11.02.2012 18:10 | Meine Presse Merkliste0

„Warum bringen wir die Leute um?“

GASTKOMMENTAR VON HARALD WALSER (Die Presse)

Heinz Fischer hat die Beneš-Dekrete als schweres Unrecht bezeichnet. Was trieb ihn zu dieser undifferenzierten Äußerung?

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Heinz Fischer hat den „Scherben auf“. Der sonst eher übervorsichtige Bundespräsident hat die Beneš-Dekrete in einer Grußbotschaft an die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich als „schweres Unrecht“ bezeichnet. Für Jiří Paroubek, den Chef der tschechischen Sozialdemokraten, ein „Exzess, der die tschechisch-österreichischen Beziehungen überflüssig beschädigen kann“. Was trieb Fischer zu dieser ungewöhnlich undifferenzierten Äußerung? Na, Wahlkampf ist!

Wer das Unrecht des Jahres 1945 anspricht, tut gut daran, auch vorausgegangenes Unrecht anzusprechen. Wie wäre es mit 1938, als neben dem faschistischen Italien auch das demokratische Frankreich und Großbritannien den völkerrechtswidrigen Zugriff Hitlers auf das „Sudetenland“ im Vorhinein rechtfertigten und den Untergang der Tschechoslowakei – einer demokratischen Insel im faschistischen Mitteleuropa – vorbereiteten? Oder 1939: die Besetzung des „Protektorats“ beziehungsweise der „Resttschechei“ durch das NS-Regime? Immerhin führte das zu massenhaftem Unrecht und Maßnahmen zur vollständigen „Germanisierung“. 250.000 Opfer aus dem „Protektorat“ sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie etliche Nazi-Massaker – das bekannteste in Lidice. Oder gehen wir noch weiter zurück?


Die Realität war anders

Die 150 Beneš-Dekrete sind ein wesentliches Fundament des tschechischen Staates. Auf ihnen gründen sich weitere Rechtsakte bis hin zum heutigen Grenzverlauf der Tschechischen Republik. Maximal fünf Dekrete befassen sich mit der Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen. In ihnen sind ausdrücklich all jene Menschen ausgenommen, die sich im Widerstand für die Tschechoslowakei eingesetzt haben.

Die Realität war allerdings anders. Nicht zuletzt ausgelöst durch die Gräueltaten der SS im Mai 1945, kam es am 5.Mai 1945 zum „Prager Aufstand“ gegen die deutschen Besatzer, zur „wilden Vertreibung“ und zu – so eine deutsch-tschechische Historikerkommission – geschätzten 40.000 getöteten „Deutschen“. Von den Alliierten gebilligt, wurden bis zu drei Millionen vertrieben.

Im Kalten Krieg ließ die offizielle Politik im Westen die revanchistische Politik führender Vertreter der Sudetendeutschen gewähren. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam man einander dank Politikern wie Václav Havel näher. Wer heute wie Fischer eine derartige Grußbotschaft an die Sudetendeutsche Landsmannschaft verfasst, muss wissen, was er tut. Wenn unser Staatsoberhaupt erklärt, dass die Vereinbarungen bei der Unterzeichnung des Lissabon-Vertrags „auf die Beneš-Dekrete in Wahrheit keine Auswirkung“ haben, provoziert er den tschechischen Nationalismus geradezu.

Mühevoll hat unter anderem der damalige Staatspräsident Václav Havel 1995 eine gegenläufige Entwicklung eingeleitet, Worte des Bedauerns und der kollektiven Scham über die Gräueltaten bei der Vertreibung der Sudetendeutschen gefunden und mehrmals die Aufarbeitung dieser Geschichte angeregt. Der Prager Historiker Jan Kren, einer der beiden Vorsitzenden der deutsch-tschechischen Historikerkommission, hat die veränderten Sichtweisen so auf den Punkt gebracht: „Kein Sudetendeutscher würde heute die Henlein-Partei wählen. Und kein Tscheche würde heute die Vertreibung gutheißen.“

Und nun wieder andere Töne ausgerechnet aus Österreich? Fischer sollte sich an den bedachten Äußerungen einer Frau Coudenhove-Kalergi orientieren. Sie als Vertriebene fragte schon 1998, was „die einst Vertriebenen am dringendsten brauchen“ und gab auch gleich eine Antwort: „Viele wären schon mit der klaren Feststellung zufrieden, dass ihnen Unrecht geschehen ist.“

Muss ausgerechnet unser Bundespräsident den Revanchisten in die Hände spielen, statt den Dialog mit allen Beteiligten zu suchen und so eine gefährliche Zuspitzung in Kauf zu nehmen? Mühsam versuchen unsere grünen Freunde in Brünn und Prag, die Verantwortung für die „wilde Vertreibung“ wahrzunehmen und die zarten Ansätze zur kritischen Aufarbeitung zu unterstützen.


Aufbruch nach gestern

Fischers Grußbotschaft ist da kontraproduktiv – sie ist ein Signal zum Aufbruch nach gestern. Sie schürt das gegenseitige Misstrauen statt wie Coudenhove-Kalergi vertrauensbildend zu wirken.

Und sie ermuntert Revanchisten dazu, erneut das Thema Restitution ins Spiel zu bringen. Wenn's ums Geld geht, hört sich der Spaß ja bekanntlich auf. Vielleicht sollte Fischer wieder einmal den „braven Soldaten Schwejk“ lesen: „Warum bringen sich die Leute um?“, lässt Jaroslav Hašek Schwejk fragen und auch gleich antworten: „Na wegen dem Geld. Natürlich.“ Natürlich!

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2010)

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21 Kommentare
Rübezahl
21.03.2010 14:42
0 0

Gute Geschäfte

Vielleicht richten die grünen Gutmenschen, die die Menschenrechte stets als tragende Säule bezeichnen, ihren mitfühlenden Blick einmal auf die materielle Seite der Vertreibung, die ja bis heute im Zentrum der Prager Politik steht:

Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Tschechen bekanntlich wie die Maden im Speck gelebt und waren nie an Kriegshandlungen beteiligt gewesen. Nach Kriegsende gehörten sie jedoch dank Beneš plötzlich zu den Siegern und kassierten gegen jedes Völkerrecht mit einem Schlag ein Drittel des gesamten Volksvermögens der seinerzeitigen Tschechoslowakei. Die Beute dieses Jahrhundertraubes überstieg sogar den Wert der geamten Marshallplanhilfe zum Wiederaufbau Europas für 14 Staaten!

Nach 20 Jahren Kommunismus war der riesige Wertzuwachs verspielt. Doch jetzt sprang die
"Wertegemeinschaft EU" in die Bresche. Die übermächtige Wirtschaftslobby konnte die fetten Profite kaum erwarten und zwang den Erweiterungsapostel Verheugen, tief in die Trickkiste zu greifen und mit Hilfe eines Gefälligkeitsgutachtens dem Beitrittskandidaten Europatauglichkeit seiner Rechtsordnung einschließlich Beneš-Dekreten zu bestätigen. Der bedingungslose Beitritt 2004 war besiegelt. Nun konnten also die EU-Gelder fließen: Allein in der laufenden Finanzperiode 2007 bis 2013 "Strukturhilfen" in Höhe von 26,7 Milliarden Euro! Mitfinanziert von jenen EU-Bürgern, die 1945 bis aufs Hemd ausgeplündert worden waren und seit 65 Jahren vergeblich auf Entschädigung warten...


1 0

Ethikunterricht?

Herr Dr. Walser wollte schon immer den Religionsunterricht abschaffen und durch einen Ethikunterricht ersetzen.

Aber was ist das für eine Ethik, Herr Dr. Walser. Sie verurteilen zurecht die Verbrechen der Nazis.

Gleichzeitig versuchen Sie Völkermord, Enteignung und Vertreibung, wie sie in den Benes Dekreten festgeschrieben sind zu rechtfertigen.


Gast: petros
20.03.2010 19:46
1 0

warum bringen wir die leute um

dieser walser hat doch nicht die geringste ahnung von geschichte und keinerlei moralgefühl. 1938 ist die tschechei zwar besetzt worden, 1945 sind aber hunderttausende unschuldiger zivilisten von den tschechen oft pervers umgebracht worden - das zu vergleichen, muss man entweder tschechischer fundamentilist und fanatiker sein oder blöd oder uraltkommunist - walser kann es sich aussuchen.
nie mehr wieder möchte ich von ihm einen gastkommentar in der presse sehen, das wäre würdelos

Rübezahl
20.03.2010 00:28
0 0

Eine Schande für die Presse

Die Verharmlosung der ethnischen Säuberung und der Beraubung von mehr als 3 Millionen Altösterreichern aus dem Sudetenland mit fast einer Viertelmillion Todesopfern durch fanatisierte slawische Nationalisten fällt leider (noch ) unter kein Verbotsgesetz. Harald Walser wäre einer der ersten Kandidaten für den Staatsanwalt!

20 Jahren tschechischer Unterdrückung in der "demokratischen Insel" von 1919 bis 1939 stand die deutsche Demütigung und 6jährige Okkupation von 1939 bis 1945 gegenüber. Dennoch haben die Tschechen die Kriegszeit vergleichsweise komfortabel überstanden: kein Wehrdienst, keine Zerstörungen, kein Hunger. Waffen haben die Tschechen erst später gegen wehrlose Frauen und Kinder in die Hand genommen. "Die Tschechen sind im Salonzug durch den Krieg gefahren...aber dann haben sie sich wie Banditen benommen" (Zitat ehem. polnischer Außenminister Brzezinski). In seinem Machwerk nennt Walser zwar Lidice, erwähnt aber mit keinem Wort die Massaker von Aussig und Postelberg oder den Brünner Todesmarsch,
dafür dividiert er die staatlich anerkannte Zahl von 242.000 Vertreibungstoten auf "geschätzte 40.000".

Als ethnische Säuberung war die Vertreibung ein Verstoß gegen zwingendes Völkerrecht (ius cogens). Ihre gerichtliche Aufarbeitung steht erst am Anfang. Nach jüngster CVVM-Umfrage
Ende 2009 finden 47 Prozent (!) der Tschechen die Vertreibung als gerechtfertigt! Auch nach 65 Jahren "Dialog" kennt Prager Politik nur ein Ziel:
die Sicherung des Jahrhundertraubes!

Antworten Gast: Marie D.
24.05.2010 16:27
0 0

Re: Eine Schande für die Presse

Unglaublich, was ich hier lese. Ich bin Tschechin und ich frage: Wie ist es möglich, dass einige Österreicher noch heute in dieser Zeit denken, dass die Tschechen die Kriegszeit vergleichsweise komfortabel ohne Hunger, Wahrdienst und Zerstörungen überstanden? Der zweite Weltkrieg war schrecklich und Erinnerungen an ihn werden noch heute von älterer Generation empfunden. Z.B. meine Omas und Opas erzählten mir noch, wie "deutsche Säue" einen Mann während des Krieges wie Jesus auf einen Tor geschlagen haben. Auf welcher Seite ist dann Unrecht oder Recht? Meine Grosseltern haben nichts zum Essen. Essen war so teuer, dass Brot auf einem Tisch schwer zu haben war. Und bis zum Lebensende sagten, dass sie reich sind, weil sie alles, was sie brauchen, haben. Es ist dann verständlich, dass Tschechen die Vertreibung als gerechtfertigt finden. Wir wollen nicht daran denken oder darüber sprechen, aber etwas bleibt herum bis heute. Ich weiss natürlich, dass die Vertreibung für viele Menschen (vor allem Österreicher) ungerecht war. Problem ist darin, dass beide Seiten (Österreicher und Tschechen) dem anderen niemals verstehen können. Ich bin 22 Jahre alt und ich will mich nicht mit dieser Kapitel weiter beschäftigen. Ich habe in Österreich viele nette Menschen getroffen und Vorurteile über Nachbarn gibt es nichts Gutes.Und ich kann Sie versichern, dass das Ziel unseres Landes keine Sicherung des Jahrhundertraubes ist, sondern gegenseitige Beziehungen verbessern und Erfahrungen gewinnen....

Antworten Antworten Rübezahl
25.05.2010 01:16
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Re: Re: Eine Schande für die Presse

Nachtrag an Marie D.

Sie wollen mehr über Sadismus und Brutalitäten erfahren? Hier Ausschnitte aus bisher unveröffentlichten Amateuraufnahmen, gesendet im tschechischen Fernsehen!

http://www.ct24.cz/domaci/89000-zabijeni-po-cesku-drasticke-zabery-vrazdeni-nemeckych-civilistu/

Antworten Antworten Rübezahl
25.05.2010 00:53
0 0

Re: Re: Eine Schande für die Presse

Liebe Marie D.,
Sie sind 22 Jahre alt und haben weder den Krieg, noch die Vertreibung oder einen wahrheitsgetreuen Geschichtsunterricht erlebt. Das muß man Ihnen zugute halten.

Dennoch, Sie müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Tschechien hat mit der Vertreibung und totalen Beraubung der deutschsprachigen Bevölkerung das größte Verbrechen gegen die Menschheit seit Kriegsende in Europa zu verantworten. Maßgebliche Völkerrechtler (Ermacora, Blumenwitz, M. de Zayas u.a.)
stufen die ethnische Säuberung als Völkermord ein, und der ist unverjährbar!
Tschechien ist zwar seit 2004 EU-Mitglied, aber es wird so lange außerhalb der europäischen Wertegemeinschaft stehen, bis es seine Vergangenheit aufarbeitet und volle Wiedergutmachung für den Jahrhundertraub leistet. Die Beneš-Dekrete und das Straffreistellungsdekret für Mörder und Folterer ist eine Schande für Tschechien und die gesamte EU!

Das wichtigste Ziel der tschechischen Außenpolitik seit Kriegsende ist die Sicherung des Jahrhundertraubes, für den Tschechien bis heute keinen Heller Entschädigung geleistet hat. Dafür hat Ihr Präsident Klaus die Tschechen sogar aus der europäischen Grundrechtecharta ausgenommen! Aber ohne Wiedergutmachung gibt es keine ehrliche und dauerhafte Versöhnung und somit auch keine Normalisierung der nachbarschaftlichen Beziehungen!

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Geschichtsverfälscher und Kalte Krieger

Untergriffige und sachlich falsch - eigentlich keiner Antwort wert. Für die an der Sache interessierten aber folgendes Zitat des Wiener Zeithistorikers Ingo Haar: „Aus historischer Sicht sind Zahlen aus den Bilanzen von ›Vertreibungsverlusten‹ ohne Nennung ihres ursprünglichen Entstehungs- und Verwendungszusammenhangs nicht mehr anwendbar. (...) Im Kalten Krieg ging es den Erfindern dieser Zahlen um das Ziel der Revision des Potsdamer Abkommens, und damit auch um die Revision der europäischen Nachkriegsordnung. Diese Opfer-›Bilanz‹ ... sollte insbesondere die nach 1945 erfolgte Rekonstruktion der osteuropäischen Staaten, und damit auch die Rückkehr Polens und Tschechiens zur Eigenstaatlichkeit in Frage stellen, um deutsche Revisions- und Rückkehrszenarien zu unterstützen. Wer diese Zahlen der Vergangenheit heute reaktiviert, wird auch in Verbindung mit den historischen Zielen gebracht, die sie damals bezweckten: die Rückkehr Deutschlands in den Grenzen von 1937, und damit die Rücknahme der staatlichen Souveränität der nach 1945 rekonstruierten Staaten Ost- und Mitteleuropas.“
Der ganze Text hier: http://www.springerlink.com/content/j52u12vq0h81220j/

Antworten Antworten Rübezahl
22.03.2010 23:26
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Re: Geschichtsverfälscher und Kalte Krieger

Vorweg zu den Fakten: Das deutsche Statistische Bundesamt ermittelte 1958 nach sorgfältigen Untersuchungen eine Zahl von 272.000 Vertreibungsopfern aus der Tschechoslowakei. Während der Kirchliche Suchdienst München 1965 die Zahl von 240.000 namentlich erfaßten Opfern bekannt gibt, spricht die deutsch-tschechische Historiker-Kommission 1996 unbekümmert von "bis zu 30.000 Opfern".

Das Thema Vertreibungsverluste füllt inzwischen Bibliotheken. Die unterschiedlichen Zahlen ändern freilich nichts daran, daß es sich um den Tatbestand des Völkermordes handelt
(vgl. Ermacora, Blumenwitz, de Zayas).

Wirklich besorgniserregend sind allerdings die Bildunglücken des grünen Bildungssprechers, mit denen er auf unsere Jugend losgelassen wird. Sie erinnern fatal an die kommunistische Geschichtsklitterung in der DDR, CSR usw., als sogar das Wort "Vertreibung" verboten war und in keinem Schulbuch erwähnt werden durfte.

Ich habe das Trauma der ersten, der sogenannten "wilden Vertreibung" aus unserer seit Jahrhunderten angestammten Heimat persönlich erlebt, stets darunter gelitten und warte seit 65 Jahren vergeblich auf eine Entschädigung. Auch ein bedauernswerter Ignorant wie Harald Walser wird uns nicht daran hindern, auch in Zukunft Gerechtigkeit zu fordern. Die nächste und die übernächste Generation stehen schon bereit, diese Aufgabe fortzuführen...

Prof. Dr. Diwald:
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?action=jump&entryid=1108642849&USER=user_72993


Antworten Gerald
21.03.2010 10:51
1 0

Re: Eine Schande für die Presse

Sie haben Recht. Dieser Artikel ist wirklich eine Schande, aber nicht für die Presse, sondern für die Grünen.
Der Autor Harald Walser ist Bildungssprecher der Grünen und das ist sein Gastkommentar. Ich finde jedenfalls auch solche Artikel sollten in einer guten Zeitung vorkommen. Zeigt es doch sehr schön die menschenverachtende Fratze mancher grüner Gutmenschen, solange es um die eigene deutschsprachige Bevölkerung geht. Die absolut jenseitige Verbrechensverharmlosung des Hrn. Walser steht auf dem selben Niveau wie N S-Verharmlosungspamphlete eines Honsik u. Konsorten, nur dass es nicht strafbar ist.

5 0

Unzulässige Verharmlosung

Angesichts solcher Artikel ist es höchste Zeit, die Verharmlosung der Benesch-Dekrete als strafrechtlichen Tatbestand festzuschreiben u. mit Haftstrafen bis zu 10 Jahren zu ahnden. Wenn Hr. Walser schon die Geschichte bemühen will, soll er sich einmal den Slawenkongress von 1848 u. die dort festgelegte Linie Stettin-Triest zu Gemüte führen. Vielleicht dämmert ihm dann, dass nur mehr Teile Österreichs östlich der Linie liegen. Der Rest wurde schon slawisiert. Aber die Geschichte vom spontanen Volkszorn gegen die Nazis lernt man in Wien halt schon in der Volksschule. Das Wien, in dem es ein tschechischer Spion zum Bürgermeist gebracht hat.

Gast: Leo
19.03.2010 16:49
4 0

angst und bang

Der grüne Bildungssprecher (sic!) hält es also für verwerflich, wenn UHBP - selbst wenn eh nur aus wahltaktischen Gründen - die Ermordung Zehntausender aus purer Mord- und Rachsucht als schweres Unrecht bezeichnet. Grundsätzlich richten seine Aussagen sich von selbst. Bedenkt man aber, dass ein Großteil der heutigen Lehrerschaft nicht nur Ausbildung und historische Wertmaßstäbe aus der gleichen Quelle bezog wie der bemitleidenswerte Gastkommentator, sondern sich auch seiner Partei und ihren bizarren Bewertungen verbunden fühlt, wird einem für die Zukunft unserer Kinder und des ganzen Landes angst und bang.

Metz
19.03.2010 14:01
0 0

Wieso werden solche Artikel geschrieben...

... die Antwort ist leicht und wird auch am Ende dieses Artikels gegeben: „Na wegen dem Geld. Natürlich.“


Gast: Franz-Josef Karlsbader
19.03.2010 12:41
3 0

Nur ein Beispiel: Kaaden

Am 4. März 1919 demonstrierten die Kaadener Sudetendeutschen nach dem Aufruf der Landesgruppe der Sozialdemokraten anlässlich des Wahltages zur österreichischen Nationalversammlung für das Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib bei Österreich. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit dem in der Stadt stationierten tschechischen Militär. Nach Mitteilung der Neuen Zürcher Zeitung vom 7. März 1919 wurden in Kaaden 17 Personen getötet, 30 schwer und 80 leicht verwundet. In einem Ehrengrab am Friedhof wurden die Toten bestattet; es wurde nach der Wende von 1989 wieder eingeweiht.

Die Stadt Kaaden hatte am 1. Dezember 1930 8.641 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 7.650 und am 22. Mai 1947 5.062 Bewohner. Aufgrund des Beneš-Dekrets Nr. 108 vom 25. Oktober 1945 wurde fast die gesamte deutsche Bevölkerung Kaadens enteignet und vertrieben.

Antworten Gast: Gast
03.08.2010 17:50
0 0

Re: Nur ein Beispiel: Kaaden

Von den Gewalttaten nach dem ersten Weltkrieg wird leider sehr selten gesprochen. Auch diese Dinge gehören in die Öffenlichkeit. Die Tschechen haben mit diesen Taten die "Sudetendeutschen" in den Arm der Nationalsozialisten getrieben.

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Don Quichote - oder ein wackrer grüner Kämpfer

Man kann gegen die Grünen sagen was man will – aber in Punkto Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft ist schwer Verlass auf sie. Zeigt sich nur ein Hauch von Faschismus, Rassismus, allgemeinem Schlechtmenschentum oder -wie in diesem Fall- schwerem Revanchismus, so sind sie da und kämpfen dagegen an.

Ich erlaube, mir die Leistung des Herrn Doktor in diesem Artikel würdigend zusammenzufassen: Frau Coudenhove-Kalerie wirkt vertrauensbildend wenn sie meint den
Sudeten-Deutschen sei Unrecht widerfahren und das sollte man bekennen. Herr Fischer vergiftet das Klima wenn er die Benes-Dekrete, die dieses Unrecht rechtens machten, als schweres Unrecht bezeichnet.

Gut, dass es solche Kämpfer wie Dr. Walser noch gibt!

Zusatzfrage: Kriegt man für solch einen Beitrag ein Honorar oder muß man etwas zahlen,
dass man sich an prominenter Stelle mal wieder in Erinnerung bringen und betätigen darf
- und wie viel ist das?

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Don Quichote - oder ein wackrer grüner Kämpfer

Man kann gegen die Grünen sagen was man will – aber in Punkto Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft ist schwer Verlass auf sie. Zeigt sich nur ein Hauch von Faschismus, Rassismus, allgemeinem Schlechtmenschentum oder -wie in diesem Fall- schwerem Revanchismus, so sind sie da und kämpfen dagegen an.

Ich erlaube, mir die Leistung des Herrn Doktor in diesem Artikel würdigend zusammenzufassen: Frau Coudenhove-Kalerie wirkt vertrauensbildend wenn sie meint den
Sudeten-Deutschen sei Unrecht widerfahren und das sollte man bekennen. Herr Fischer vergiftet das Klima wenn er die Benes-Dekrete, die dieses Unrecht rechtens machten, als schweres Unrecht bezeichnet.

Gut, dass es solche Kämpfer wie Dr. Walser noch gibt!

Zusatzfrage: Kriegt man für solch einen Beitrag ein Honorar oder muß man etwas zahlen,
dass man sich an prominenter Stelle mal wieder in Erinnerung bringen und betätigen darf
- und wie viel ist das?

Kurinsk
19.03.2010 10:26
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Geschichte


Im tschechischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit ein Film über Prag im Frühling 1945 ausgestrahlt. Er zeigt eine herrliche Stadt, in der die Bevölkerung mit den deutschen Besatzern friedlich zusammenlebt.

http://www.youtube.com/watch?v=flpD-WlALks

Die Vertreibung kam für die Mehrheit der Tschechen und Sudetendeutschen überraschend. Die neuere Geschichtsschreibung berichtet auch von Fällen, in denen Tschechen Sudetendeutsche bei sich versteckten, um sie vor politischen Mordbanden zu schützen.
Anderseits war die Tschechoslowakei vor dem Krieg keineswegs die ideale Demokratie wie Walser behauptet. Die Tschechen pflegten einen Umgang mit ihren zahlreichen Minderheiten, der bei diesen keine Staatsloyalität entstehen ließ. Das war auch die politische Grundlage des Münchner Abkommens. Die Tschechoslowakei erlebte 1939 ihren ersten Untergang, nicht nur wegen Hitler.


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Harald Walser greift zu kurz

Man kann Heinz Fischer mögen oder auch nicht. Hier hat er - auch wenn Wahlkampf ist - das Richtige gesagt: Die Beneš-Dekrete sind schweres Unrecht. Woher weiß Walser, dass er es nicht wie Václav Havel oder Frau Coudenhove-Kalergi verstanden wissen wollte? Hier greift Walser das erste Mal zu kurz. Das zweite Mal greift er geschichtlich zu kurz. Er beginnt 1939 mit der Annexion. Aber liegt das Unrecht nicht in den "Verträgen" von Versailles und St. Germain? Wo geschichtlich nie zur Tschechoslowakei zählende Gebiete dieser zugesprochen wurden (so wie Südtirol italienisch wurde). Die deutsche Bevölkerungsgruppe wurde durch die damalige Politik Hitler in die Arme getrieben (so wie die ungarische Horti). Vielleicht geht Walser jetzt zurück auf den "Völkerkerker"... Was dessen Zerschlagung den ost-mitteleuropäischen und den Völkern des Balkans gebracht hat, wissen wir ja. Die Forderungen sudetendeutscher Vertreter nach materieller Wiedergutmachung ist unrichtig, ja unverschämt. Die durchschnittlichen Heimatvertriebenen (Bauern, Gewerbetreibende,...) konnten bis 1990 im Westen wesentlich mehr Güter schaffen, als sie "dank realem Sozialismus" in ihrer alten Heimat erhalten hätten können. Und bei den Großgrund-/Schlossbesitzern darf getrost die Frage gestellt werden, wie (auf wessen Kosten)ihr Vermögen zustande kam. Das eigentliche Unrecht der Beneš-Dekrete ist darin zu sehen, dass ein Staat 1/4 bis 1/3 seiner Bevölkerung verjagt hat; 200.000 Tote als Kollateralschaden.

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Da empfiehlt sich ein grüner Wirrkopf

wenigstens nicht als künftiger Präs.kandidat. So was ist ausgebildeteter Historiker! Wie wäre es mit 1918: mit welchem Völkerrecht wurde das Selbstbestimmungsrecht des Sudetenlandes (1918 mehr als im Münchner Abkommen 1938) gebrochen? Am 4.3.19 kostete die "demokratische Insel" bereits 54 Deutsche das Leben. Warum hat diese Insel die Deutschen (deren Zahl die der Slowaken um mehr als 1 Mio. übertraf) diskriminiert und damit Hitler in die Arme getrieben?
250.000 Opfer - fast alles Juden, die sich meist als Deutsche definierten. Tschechische Opfer: Man wird viele sehr unterschiedliche Opfergruppen zusammenkratzen müssen, um in die Nähe jener geschätzten 40.000 Deutschen zu kommen. Selbst wenn man eine Null anhängt: würde damit Unrecht zu Recht?
Die Sudetendeutschen als Revanchisten? Weil sie gegen Enteignung und Vertreibung sind, die den Tschechen einen bis heute verödeten Landstrich beschert haben?
Restitution ist Revanchismus? Hört, hört!
"Schweres Unrecht" ist also "ungewöhnlich undifferenziert". Havel wird angesprochen: der verurteilte die Benes-Dekrete als "Akte des Unrechts und der Rache". H.W. spricht ja selbst von Unrecht, und Fischer solle sich an Coudenhove orientieren: an der "klaren Feststellung" von "Unrecht".
Was also? Ein nachhaltiger Umgang mit Druckerschwärze ist das nicht.

Gast: Niederösterreicher
19.03.2010 01:38
2 0

Ausnahmsweise hatte BP. Fischer einmal Recht:

Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrem kompakten Siedlungsgebiet verstieß gegen Völker- und Kriegsrecht. Auch die Aufrechterhaltung dieses Zustandes ist rechtswidrig. Wenn man schon der Meinung ist, daß die Deutschen in den Sudetengebieten "nichts verloren" hatten, dann hätte man diese Gebiete auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes, das Wilson im 1.WK. den europäischen Nationen versprochen hat, an Österreich angliedern müssen. Daß die deutschsprechenden Teile der CSSR sich für den Verbleib bei Österreich ausgesprochen haben, wird wohl auch dem Herrn Gymnasialdirektor Walser nicht entgangen sein.

Der Gutmensch Walser vertritt schlüssig die Kollektivschuld-These. Für ihn gibt es nur die "Kollektivschuld" des deutschen Volkes (repräsentiert durch die Waffen-SS???)". 40000 Ermordete sind für ihn offensichtlich kein Grund, sich einmal die Frage zu stellen, mit welchem Recht diese Menschen nach dem Waffenstillstand von tschchischen "Kämpfern" einfach gelyncht wurden und diese Taten auch noch amnestiert wurden. Würde etwa der Mob nach einer Straftat den Täter (vielleicht sogar ein Ausländer) lynchen, so würde Herr Walser sofort die Frage stellen, warum die Polizei nicht eingeschritten ist und den Rücktritt der Innenministerin verlangen.

Herr Walser ich stelle fest, Ihre "Humanität" hat arge Lücken? Sind Sie bei dieser Einstellung zu unschuldigem menschlichen Leben (die Vertriebenen waren ja auch Frauen und Kinder) als Gymnasialdirektor noch tragbar?


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  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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