25.05.2012 19:29 | Meine Presse Merkliste 0

„Schlimm ist die Zeit für den Glauben“

GASTKOMMENTAR VON HARALD WALSER (Die Presse)

Sich auf das Christentum als Pfeiler unseres Wertesystems zu berufen ist eine gefährliche Drohung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Weil die Zeit „schlimm ist für den Glauben“, haben sich die Verteidiger des „christlichen Abendlandes“ in der Diskussion um ein „Kruzifixverbot“ umgehend zu Wort gemeldet. Egal, ob Fast-Bundespräsident Erwin Pröll oder ÖVP-Chefideologe Andreas Khol – sie alle prophezeien einen „Werteverlust“, sollten Kreuze nicht mehr in den Schulen hängen. Sie alle erinnern an die „christlichen Wurzeln“ Europas.

Wo liegen diese Wurzeln? Sie führen uns in vorchristliche Epochen, das antike Griechenland etwa und die Römische Republik. Und, ja, sie führen uns auch zum christlichen Staatskirchentum, das im Römischen Reich ab 313 allein bestimmend war. Diese Wurzel bedeutet, dass der Kirche daran gelegen war, gemeinsam mit staatlichen Machtträgern vor allem die religiöse Konkurrenz (damals Heiden und Juden) auszuschalten.

Schließlich gab es letzte Woche eine noch verwegenere Argumentationslinie als jene von Pröll, Khol und Co. Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng meinte, ein Kreuz sei „niemals ein Zeichen der Intoleranz“, sondern vielmehr „Ausdruck von Menschenrechten“. Mutig, der Herr Bischof – das Kreuz als „Ausdruck von Menschenrechten“. Das muss überprüft werden. Nein, nicht mit dem Hinweis auf die vom Papst begonnenen Kreuzzüge im Mittelalter, als Urban II. unter der Parole „Deus lo vult“ („Gott will es“) ein jahrzehntelanges Abschlachten von Juden und Moslems in die Wege leitete. Auch nicht mit dem Hinweis auf die neuzeitlichen Hexenverbrennungen und Religionskriege.


Gegen Widerstand der Kirche

Überprüft werden muss die These mit einem etwas genaueren Blick auf die Entwicklung der Menschenrechte, der Aufklärung und vor allem der Entstehung der demokratischen Staaten im 19. Jahrhundert. Die Entfaltung der Demokratie war begleitet von harten Auseinandersetzungen von aufgeklärten Bürgern mit dem absolutistischen Staat– und mit der katholischen Kirche.

Fundament unserer heutigen österreichischen Verfassung sind die liberalen Staatsgrundgesetze aus dem Jahr 1867. Mit ihnen begann die Entwicklung hin zum demokratischen Rechtsstaat. Das bedeutete, dass das damals bestehende Konkordat mit der katholischen Kirche teilweise außer Kraft gesetzt wurde – es ging vor allem um das Schulwesen, die Ehegerichtsbarkeit und die Gleichberechtigung der Konfessionen (damals zumal der protestantischen und der jüdischen). Zum Erhalt ihrer Vormachtstellung begannen die katholische Kirche und ihre Anhänger einen erbitterten Kulturkampf. Papst und Bischöfe riefen zum Widerstand gegen die liberale Verfassung auf. Der Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier wurde sogar wegen „Störung der öffentlichen Ruhe“ vor Gericht gestellt und verurteilt. Dem Gefängnis entging er nur, weil er vom Kaiser begnadigt wurde.

Fast alle Errungenschaften der modernen aufgeklärten Gesellschaft wurden gegen den erbitterten Widerstand der Kirche erkämpft. Aufgestanden ist die Kirche gegen die freie Meinungsäußerung, die Trennung von Staat und Kirche, die freie Ausübung nichtkatholischer Konfessionen und die Freiheit der Wissenschaft – alles nachzulesen im „Syllabus errorum“ von 1864. „Schlimm ist die Zeit für den Glauben“, hatte schon 1832 Papst Gregor XVI. gefunden, als er in seiner Enzyklika „Mirari vos“ zu den „Verwirrungen in Kirche und Staat“ Stellung nahm und seine Warnrufe gegen Demokratie, Presse-, Meinungs- und Gewissensfreiheit durch die Lande hallen ließ. Eine ganze Reihe päpstlicher Sendschreiben zur Bekräftigung des „Ewigen Gesetzes Gottes“ als Norm der Freiheit folgte – noch 1953 wollte Pius XII allem, „was nicht der Wahrheit und dem Sittengesetz entspricht“, kein Recht auf Öffentlichkeit zugestehen. Und was unter „Wahrheit“ zu verstehen ist, wurde natürlich von der Kirche definiert.

Also ganz ehrlich, Herr Bischof Küng: Hätten wir uns an die kirchlichen Vorgaben und Werte gehalten, Europa würde heute anders und nicht unbedingt besser ausschauen.

Gehen wir die Sache entspannt an, und lassen wir zu, was gerade konservative Politiker gerne einfordern: den Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Schon Lessing hat uns in seinem „Nathan“ eindrucksvoll vorgeführt, dass sich die wahre Kraft jeder Religion in der humanen Praxis ihrer Mitglieder und nicht durch ihre politische Macht oder durch Symbole erweist.

Wir leben in einem Europa der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt. In Österreich steht es wie im übrigen Europa jedem frei, sich zu einem Glauben zu bekennen, skeptisch zu sein oder ohne religiöse Überzeugung zu leben. Da kann es nicht verwundern, dass vielen Menschen das Kreuz an der Wand einer staatlichen Institution als unzulässige Dominanz einer Idee unter vielen erscheint. Und in diesem Punkt sind sich nicht zuletzt auch die bedeutendsten österreichischen Verfassungsrechtler einig. Heinz Mayer und Bernd Christian Funk betonen, dass Kreuze in Schulklassen der Neutralität des Staates in religiösen Fragen widersprechen.


Wie christlich ist das Abendland?

Also: Es schaut nicht gut aus mit dem „christlichen“ Abendland, auf dessen Prinzipien sich eine demokratisch verfasste Öffentlichkeit angeblich berufen kann. Aufklärung und liberaler Rechtsstaat sind gegen den entschiedenen Widerstand der katholischen Kirche (der bis zum zweiten Vatikanum 1965 dauerte) durchgesetzt worden. Sich auf ein kirchlich verfasstes Christentum als Pfeiler unseres Wertesystems zu berufen verrät nicht nur Ignoranz – es ist eine gefährliche Drohung. Halten wir uns an Jesus: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes!“

Dr. Harald Walser (* 1953) ist Germanist,

Historiker und Bildungssprecher der „Grünen“. www.haraldwalser.at


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2009)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

27 Kommentare
 
1 2
Gast: schlÄchter
19.11.2009 14:55
0 0

sg herr walser

sie verwechseln kirche mit religion und übersehen, dass das kreuz insb das symbol der christl. religion ist.

mfg
s.

Gast: Christliche Nächstenliebe
16.11.2009 16:33
0 0

Narrenfreiheit für Grüne oder was?

Wenn Lehrer und Bildungssprecher solche "Bildung" - Halbwahrheiten, einseitig, diffamierend, propagandistisch, hetzerisch- vermitteln und veröffentlichen (dürfen) , dann Gute Nacht Europa!

GottseiDank haben Christen das Gebot der Nächstenliebe ...

und sind in Europa noch immer eine stattliche Mehrheit (auch in vielen Parteien) im Gegensatz zu den Grünen.

Ich frage mich nur wie katholische Caritas und Grüne eine "Liebesheirat" eingehen konnten wenn Grüne Katholizismus so sehr ablehnen?!?

Antonio
15.11.2009 17:21
0 0

Kreuz, „niemals ein Zeichen der Intoleranz“

Wenn Sie diesen Satz nicht verstehen, fehlt es an Grundlegendem, es könnte Ihnen niemand helfen. Aber eher denke ich , Sie wollen nicht.

Cicero
15.11.2009 15:53
0 0

Natürlich, die Kirche ist an allem schuld, sie war immer gegen alles … Oder was?

Mein Gott, Hr. Dr. Walser, was wollen Sie? Wollen Sie einen neuerlichen antiklerikalen Kulturkampf einleiten? Wenn ja, was bringt es?

Wie wir wissen, waren Sie vor Ihrer nunmehrigen Tätigkeit als Parlamentarier Direktor des BG Feldkirchs. Dort war Ihr Lehrfach „Geschichte“. Liest man hier Ihre Auslassungen, dann müßten Sie Ihr seinerzeitiges Lehrfach auf „Geschichtsklitterung“ umbenennen.

Denn so viele geschichtliche Fakten aus dem Zusammenhang zu reißen, um gezielt das Gegenteil dessen zu beweisen, was wirklich passiert ist, ist die geradezu hohe Schule der Geschichtsklitterung.

Nicht umsonst beziehen Sie sich auf den Syllabus. Diese Ablehnungsliste des Pius IX von zeitgeistigen Unwahrheiten des 19. Jh. haben schon andere Antiklerikale vor Ihnen nicht verstanden. Sie plappern nur deren Kritik nach. Insbesondere ist der Umkehrschluß falsch, daß das Gegenteil fremder Irrtümer der Standpunkt der Kirche sei. Ausnahmslos die päpstlichen Enzykliken können als Standpunkt der Kirche interpretiert werden. Und der Syllabus Errorum wurde gleichzeitig mit einer Enzyklika veröffentlicht.

Ihre Fehlmeinung, die Kirche hätte Widerstand geleistet gegen die Bildung von Staaten, ist Unsinn. Natürlich, wenn man die Forderung der Kirche – um es verkürzt auf den Punkt zu bringen – nach Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit in diesen neuen Staaten als Widerstand auffaßt, dann haben Sie zwar recht, aber es ist ein erbärmliches Armutszeugnis für Ihre Qualifikation als Historiker, der Sie sein wollen.

Cicero
15.11.2009 15:53
1 0

Das 19. Jh. als Vorstufe zum heutigen Europa?

Fortsetzung: Dann reden wir doch einmal von den – von Ihnen so gelobten – Nationalstaaten, die das heutige Europa ausgelöst haben sollen.

Da war also die französische Revolution, auf die wir uns so gern berufen. Die Grundsätze am Beginn waren ja wirklich richtig, nur, und das ist entscheidend, sie endete letztlich in einem der blutigsten Massaker der Geschichte, das wir nicht mehr gutheißen sollten.

Dann kam der hochgelobte Napoleon, der erste Kriegsherr der letzten gut zweihundert Jahren in Europa. Mit Mord, Brand und Totschlag wirbelte er Europa durcheinander, ohne sein eigentliches Ziel, die französische Grand Nation verwirklichen zu können.

Dann kam Metternich mit seiner Neuordnung Europas, vulgo Deutscher Bund. An sich eine Glanzleistung, aber es kam auch der Metternich’sche Polizeistaat.

Den Deutschen Bund hat wiederum Otto Bismarck, der zweite Kriegsherr Europas, aus nichtigen Gründen zerstört, nur damit er auf die Franzosen einschlagen konnte. Zuerst mußte natürlich Österreich niedergekämpft werden. Ziel war der preußische Nationalstaat. Effekt aber war Krieg und wieder Krieg.

Österreich und Deutschland lösten den Ersten Weltkrieg aus und verloren ihn verlustreich. Die Sieger machten alles falsch.

Weitere 20 Jahre später hatten wir den nächsten Kriegsherren, Adolf Hitler, und den nächsten Krieg mit 50 Millionen Toten.

Von all dem schwärmen Sie?

Die Kirche war nicht gegen die Staaten, sie war aber gegen deren kriegerischen Auswüchse.

Antworten Cicero
15.11.2009 19:22
0 0

Das Fehlverhalten eines Lehrers, der ein Sachthema für politischen Hohn mißbraucht.

Noch etwas muß ich Ihnen, Hr. Dr. Walser, im Sinne des Wortes um die Ohren knallen.

Laut Ihrer Homepage wurden Sie von der Presse eingeladen, Ihren Standpunkt zum Thema Kruzifix in Schulklassen darzustellen. OK, eine Meinung unter vielen. Niemand macht Ihnen auch streitig, gegen die Kirche zu sein.

Aber bitte, können Sie mir erklären, wieso Sie in einer derartigen Debatte zu einem klar umschriebenen Sachthema, dann einen politischen Gegner, von dem Sie glauben, ihn zitieren zu müssen, auch gleich mit unberechtigtem Spott und Hohn überziehen.

Erwin Pröll ist kein – wie sagten Sie? – „Fast-Bundespräsident“, er hat nämlich gar nicht kandidiert. Wären alle Nichtkandidaten gleich Fast-Bundespräsidenten, dann ist Ihr (hoffentlich) geschätzter Alexander van der Bellen auch ein Fast-Bundespräsident.

Das Sir, ist schlicht eine deplazierte Flegelei, die in einer solchen Sachdebatte aber so überhaupt nichts verloren hat.

Wenn Sie Ihren seinerzeitigen Schülern auch mit derartigen Inhalten aufgewartet haben, dann ist nicht die Kirche mit Ihrem Anspruch, Christentum als Pfeiler unseres Wertesystem, ein gefährliche Drohung, dann sind Sie als Lehrer eine gefährliche Drohung.

Als Lehrer haben Sie nämlich in der Sache selbst bei der ganzen und nicht nur bei der halben Wahrheit zu bleiben, es ziemt sich auch nicht, auf „die da oben“ einzudreschen, nur weil sie politisch anderer Meinung sind als Sie.

Gast: Dr. Eugen Golaszewski
15.11.2009 14:17
1 0

Leserbrief, Gastkommentar von Dr. H. Walser vom 13. Nov. 09

"Schlimm ist die Zeit für den Glauben"

Der Feststellung von Dr. H. Walser im Gastkommentar vom 13. Nov. 09, dass ein Berufen auf das Christentum als Pfeiler unseres Wertesystems eine gefährliche Drohung darstellt, muss widersprochen werden.
Die Inkulturation des Christlichen hat Europa und große Teile der Welt maßgeblich und entscheidend beeinflusst, was in der Baukunst, Malerei und Musik usw. besonders deutlich sichtbar ist. Wenn unser Diözesanbischof Klaus Küng das Kreuz als "Ausdruck von Menschenrechten" bezeichnet, dann sei auch festgehalten, dass es sich auch über Jahrhunderte derart profiliert hat. Die Kreuzzüge als Argument gegen christliche Friedfertigkeit heranzuziehen ist ebenfalls einseitig und vage, weil diese Geschehnisse mit all ihren Begleiterscheinungen durch islamische Eroberungszüge in Kleinasien und Palestina provoziert wurden. Wenn weiters eine Lanze für die Segnungen der Aufklärung gebrochen wird, so sei mir der Hinweis gestattet, dass im alten Österreich von den dominierenden Kräften eine evolutionäre Entwicklung ermöglicht wurde, obwohl maßgebeblichen Triebkräften der Aufklärung eine Ideologie innewohnte, die zu den "Ismen" wie Marxismus, Kommunismus, Nationalsozialismus, zwei Weltkriegen usw. führten. Diese Segnungen der französischen Revolution hatten letztendlich die blutigsten und brutalsten Verwerfungen der Weltgeschichte zur Folge.
Wenn die katholische Kirche in vergangener Zeit gegenüber diesen Herausforderungen sich vorsichtig verhalten hat, so

Gast: Jack
14.11.2009 11:12
0 0

Christuswort...

Man könnte hier ein anderes Wort Christi in leicht abgewandelter Form zitieren: "Welche Religion oder Ideologie frei von möglichen Nißinterpretationen ist, deren Vertreter mögen den erten Stein werfen".Man kann weder die gemäßigten Moslems für die Greueltaten ihrer
radikalen Glaubensbrüder verantwortlich machen,
noch gemäßigte Marxisten für die Greuel der Stalinära, und noch viel weniger heutige Christeb für die Greueltaten der Kreuzritter vor 800 Jahren oder für die der Inquisition. Wichtig ist die moralisch-ethische Zielvorgabe der Religion, ist die ist im Christentum wahrhaft menschlich ! Und so gesehen will der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte " ein Symbol für Menschlichkeit, den für sein Eintreten für Menschlichkeit am Kreuz sterbenden Christus, aus den Klassenzimmern verbannen- einfach PARADOX !

RicSt
13.11.2009 23:18
0 0

freie Meinungsbildungsprozesse unterstützen

Aufgabe unseres Schulsystems sollte es sein, aufgeklärte Menschen heranzubilden. Wandflächen in öffentlichen Schulklassen einer einzigen Religion zu überlassen – ganz egal welcher – steht diesem Ziel entgegen, möglichst objektive und freie Meinungsbildungsprozesse zu unterstützen.

Ich sehe es als reines Festkleben an der Macht, dass die Kirche die Kreuze den Schülerinnen vor Augen halten möchte.

Es wäre wünschenswert, würden unsere Schülerinnen über alle Weltreligionen Bescheid wissen, um möglichst immun gegen jede Form der Indoktrination zu werden. Unsere Zukunft wird besonders an die kommende Generation neue Aufgaben stellen, die vielleicht nicht mehr mit den alten Werkzeugen zu lösen sein werden, wobei eine offene Geisteshaltung die Suche nach neuen Lösungsansätzen für die gesellschaftlichen Probleme von morgen nur beschleunigen kann.

Antworten Antonio
15.11.2009 17:30
0 0

Re: freie Meinungsbildungsprozesse unterstützen

Da Religion ohne Glauben sinnlos ist, wäre eine "Glaubenserziehung" in allen Weltreligionen sehr problematisch.

Arethas
13.11.2009 12:56
0 0

Fortsetzung

Hinzu kommt die Ungleichbehandlung der Religionen, die grüne Kritik am Katholizismus unglaubwürdig macht, weil Katholiken etwas vorgeworfen wird, was die Grünen an anderen nicht stört (die Diskussion habe ich mit Dr. Walser in diesem Forum schon mal geführt).
Solange GrünInnen verzückt aufkreischen, wenn die Muslimin verschleiert ins Schwimmbecken steigt, oder die Einrichtung eines Eruv unterstützen, damit man am Sabbath mehr als die erlaubten Schritte gehen kann (eine wahrhaft aufgeklärte Ansicht), solange ist grüne Kritik nicht ernst zu nehmen.

0 0

Geht es noch tiefer?

Wer "kreischt" verzückt auf? Ich habe immer klar gemacht, dass auch muslimische Mädchen an unserem Schwimmunterricht teilzunhemen haben. Also: Scheuklappe runter!

Antworten Antworten Antonio
15.11.2009 17:35
0 0

Re: Geht es noch tiefer?

.... aber das Frauen diskriminierende Kopftuch überall tragen dürfen sollen??
Ich wundere mich schon lange, dass Grüne gegen das Kopftuchverbot auftreten. Kreuze weg, Kopftuch her???

Antworten Antworten Antworten Arethas
15.11.2009 18:58
0 0

Re: Re: Geht es noch tiefer?

Hauptsache fremd und ergo bereichernd, das reicht schon für die Grünen. Der Herrgottschnitzer aus Tirol ist natürlich pfui, aber ein Fetischmacher aus Nigeria - da leuchten der Grünen Augen.

Arethas
13.11.2009 12:50
0 0

Vergleich

Wenn schon in Zusammenhang mit dem Christentum immer Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und Kulturkampf genannt werden, dann müsste korrekterweise zu Aufklärung und Atheismus auch Guillotine und Gulag gestellt werden.
Nur ein Beispiel: Auf dem Schwarzenbergplatz steht ein Denkmal für die Rote Armee, einer Mordmaschinerie, die in zwanzig Jahren mehr Opfer auf dem (nicht vorhandenen?) Gewissen hatte als die Katholische Kirche in 2.000 Jahren.
Treten Sie etwa dagegen auf, Herr Dr. Walser?

0 0

So nebenbei:

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Das Symbol der Roten Armee ist in keinem Klassenzimmer. Das Denkmal ist im Staatsvertrag festgelegt. Und: Immerhin hat die Rote Armee wesentlich zur Befreiung Österreichs beigetragen.

0 0

Re: So nebenbei:

Immerhin hat das Christentum wesentlich zur Alphabetisierung Österreichs beigetragen, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.
Nicht alles, sagten Sie, was hinkt, ist ein Vergleich. Stimmt. Nicht alles, was grün ist, ist ein Schnabel.
Es ist auch nicht alles, was dumm ist, ein Beispiel.

Antworten Antworten Arethas
14.11.2009 22:09
1 0

Re: So nebenbei:

Das Symbol ist sogar noch wesentlich prominenter positioniert, jedenfalls in der Öffentlichkeit.
Das Kreuz in den Klassen ist gleichfalls im Konkordat festgelegt.
"Immerhin hat die Rote Armee wesentlich zur Befreiung Österreichs beigetragen."
Sicher, durch ihren endgültigen Abzug 1955.

Gast: Christdemokrat
13.11.2009 10:53
2 0

Fundamentalkritik des Herren Walser

Mit Herrn Walsers Berufung auf Jesus "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes!" stimme ich überein, sogar mit der Erweiterung des Bezuges von der Steuerleistung auf die Trennung von Religion und Staat, da ganz einfach diese beiden gesellschaftlich sehr wirksamen Kräfte, nicht "in einer Hand" sehen will. Selbst die kritische Sicht des Herrn Walser auf die Vereinigung von Christentum und römischen Staat im Jahr 313 unter Kaiser Konstantin kann ich teilen und erinnere mich dabei an die Worte des verstorbenen Kardinal Franz König, der die Chance des Christentums also für uns Christen im Zurück "hinter die konstantinische Wende" sah. Natürlich ist auch der "Griff zum Schwert" durch die mittelalterliche Machtkirche nicht durch die Evangelien gedeckt. Allerdings vergessen jene Menschen die uns Christen bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten an die schrecklichen Kreuzzüge erinnern, dass diese eine Antwort auf die gewaltsame Ausbreitung des Islam waren und das gesamt christliche Nordafrika betrafen, bis herauf nach Spanien. Mohammed selbst hatte schließlich als Methode für die Ausbreitung des "Glaubens" nicht abgelehnt, das sollten auch humanistische motivierte Pluralismusvertreter nicht übersehen. Jedenfalls sollte dieses Faktum bei ständigen Erwähnung der Kreuzzüge nicht fehlen, schließlich stand vor dem "ach so toleranten" Zeitalter des Islam, dessen gewaltsame Ausbreitung mit zwei weiteren "Kreuzzügen" bis zu den Toren Wiens. Jesus: "Wer zum Schwert .....

0 0

Die Antwort wäre aber etwas späte


0 0

Re: Die Antwort wäre aber etwas spät ...

gekommen. Immerhin war die "gewaltsame Ausbreitung des Islam" fast ein halbes Jahrtausen zuvor über die Bühne gegangen. Zudem möchte icvh den einen religiösen Fanatismus nicht durch einen anderen legitimieren - mir geht es um die Trennung von Staat und Kirche.

Gast: ever
13.11.2009 09:42
2 0

Vor dem Kreuz muss sich heute niemand mehr fürchten

„Wir leben in einem Europa der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt. In Österreich steht es wie im übrigen Europa jedem frei, sich zu einem Glauben zu bekennen, skeptisch zu sein oder ohne religiöse Überzeugung zu leben.“

Das ist zweifellos richtig – noch! Denn die Grünen arbeiten mit Hochdruck daran, diesen Zustand zu ändern, indem sie Angehörige der „Friedensreligion“ massenhaft in Land holen und diesen möglichst alle Rechte zugestehen wollen. Jeden Tag weisen sie sie darauf hin, in welchen Belangen sie sich diskriminiert fühlen könnten. Wenn die Muslimbruderschaft ihre Ziele dann erreicht hat (und ihre Chancen stehen nicht so schlecht), wird es vorbei sein mit den von Harald Walser genannten Rechten.

Na ja, dann hängt wenigstens kein Kreuz mehr an der Wand … Die Grünen sind dann glücklich und zufrieden. Oder tot. Denn als Atheisten können sie nicht einmal auf Dhimmi-Status hoffen.

0 0

Ind Land geholt wurden die ...

Angehörigen ihrer zynisch als "Friedensreligion" bezeichneten durch die Industrie, die billige Arbeitskräfte brauchte. Wir sind für einen geordneten (!) Zuzug von Arbeitskräften, die das Land braucht und gegen jede Form von religiösem Fanatismus.

Antworten Antworten Gast: ever
15.11.2009 16:26
0 0

Re: Ind Land geholt wurden die ...

Einverstanden, für die erste Generation von Gastarbeitern sind nicht die Grünen verantwortlich (es gab sie damals ja auch noch gar nicht). Großen Anteil haben sie aber am Familiennachzug. Familiennachzug ohne Ende (besonders aus Ländern, in denen es eigentlich keine Verfolgung gibt) nennen Sie "geordneten (!) Zuzug von Arbeitskräften? Da habe ich eine andere Vorstellung davon.
Ich bin auch für Familienzusammenführung, sie muss aber nicht unbedingt und um jeden Preis in Österreich stattfinden.

Fazit: Der autochthone Österreicher hat bei den Grünen das Gefühl, dass jeder Zugewanderte (genau genommen nur eine spezielle Gruppe) weit wichtiger ist als er. Egal was die Österreicher tun oder auch nicht tun, getan oder auch nicht getan haben, es war immer das Falsche oder zu wenig etc. Wir haben einfach keine Lust mehr, ewig die Blöden zu sein.

MfG
eine ehemalige Grün-Wählerin

Gast: alles richtig
13.11.2009 08:43
2 0

aber

alles richtig und interessant. nur für die heutige situation ist entscheidend, dass die kath. kirche gebändigt hinter dem staat steht und ideologisch zumindest schon im 20 wenn schon nicht im 21 jhd angekommen ist. der islam steht aber noch mitten im mittelalter, weswegen man ihn nicht gleichberechtigt behandeln kann. es gibt meines wissens keine amokläufer die gott ist katholisch schreien, aber tausende die dies im namen allahs machen. ob der islam an sich der koran daran schuld sind oder nicht ist mir egal, sie berufen sich darauf.

0 0

Re: aber

Da bin ich vollinhaltlich ganz auf Ihrer Linie! Ich lebe im Hier und Heute, also interessiert mich auch nur das Hier und Heute! Und dabei geht es natürlich um die einzige, wirklich relevante Frage: Welche geistigen, moralischen und ethischen Grundsätze haben für die Menschen von Hier und Heute Bedeutung? Und da ist mir das von sog. "Fortschrittlichen" so heftig kritisierte, bekämpfte und verdammte Christentum ein Bollwerk gegen Fanatismus und von nackter Gedlgier geprägten Finanzmarktblasen. Von dort droht heute nämlich die größte Gefahr!

 
1 2

Hinweis

  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

Mehr Gastkommentare:

Top-News