25.05.2012 18:19 | Meine Presse Merkliste 0

Klaus Emmerich und Rassismus als „zulässige Dimension“

GASTKOMMENTAR VON WALTER SCHICHO, BEA GOMES UND UND ARNO SONDEREGGER (Die Presse)

Bedrohlicher Obama und ein Spaziergang mit einem Schwarzen: Die rassistischen Strategien hinter den Aussagen des Ex-ORF-Journalisten.

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Da erzählte jemand jahrelang in die Kamera bedeutungsschwanger Gemeinplätze. Plötzlich ist die Kamera, und damit die Bedeutung weg. Rühren Emmerichs Tiraden nur von Geltungsbedürfnis, der Gelegenheit, in eine umfassend positive Stimmung hinein Unpassendes zu sagen? Auch, aber keineswegs vor allem.

Emmerich konstruierte in der ORF-Diskussion am Mittwoch deutlich und zugleich primitiv ein Ausgrenzungs- und Abwertungsszenario, das sich unterschiedlicher rassistischer Strategien bediente. Da ist der „Wir-Diskurs“, in dem das „weiße, männliche Amerika“ gegen „Sklaven“ und „jüdische Emigranten“ positioniert wird. Was „weiß“, was „schwarz“ und was „jüdisch“ sei, wird gemäß absurden früheren Rassenlehren wie selbstverständlich vorausgesetzt.

Dass man sich vor dem „schwarzen Mann“ fürchten müsse, betont Emmerich in einem „Presse“-Interview (7.11.), in dem er von einer „fast diabolischen Begabung“ Obamas spricht. In der ORF-Diskussion verknüpfte er ein Lob für Obamas „rhetorische Brillanz“ mit einer Anspielung auf die faschistisch-autoritäre Gestaltung öffentlicher Kommunikation: Sie stimme ihn „als gelernten Europäer und Österreicher seltsam im Gemüt“. Gefragt, wie er das meine, antwortet er durch implizite Bestätigung: Spiele er auf Hitler an? „Das haben Sie gesagt.“ Er macht damit die rednerische Begabung, die „Kunst des Verführens“, zum verbindenden Element zwischen zwei Politikern, von denen einer das schlechthin Böse verkörpert.

Dass von dieser Wahl Gefahr ausgeht, wird dem Gewählten zugeschrieben. Eine Bedrohung wurde bereits in den Raum gestellt („bin mal neugierig, wie das weiße Amerika reagiert“). Auch die Generalisierung „Ich halte die Amerikaner nach wie vor für Rassisten“ könnte als Warnung verstanden werden. Andererseits kommen die Schwächen des scheidenden Präsidenten gerade recht, um die Fähigkeiten seines Nachfolgers kleinzureden: „Im Vergleich zu dem jetzigen Präsidenten ist es leicht, genial, begabt, charismatisch und weiß nicht, was alles zu sein.“ Es bleibt unklar, ob nun die kommunikative Brillanz die USA und die Welt insgesamt in Gefahr bringt, oder ob es sich bei Obama nur um einen aus dem konstruierten Kollektiv der „Schwarzen“ handelt, „die in ihrer politisch-zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit“ sind.

Kann jemand die Logik der Wahl in den USA auf eine so widersprüchliche Weise auf den Punkt bringen? Herr Emmerich kann.

Auch in der verzerrenden Bezugnahme auf Ereignisse oder Entwicklungen, die aus Emmerichs Sicht eine vergleichbare Bedrohung für Österreich darstellen („der nächste österreichische Bundeskanzler ein Türke“) tritt Emmerichs Rassismus offen zu Tage.


Kultur wird zum rassistischen Argument

Emmerich glaubt offenbar an einen grundlegenden Wesensunterschied zwischen Menschen verschiedener Herkunft, der die einen zum Herrschen, die anderen zum Dienen disponiert. Diese Ansicht bildet den Kern vieler Rechtfertigungsversuche sozialer Ungleichheit.

In diesem Zusammenhang müssen wir vermerken, dass die „klassischen“ Formen rassistischer Argumentation durch andere erweitert wurden. Der Soziologe Gerhard Hauck schreibt in seinem Buch „Kultur. Zur Karriere eines sozialwissenschaftlichen Begriffs“: „Der Kulturbegriff hat den Rassebegriff abgelöst als zentrales Rechtfertigungsargument für Diskriminierung und Unterdrückung jedweder Art.“ Für den rassistischen Diskurs steht heute das „Minarett“ als „rassistisches“ Argument gleichberechtigt neben der Hautfarbe.

Klaus Emmerich ist klug genug, seinen rassistischen Zugang zu relativieren. Im „Presse“-Interview behauptet er schließlich, er sei kein Rassist – sein Beleg: Er habe als Kind einen befreundeten schwarzen Studenten auf einem Spaziergang begleitet. Die Rassismusforschung kennt diese Strategie: Man hat einen Afrikaner als guten Bekannten und kann darum unmöglich ein Rassist sein. Im gleichen Interview erklärt Emmerich jedoch Rassismus als zulässige „Dimension“ ...

Die Beschäftigung mit Rassismus kam in Österreich mit der Waldheim-Diskussion in Bewegung und erweiterte sich mit dem Tod von Marcus Omofuma auf Rassismus gegenüber Afrikanern. Die Internetkommentare zu Emmerichs Bemerkungen zeigen allerdings auch, dass manche MitbürgerInnen noch immer der Meinung sind, Rassismusforschung sollte sich eher mit Zielgruppen des Rassismus, mit AfrikanerInnen, Roma, Jüdinnen und Juden befassen als mit den Rassisten. Das wäre sicher der falsche Weg.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2008)

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51 Kommentare
 
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Gast: walter
26.11.2008 15:45
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Herr Schicho ein

Sehr geehrter Herr Schicho!

Sie sind ein wohlgeübter Schwimmer im "gender mainstream". Wie heißt es in diesem Text von Ihnen "...des Rassismus, mit AfrikanerInnen, Roma, Jüdinnen und Juden befassen als mit den Rassisten....". Angeblich besitzen Sie die Gewißheit, daß Rassismus ein ausschließliches Problem unserer männlichen Artgenossen ist. Ob diese Ansicht politisch korrekt ist? Haben sich die weiblichen Artgenossen nicht eine Quote auch im Bereich Rassismus verdient? Die von Ihnen aufgezählten Ethnien, entschuldigen Sie diesen Begriff, ich weiß, er ist nur ein Ersatz für "Rasse", zeugen bei Ihnen von einem bedenklichen eurozentristischen Weltbild, zählen Sie doch vornehmlich in unseren Breitengraden Bevölkerungsteile auf, denen man pauschale unterstellt ständig diskriminiert zu werden.
Veehrter Herr Schicho, bitte nerve Sie Ihre Mitmenschen nicht mehr mit Ihrem beschränkten neomarxistischen Weltbild. Danke!

Antworten Gast: Rudolf
30.12.2008 13:08
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Re: Herr Schicho ein

ad Walter:

Diesen Kommentar von Walter kann man nur unterschreiben. Allzuviele Menschen, die sich selbst als Rassismusexperten deklarieren, ohne jemals Kompetenz in diesen Gebieten nachgewiesen zu haben, suchen sich häufig andere Gruppen der Gesellschaft, auf die sie hinabschauen können. Dieser besagte Herr zählt wohl dazu, wenn auch nicht immer reflektiert.

Antworten Gast: Rudolf
30.12.2008 12:03
0 0

Re: Herr Schicho ein

ad Walter:

Diesen Kommentar von Walter kann man nur unterschreiben. Allzuviele Menschen, die sich selbst als Rassismusexperten deklarieren, ohne jemals Kompetenz in diesen Gebieten nachgewiesen zu haben, suchen sich häufig andere Gruppen der Gesellschaft, auf die sie hinabschauen können. Dieser besagte Herr zählt wohl dazu, wenn auch nicht immer reflektiert.

Cicero
17.11.2008 17:27
0 0

Nicht erst am 20. Jänner, ich weiß es jetzt schon!

LIFE DABEI, hier weiter unten, ist eine außerordentliche Geistesgröße. Er oder sie – das verrät LIFE DABEI ja nicht – wendet sich vehement dagegen, wenn Barack Obama für seine nebulosen Aussagen kritisiert wird. Er oder sie sieht in solchen Widersprüchen gleich eine Beleidigung der Person, was natürlich unstatthaft ist. Selber aber beleidigt sie den amtierenden Präsidenten als Karikatur. Und zur Untermauerung dieser Aussage kommt gleich noch die Unwahrheit, wenn Bush den Mund aufmacht, dann rasselt die Börse nach unten. Krank im Kopf!
Nicht genug damit, andere Beitragschreiber werden gleich mit beleidigt. Sie werden generell als Lümmel heruntergemacht und als Dummköpfe bezeichnet. Ich sollte mich besser Brutus anstelle von Cicero nennen, sollte mich psychiatrieren lassen, usw. usw. Eben krank im Kopf!
Das Beste aber, man wisse noch nicht, was Obama machen wird, er beginnt doch erst am 20. Jänner. Richtig lustig!
Ich habe ihm im Wahlkampf zugehört und weiß es jetzt schon!

Antworten LIFE DABEI
19.11.2008 15:24
0 0

Re: Nicht erst am 20. Jänner, ich weiß es jetzt schon!

Beidigt ? Das tut mir doch leid.

Die Frage war die Kommentierung Emmerichs im ORF zum amerikanischen Wahlergebnis. Was Sie daraus gemacht haben ist eine ellenlange Litanei betreffend der angeblichen Unfähigkeit Obamas dieses Amt auszuüben. Niemand von uns weiss ob ihm das gelingen wird, ausser Sie. Damit stehen Sie im Gegensatz bedeutender Persönlichkeiten die ihm diese Fähigkeiten attestieren.

Ich möchte aber beim Thema bleiben. Eben weil der einzig logische Schluss ihres Tun nur der sein kann dass Sie hier ihre rassistische Sau rauslassen sind wir in Streit geraten. Ich habe Sie nie einen Lümmel oder Dummkopf geheissen sondern Sie haben sich angesprochen gefühlt und zitieren unrichtig.

Zitat: "Was ihnen nicht passt ist das Wahlergebnis. Wenn Sie es nicht glauben, lassen Sie sich bitte psychiatrieren "
Es lag mir fern Sie damit zu beleidigen. Jemand der aber so hartnäckig einen schwer nachvollziehbaren Standpunkt einnimmt muss auch einstecken können.

Antworten Antworten Cicero
20.11.2008 12:24
0 0

Wer keine Manieren hat, braucht auch keine!

LIFE DABEI, Sie irren sich, ich bin nicht beleidigt, habe ich auch gar nicht behauptet.
Wohl aber sagte ich, wenn Sie alle, die nicht Ihre Meinung sind als Lümmel und Dummköpfe heruntermachen, dann muß ich mich auch betroffen fühlen, denn ich bin auch nicht Ihrer Meinung. Und daß ich mich zu Recht betroffen fühle, zeigt ja Ihre Aufforderung, ich solle mich psychiatrieren lassen und mein Pseudonym ändern.
Ihr Irrtum, ich sei beleidigt, liegt darin, daß Sie mich gar nicht beleidigen können, dazu fehlt Ihnen das notwendige Format. Sie zählen nicht zu jenem auserwählten Kreis, der mich überhaupt beleidigen kann, denn Sie haben eine wesentliche Mangelerscheinung.
Es fehlen Ihnen brauchbare Manieren!

Antworten Antworten Antworten LIFE DABEI
20.11.2008 13:59
0 0

Re: Wer keine Manieren hat, braucht auch keine!

Ich bin es leid mit ihnen hier weiter zu streiten wie zwei alte Jungfern.
'Krank in Kopf ' das stammt doch von ihnen ?
Dass wir im Streit liegen liegt an unserer unterschiedlichen Auffassung von Manieren.

Das mit dem Psychiater sahen Sie viel zu negativ.
Ich wünsche ihnen trotzdem noch einen schönen Tag.

Antworten Antworten Antworten Antworten Cicero
20.11.2008 15:29
0 0

Wer einen Streit anfängt …

Zuerst heißt es, wenn ich mich von Ihrer Lümmel- und Dummkopf-Aussage betroffen fühle, sei ich selber schuld. Jetzt hätte ich die Aufforderung, mich psychiatrieren zu lassen, nicht so eng sehen sollen.
Sie müssen sich bei mir nicht entschuldigen. Der einzige Weg aber, der Sie aus Ihrer Malaise herausbringen kann, ist, sich bei mir und allen anderen, die Sie unter der Gürtellinie angegangen sind, zu entschuldigen.
Sie müssen zudem zur Kenntnis nehmen, ich darf eine andere Meinung haben als Sie. Und diese Meinung darf sogar falsch sein. Sie ist aber offensichtlich nicht falsch, denn sonst würden Sie sie widerlegen. Können Sie aber nicht, daher Ihre Angriffe.
Wenn Sie es wirklich leid sind, mit mir zu streiten, brauchen Sie bloß aufzuhören. Aufzuhören, auf mich einzudreschen. Irgendwann werden auch Sie begreifen, wer einen Streit anfängt, sollte ihn tunlichst auch selbst wieder beenden.

Gast: Crusader
17.11.2008 07:44
0 0

Wenn ein Exhöfling den politisch Korrekten ans Bein pinkelt...

..geht der große Aufschrei durchs Multikultireich.
Langsam wirds echt fad.
Außerdem ist es kein Rassismus wenn man behauptet die Mehrheit der Österreicher will keine Schwarzafrikaner oder Moslems im Land - es ist eine Tatsache die von einer immer kleineren Lobby von Gutmenschen verleugnet wird.
Rassismus? Omofuma & Co SIND Drogenhändler und die Bettler SIND Roma - was gibt`s an Tatsachen herumzudeuten?
Und was hat das ganze eigentlich mit Juden zu tun?
Warum werden die in den gleichen Topf wie Kriminelle geworfen? Weil man dann besser die Faschismuskeule schwingen kann?
Zu spät, die wirkt nicht mehr....

Antworten LIFE DABEI
17.11.2008 14:45
0 0

Re: Wenn ein Exhöfling den politisch Korrekten ans Bein pinkelt...

Was hat bitte das amerikanische Wahlergebnis mit dem 'Wunsch der Österreicher keine Schwarzafrikaner oder Moslems ' im Land zu haben zu tun ?

Letzteres ist legitim, ersteres ist eine grobe Einmischung in Angelegenheiten die uns nichts angehen wenn diese uns auch betreffen.

Das kritisieren Sie doch selber, die Einmischung der Amis in anderer Länder Angelegenheiten, wenn ich mich recht entsinne: Irak, Afghanistan etc...

Sie verwechseln schon wieder grün mit viereckig haben keine Linie und raunzen nur. Und ihre hohlen Phrasen von wegen Gutmenschen... bringen Sie doch mal was Neues !

Wer redet hier von der 'Faschismuskeule' ? Emmerich ist senil, weiss nicht was er damit anrichtet und dass ein paar Lümmel hier sich nicht vorstellen können wie das ausgeht, wenn man generell ohne Augenmass bei Kritik so verfahren würde daran habe ich mich schon gewöhnt.
Lesen Sie einmal bei CNN Kommentare zum Wahlausgang. Da können Sie sich etwas abschneiden.

Gast: agkm
16.11.2008 19:47
0 0

Reflex(ion)

Herr Emmerich war jahrzehntelang einer der hochangesehensten Journalisten im deutschsprachigen Raum. Ich persönlich tue mich schwer, zu seinen Ausführungen Stellung zu beziehen, teile auch nicht so seine Meinung, bin allerdings auch sehr gegen die reflexartigen Verurteilungen durch den ORF und Printmedien. In Deutschland und Österreich reagieren praktisch alle Meinungsmacher äusserst sensibel, wenn irgendwelche Äusserungen fallen, die nach Rassismus riechen, die Reaktionen fallen aber durchwegs inkompetent aus und sind nur geleitet von der Absicht, da nicht anzustreifen und im konkreten Fall Herrn Emmerich kalt zu stellen. Die Argumentation von Herrn Emmerich war nach meiner Sicht keinesweg primitiv, sondern ganz das Gegenteil, er äusserte seine persönliche Besorgnis und versuchte, diese darzulegen. Auch ich machte meine Erfahrungen in Afrika und ich möchte dort unter keiner schwarzen Regierung leben wollen, das gilt aber nicht für Obama und die USA.

Antworten LIFE DABEI
16.11.2008 22:25
0 0

Re: Reflex(ion)

Es geht schlicht und einfach darum ob es korrekt war den gewählten Präsidenten eines Landes, ich sage jetzt fünf Minuten nach dem Bekanntwerden seines Wahlsieges in despektierlicher Weise abzuqualifizieren.
Und das unter dem feigen, ar. schkriechenden Argument der freien Meinungsäusserung.

Wem dem so recht wäre, lässt sich jede Beleidigung damit argumentieren. Ich sehe nebst der Finanzkrise auch eine unglaubliche Errosion in unserer Kultur.

Ich verstehe gar nicht wieso man sich dann über Brinkley Report, Watchlist und dergleichen noch aufregt. Schande auf Konventionen, Freistil !

Diese Meinung hat gar nichts mit 'Gutmenschentum' zu tun sondern damit dass man zwar Kritik immer äussern darf und soll aber mit Augenmasz. Das macht die Grösse einer Person, einer Gesellschaf aus. Herr Emmerich beschnutzte aus purer Eitelkeit das Ansehen unserer Nation. Der US Botschafter musste protestieren.

Und es ist mir egal wenn sich jetzt wieder einige Lümmel darüber das Maul zerreissen.

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Versuch einer Erklärung

Über die komplette Idiotie in Emmerichs Ausführungen haben sich bereits andere hinreichend ausgelassen. Ich habe über die womöglichen unterschwelligen Beweggründe zu all diesem "Experten"-Irrwirtz nachgedacht und bin zu folgender Theorie gelangt.

Hat man uns Nachkriegsgeborene nicht immer eindringlichst davor gewarnt, brillant formulierenden populistischen Volkstribunen auf den Leim zu gehen? Galt nicht schon die freie Rede an sich bereits als eine Art "Teufelswerk"? Und hatte nicht z.B. Franz Vranitzky einmal so treffend festgestellt: Wer eine Vision hat, sollte einen Psychiater konsultieren?

Aber irgendwie sehnen sich die Menschen nach "Heilsbringern"; ganz gleich ob religiöse, politische oder auf welchem Gebiet auch immer! Sie beginnen von etwas völlig Neuem zu träumen.Vor allem dann, wenn das, was bisher war, dabei ist, sich zu überleben! Diese Sehnsucht wächst und versetzt oft tatsächlich Berge! Er stürzt auch noch so scheinbar fest im Sattel sitzende Diktaturen!


Antworten LIFE DABEI
16.11.2008 22:52
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Re: Versuch einer Erklärung

Hoffnung versetzt oft Berge.
Was die Heilsbringer anbelangt kann man das ganz nüchtern sehen. McCain wurde Bush zugeordnet. Jedesmal wenn der den Mund aufmacht geht die Börse runter und Palin hat McCain den Rest gegeben.
Deshalb wurde Obama gewählt. Andere Kandidaten gab es nicht. So einfach war das. Und was darüber hier schon alles zusammengeplappert wurde.

Ich möchte wahrlich nicht solche Figuren wie Herrn Emmerich als Präsident unserer Nation sehen. Da ist mir der Herr BP H.Fischer tausendmal lieber.

Was die Hautfarbe anbelangt von welcher der überschlaue Herr Emmerich soviel ableitet, möchte ich nur sagen: einem Mandela kann der nicht einmal das Wasser reichen !

Haptsache ist doch oder sollte sein, der Mann oder die Frau macht ihren Job richtig und zuverlässig.

Kito
15.11.2008 14:53
0 0

An die Verfasser

Na, heute bereits die zweite Flasche "Interpretanol forte" geöffnet und geleert?

Das Pamphlet erinnert mich stark an das, was ich mir von Seiten der Gemahlin anhören darf, wenn ich spät nach Hause komme und als Grund dafür "Streß im Büro" nenne.

LIFE DABEI
15.11.2008 10:42
0 0

Geltungsbedürfnis

Geltungbedürfnis:
das und nur das dürfte es sein bei diesem alternden Mann. Es erinnert mich an Hermann Nitsch der Blut und Schei.. sse über Leinwände kippt und das dann als Kunst bezeichnet.
Analog kann man solche verbalen Entgleisungen, die ein ganzes Volk beleidigen, dann als das Recht auf freie Meinungsäusserungen bezeichen.

Und was bringt das alles ?

Journalisten dürfen sich sicher nicht in Konventionen verlieren, der Mut zum Risiko auch in der Diskussion ist erforderlich soll es etwas kreatives bringen. Die wahre Kunst ist es wohl die Grenzen des guten Geschmacks nicht zu verlassen. Geschieht dies und das lässt sich gerade auf diesem Gebiet der 'freien Künste' erkennen , zerstört es nur.


Gast: Malwine Blaustrumpf
09.11.2008 20:11
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Machowörter

Einerseits formulieren die drei Verfasser im vorletzten Satz dieses Gastkommentars politisch korrekt
"AfrikanerInnen" sowie "Jüdinnen und Juden", andererseits erwähnen sie nur "Roma" und "Rassisten",
also nur männliche Angehörige einer Ethnie und nur
Gläubige einer Ideologie. In typisch männlicher Überheblichkeit übergehen sie Romnia und Rassistinnen.

Antworten Gast: Malwine Blaustrumpf
09.11.2008 21:41
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Re: Machowörter – Ergänzung

... also nur männliche Angehörige einer Ethnie und nur männliche [dieses Wort fehlt in meinem Kommentar]
Gläubige einer Ideologie ...

Antworten Antworten Gast: grubenhund
10.11.2008 09:14
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Re: Re: Machowörter – Ergänzung

Kennen sie den mit den Moskovitern, die sich in der frostigsten Jännernacht anstellen, um eine Sonderlieferung Filzstiefel zu ergattern? Die Miliz riegelt die endlose Schlange gewohnheitgemäß ab und die Leutchen frieren sich was ab beim Warten. Gegen 1 Uhr eine Meldung: ein Drittel der Lastwagen ist steckengeblieben, es reicht nicht für alle. Juden und Jüdinnen - geht nach Hause.
Um vier die nächste Hiobsbotschaft: ein weiteres Drittel der LKWs ist auf Eis ineinandergeraten - es dürfen nur noch Parteimitglieder ausharren.
Bei Dämmerung ertönt es - die Leute sind fast zu Eisblöcken erstarrt - wegen Motorschadens kommt die Ladung heute nicht mehr an, alles heimgehen. Raunt da ein altgedienter Genosse dem anderen, ziemlich hörbar, zu: diese Juden und -Jüdinnen, daß sie immer Protektion haben müssen...
Irgendwer wird immer bevorzugt, vermaledeite Gleichschaltung!

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An Herrn Emmerich

Als Austro-Amerikaner in den USA lebend bin ich zutiefst entsetzt ueber die Aussage die Sie kuerzlich im ORF taetigten dass Sie nicht wollen von einem "schwarzen" regiert zu werden. Ich frage mich selbst warum Sie der ORF ueberhaupt noch zu Stellungnahmen einlaedt da Sie anscheinend schon viele Jahre nicht mehr in den USA leben und daher die Situation auch nicht richtig einschaetzen koennen respektive Ihre Argumente einer anderen Zeit zugehoeren die auch hier vorbei zu sein scheint.
Weiters hoffe ich dass der ORF aus oeffentlich rechtliche Anstalt in Oesterreich Sie nicht mehr zu irgendwelchen Diskussionen einlaedt - es gibt sicherlich mehr profiliertere Situationskenner ueber die USA als Sie es anscheinend sind. Es ist eine Beleidigung unseres neuen Praesidenten den die Welt anders einschaetzt als Sie es tun.
Mit freundlichen Gruessen, Willie R Scholz

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Re: An Herrn Emmerich

Vermutlich war Emmerich über den Umstand schockiert, daß Obama auf der Berliner "Fanmeile" 200.000 begeisterte Zuhörer zu seiner Ansprache versammeln konnte.

Denn genau ebenfalls 200.000 hatten sich ja 1938 auf dem Wiener Heldenplatz zur berühmten Rede des "Führers" eingefunden.

Und wenn ein Politiker dermaßen die Massen "zieht", dann ist offensichtlich "Gefahr in Verzug". Kritische Vorsicht ist ja im allgemeinen durchaus nützlich und konstruktiv. Man kann¿s freilich auch übertreiben.

Eine Liebesbeziehung muß ja auch nicht gleich unbedingt in einer Geschlechtskrankheit enden...

Cicero
09.11.2008 18:07
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Eine Antwort an mehrere Beiträge.


1) Ich wünsche von Fremden, die ich nicht kenne, nicht mit dem vertraulichen „Du“ angeredet werden. Punkt.
2) Collin Powell und Sydney Portier haben ihre Hochschulausbildung bereits abgeschlossen gehabt, Condoleezza Rice war noch in der Grundschule, als Martin Luther King anfing seinen Traum zu haben. Soll heißen, die Leistungsfähigkeit dieser Leute, die danach vom bürgerlichen Amerika uneingeschränkt anerkannt und akzeptiert waren, hing nicht von der gesetzlichen Aufhebung der „Rassentrennung“ ab. Sondern ausschließlich von ihrem Willen zur Bildung und von ihrer Arbeitsbereitschaft.
3) Trotz der eben erwähnten Beseitigung der „Rassentrennung“ hat sich die Masse der Schwarzen nicht über ihre aus der Sklavenzeit herrührende Malaise erhoben. Bei den Hispanics ist das deutlich besser aber auch ungenügend. Zu glauben, der Schrei Obamas nach Wechsel und der umwerfenden Behauptung „Yes, we can“ wird daran nichts ändern, die langsame Aufwärtsentwicklung wird weitergehen.

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Re: Eine Antwort an mehrere Beiträge.

O dulce nomen libertatis

Antworten Antworten LIFE DABEI
15.11.2008 16:15
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Re: Re: Eine Antwort an mehrere Beiträge.

O tempora, o mores !

Antworten Gast: Cicero
15.11.2008 02:21
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Re: Eine Antwort an mehrere Beiträge.

Servus, wie alt bist du? Und wieso heißt du so wie ich? Hast du den Namen vor mir oder nach mir gehabt?

Du bist irgendwie arg, so wie du bist und was du schreibst!

Jetzt aber husch ins Bettchen, gute Nacht und Bussi

Antworten Cicero
09.11.2008 18:20
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Re: Eine Antwort an mehrere Beiträge.

4) Die wahren Rassisten in dieser Debatte sind die drei Autoren des Artikels. Denn die unterstellen, daß die Bezeichnungen „Weiߓ, „Schwarz“ und „Mischling“ rassistischen Hintergrund haben. Ein Mensch mit weißer Hautfarbe ist ein Weißer, mit schwarzer Hautfarbe ist ein Schwarzer und ein Nachkomme eines schwarzen Vaters mit einer weißen Mutter oder umgekehrt, ist ein Mischling. Wer dieser Feststellung Rassismus unterstellt, muß ein Rassist sein.
5) Was Klaus Emmerich sagte, können wir nicht nachlesen. Wenn wir die Sendung, so wie ich nicht gesehen haben, wissen wir nicht, in welchem Zusammenhang er seine Aussage gemacht hat, so wir den hiesigen Autoren angesichts ihres Rassismus überhaupt glauben können. Wohl aber können wir nachlesen, was hier in der Presse geschrieben wird.
6) Hier aber sagt Emmerich, er hält die Aussagen Obamas für gefährlich. Und genau das deckt sich mit meiner Sicht der Dinge. Gefährlich, weil sie nicht konkret sind und weil sie weithin unerfüllbar sind.

 
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Hinweis

  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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