, natürlich hat Aly Recht. Wer beispielsweise die Vorgänge an der „Freien“ Universität in West-Berlin kennt, weiß diese These zu belegen. Vor dem Gebäude des Fachbereiches 10 drohten drei kommunistische Studenten dem FU-Anglisten Prof. Scheler am 29. November 1973 mit den Worten: „Dich Sau schaffen wir auch noch. Du bist der Erste, der einen Genickschuss abkriegt.“ Am 26. Juni 1972 meinte ein Mitglied der „Roten Zelle Anglistik“ dem Vordirektorium gegenüber: „Scheler sieht in einer revolutionären studentischen Gruppe nur eine Gruppe zum Absägen seines Kopfes. Langfristig hat er sicher recht.“ Ein KSV-Mitglied sagte am 23. April 1973 zu Prof. Scheler: „Wir werden Sie später in ein Arbeitslager stecken, wo Sie umerzogen werden.“

Kein Wunder also, dass zum Beispiel die Professoren Richard Löwenthal und Ernst Fraenkel, die beide 1933 aus Deutschland vertrieben und in den Fünfzigerjahren nach Berlin zurückgekehrt waren, angesichts dieses Hasses zunehmend verzweifelten. Fraenkel, und nicht nur er, sah einen neuen Faschismus aufziehen und dachte erneut an Emigration. Und selbst Theodor W. Adorno war entsetzt und schrieb seinem Freund Herbert Marcuse nach Berkeley: „Die Gefahr des Umschlags der Studentenbewegung in Faschismus nehme ich viel schwerer als Du.“


Massenmörder als Idole

Mit Beispielen dieser Art ließen sich Zeitungsseiten füllen, sie belegen, dass es kein Zufall war, wenn die 68er mit Postern von Mao, Stalin und Ho Chi Minh durch die Straßen zogen: die kommunistischen Massenmörder waren ihre Idole, und es kann keinen Zweifel darüber geben, dass sie die Methoden ihrer Heilsgestalten, Genickschuss, Umerziehungslager und Stasi-Terror, in Deutschland zur Grundlage ihrer Politik gemacht hätten. Von tödlicher Logik ist denn auch, dass die Mörderbande RAF durch Deutschlands Städte zog, auch Opfer der „einfachen“ Leute billigend in Kauf nehmend, um das „Schweinesystem“, wie die 68er den liberalen Rechtsstaat zu nennen pflegten, zu Fall bringen zu können.

Sie liebten offenbar die Schweine: Der bereits erwähnte Prof. Löwenthal, Politikwissenschaftler, Jude, Sozialdemokrat, der schon in den zwanziger Jahren aus der KPD ausgeschlossen worden war, weil seine wissenschaftliche Arbeit sich nicht entlang der Parteilinie bewegte, wurde als „das größte Schwein“ beschimpft. Ein führender SDS-Funktionär von damals, Tilman Fichter, gestand denn auch, sie hätten „teilweise Techniken der chinesischen Kulturrevolution an westdeutschen Universitäten eingeführt“.

Wie ernst sie es meinten, ist daran abzulesen, dass sie den „Marsch durch die Institutionen“ ankündigten, den Marsch zur Machtergreifung. Aus heutiger Sicht ist unverständlich, dass der liberale Rechtsstaat dieser Ankündigung kaum Bedeutung beigemessen hat. Man glaubte, auch dies sei eine Idee von Radikalen, die im Laufe der Zeit schon vernünftig würden. Weit gefehlt! Zwar ist es den 68ern nicht gelungen, ein kommunistisches Zwangsregime in Westdeutschland zu errichten, sie haben jedoch eine Entwicklung in Gang gesetzt, die die Grundfesten eines zivilisierten Staates erschütterten und unter der Deutschland bis heute zu leiden hat.

Und sie gingen nicht ungeschickt vor: Wohl wissend, welch ungeheure Macht in einer Demokratie den Multiplikatoren zukommt, drängten sie in alle Schaltstellen der Kommunikation. Sie wurden Lehrer bzw. Hochschullehrer mit der Konsequenz, dass Schulen und Universitäten zu Agitationszentren wurden; sie wurden Pfarrer mit der Konsequenz, dass von den Kanzeln (besonders den evangelischen) politische Ideologie gepredigt wurde, sie wurden Juristen mit der Konsequenz, dass Richter den Täter zum Opfer machten, sie wurden Journalisten und Filmemacher, mit der Konsequenz, dass Zeitungen und Fernsehen zur Spielfläche von Gesellschafts-Veränderern wurde; und sie wurden Politiker mit der Konsequenz, dass schließlich im Jahre 1998 eine rot-grüne Chaostruppe die Regierungsgeschäfte übernehmen konnte (nachdem Lehrer, Pfarrer, Richter und Journalisten über Jahre hinweg mit dem Volk eine Art Gehirnwäsche getrieben hatte).

Politisch sind die 68er total gescheitert, ihr Ideal einer kommunistischen Diktatur blieb Deutschland erspart. Gesellschaftlich aber waren sie höchst erfolgreich: die Familie wurde in Misskredit gebracht, der kinderlose Single-Haushalt als Normalfall propagiert, was für den Staat bedeutet, dass das Rentensystem zusammengebrochen ist. Leistung, Fleiß, Vaterlandsliebe wurden zu Stichworten fürs Kabarett, Multi-Kulti dagegen als Ausweis für fortschrittliches Denken (wer an Ausländerkriminalität zu erinnern wagt, begeht einen Tabubruch).


Selbstbetrug nicht Aufbruch

68 steht heute in der Sichtweise der Mehrheit als Aufbruch, als Protest gegen überkommene Strukturen, als Bewegung, die Deutschland demokratisiert, zivilisiert und liberalisiert habe.

Nichts ist falscher! Der verlogene Anspruch der 68er, aufgeklärte Modernisierer zu sein, hält einer rationalen Betrachtung nicht stand. In seinem Buch „Der große Selbstbetrug“ beschreibt Kai Diekmann 68 denn auch als „Epochenbruch der deutschen Gesellschaft in Richtung Egozentrik, Mittelmaß und Faulheit.“ Er hat nur noch das Spießertum vergessen.

Prof. Detlef Kleinert begann seine berufliche Laufbahn beim Bayerischen Fernsehen. Er war unter anderem Südosteuropa-Korrespondent der ARD in Wien.


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.04.2008)

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25 Kommentare
 
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Gast: Schattenfell
16.01.2010 19:42
0 0

Die gesamte 68er Generation war ein Totalausfall

Es ist eine reine Ansammlung egoistischer und verlogener "Weltverbesserer", die nichts auf die Reihe gebracht haben und daher verlangen, daß sich alle anderen ihrem Mittelmaß anpassen.

Für Elite und gegen 68er Multi-Kulti-Einheitsbrei.

Gast: individual responsibility
05.05.2008 19:20
0 1

Herr Kleinert Sympathiert mit der Ns-Zeit!

Herr Sympathiert mit der Ns-Zeit!
Sie sind anscheinend kein sehr gebildeter Prof. und ich würde sie bitten ihre nichts sagenden Beiträge nicht zu veröffentlichen!

Das die Friedens Bewegung der 68er die Welt verändert hat zweifelt kein denkender Mensch mehr an!
Das man vieles anders machen hätte könne ist klar!
Doch die Betonung liegt auf "hätte können"!

Vor 40 Jahren waren Jugendliche und Erwachsene dazu bereit einen wichtigen Schritt zu tun. Sie forderten Liebe, Friede, Freiheit, Gleichberechtigung.

Diese Ziele wurden angestrebt, aber selbstverständlich noch nicht erreicht!
Wir müssen uns bewusst werden das alle 5 sek. ein Kind stirbt! Und ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet."

Jean Ziegler: „Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen“

Antworten Gast: Kevin
14.05.2008 19:07
0 0

Re: Herr Kleinert Sympathiert mit der Ns-Zeit!

Hallo!

Sie machen sehr viele Rechtschreibfehler.

Beste Grüße
Kevin

generator
18.04.2008 09:55
0 0

Toleranz!

An der, von den faschistischen 68er-Abkömmlingen propagierten „Vielfalt“ ist das Eigentümliche, dass man umso weniger Meinungsvielfalt hat, je mehr ethnische Vielfalt man hat, weil sich jeder davor fürchtet, er könne etwas sagen, was jemanden "beleidigen" könnte.

Daneben sind jene, die die Vielfalt in den höchsten Tönen preisen, meist auch diejenigen, die am wenigsten tolerant gegenüber abweichenden Meinungen sind.

Der Begriff „Toleranz“ ist als Unterstützung für den Multikulturalismus und Masseneinwanderung herangezogen worden.

Diese Art von „Toleranz“ bedeutet eine Unterwerfung unter die islamische Kultur und die islamische Herrschaft im Zeitlupentempo. Wer aber gegen Toleranz ist, der muss ein übler Rassist oder etwas in der Art sein. Wer würde schon Toleranz und Vielfalt nicht mögen?

Der neue Faschismus wird nicht sagen: “Ich bin der neue Faschismus.” Er wird sagen: “Ich bin der Antifaschismus“
IGNAZIO SILONE (1900-1978), italienischer Schriftsteller

miss chief
18.04.2008 04:45
0 0

68er

die enormen verdienste der 68er zur liberalisierung der gesellschaft sind unbestritten, insofern als der geist der 68er entscheidend dazu beigetragen hat, unsere gesellschaft lebens- und liebenswert zu machen.

ABER:
die 68er gesinnung die stark von der situation des kalten kriegs geprägt war, und heute als ziemlich verkustete version ihrer selbst fortlebt, ist für die multipolare welt des 21. jahrhunderts völlig ungeeignet, da sie der gesellschaft die möglichkeit nimmt, gefährliche entwicklungen als solche zu erkennen, wenn sie nicht in das freund-feind schema der post68er passt. das führt zu so absurden situationen wie zB dass die einstigen feministinnen sich heute für das islamische kopftuch einsetzen.

es muss dringend eine neue art gefunden werden, die lage einzuschätzen, um unsere gesellschaft von dem schrecklichen virus (dogmatisches multikulti) der sie befallen hat zu heilen. dabei müssen die ideale der 68er nicht bzw. nur zum teil aufgegeben werden.

Gast: gast482
17.04.2008 18:21
0 0

Zwischen den Zeilen...

" Zunächst waren sie mir suspekt einer Äußerlichkeit wegen: ihre schmuddelige Kleidung, ihre ungepflegte Erscheinung und das Gebrüll ihrer Demonstrationen fand ich von vornherein ziemlich widerwärtig"

Demonstrationen wie die gegen Taras Borodajkewycz? Meiner Meinung war dort nicht das Gebrüll das eigentlich Widerwärtige. Andere denken gleich bzw. wissen nicht, wovon die Rede ist.

"Auch die Tatsache, dass keine Generation vorher so verbiestert, so muffelig, so humorlos war, hat mich abgestoßen."

Lügen werden auch dann nicht zu Tatsachen, wenn man sie als solche bezeichnet; Generationen der Renaissance, wo Waschen absolut tabu war und man sich stattdessen mit Parfumflakon und Puderquaste zu Leibe rückte, waren mit Sicherheit muffeliger.

Herr Kleinert, es steht ihnen frei, ihre Meinung zu äussern, wie sie wollen.

Auch wenn sie damit nur ein sehr trauriges Bild von sich selbst und von sonst nichts zeichnen.

Antworten Gast: mike40
17.04.2008 19:40
0 0

Re: Zwischen den Zeilen...

An Gast482:
Ein schwacher Kommentar.
Wie wäre es mit Sachargumenten ?
Herr Kleinert hat - wie man immer wieder beobachten kann, sehr richtig beschrieben ..

Antworten Antworten Gast: gast482
17.04.2008 23:51
0 0

Reflex statt Reflexion...

führt dann dazu, daß man

Absatz 2 (Demonstrationen gegen Borodajkewycz als ein so gar nicht ins Bild von Kleinerts Kommentar passender realer Sachverhalt in der österreichischen Vergangenheit),

sowie

Absatz 4 (Körperpflege zur Renaissance- bzw. Barockzeit als Gegenbeweis zu seiner Behauptung, der er wörtlich Tatsachencharakter unterstellte),

überliest.

Bei Ihrem Kommentar hingegen fehlen nicht nur "Sachargumente", sondern auch jeglicher konkreter Bezug.

Worauf beziehen Sie sich mit "...wie man immer wieder beobachten kann.."?

Was war für Sie "sehr richtig"? Alles?

Daß der 68er-Begriff hier umgedeutelt wird, damit er nur noch mit Verbrechern oder deren Sympathisanten konnotiert ist und 68er, die Journalisten oder Ärzte sind, heimgekehrte verirrte Schafe sein sollen?

Darf ich folgern, daß sie die "Sache" in "Sachargument" eher in ihrer alten gotischen Deutung ("Streit") verstehen?
Und daher in Ihren obigen 4 Zeilen so etwas wie einen starken Kommentar sehen?

Gast: Friedrich Ebert
17.04.2008 16:18
0 0

Alter Geifer - junger Eifer

Welche Heuchelei und Dummheit der Initiatoren des 68er Unheils, "Umschlag in Faschismus" !! Es waren jene alten, über 60-jährigen Professoren-Querulanten, die junge Akademiker traumatisiert haben, die in Bomben und Schutt geboren wurden, niemanden als ihre Eltern in einer Welt der Zerstörtheit besaßen, denen von solchen alten Intellektteufeln gesagt wurde, sie müßten diese Gesellschaft ihrer Eltern verachten, kritisieren, hassen.
Durch diesen Vertrauenseinbruch fand genau das erst Platz, was der Prof. Kleinert und der Götz Aly mit “Wiedergängertum” und “Ausläufer des europäischen Totalitarismus” bezeichnen: Die Wiederaufnahme der Identität der Elterngeneration durch eine seelisch zerstörte Nachwuchsgeneration !
Die Saat des Bösen war der akademisch organisierte Zweifel an der Integrität und Sinngebung der Nachkriegs-Gesellschaft der Eltern jener Studenten. Großverbrecher sind nicht so sehr die Infizierten, sondern die Sozialwissenschafts-Pesthaucher: Von wegen "Nach-Auschwitz-Müll" !

generator
17.04.2008 16:12
0 0

Symbol!

Die 68er hatten Massenmörder als Symbole?

Gibt es da nicht eine eingewanderte Gruppe, die auch ein so ein Symbol hat?

miss chief
17.04.2008 13:08
0 0

die ansichten des herrn aly

gibts für interessierte zum nachlesen hier:

http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=2363

heftig-deftige attacken, aber...

...tw wohl nicht ganz von der hand zu weisen. wer zu diesem thema weiter/lesen/diskutieren möchte und den Club2 zum Thema "die 68-er-falle" noch im hinterkopf hat, möge sich in unserm kleinen, aber antitrolligen forum umschauen...
http://34390.forendienst.de/show_messages.php?mid=4778466

heinz.pohl
16.04.2008 14:13
0 0

Dieser Artikel ist...

...das Gegenteil von einem "Schmarren". Dieser Artikel trifft das Wesen der 68er ganz genau: sie traten an, die Gesellschaft zu verändern. So weit, so gut. Aber haben sie sie verändert? Nein, sie haben viel (oder fast alles) zerstört, aber nichts Neues geschaffen, außer einem neuen Toleranzbegriff, der echte Toleranz zu akzeptieren nicht nicht mehr in der Lage ist. Die alte Scheinheiligkeit lebt also unter neuem Vorzeichen moralinsauer weiter! Ich danke Herrn Kleinert für seinen mutigen Kommentar!

Antworten Gast: Skeptiker
16.04.2008 22:08
0 0

versuchen wir es einmal logisch

Würde gern einmal erfahren, was Ihnen an Kleinerts Kommentar mutig erscheint? Dass er ins gleiche Horn stösst, wie die Presse, die vom Chefredakteur abwärts einhellig irgendwelche "68-er" für alles verantwortlich macht, was ihr an gesellschaftlichen Abweichungen gegenüber dem alten Kaisertum missfällt. Zugleich liest man mit Vergnügen, dass diese 68-er ja überhaupt nichts erreicht hätten.

Sie meinen, dass von diesen 68-ern die Gesellschaft nicht verändert worden sei, obwohl diese (fast alles) zerstört haben? Also was? Entweder nichts verändert oder alles zerstört? Ich denke nicht, dass man alles zerstören kann ohne dabei die betroffene Gesellschaft zu ändern.

Die Tatsache, dass damals propagierte Ideen sich teilweise irreversibel durchgesetzt haben, zeigt zumindest, dass diese Ideen in nicht unwesentlichen Teilen der Gesellschaft Zustimmung fanden. Dass Ihnen diese Änderungen nicht gefallen, ist Ihr gutes Recht. Dass andere froh darüber sind ist aber genau so deren Recht.

Gast: Skeptiker
16.04.2008 01:42
0 0

Was soll der Schmarrn?

Da hat man geglaubt, die Presse sei, wenn auch eine konservative, so doch eine seriöse Zeitung auf annehmbar hohem Niveau. Und dann dieser Schmarrn von wehleidigem Kommentar, der nicht einmal der Intellektualität der Krone genügen würde. Aber die 68-er, wer immer das auch sein soll, sind halt die Lieblingsfeinde des Herrn Chefredakteur und da kanns nicht schaden, wenn ein Kommentator kräftig auf die Pauke haut.
Dass solches Beispiel beklemmend unsinnige Leserkommentare nach sich zieht, liegt auf der Hand. Schade um das Renomme der Presse.

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Ausser Ressentiments

haben Sie, der sich Skeptiker nennt, nicht viel zu bieten. Das nenne ich Antithese zum Anspruch.
Zugegeben, Kleinerts Schuldzuweisungen, den 68ern ALLE Fehlentwicklungen nachher zu unterschieben, ist etwas ö. gesagt wax! Das zu Erläutern ist leider dieses Medium nicht ausreichend.
Trotzdem legt er die hand in die Wunde, woran alle Utopien seit der Antike scheiterten, aber wie Phönixe aus der Asche immer wieder entsteigen.

Antworten Antworten Gast: gast73
17.04.2008 18:24
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Re: Ausser Ressentiments

Nein, tut er nicht.

Knieriem
15.04.2008 22:33
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Wir sind die Guten!

Es ist die 100 Jahre dauernde Kette vom pseudophilosophischen Besserwisser Karl Marx über bolschewistische Massenmörder, die 68er, RAF Mörder bis endlich zu den Erfindern und Verbreitern des Meinungsterrors der Political Correctness, die hier klar und mutig dargelegt wird. Es ist nur ein gradueller Unterschied zwischen Regimen, die Andersdenkende per Genickschuss erledigen, in Umerziehungslager stecken und jenen, die glauben:"Wir sind die Guten!" und per politischer Korrektheit festlegen, was gedacht, bzw gesagt werden darf, weil sie die einzigen sind, die wissen, was richtig ist. Einmal ist es der Genickschuß in der Lubjanka, ein anderes Mal wird jemand am Strang der öffentlichen Meinungsmanipulation hingerichtet. Ja, die 68er haben als Glied dieser Kette alle Gesellschaftlichen Strukturen zerstört, oder zumindest geschwächt. Besonders traurig aber ist, daß gesellschaftliche Kreise, die mit ihnen eigentlich nichts zu tun haben immer mehr in den Sog dieser Ideologie gezogen werden!

Knieriem
15.04.2008 22:33
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Wir sind die Guten!

Es ist die 100 Jahre dauernde Kette vom pseudophilosophischen Besserwisser Karl Marx über bolschewistische Massenmörder, die 68er, RAF Mörder bis endlich zu den Erfindern und Verbreitern des Meinungsterrors der Political Correctness, die hier klar und mutig dargelegt wird. Es ist nur ein gradueller Unterschied zwischen Regimen, die Andersdenkende per Genickschuss erledigen, in Umerziehungslager stecken und jenen, die glauben:"Wir sind die Guten!" und per politischer Korrektheit festlegen, was gedacht, bzw gesagt werden darf, weil sie die einzigen sind, die wissen, was richtig ist. Einmal ist es der Genickschuß in der Lubjanka, ein anderes Mal wird jemand am Strang der öffentlichen Meinungsmanipulation hingerichtet. Ja, die 68er haben als Glied dieser Kette alle Gesellschaftlichen Strukturen zerstört, oder zumindest geschwächt. Besonders traurig aber ist, daß gesellschaftliche Kreise, die mit ihnen eigentlich nichts zu tun haben immer mehr in den Sog dieser Ideologie gezogen werden!

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der Irrglaube

Es ist der Wahn, der alle Weltverbessererideologien seit der Antike verfolgt und scheinbar unausrottbar ist: "Dass der Mensch von der Veranlagung her ein friedvolles liebevolles Wesen ist, das erst durch die ungleiche Sozialisation zum Räuber, Mörder oder sonstigem Verbrecher wird."
Nur damit lässt sich dieser Irrsinn erklären, mit Methoden, die man an seinem zum Gegner ernannten kriminalisiert, selber aber legitim für seine Ziele zu kämpfen (schaut Euch einfach bei diese Anti irgendwas Sites um z.B. at.indymedia.org).
Dass ALLE Ideologien, die sich realpolit. durchsetzen wollten, dann aber nicht bloss nur versagt haben, sondern sogar genau das, was sie bekämpfen wollten zig fach verstärkt hatten, wäre eigentlich Satire, wären nicht die Mio von Toten!

Antworten Gast: Skeptiker
15.04.2008 10:48
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Re: der Irrglaube

Wenn es ein wahnhafter Irrglaube ist, dass der Mensch (im Wesentlichen) ein friedvolles Wesen ist, was ist er dann? Und was folgt aus dieser ideologischen Annahme, dass er nicht friedfertig sei? Weniger Tote im Laufe der Geschichte? Wers glaubt wird selig.

Antworten Antworten freeman
18.04.2008 11:59
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Was daraus folgt:

Daß man wirtschaftliche politische und soziale Systeme nicht einem utopischen Idealmenschen auf den Leib schneidern sollte, sondern dem real existierenden.

Dann brauchts auch keine grausme Diktatur, um den eigenen Ideen doch noch irgendwie zum Durchbruch zu verhelfen, sondern nur die Freiheit jedes Menschen, so zu leben wie er will, solange er die Grenzen des Anderen damit nicht überschreitet.

Gast: Lars Kerner
14.04.2008 21:36
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Danke für den frechen Artikel

Wer sich heute die Nabelschau ehemaliger Terroristen anschaut oder ihre "Biografien" liest, erkennt ihren Tunnelblick. Es geht ihnen darum einen guten Platz als "Befreier"in der Geschichte zu erhalten. Um mehr nicht. Aber unglaubwürdig. Sie schweigen über ihre menschenverachtenden Greueltaten und niemand nimmt sie wirklich ernst. Sie wollen nur Aufmerksamkeit.Sie sind als Mörder interessant..Sonst nicht.
die 68ger im Gegensatz sind da politisch interessanter. Allerdings nehmen auch sie sich manhmal zu wichtig. Sie waren keine besseren Menschen, sie waren nur lauter. In manchen Punkten hilfreich, in anderen nur besserwisserisch. Aber die meisten von ihnen haben erkannt, dass gesellschaftliche Veränderungen mehr als nur Widerstand benötigen.

Antworten Gast: Skeptiker
15.04.2008 11:26
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Re: Danke für den frechen Artikel

Wie Sie zutreffend schreiben, haben die 68-er wenigstens erkannt, dass gesellschaftliche Veränderungen notwendig waren in dem von Selbstgefälligkeit triefenden Klima der Wirtschaftswundergesellschaft. Der Muff von tausend Jahren steckte damals beileibe nicht nur in den grotesken Talaren der Professoren. Über Ziele und Methoden der Veränderungen kann man sich ja auseinandersetzen. Aber nicht so, wie es der Presseartikel von D. Kleinert tut, dem die Ideen der 68-er wegen derer "ungepflegten Erscheinung ...von vornherein...widerwärtig" waren. Genau diese oberflächliche Diktatur der "gepflegten Erscheinung" im unverhofften neuerworbenen Wohlstand hat damals viele junge Leute nach attraktiveren Gesellschafts- und Lebensentwürfen suchen lassen. Dass später die gesamte Gesellschaft manche Entwürfe der 68-er freiwillig übernommen hat, wie es Kleinert beklagt, zeigt, dass Nachfrage nach neuen Ideen bestanden hat.
Aber neue Ideen sind eben reaktionären Geistern prinzipiell unerwünscht.

Antworten Antworten Gast: positiv thinking
13.09.2008 17:07
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Re: Re: Danke für den frechen Artikel

skeptiker: über die 68-er als gesamtbewegung schreiben Sie treffend, nur sollten Sie deren teils rücksichtslose, selbstherrliche und später madenfette anführer auch so konsequent abmahnen.

 
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Hinweis

  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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