23.05.2013 02:21 Merkliste 0

Schluss mit der Polemik!

CHRISTIAN SEYRER (Die Presse)

Die heutige Generation in Griechenland kann nichts für die Versäumnisse der Politiker in den vergangenen Jahrzehnten.

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Nach Lektüre des Gastkommentars von Ulrich Brunner in der „Presse“ (12. April) und zahlreicher anderer Artikel kann ich nur bestätigen: Die Bürger Griechenlands haben die jetzige Situation nicht verschuldet, werden aber von vielen Medien oftmals als die Schuldigen und Uneinsichtigen hingestellt. Stabilität, Wachstum und Zukunftsperspektiven – und dazu gehören auch Motivation sowie Solidarität – sind das, was die Menschen Griechenlands jetzt dringend benötigen. Die von griechischen Bürgern erbrachten Opfer in Form von Sparmaßnahmen, Steuererhöhungen etc. verdienen höchsten Respekt.

Viele Medien haben in der Vergangenheit Halbwahrheiten verbreitet, anstatt objektiv zu berichten. So sind die Ausschreitungen und Demonstrationen gegen die griechische Politik die absolute Ausnahme und nicht die Regel. Diese Proteste sind zumeist auf das Zentrum Athens beschränkt.

Jede gewachsene Demokratie gibt den Bürgern das Recht, ihre Meinung kundzutun – und dies geschieht wie auch in Deutschland meist mit Demonstrationen und Protesten. Auch in Deutschland, England oder Frankreich gab und gibt es immer wieder Unruhen.

Es ist nun an der Zeit, nicht immer nur das Negative, sondern auch das Positive herauszustreichen und den Menschen die daraus entstehenden Chancen aufzuzeigen. Es ist an der Zeit, das Augenmerk auf die Fortschritte zu lenken, die Griechenland gemacht hat, und auf die Opfer, die die Griechen bereits auf sich genommen haben. Sie mussten sich dem härtesten Sparprogramm der neueren Geschichte unterwerfen.

 

Den Griechen eine Chance geben

Die Griechen müssen einen hohen Preis für die Fehler der Vergangenheit zahlen. Trotzdem sind sie entschlossen, die Reformen durchzusetzen, um wieder Aufschwung und Wachstum zu erlangen.

Es ist auch an der Zeit, den Reformkurs Griechenlands als Bekenntnis der Griechen zu Europa zu betrachten. Weder dem Land selbst noch Österreich oder Deutschland als Exportländer wäre gedient, wenn man Hellas aus dem Euroraum verstößt und in die Abwertung zwingt.

Es bedarf der weiteren Unterstützung durch die europäische Staatengemeinschaft, aber auch des Vertrauens, dass die Griechen bereit und fähig sind, den harten Kurs durchzustehen und trotzdem die Wirtschaft anzukurbeln sowie nachhaltige Stabilität zu erreichen.

Vor Kurzem war die neue griechische Wirtschaftsministerin, Anna Diamantopoulou, von der sozialdemokratischen Pasok auf einer Tour durch Europa, um den Regierungen und den Medien die Reformen vorzustellen. Die Ministerin sagte, es werde nicht zwei oder fünf, sondern zehn Jahre dauern, bis die Reformen greifen werden. Diese zehn Jahre sollten wir Griechenland gönnen.

Es ist wie im realen Leben – auf jedes Tief folgt ein Hoch. Als einer, der Griechenland und die Mentalität der Griechen kennt und der als Brückenbauer zweier Welten fungieren möchte, betone ich: Wir müssen Griechenland eine Chance geben!

Christian Seyrer (36) ist Geschäftsführer der G.I.S Global Immobilien Service GmbH (Augsburg/Athen), dem Marktführer für Immobilien und Bauen in Griechenland. Das Unternehmen hat 14 Jahre Erfahrung beim Bau von Ferienimmobilien und Altersruhesitzen in Griechenland.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2012)

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18 Kommentare

Natürlich haben die Bürger Griechenlands ganz allein die jetzige Situation verschuldet. Deshalb ist es auch gerecht, wenn sie die suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben, auslöffeln müssen!

In jeder Demokratie (ausgenommen die Schweiz) bekommt die Partei eine Mehrheit, die die meisten Wohltaten verspricht, für die das Geld gar nicht da ist, sondern ausgeborgt werden muss. Deshalb wird die Überschuldung ausschließlich von den Wählern, die genau solche Parteien an die Macht bringen,verursacht! Die Verschuldung Griechenlands ist ja auch erst explodiert, seit sie keine Militärdiktatur, sondern eine Demokratie haben!

Die SPÖ fängt ja jetzt schon an, für die 35-Stundenwoche zu werben! Das sichert der SPÖ wieder die Wählermehrheit und damit den Platz am Futtertrog, führt aber zu mehr Staatsausgaben für Arbeitslose und Arme wogegen die Steuereinnahmen wegen weniger Wirtschaftswachstum einbrechen. Das zwingt Österreich zu einer gewaltigen Neuverschuldung, die auch uns der Pleite näher bringen wird! Auch hier wird es nur der Wähler sein, der diese Entwicklung herbeiführt!

Noch nie ist ein Pleitestaat ohne Abwertung seiner Währung wieder auf die Beine gekommen. Auch den Griechen wird ein solches Wunder nicht gelingen, nicht in zehn, nicht in zwanzig und auch nicht in dreißig Jahren. So lange die Griechen den für sie völlig ungeeigneten Euro haben, kommen sie aus ihrer Notlage nie heraus!

Antworten Gast: Markus Trullus
14.05.2012 07:49
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Re: Natürlich haben die Bürger Griechenlands ganz allein die jetzige Situation verschuldet. Deshalb ist es auch gerecht, wenn sie die suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben, auslöffeln müssen!

Schon richtig; aber wenn die Mehrheit der Ösis so deppat sind, diesem Paddeihonig auf dem Leim zu gehen, und diese schwachsinnige Politik aus ideologischen Gründen unterstützt, dann geschieht ihnen und ihrem Totalabsturz recht! Huk!

Antworten Gast: keineschonfrist
23.04.2012 18:18
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Re: Natürlich haben die Bürger Griechenlands ganz allein die jetzige Situation verschuldet. Deshalb ist es auch gerecht, wenn sie die suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben, auslöffeln müssen!

Stimmt, dass die Bevölkerung eher Rattenfänger wählen - aber was nach dem Wahlsieg, passiert, ist bei Rattenfängern klar. Deswegen sollte die 'Schonfrist' von Politikern möglichst kurz sein.

Gast: webmax
18.04.2012 11:34
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Fassungslos

selten so etwas Einseitiges gelesen. Wahr ist, dass die wahren Schuldigen wieder mal davonkommen und das Griechenvolk extreme Lasten bewältigen muss. Aus Not Kinder weggeben, sich in D fürs nackte Leben prostituieren zu müssen, ist hammerhart und die unheilige Allianz von Bankern und Politikern sollte endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Gast: Pandora
18.04.2012 11:03
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Schneeballsystem mit Probaganda Das wissen alle

Iceland, Ireland, Griechenland, Portugal, Italien und jetzt ist wieder einmal Spanien an der Reihe. Jahrelang hat man das mit den Staatsanleihen Lateinamerikanischer Ländern gemacht. Solange man ein Land diffamiert, wirtschaftlich schlecht redet (das muss sein, um dadurch horrende Zinsen zu erzielen, siehe gestern, Milliarden binnen 30 Minuten) wird die Börse ein Casino bleiben. Die wirklich interessante Frage ist jedoch, welches Land hat es tatsächlich nötig so etwas zu tun?? Rating Agenturen sind unwichtig, wenn man weiß, welche Investoren diese medienübergreifende Spekulationsmethode verwenden, um heimlich an Milliarden zu gelangen um ihre maroden Haushaltskassen zu sanieren. Wer ist wirklich Pleite??

Gast: Austrianer
18.04.2012 10:12
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Nein die Griechen sind Opfer

Sie wurden zum Pensionsbetrug gezwungen.
Sie wurden zum Sozialbetrug gezwungen.
Sie wurden zur Steuerhinterziehung (oder Vermeidung) gezwungen.
etc., etc.,

Mir tun sie wirklich leid.

Antworten Gast: tepm
18.04.2012 12:13
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Re: Nein die Griechen sind Opfer

Du hast keine Ahnung.

Ja wer, Herr Seyrer

ist den nun Schuld an der Pleite? Wäre interessanter als ihre Weißwäsche der Griechen die alle unschuldig und blind und lebendige Verstorbene sind und waren ...

Antworten Gast: andiearbeit
18.04.2012 12:14
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Re: Ja wer, Herr Seyrer

Schuld? Egal - an die Arbeit.

Re: Re: Ja wer, Herr Seyrer

Wer, die Pleitiers oder die Schuldenübernehmer? Und diejenigen die bald in Pleite gehen werden nicht zu vergessen. Wem das alles egal ist dem rate ich ebenfalls an die Arbeit zu gehen - es sind noch eine Menge Schulden zu übernehmen.

Antworten Antworten Antworten Gast: huistnichtgr
23.04.2012 18:22
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Re: Re: Re: Ja wer, Herr Seyrer

schau mal übern tellerrand. es hilft nichts, zu jammern. die politiker und die wirtschaftler sollen konzepte erarbeiten. die eu hat ein frühwarnsystem und es tönt ein ungarischer alarm - damit sie nicht so wie die griechen enden.

Antworten Gast: Ein Denkender
17.04.2012 20:22
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Re: Ja wer, Herr Seyrer

Schuld ist in erster Linie die EU - sie hat Griechenland in die Euro-Zone aufgenommen. Die feinen Herren in der EU wußten genau, dass Griechenland die Kriterien NICHT erfüllte und dass GoldmanSachs mitgeholfen hatte, die griechischen Bilanzen zu schönen - und trotzdem haben sie Griechenland aufgenommen...denn wenn's schiefgeht, zahlt es ja sowieso der dumme Steuerzahler...
Weil Politiker ja NIE zur Verantwortung gezogen werden...

Antworten Antworten Gast: die eu... die eu...
23.04.2012 18:23
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Re: Re: Ja wer, Herr Seyrer

ich sehe die schuld eher bei goldman sachs

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
14.05.2012 07:52
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Re: Re: Re: Ja wer, Herr Seyrer

Wieso, was hat denn ein Berater für Verantwortung? keine! Was für einen Schei.. diese Consulter auch immer von sich geben, die sind an diesen Entwicklungen nie schuld; denn sie entscheiden ja nicht....

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die armen bürger

Auf dem beschaulichen Urlaubseiland Zakynthos (37 000 Einwohner) sind gut neunmal so viele Menschen blind wie im europäischen Durchschnitt. Das fiel irgendwann sogar den griechischen Behörden auf – schließlich beziehen die angeblich um ihr Augenlicht gebrachten Menschen staatliche Unterstützungsgelder. Amtsärzte wollten nun die 700 angeblich blinden Inselbewohner überprüfen. Doch nur 100 erschienen – und nur 60 von ihnen hatten wirklich ihr Augenlicht verloren.

Antworten Gast: nawennesfunktioniert
18.04.2012 12:15
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Re: die armen bürger

wenn es funktioniert sind die behörden selber schuld.

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Re: Re: die armen bürger

Ja, da sind die Behörden selber schuld.

Die Betrüger sind aber dennoch Betrüger die den Staat um viel Geld betrogen haben und keine bedauernswerten Opfer.

Antworten Antworten Antworten Gast: nawennesfunktioniert
23.04.2012 18:24
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Re: Re: Re: die armen bürger

sie sind keine opfer - aber sicher gescheiter als die behörden.

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