21.11.2009 14:20 | Meine Presse Merkliste0

Appell an die Bürgerlichen

GASTKOMMENTAR VON NIKOLAUS KOWALL (Die Presse)

Bei der Debatte um die Vermögenssteuer zeigt sich: Institutionen wie Raiffeisen oder die Industriellenvereinigung sind jederzeit bereit, ihre Interessen gegen empirische Fakten auszuspielen.

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Mein Großvater (*1922) ist einer jener Nachkriegsunternehmer, die von der Stunde null an zum Wiederaufbau beigetragen haben. Sein Mittelbetrieb wuchs bis in die 1980er-Jahre zum größten Schotterproduzenten Österreichs. Die Begeisterung ob der Tatsache, dass sein Enkel ein Volkswirt sozialdemokratischer Gesinnung ist, hält sich in Grenzen. Zumindest können wir uns meist über die sozialstatistischen Fakten einigen, entlang derer wir politisch diskutieren. Diese prinzipielle Sachlichkeit in der Debatte setzt bei ihm jedoch in einer Frage aus: Das Thema Vermögenssteuern wird stets zur emotionalen Kontroverse. Er sieht dabei sein Lebenswerk, alles, womit er sich identifiziert, von neiderfüllten Staatsbürokraten bedroht. Empirische Daten werden plötzlich sekundär.


Kapitaleinkommen steigen

„Tun wir nicht so, als ob es in Österreich Verteilungsungerechtigkeit gäbe!“, tönte Josef Pröll am 19. Mai im 2009 im Nationalrat. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Thinktanks „Berlinpolis“ gibt Pröll auf den ersten Blick recht. Wir liegen bei der Einkommensverteilung in der EU auf Platz neun von 25, für die Vergleichsdimension Raum kein dramatischer Wert. Doch die Dimension Zeit relativiert die räumliche Mittelposition drastisch: Am 30. Dezember 2008 hieß es in der „Presse“, dass die Schere innerhalb der Lohneinkommen aufgeht. Das unterste Zehntel erzielte nur noch 88 Prozent seines Realeinkommens von 1998, während das oberste Zehntel real um fünf Prozent zulegte. Überdies ist der Anteil der Löhne am Volkseinkommen laut „Presse“ vom 22. September 2007 von 72 Prozent Mitte der 70er-Jahre auf aktuell 57 Prozent gesunken, stärker als in fast allen anderen EU-Staaten. Die Kapitaleinkommen stiegen entsprechend. Der sinkende Lohnanteil bringt eine Reihe von Finanzierungsproblemen mit sich, weil sich die Sozialversicherungen über die SV-Beiträge der Löhne speisen. Wenn der Anteil der Kapitaleinkommen markant gestiegen ist, wäre es dann nicht fair, diese in die Finanzierung der Sozialsysteme einzubeziehen? Das Gegenteil ist der Fall: Am 13. Juli 2007 wurde in der „Presse“ die OECD zitiert: Vermögensbezogene Steuern betragen in Österreich nicht einmal eineinhalb Prozent des Steueraufkommens, im OECD-Schnitt sei deren Anteil viermal so hoch.

Ökonomen mit einem Fokus auf soziale Fragen betonen die Ungleichheit, werden aber trotz ihrer wissenschaftlich einwandfreien Arbeit als Ideologen wahrgenommen. In der Tat sagen die Wahl des Forschungsfeldes sowie die Schlussfolgerungen viel über eigene Werte aus. Das Zusammentragen der empirischen Daten, also der technische Teil zwischen Themenwahl und Interpretation, steht jedoch innerhalb der volkswirtschaftlichen Community außer Streit. Karl Aiginger, der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), ist kein Linker, doch er weiß, dass seine Verteilungsexperten technisch korrekt arbeiten. Bei diesen handelt es sich keineswegs nur um Rote, auch Christen und Sozialliberale verschließen die Augen vor der Faktenlage nicht und fordern steuerliche Gegenmaßnahmen. Weil genau das ihren Interessen widerspricht, werden sich Industriellenvereinigung und Raiffeisen künftig aus der Finanzierung des Wifo zurückziehen.

Es gibt auch Kräfte, die die Bevölkerung bewusst in die Irre führen, allen voran die „Kronen Zeitung“ und die ÖVP-Führung. Christoph Matznetter brachte 2004 die Idee auf, die Kapitalertragssteuer (eine einheitliche Steuer auf Zinserträge) einkommensabhängig für Niedrigverdiener zu reduzieren und für Menschen mit hohem Einkommen anzuheben. Als Sparbuchsteuer, unter der die kleine Pensionistin zu leiden hätte, wurde dies von der „Krone“ skrupellos gebrandmarkt. Laut „Presse“ vom 20. März 2007 wurde 2006 die Hälfte des Erbschaftssteueraufkommens von den obersten 1,3 Prozent der Erbfälle bezahlt, 2/3 aller Erben zahlten hingegen im Schnitt 181 Euro. So stellt man sich eine treffsichere Reichensteuer vor. Trotzdem wird die Erbschaftssteuer von der ÖVP-Führung beinhart als Mittelstandssteuer dargestellt. Die ÖVP ist eine große Partei mit einer sehr heterogenen Klientel, die es geschickt versteht, Interessen sozial zu konstruieren. 80 Prozent ihrer Wähler würden von einer „linken Steuerreform“ profitieren. Mittlerweile hat Werner Faymann die ÖVP-Mittelstandslüge übernommen und stellt sich gegen eine Wiedereinführung der Erbschaftssteuer. Faymann ist in Verteilungsfragen schlicht und ergreifend nicht unabhängig. Im Interesse eines Medienoligarchen hilft er bei der Verschleierung empirischer Fakten.

Natürlich berücksichtigen viele Bürgerliche bei ihrer politischen Urteilsbildung neben ihrer Steuererklärung auch gesellschaftspolitische Fragen und wissen beispielsweise den sozialen Frieden und die geringe Kriminalität in Österreich zu schätzen. Wenn man sich durch Abschaffung aller Vermögenssteuern und durch Stiftungskonstruktionen völlig aus der gesellschaftlichen Verantwortung stiehlt, wird die soziale Polarisierung auf Perspektive aber zunehmen. Spiderman ist nicht nur ein Comic-Held, sondern auch ein kleiner Philosoph. Sein Motto „Große Kraft heißt große Verantwortung“ ist ein Ethos, das vor allem das bürgerliche Lager von den Vermögenden einfordern sollte. Die ÖVP, als seine politische Vertretung, tut das schiere Gegenteil.


Keine Enteignung

An die Leser der „Presse“ sei folgender Appell gerichtet: Schalten Sie beim Verteilungsthema nicht automatisch auf Konfrontationsmodus; interpretieren Sie den Vorschlag einer Vermögensbesteuerung nicht als Ansage einer Enteignung; behaupten Sie nur dann, dass Unternehmerkinder ihren Betrieb ob der Erbschaftssteuer verkaufen müssten, wenn Ihnen ein einziges reales Beispiel einfällt; bringen Sie die Vermögenssteuer nicht in Zusammenhang mit dem Mittelstand; behaupten Sie nicht, Vermögenssteuern würden den Wirtschaftsstandort schwächen, wenn Sie nicht selbst bereit wären, Ihr Sommerhaus von Altaussee ins OECD-Ausland zu verlegen; wenn Sie aus persönlichen Interessen Vermögenssteuern ablehnen, dann behaupten Sie nicht, Ihr Partikularinteresse entspräche dem Interesse der gesamten Gesellschaft; instrumentalisieren Sie nicht die Angst der wenig informierten Menschen für Ihre Zwecke; argumentieren Sie redlich!

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2009)

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27 Kommentare
Gast: Gast
10.07.2009 14:55
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Die leidige Frage..

..ist wo fängt "der Reiche" an und hört der Mittelstand auf. Eins vorweg das "Problem" oder der Vorteil bei den "Reichen" ist sie lukrieren meistes Einkommen durch Kapitalanlagen (welche auch immer). Dadurch sind sie anders als der Angestellte im Vorteil einerseits langfristig Einkommen zu erzielen (Unternehmen haben grundsätzlich schon beständigkeit und gehen nicht dauernd unter), der Arbeitnehmer muss halt fürchten entlassen zu werden und hat dann kein Einkommen mehr. Auch kann der Kapitalgeber übermäßig an einem Unternehmen verdienen (Renditen vor der Krise von 10-20% p.a. waren keine seltenheit) der Arbeitgeber hat nur meist ein fixes Gehalt mit hin und wieder Lohnerhöhungen. Daher wird es auch nicht verwunderlich sein wenn die Schere noch größer wird und lustigerweise wird die Krise und das Verhalten der Staaten daran wesentlichen Anteil haben, weil durch die Krise verlieren viele Leute ihren Job (=Einkommensverlust) die Unternehmen bleiben bestehen, oder werden teilweise von den Staaten gerettet (d.h. das investierte Geld der "Reichen" bleibt erhalten).
Ich muss dem Autor aber widersprechen, die Erbschaftssteuer war eine Mittelstandsteuer, wenn ich den mittleren Mittelstand mit einer Eigentumswohnung und einer Immobilie pro Großelternteil deffiniere. Ich selbst habe ca. 4000€ Steuer für dem Haus meiner Oma gezahlt, wobei das Haus alt und der Grund leider in Naturschutzgebiet liegt (und daher wertlos für mich ist) und meine Eltern sind Arbeiter/Angestellte.

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leider verblendet...

womit ich nicht den Verfasser des Artikels, sondern die "unkritische" Meute der Kommentierer meine. Da meldet sich endlich einer zu Wort, der es sich hätte leicht machen, und sich auf dem vorgefundenen Wohlstand bequem ausstrecken hätte können! Nein, er wählt den steinigen Weg, nützt seine Begabung und Bildung zum kritischen Hinterfragen des Status Quo. Setzt sich so bewusst seinen zahlreichen Kritkern aus, will aber doch nur mehr Gerechtigkeit und mehr Solidarität von allen einfordern. Von dieser Sorte gibt es leider viel zu wenige. So weitermachen kann die Devis nur lauten! BRAVO!!!

raeter
05.07.2009 11:00
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"Sind die Väter arm, lieben die Söhne das Geld, haben die Väter Geld lieben die Söhne die Menschen." Robert Musil


geheimrat
03.07.2009 19:29
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Wie sagte doch Winston Churchill:


Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter.
Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.

Die Geschichte seit den 1980er Jahren hatte Churchill recht gegeben.

Murray
03.07.2009 19:05
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Nachtrag zu "Fakten"

Empirische Daten habe ich vor mir liegen: meinen Lohnzettel. Ich sehe, was oben steht, ich sehe, was unten übrigbleibt. Von der Differenz werden Leute wie der Artikelschreiber ernährt.
Wenn ich mir das vorstellen, treten die empirischen Daten in den Hintergrund und subjektive Wünsche beherrschen die Szene. So zum Beispiel der Lexikoneffekt - man möchte aufschlagen, zuschlagen und immer immer wieder nachschlagen!

Antworten Gast: avara
03.07.2009 19:36
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Re: Nachtrag zu

So persönlich wie sie eine politische Diskussion nehmen, sowie das Ausmaß ihrer Aggressionen lassen nur hoffen, dass sie sehr weit davon entfernt sind Einfluss auf steuerpolitische Entscheidungen zu treffen.

Antworten Antworten Gast: scherzer
03.07.2009 22:33
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Re: Re: Nachtrag zu

Murray ist der Großvater verdammt!

Murray
03.07.2009 18:33
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Redliches Argumentieren?

Wenn der Anteil der Kapitaleinkommen steigt, warum soll es dann unbedingt zu Gunsten der Sozialversicherung besteuert werden? Das Kapital geht nicht in Pension und nimmt die Leistungen des SV nicht in Anspruch.
Wieso stiehlt man sich aus der gesellschaftspolitischen Verantwortung, wenn man keine Vermögenssteuern will? Alles Vermögen war einmal Einkommen und wurde über die Einkommensteuer besteuert. Alle Einkünfte, die durch das Vermögen erzielt werden, werden sowieso wieder besteuert. Warum also noch das Vermögen an sich auch noch besteuern? Und natürlich sehen das alle als eine Mittelstandssteuer - selbst wenn sie das am Anfang nicht ist, bedarf es bloß dreier Steuerrechtsnovellen (In Österreich eine Frage von Minuten), bis es eine Mittelstandssteuer ist.
Der ganze Artikel ist eigentlich eine absurde Frechheit: Hier stellt sich ein Straßenräuber hin und möchte einem ein schlechtes Gewissen einreden, weil man sich dagegen wehrt, überfallen zu werden...

Antworten Gast: Hubertus
05.07.2009 02:17
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Re: Redliches Argumentieren?

Etwas Dümmeres hört man selten. Wieso wird ein Zuwachs an vermögen besteuert. Dr. Fries sicher nicht. Der hat € 600 Mio glaublich unversteuert aus veranlagungen gewonnen ( war den medien zu entnehmen). Wieso wird ein Grundstück, daß von Ackerland zu Bauland umgewidmet wird und ein Vielfaches an Wert gewinnt, plötzlich zu einem Aktivum,daß aus versteuertem Einkommen stammt. Oder Grundstücke welche durch Investitionen der öffentlichen Hand (zB Straßen etc) plötzlich ein Vielfaches wert sind. Also eine vermögenszuwachssteuer in Form der Finalbesteuerung wie bei der KESt erscheint mir aus Gründen der Steuergerechtigkeit unabdingbar.

Gast: tom
03.07.2009 17:29
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Die 3. Buddenbrooks-Generation kommt jetzt ans Ruder; man merkt es!

Da schreibt ein typischer Vertreter aus der 3. Generation von Buddenbrooks. (Thomas Mann)

Die erste Gründer-Generation, sein Großvater der alles aufbaut, die zweiten Generation der Väter, die alles noch irgendwie mit Schwierigkeiten zusammenhält. Und dann die 3. Generation, die alles bis zum Untergang abwirtschaftet.

So ist eben der Lauf der Geschichte. Vater- oder Großvatermord nennt man so etwas.

Arethas
03.07.2009 17:11
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"...argumentieren Sie redlich!"

"durch Stiftungskonstruktionen völlig aus der gesellschaftlichen Verantwortung stiehlt" - ist da die SPÖ Steiermark gemeint?!

Antworten Gast: Hubertus
05.07.2009 02:19
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Re:

Nein, die ist zu klein, ein zwerg sozusagen. Da sind die Prinzhorns, die schmidt-Chiaris, die Androsch, die Wlascheks etc gemeint. Da liegt das große geld.

Gast: Sir Karl
03.07.2009 14:17
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nach Gugging?

Ist es nicht eine Vergeudung geistiger Resourcen, einen solchen großen Kopf als Zivi im Ausland (Gedenkdienst ?) versumpern zu lassen, statt ihn als Lehrer an eine Uni, möglichst eine elitäre, zu berufen und ihn dort zum Kampf gegen Kaiffeisen, Industriellenvereinigung, ÖGB o.ä. einzusetzen?

JohnGalt
03.07.2009 12:01
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schade...

..dass sie die tradition ihres großvaters nicht fortgeführt haben und unternehmer wurden, somit arbeitsplätze und wohlstand geschaffen und damit etwas sinnvollles für unsere gesellschaft beigetragen hätten.

sozialistische volkswirte, die von unseren steuergeldern leben und sich berufen fühlen, ständig ihre gesinnung via gastkommentare kundtun zu müssen haben wir mehr als wir brauchen können (um genau zu sein bräuchten wir eigentlich keinen einzigen)

democrates
03.07.2009 11:37
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Eine Botschaft des Führerwolfs im Sozialpelz?

Der Artikel mag auffallend harmlos erscheinen.
Als Ökosystemanalytiker stellen sich mir beim Lesen dieses Artikel aber förmlich die Nackenhaare auf.
Offensichtlich steht eine neuen Parasitonomensaison bevor.

Prinzipiell gibt es 2 Grundformen der Ökobefriedigung.

a.) Die ÖKONOMIE = Selbsterwirtschaftung von Erträgen.

b.) Die PARASITONOMIE = Abzocken und absteuern fremderwirtschafteter Erträge.

Parasitonomie ist, wie abermillionen Fallbeispiele der Geschichte zeigen, das fundamentale Grundprinzip ausnahmslos aller Sozialdiktaturen und "Sozialdemokratien".

D.h. die großen u. kleinen sozialistischen Rudel-Füh.rer (Kim, Stal.in, Mao, Krei.sky, Adi H., Vove. uvm.) nehmen den Völkern und ihren Nachkommen immer soviel ab, dass sie arm und sozial abhängig bleiben.
Den Überschuß verteilen sie im sozialistischen Rudel und Günstlingsystem. Mit einem kleinen Rest zeigen sie sich im Sozialpelz, der ihre Tarnung (Armut tut weh) ist.
Gelegentlich zu Wohlstand oder gar Reichtum entkommene Bürger versuchen sie mit Moral- und Steuerkeulen einzufangen.

Mein Beileid auch dem armen Großvater der seinen dummen Enkel an die parasitonomen Wölfe verloren hat.


Gast: Zweifler
03.07.2009 10:08
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Wo...

... sind in diesem Artikel die "empirischen Fakten" versteckt?

Wie auch andere schon festgestellt haben, vermischt der Autor auch die Begriffe "Vermögensbesteuerung" und "Vermögensertragsbesteuerung". Da man annehmen darf, daß auch ein "sozialdemokratischer Volkswirt" den Unterschied kennt, muß man befürchten, daß dies bewußt erfolgt, was Zweifel an der Redlichkeit des Autors aufkommen läßt.


Gast: Radler
03.07.2009 08:56
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Vermischung

Es ist wie immer die Begriffsvermischung im Spiel:

Auf der einen Seite schreibt der Autor über "Kapitaleinkommen" (Einkommen = Zuwachs) und ist für "Vermögenssteuer" (Vermögen = Substanz).

Als angsprochener "Presseleser" sag ich dazu:

Steuern auf Kapitaleinkommen: gerne

Steuern auf Substanz: NEIN!

(Zum redlich argumentieren fehlt mir die Zeit)

Gast: martin S
02.07.2009 20:40
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Sie lasen..

eine Wahlwerbung der SPÖ.

Wie viel hat der geschmiert?

Antworten Gast: hubsi kramer
02.07.2009 22:01
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Re: Sie lasen..

finden sie?

"Mittlerweile hat Werner Faymann die ÖVP-Mittelstandslüge übernommen und stellt sich gegen eine Wiedereinführung der Erbschaftssteuer. Faymann ist in Verteilungsfragen schlicht und ergreifend nicht unabhängig. Im Interesse eines Medienoligarchen hilft er bei der Verschleierung empirischer Fakten."

Murray
02.07.2009 20:33
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Die Kapitalertragsteuer ist einkommensabhängig

Wer will, kann die Kapitalertragsteuer (KESt) bei der Steuererklärung mitveranlagen. Ist der anzuwendende Grenzsteuersatz niedriger als der einheitliche Satz für die KESt, dann ist der niedrigere Satz anzuwenden. Und damit ist die KESt einkommensabhängig. So what?
Und alle Kapitalgüter waren einmal Rohstoffe, die auf/in/unter einem Grundstück lagen. Für ihre Förderung und Weiterverarbeitung waren menschliche Arbeit und die Nutzung der Immobilien notwendig - dafür wurden die Mitarbeiter und die Immobilienbesitzer bezahlt, dafür haben beide Gruppen Steuern bezahlt. Das heißt, Kapitalgüter sind bereits besteuert, eine eigene Steuer auf sie wäre eine Doppelbesteuerung, die sich hemmend auf Innovation und Produktivität auswirken würde.
Im übrigen appelliere ich an alle "Presse"-Leser: Interpretieren Sie nicht nur Vermögenssteuern, sondern alle Steuern als eine gewaltsame Enteignung, denn das sind sie im Kern.
Von "Verteilungsgerechtigkeit" sprechen am liebsten diejenigen, die sich über die Politik das holen wollen, was über Arbeit für sie unerreichbar ist.
Und im übrigen zählt der Konfrontationsmodus zu den Grundrechten der Menschen - er ist Teil der Meinungsfreiheit.

democrates
02.07.2009 19:57
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Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

Die Politeffizienzfaktorlatte wurde von den schlanken, meritokratischen Dikt.aturen mit hocheffizienten, durchrationalisierten Repr.essionsystemen auf 0,9 gelegt.
(Auch Androsch wandert mit seiner Leiterplattenfabrik dorthin aus)

Der Untergang der Mehrparteien-Republiken ist aufgrund ihrer maximal erzielbaren Effizienzfaktorobergrenze von schlappen 0,66 also unvermeidlich.
Für die Menschen bedeutet das den Rückfall aus der Moderne in ein Neomittelalter.

Die Reichen und Mittelständischen trifft dabei nicht die geringste Spur einer Schuld.

Parlamente mit konkurrierenden Banden (Parteien) waren als Beratergremien für Monarchen geeigent.
(Siehe britsches Imperium)
Als eigenständige Regierungsysteme sind sie vollkommen untauglich.
(Siehe Erste u. Wei.marer Republik)

Die Schuld liegt bis dato vielmehr im 8-jahrhundertigen Innovationsstillstand der Politsystementwicklung und im Grundlagenfehler, dass im Machtvakuum von 1918 die Parlamentebanden als Alleinherrschaftan die Macht gekommen sind.
Und der gleiche Fehler 1945 wiederholt wurde!

Moderste, panarchische Direktdemokratien sind auf einen EF von bis zu 0.9996 konzipiert.
Eine österreichische Pan.archie ist damit immanent mindestens 40Mrd.Euro effizienter als die Republik.

Es ist also Steuergeld im Überfluß vorhanden. Es darf nur nicht von einem unrationalisierten, uneffektiven, anachronistischen Politsystem (wie analog ein ineffizentes Auto mit ca. 10000 Liter auf 100Km Verbrauch) sinnlos vergeudet werden.


Murray
02.07.2009 20:37
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Re: Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

Wie messen Sie die Effizienz eines Staates bzw. eines Herrschaftssystems?
Unabhängig davon sollten Sie den Gedanken in Betracht ziehen, dass Diktaturen in ihren Statistiken deshalb so gut aussehen, weil alle, die etwas Anderes behaupten, in ein Lager wandern...

democrates
02.07.2009 22:30
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Re: Re: Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

a.) Ich analysiere und bewerte den effektiven Erfolge lebender Systemtypen.

b.) Sie sagen es! Wir können die Menschenrechtlichkeit der Kampfmethoden unserer politökononischen Gegner nicht bestimmen.
Wir wissen nur, dass wir falls wir effektiv nicht besser sind, politökonomisch mausetot sind.

Bei einer Übernahme des meritokratischen Diktaturensystems wäre zwar Chancengleichheit und damit Überlebensfähigkeit erreicht. Aber die Lebensqualität durch Repression und Ausbeutung doch massivst beeinträchtigt.
Wenn wir aber den Kopf noch aus der Schlinge unseres politökonomisch, programmierten Zusammenbruch-Schicksals ziehen wollen, müssen wir ein innovatives Politsystem mit einem Effizienzfaktor von nahezu 1.0 erfinden und bauen.

Eine Lösungsmöglichkeit:
Noch einmal eine Paradigmenebene effizienter als Ein-Parteiensysteme sind Null-Parteiensysteme.
D.h. auch Null-Parlamente und Null-Politiker,
Sie erreichen einen EF von bis zu 0,9996, weil ohne Fremdherrschaft automatisch jegliche Belohnungs- bzw. Repressions-systeme obsolent sind, und das jetztige Politherrschaftspersonal stattdessen im Produktionsbereich arbeitet.

Regiert wird preiswertest, direktdemokratisch mittels e-REGENT-Programm und verteilt totalautomatisiertem Bürger-RechenDezentrum (virtueller dezentischer Gigaleistungs(hoch)rechner aus den vernetzten Computern aller Bürger bestehend)

Im Gegensatz zum machtlosen Souverän der Republiken
ist der Panarch der Panarchie die reine Willensmacht des Volkes.

joquer
03.07.2009 14:31
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Re: Re: Re: Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

Haben Sie irgendwo die Grundlage ihrer Analyse und Bewertung dokumentiert? Wie ist der Politeffizienzfaktor definiert?

Ich denke nicht, dass ein System gänzlich ohne Politiker funktionieren würde - irgendjemand muss sich mit den verschiedenen Problemstellungen auseinandersetzen und Lösungsvorschläge erarbeiten. Diese Personen sollten wählbar (und damit abwählbar) sein. Andernfalls würde sich darum wahrscheinlich Herr Dichand kümmern, und das ist eine Vorstellung, die mir überhaupt nicht gefällt!

democrates
04.07.2009 01:59
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Re: Re: Re: Re: Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

In die Bewertung der Republiken gehen ein die primären Systemineffizienz-Aufwände für Politiker, Parteien, Parlamente und Wahlen.

Sekundär die Republiken-Fehleraufwände für Günstlingsysteme, Repressionsysteme, Freunderlwirtschaft, Proporz, Korruption, Politikerdummheit, Aufmerksamkeitsdefizite, Blockaden, Moral, Größen- und Multikulturen-wahn, Innenabwehrfehler, Streit, Entscheidungsverzug u. Entscheidungsverschleppung, Zeitspektrenverengung u. Zeit- u. Fristen-strategiefehler, Feind- u. Grenzzonen-strategiefehler, uvm.
Die Liste liesse sich noch endlos fortsetzen.

Natürlich arbeitet der panarchische Gigaknotenrechner, also die ultraeffiziente Regierungssuperwerkzeugmaschine nicht von alleine. Sie wird von allen Bürgern gleichzeitig gesteuert.
Alle Entscheidungen werden nach den Entscheidungsqualitäten sortiert um permanent die Besten der Bestentscheider aus den abermillonen Bürgern zu finden. Diese Menschen haben, solange sie ihre Bestenränge halten, die Möglichkeit als Exekutivopereatoren die Projekte des Panarchen zu realisieren.
Prinzipiell steht das gesamte Volk als Personalreserve zur Verfügung. Im Krisenbedarfsfalle kann sich problemlos und sofort z.B. eine 10000-fache (Regierungsleistungskapazität bestehend aus den Besten Fachleuten der Volkes selbst aktivieren.
Das neopanrchische Direktdemokratien-System realisiert mehrere Paradigmenentwicklungsebenen.
Sie werden jetzt den Kopf schütteln und sagen: "Zo woas brauchma dös?"
Sonst Neomittelalter!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
10.07.2009 15:07
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Re: Re: Re: Re: Re: Problemursache ist die Ineffizienz der Republik(en)

Also haben wir schlussendlich eine Epistokratie in dem wieder nur die Eliten regieren.

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