Alles nur Faschisten? Über das Ende des Traums von Multikulti

ULRICH BRUNNER (Die Presse)

Gastkommentar. Wiener Wahlergebnis erfordert massive Änderungen in der Zuwanderungspolitik.

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Nun ist sie wieder unterwegs, die Antifatruppe, die jeden vierten Wiener zum ausländerfeindlichen Faschisten stempelt, weil die Strache-FPÖ 27Prozent der Stimmen bei der Wiener Wahl erreicht hat. Weiter von der Bevölkerung entfernt als die Politiker sind in Österreich offenbar nur noch manche Journalisten.

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Wer sich nur zwischen seiner Wohnung in einem Bobo-Bezirk, dem Kaffeehaus und der Redaktion bewegt, kann natürlich nicht wissen, welche Probleme es im Zusammenleben zwischen Wienern mit und ohne Migrationshintergrund gibt. Wer in einem Türkenviertel in Favoriten lebt, musste es kommen sehen.

In diesem größten Wiener Bezirk mit mehr als 100.000 Stimmberechtigten erreichte Straches FPÖ satte 34,8 Prozent. Nur Simmering hat mit 37 Prozent mehr. Wenn man in Rechnung stellt, dass eingebürgerte Türken und Serben mehrheitlich SPÖ gewählt haben, dann müssen von den Wienern ohne Migrationshintergrund mehr als 40 Prozent FPÖ gewählt haben, das heißt, die FPÖ ist bei diesem Teil der Wiener Bevölkerung stärkste Partei, auch vor der SPÖ. Alles Faschisten?

Die Begegnung mit Türken und Migranten aus Ex-Jugoslawien bringt in der Regel eine Einschränkung der Lebensqualität. Wer in seinem Wohnhaus als Nachbar einen Türken bekommt, hat seine liebe Not. Die neuen Nachbarn haben viele Kinder, sind laut, halten sich an keine Hausregel, verunreinigen das Stiegenhaus.

Am Freitagabend kommen Verwandte auf Besuch, zehn oder zwölf Personen, und bleiben bis nach Mitternacht. An Schlaf ist da nicht mehr zu denken. Ersuchen um Ruhe werden nicht zur Kenntnis genommen. Alleinstehende Frauen wagen es gar nicht erst, anzuklopfen. Das hat der türkische Familienvater gleich klargemacht, von Frauen lässt er sich nichts sagen. Das gilt in der Regel auch für die Lehrerin in der Schule. Zu Sprechstunden kommt der Vater in der Regel sowieso nicht.

Zur Einschulung kommen Kinder von Migranten, die sich dem Unterricht verweigern. Mädchen geben einem Jungen nicht die Hand. Buben gebärden sich schon in der Volksschule als Machos. Sobald sie die Mehrheit in der Klasse stellen, werden die nicht migrantischen Kinder so terrorisiert, dass sich diese oft nicht mehr in den Pausenhof wagen. In vielen Volksschulen in Favoriten beträgt der Anteil von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache bis zu 90 Prozent. Wer kann, gibt sein Kind in eine andere Schule. Wer keine Möglichkeiten hat, auszuweichen, rächt sich spätestens in der Wahlzelle. Alles Faschisten?

 

„Schleich dich, Alte!“

Noch schlimmer ist die Situation in der Hauptschule. Dort sind nicht nur die wenigen österreichischen Schüler, sondern auch Lehrer Pöbeleien ausgesetzt. Buben werden in türkischen, zum Teil auch in Familien aus Ex-Jugoslawien nach dem Prinzip erzogen: stark, tapfer, kampfesmutig. Als Autorität wird außer dem Vater niemand akzeptiert.

Mit dieser Einstellung haben die jungen Burschen nach Abschluss der Hauptschule, den die meisten mit Mühe schaffen, ein großes Problem als Lehrling. Einem türkischen Mann verbietet es seine Ehre, sich von einem Familienfremden etwas sagen zu lassen. Also brechen die meisten die Lehre ab und übersiedeln in den Park, wo sie im Käfig dem Fußball nachjagen. Auch der Park außerhalb des Käfigs wird als ihre Domäne betrachtet. Ältere Frauen, die sich beschweren, werden rüde weggejagt: „Das ist jetzt unser Platz, schleich dich, Alte.“ Die Frau geht weinend nach Hause und rächt sich in der Wahlzelle. Alles Faschisten?

Wenn der Wiener Bürgermeister in seiner grenzenlosen Jovialität vor Kurzem meinte, er werde türkische Jugendliche bei schlechtem Benehmen bei den Ohren nehmen, dann zeigt sich, dass er keine Ahnung hat. Das Machotum der türkischen Männer ist kulturell angelegt. Necla Kelek, streitbare Deutschtürkin, hat das in ihren Büchern beschrieben. Im Alter von zwölf, 13Jahren werden türkische Buben einer Beschneidung unterzogen. Ohne Betäubung wird den Buben die Vorhaut des Penis entfernt. Während dieser äußerst schmerzhaften Prozedur wird der Bub von vier Männern festgehalten. Die Mannwerdung unter Schmerzen macht den türkischen Mann stark, nun kann ihm niemand mehr etwas befehlen.

Diese Haltung macht junge Türken oft auch unfähig, sich in eine Arbeitsordnung einzufügen. Die Folge ist Arbeitslosigkeit. Jene, die hier sind, um angeblich unsere Renten zu sichern, fallen ins Sozialnetz, bevor sie noch etwas dazu beigetragen haben.

Das Verhalten von Migranten-Jugendlichen im öffentlichen Raum macht vielen, vor allem älteren Wienern Angst. Die Ehrfurcht vor Älteren gilt offenbar nur in der Familie. Auf dem Gehsteig weichen die testosterongestählten Jugendlichen prinzipiell nicht aus. In der Straßenbahn bleiben sie sitzen, selbst wenn Gehbehinderte einsteigen.

Wer nicht arbeitet und trotzdem allen Verlockungen unserer Konsumgesellschaft nachkommen will, braucht Geld. Wenn der Versuch in der Spielhalle nichts bringt, wird jemand überfallen.

Sogar manche Grüne haben begriffen, dass der unbeschränkte Zuzug nicht mehr akzeptabel ist. Er sollte auf Familienzusammenführung beschränkt werden. Da taucht das grundsätzliche Problem auf, dass Türken unter Familie etwas anderes verstehen als Österreicher. Bei Türken gehören zur Familie außer der Ehefrau noch die Eltern, Großeltern, Geschwister, Cousins. Aber selbst wenn es auf Ehefrauen beschränkt würde, bleibt das ein Problem.

 

Muttersprachlicher Unterricht?

Für junge Türken werden sehr oft Ehen mit Mädchen aus der Türkei „arrangiert“, meist Zwangsehen. Diese Mädchen stammen aus anatolischen Dörfern, sind fast Analphabeten, können kein Wort Deutsch und sind zur Unterordnung dem Mann gegenüber erzogen. Sie werden zu Hause eingesperrt und dazu verurteilt, viele Kinder zu bekommen.

Warum ist das Erlernen der deutschen Sprache für Türken, zum Teil auch für Serben und andere Völker aus Ex-Jugoslawien, so schwer? Dass diese Menschen aus bildungsfernen Schichten stammen, ist ein Euphemismus. Die meisten haben überhaupt keine Bildung. Serben, die vor 20 Jahren gekommen sind, haben kaum mehr als fünf Klassen der Grundschule besucht. Schreiben können sie nur in kyrillischen Blockbuchstaben. Türken aus den Dörfern kommen oft nicht einmal auf fünf Jahre Schulunterricht. Noch schlechter sind die Voraussetzungen für die Kurden, die in der Türkei aufwachsen. Sie sprechen zu Hause nur Kurdisch, das sie aber nie zu schreiben lernen. Kommen sie in die Schule, werden sie in Türkisch unterrichtet, das sie wie eine Fremdsprache erleben.

Dass das Erlernen von Deutsch mit diesen Voraussetzungen schwerfällt, liegt auf der Hand. Unter diesen Umständen ist auch die Forderung nach muttersprachlichem Unterricht nicht zielführend. Es kann ja nicht Aufgabe unseres Schulsystems sein, jemandem die Muttersprache beizubringen, die er im Herkunftsland nie richtig gelernt hat.

Nach diesem für Regierungsparteien, aber auch für die Grünen, desaströsen Wahlergebnis in Wien kann man in der Ausländerfrage nicht so weiter tun wie bisher. Man muss auch Dinge offen aussprechen, die bisher im Sinn der Political Correctness verpönt waren:

•Der Zuzug von offensichtlich nicht integrierbaren Menschen aus bestimmten Ländern muss gestoppt werden. Dabei geht es vor allem um Menschen aus islamischen Ländern, deren mittelalterliche Wertvorstellungen mit unserem Wertesystem nicht kompatibel sind. Analphabeten dürfen ebenfalls nicht kommen.

•Familienzusammenführung ist auf Ehepartner zu beschränken, die mindestens 18Jahre alt sind und vor der Einreise Deutsch können müssen. (Seit Einführung dieser Bestimmung in Deutschland ist die Zahl der Importbräute stark zurückgegangen.)

•Zur besseren Integration der schon hier befindlichen Migranten muss bei den Kindern früher angesetzt werden als bisher. Die Kinder müssen von der fehlenden Bildungskompetenz der Eltern abgekoppelt werden. Daher: Für alle Kinder ab drei Jahren verpflichtenden Kindergartenbesuch und dann Ganztagesschule. Wer sein Kind nicht schickt, verliert soziale Leistungen. Finanziert werden kann das Ganze durch eine Abschaffung oder starke Reduzierung des Kindergeldes.

•Die karitativen Organisationen müssen sich die Frage stellen, ob sie mit ihrer Politik des Tricksens und Täuschens in der Asylfrage nicht zum Erfolg Straches beitragen. Spendengelder sollten eher zur Hilfe vor Ort verwendet werden als für die Finanzierung von Rechtsberatern, die die Behörden an der Nase herumführen.

Die Bundesregierung muss handeln und sich von allen Multikulti-Träumen verabschieden. Ein Staatssekretariat für Integration mag hilfreich sein, wenn aber sonst nichts geschieht, wird Strache beim nächsten Mal Wiener Bürgermeister. Oder Bundeskanzler.

 


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zur Person

Ulrich Brunner (*12.7.1938 in Wien) begann seine Journalisten-Karriere beim SPÖ-Organ „Arbeiterzeitung“. Er wechselte 1975 zum ORF und war dort 23 Jahre in verschiedenen Funktionen tätig. Legendär wurde er aber auch wegen einer Maßregelung, die ihm durch Bundeskanzler Bruno Kreisky 1981 widerfuhr: „Lernen S' a bisserl Geschichte, Herr Reporter.“ Brunner lebt als Pensionist in Favoriten. [Archiv]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2010)

 
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171 Kommentare
 
12 3 4
Reinhard FUCHS
11.04.2016 21:30
1

Warum nicht schweizer Modell ? Oder kanadisches ? Oder dänisches ?


Dieser immense Selbstzerstörungsdrang der Öst. ist rätselhaft...

Hunaha-p-u-s
26.12.2013 14:45
1

Eine Meinung zu ULRICH BRUNNER´s Beitrag

Lieber Herr Brunner das was sie hier aufzählen war das selbige Problem wie im Kosovo mit den albanisch-serbisch stämmigen Mitbürger- keiner hat Respekt vor dem anderen gehabt...zu was es dann geführt hat wissen wir eh- Fingerzeig auf Serbien und zweierlei Mass messen - produced by State Austria & Co.

Damals vor der Krise im Kosovo (vor 1999) haben die Herrn von Politiker aus Österreich, solche Beiträge wie vom Herrn ULRICH BRUNNER im serbisch Mainstream denunziert und verurteilt. Faschisten hat man alle Serben damals genannt und mit Nazis wurden sie verglichen !

Ich will nicht damit sagen das ihr Kommentar genau so denunziert gehört, wo wären wir denn da angelangt wenn es plötzlich keine Redefreiheit mehr geben würde, aber ich will lediglich aufzeigen dass die österreichische Politik zweierlei Mass im Political Correctnes nimmt.
Den in der Außenpolitik üben unsere großen Politiker eine ganz andere und etwas groteske Rhetorik.

Ist das nicht ein tolles Österreich zu was es sich entwickelt hat- oder sagen wir es so Wirtschaft=Gut;Menschlichkeit=Stopp

Was sagen sie ?


Gast: Commentaire_invité
24.03.2011 10:55
1

Großstadtkriminalität

Ein erheblicher Teil der Schwierigkeiten ist nicht dem Multikulti zuzurechnen sondern der Bevölkerungsdichte, die generell als Vorteil betrachtet wird und zum Sog für weitere Dichte führt.

Bei dieser Dichte ist die Ängstlichkeit auf allen Seiten und das Verlangen nach Schutz von oben (SPÖ und Strache) höher als auf dem flachen Land. Außerdem treffen die sozialen Schichren häufiger aufeinander.

Ich schlage vor, die subventionierte Verstädterung so bald wie möglich zu beenden, Öffis, Wohnungsbau und Mieten, möglichst viele Behörden, die nicht im Zentrum liegen müssen, aufs Land zu verstreuen, um den Verkehr und den Wohnbau in den Hauptstädten inklusive Infrastruktur zu entlasten und den Wochenendverkehr zu verringern.

Gast: Not - favourited Favoritner (no migration background)
03.02.2011 00:34
5

Immer wieder lesenswert, Herr Brunner !

Wär wieder mal Zeit, dass die Presse Sie einlädt, einen Kommentar zu schreiben.
Hätte nie gedacht, dass es noch so offene und ehrliche Sozis gibt !

Gast: Tichatschek Franz
25.10.2010 20:12
12

Strache Kanzler?

Wäre unsere letzte Chance vor einer türkischen Übernahme. In 10 Jahren können die heutigen Volksschüler wählen. Bis dahin gibt es, wie in Niederösterreich, eine türkische Partei in Wien und selbst dem Dümmsten muß klar sein wen die Migranten wählen!! Die ROTE Stadtregierung hat, in vorauseilendem Gehorsam, ein Verbot von Schweinefleisch in allen städtischen, öffentlichen Einrichtungen vom Kindergarten bis zu den Spitälern verfügt. Anders ausgedrückt, etwa 1,700.000 Einheimische gehen vor den etwa 100.00 Türken in die Knie. Weiterer Kommentar überflüssig. Übrigens Rassismus: Wenn ein Türk sagt, Scheiß Österreicher ist es okey. Umgekehrt ist es Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Franz A.
25.10.2010 16:16
1

Wahrheit

Es steckt Wahrheit in diesem Gastkommentar. Alle die angesprochenen Sachen kommen in der Wirklichkeit vor. Allerdings bei Weitem nicht bei jedem hier ansaessigen Tuerken.
Eine solche Verallgemeinerung bringt IMO gar nix. Warum? Weil die Angesprochenen ja nun mal schon hier sind. Da kann man den selben Kommentar in fuenf Jahren wieder schreiben, wenn man will, der wird dann noch genau so viel Wahrheit beinhalten, wie jetzt. De facto ist der Zuzug aus der Tuerkei ja bereits, bis auf die Familienzusammenfuehrung gestoppt und die, die schon da sind, die werden auch da bleiben.

Der einzige Loesungsansatz steckt im vorletzten Absatz ("•Zur besseren Integration der schon hier befindlichen..."), an sonsten gibt es nur Polemik zu lesen.

Gast: ricotico
25.10.2010 09:39
3

lernens geschichte und recherchieren

von welchem favoriten redet der?
der artikel ist wirklich mies recherchiert, bedient so ziemlich alle vorurteile die man ueber diesen bezirk haben kann, wiederlich, einen derartigen schwachsinn in der presse lesen zu muessen. das favoriten in dem ich leb, ist weitaus differenzierter und lebenswert.

Antworten Gast: mike10
26.10.2010 18:28
11

Re: lernens geschichte und recherchieren

In welchen Favoriten leben sie?
Wahrscheinlich in Oberlaa.
Da kommt man nicht in Genuß einer
Türkischen oder Jugoslawischen Familie

Antworten Antworten Hunaha-p-u-s
26.12.2013 15:10
0

Re: Re: lernens geschichte und recherchieren

in ganz Wien kommt man auf den Genuss vieler Zeitgenossen und Kulturen !

Also was schmeckt ihnen nicht ?

Antworten Ernst Wagram
25.10.2010 11:28
7

Re: lernens geschichte und recherchieren

Brunner redet von dem Favoriten, in dem er wohnt, mein Herr! Und er hat alle Probleme zusammengeschrieben, die da im Zusammenleben mit Türken und anderen Moslems eben auftreten. Zu viel für Sie?

Übrigens wissen Sie auch nicht, warum Kreisky über Brunner so entzürnt war, hier können Sie es nachlesen:
http://diepresse.com/home/kultur/news/296191/index.do?from=suche.intern.portal

Antworten Antworten Ernst Wagram
25.10.2010 12:06
0

Re: Re: lernens geschichte und recherchieren

korrigiere mich auf "erzürnt"... :-)

die_ratte
23.10.2010 17:05
3

Unterscheidung Kommentar und Bericht

Die Unterscheidung von einem Kommentar und einem Bericht, scheint den meisten Postern hier nicht geläufig zu sein.

Ein Kommentar gibt die Meinung einer Person wider und muss nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Zumindest in einem Medium, dem es wichtig ist die ganze Bandbreite einer Diskussion aufzuzeigen. Dafür ist der "Presse" zu danken. HC und Co werden gerade deshalb so stark, weil sich niemand mit dem Denken der anderen Seite auseinander setzen will.

Also Dank für Kommentare dieser Art, auch wenn sie nur sehr beschränkt und mit Vorbehalt meiner Ansicht entsprechen.

Ich arbeite viel mit der in diesem Kommentar angesprochenen Zielgruppe. Teilweise stimmen die Darstellungen leider, es ist jedoch keinesfalls auf alle türkischen MitbewohnerInnen übertragbar. Überall gibt es solche und solche. Oft erschrecken mich die Deutschkenntnisse sogenannter ÖsterreicherInnen! Und die schreien oft am lautesten über die Missstände bei nicht in Österreich geborenen.

Es liegt zwar Wahrheit in dem Kommentar, aber so einfach ist das Problem eben nicht zu beschreiben und lösen. Dazu bedarf es einer differenzierten Betrachtung, die irgendwo zwischen Sozialromantik und Pragmatismus liegt, aber keinesfalls mit Ideologien, egal ob politisch oder religiös, verknüpft werden darf.

Gast: Thomas R.
22.10.2010 11:22
0

tiefer gehts nimmer

jaja, herr ulrich brunner, sie wohnen ja sicher selber in einem migrantenbezirk, nicht so wie ihre "bobo"-journalistenkollegen. daher kennen sie die von ihnen - sicher einzeln vorkommenden, aber von ihnen auf ganze volksgruppen verallgemeinerten - probleme garantiert aus erster hand.
mir geht diese vereinnahmung durch solche leute, die selber nie in migrantengegenden gewohnt haben und gönnerhaft behaupten, sie würden die - angeblich daraus resultierende - fremdenfeindlichkeit verstehen, ziemlich "am zager". ich habe selbst im 2. und im 20. bezirk in gegenden mit hohem ausländeranteil gewohnt und hatte nie die im artikel behaupteten probleme!
ich arbeite als lehrlingsausbildner in einer überbetrieblichen lehrwerkstätte mit hohem migrantenanteil und ja, es gibt sie, die jugendlichen, türkischen machos und die migranten, die schwierigkeiten mit der deutschen sprache haben. ebenso wie es die netten, gebildeten und höflichen türken und die österreichischen machos gibt. und autochthone österreicher, die schriftlich keinen geraden satz rausbringen kenn ich auch zur genüge.

Antworten die_ratte
23.10.2010 17:10
2

Re: tiefer gehts nimmer

Wenn ich den Artikel richtig bis zu Ende gelesen habe, so wäre Ulrich Brunner sogenanntes "rotes Urgestein"! Also wo unterscheiden sich heute der linke und der rechte Rand noch? Das schreckt mich eigentlich am meisten!

Zu Ihrer Information Herr Thomas R.:
Ulrich Brunner (*12.7.1938 in Wien) begann seine Journalisten-Karriere beim SPÖ-Organ „Arbeiterzeitung“. Er wechselte 1975 zum ORF und war dort 23 Jahre in verschiedenen Funktionen tätig. Legendär wurde er aber auch wegen einer Maßregelung, die ihm durch Bundeskanzler Bruno Kreisky 1981 widerfuhr: „Lernen S' a bisserl Geschichte, Herr Reporter.“ Brunner lebt als Pensionist in Favoriten. (siehe Kasten zu diesem Kommentar)

Gast: Matthias K.
22.10.2010 09:58
1

Entschuldigung

An die Redaktion.

Sollte dieser Kommentar von der Redaktion gedeckt werden und der Blattlinie entsprechen, so ist es an mir meinen Unmut mit dieser sonst hochgeschätzten Zeitung kund zu tun.

Derartige Kommentare erwarte ich überhaupt nur in der Krone, nicht aber in einem Blatt das ernsthaften Journalismus betreibt.

Ich bin enttäuscht und hoffe Sie setzen ein Zeichen als Reaktion der Redaktion auf diesen unglaublichen "in den Wind"-Kommentar.

Ihr besorgter Leser Matthias

PS: dieses Kommentarfeld hat mittlerweile 2x meinen gesamten Kommentar gelöscht...

Gast: egc
22.10.2010 01:17
0

tja

solche artikel machen die österreicher wieder überall zu den sympatischsten aller menschen ...
zum bedauern aller bleibt den nicht migranten-österreichern nur das jenseits als endgültige erlösung von all diesen unkultivierten bestien, von denen sie tag und nacht umgeben und bedroht sind :-))

Gast: kazim oezdogan
21.10.2010 14:34
2

der "muslim" und der faschist

unglaublich, wie der faschist meint (ja, alles nur faschisten!) , dass er "die kampfesmutigen türkischen buben", "den türkischen mann", der sich von familienfremden nichts sagen laesst :) und dazu auch noch die "türkische familie" "kennt"!.. zum totlachen und gleichzeitig zum kotzen.. gehts noch niedertraechtiger?!

Gast: einszweidrei
19.10.2010 12:06
1

geschürter hass

ein modernes system verkraftet konträre meinungen. man braucht menschen, die integrationsmodelle entwerfen und umsetzen, genauso jene, die die methoden prüfen und kritisieren. so kann man das system verbessern.

solche pauschalurteile wie die des herrn brunner mögen zwar gut ankommen, aber sie schüren völlig sinnlosen hass und erschweren so eine lösungsfindung.

Gast: schelmisch denkt
19.10.2010 11:45
1

der schelm

Wenn ich mir so anschaue, dass von 25 angemeldeten Forenbesuchern aus dem eindeutig rechten Eck über 400 Pro-Rechts-Bewertungen verursacht wurden, und dass wohl nur 5 von den 25 überhaupt irgendwas bewertet haben, kommt mir der schelmische Gedanke, dass es hier womöglich einige Personen für notwendig erachten, ihre eigenen Geistesblitze selbst positiv zu kommentieren.

Antworten Hunaha-p-u-s
26.12.2013 16:04
0

Re: der schelm

guter Denkansatz :-)

Gast: mufrari
18.10.2010 21:56
1

Unglaublich!

Ist es schon so schlecht um die Presse bestellt, dass sie bei HC abkupfert und mit Voruteilen und Pauschalierungen aus der untersten Schublade versucht wieder zu Lesern zu kommen? Quälitätsjournalismus? Fehlanzeige! Dichand ist tot, es lebe Fleischhacker!

Wahrscheinlich funktioniert es sogar und alle sind glücklich, gemeinsam gegen die gemeinen, blöden, vor Testeron strotzenden, lärmenden, beschnittenen, unnützen und unanständigen Ausländer vorzugehen. Weil wir sind ja soviel gscheit und hübsch und toll und überhaupt so unglaublich super.

Mir graust davor, wie in Österreich mit dieser Debatte umgegangen wird. Hier ernsthaft über Integration zu debattieren ist schlicht und einfach sinnlos. Selbst wenn man die bestmöglichen Schritte zur Integration setzt, werden diese nichts und wieder nichts ändern. Aus der EU austeigen, Grenzen dichtmachen, die Slowenen aus Kärnten raushauen, dann ist alles toll. Wen kümmert es, dass die Welt vernetzt ist? Wer braucht sie schon, diese Welt? Wir sind Österreicher, dann bauen wir halt unsere Kartoffeln selber an!

Danke Presse, ihr seits auch ganz toll!

Antworten allharald
19.10.2010 10:52
3

? ? ?

Meinungsvielfalt ist eines der großen Markenzeichen von der Presse.
Und noch etwas: das Gefühl werde ich nicht los, dass Sie nicht verstanden haben, was Ulrich Brunner in seinem Kommentar geschrieben und gemeint hat . . . Jedenfalls befürchte ich sehr, dass er Recht mit seiner Schlussfolgerung Recht haben wird . . . Und zu Michael Fleischhacker: er ist mit riesengroßem Abstand der beste Chefredakteur in Österreich und hat mit seinem Team eines der allerbesten im gesamten deutschen Sprachraum!
Die Presse = das einzige Qualitätsmedium in Österreich!

Antworten Antworten Gast: na servus
19.10.2010 11:47
1

Re: ? ? ?

das klingt aber nach EIGENLOB

Gast: asdfasfd
18.10.2010 21:14
1

Toller Kommentar...

Reden wir denselben Müll wie die FPÖ, setzen wir deren populistische Thesen um, damit die FPÖ nicht an Macht dazugewinnt...

Absolut entbehrlicher Kommentar und mir unverständlich warum sowas in der Presse abgedruckt wird.

Antworten Gast: gastine1
18.10.2010 21:31
0

Re: Toller Kommentar...

"Reden wir denselben Müll wie die FPÖ"
-> Beschimpfungen sind grüne, also keine Argumente.

"mir unverständlich warum sowas in der Presse abgedruckt wird."
->Die dawollen auch in Zukunft bestehen. Die jetzigen Leser warten auf den Generationenvertrag mit den Migranten, sprich die fallen als Abonnenten flach.

Antworten Antworten denkI
19.10.2010 17:55
1

Re: Re: Toller Kommentar...

Die Realität sollte zumindest zumutbar bleiben!

 
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